Ein Totempfahl für Radebeul

Einer der Hingucker beim diesjährigen Karl-May-Fest (26.-28. Mai 2017) in Radebeul war ein 7 Meter hoher indianischer Totempfahl, den der Künstler Ed E. Bryant vom Stamme der Tsimshian gestaltete.

Der Totempfahl auf dem Gelände der Karl-May-Festtage

Wenige Tage zuvor, am 11. Mai, begann Ed E. Bryant mit der Gestaltung des Kunstwerkes. Aus einem „Rohling“, einem tonnenschweren Baumstamm, schnitze er auf dem Gelände des Karl-May-Museums in nur wenigen Tagen einen gigantischen Totempfahl, der anschließend auf dem Festgelände im Veranstaltungszentrum „Kleine Feder“ aufgestellt wurde. Neben dem Bären und dem Adler als heilige Tiere der Indianer zeigt der Totempfahl das Abbild Karl Mays sowie symbolisch Mutter Erde.

Muster des Totempfahls

Ed.E.Bryant

Nach einem alten indianischen Ritual weihte Ed.E.Bryant zuvor den Baumstamm.

Nach dem Fest findet der Totempfahl seinen endgültigen Platz wieder im Garten des Karl-May-Museums.

Indianischer Künstler Ed. E. Bryant gestaltet Totempfahl

Zur Auftakt-Pressekonferenz der 26. Karl-May-Festtage in Radebeul (26.-28. Mai 2017) hat der indianische Künstler Ed. E. Bryant vom Stamme der Tsimshian (First Nation, Stammesgebiet nordwestlich von Vancouver/Kanada) sein neuestes Projekt vorgestellt. Zusammen mit Teilnehmern eines Workshops im Karl-May-Museum Radebeul wird er bis zum Fest einen 7 Meter hohen Totempfahl gestalten, der zunächst auf dem Festgelände im Lößnitzgrund gezeigt wird und später seinen festen Platz auf dem Museumsgelände erhalten soll.

Der Totempfahl zeigt einen Adler, der von einem Bären gehalten wird. Beide Tiere haben bei den Indianern Nordamerikas eine große Symbolik, verkörpern sie doch Kraft und Entschlossenheit.

Das Modell des Totempfahls

Der verwendete Baum wiegt 1 Tonne, 20 Personen werden benötigt, um den fertigen Totempfahl nach alter indianischer Tradition mit bloßer Manneskraft aufzustellen.

Ed. E. Bryant wird auch an den drei Festtagen vor Ort sein und Lieder und Tänze seines Stammes vorführen. Einen kleinen Vorgeschmack davon gab es ebenfalls für die Medienvertreter und zufällig anwesende Museumsbesucher zu erleben.

Ed.E. Bryant weiht den Baum nach indianischer Tradition

Die Karl-May-Festtage sind eine feste Tradition in Radebeul. Ganz im Sinne Karl Mays, der sich in seinen Geschichten und Erzählungen für Völkerverständigung und eine pazifistische Weltfriedensmission einsetzte, sollen auch die bevorstehenden Festtage zum Austausch verschiedener Kulturen beitragen. Neben den Stammgästen der Oneida Indian Nation geben auch Künstler aus dem Orient, vom Balkan, aus Indien sowie aus Pakistan Einblicke in ihre Bräuche, Tänze und Traditionen.

Umrahmt wird das Fest von einem großen Unterhaltungsprogramm. So treten während der drei Festtage u.a. die Countrysängerin Meg Pfeiffer (D), der kanadische Sänger Logan Staats sowie „The Dead South“ (Kanada) auf. Gerade Letztere sind mit über 10 Millionen Klicks für ihren Hit „In Hell I’ll Be In Good Company“ zu wahren Youtube-Stars geworden und haben weltweit eine große Fangemeinschaft.

Auch traditionelle Programmpunkte wie die Sternreiterparade am Sonntag, der legendäre Bahnüberfall auf den „Santa-Fe-Express“ am Samstag und Sonntag, Vorführungen der Landesbühnen Sachsen in „Tombstone City“ sowie die Filmnächte gibt es wieder. Als einer der Schirmherren wird der Abenteurer Andreas Kieling (bekannt u.a. für seine Tier-Dokumentationen und „Terra X“) anwesend sein und auch eine Autogrammstunde geben.

Der „Hohe Stein“, einer der ursprünglich vorgesehenen Veranstaltungsorte, kann in diesem Jahr nicht genutzt werden, weil sich dort unter Naturschutz stehende Vögel zur Brut zurückgezogen haben. Mit dem „Kleinen Stein“, dem „Schlauen Fuchs“ und der „Kleinen Feder“ wurden jedoch drei neue Veranstaltungszentren gefunden.

Mehr Infos unter www.karl-may-fest.de.