Neue Einblicke im Rosengarten

Der Rosengartensonntag im Monat Juli vermittelte den rund 20 Teilnehmern völlig neue An-, Ein- und Durchsichten des Ostdeutschen Rosengartens. Die Veranstaltungsreihe war diesmal zweigeteilt und begann mit einem Foto-Rundgang durch den Park.

Wie kann man am besten Stimmungen einfangen? Wie entstehen ausdrucksstarke Fotos? Wie wirken die Aufnahmen lebendiger? Antwort auf diese und weitere Fragen konnte der Cottbuser Berufsfotograf Raphael Kellner an verschiedenen Stationen im Ostdeutschen Rosengarten geben. Schon der Treffpunkt am historischen Eingang zum Park bot die erste Möglichkeit, sich foto- künstlerisch auszuprobieren. Die lange Hauptachse vom Eingang in Richtung Wasserspiele war für ihn das beste Beispiel. „Nehmen Sie die Wegebegrenzungen als Hilfslinien! Und wechseln Sie ruhig mal den Standort hin zu einer Seite. Dann wirkt das Bild nicht mehr so langweilig!“, erklärt der Profi. Sofort werden die Kameras gezückt und das eben Gehörte ausprobiert. Von der teuren Marken-Spiegelreflexkamera über kleine Digitalkameras bis hin zu Handys mit Kamerafunktion ist an diesem Sonntagvormittag alles vertreten.

Annette Schild vom Stadtmarketing Forst gibt die Richtung vor. Sie kennt den Rosengarten wie ihre Westentasche und weiß, wo die interessantesten Motive warten. Da auch einige Teilnehmer zum ersten Mal im Forster Rosengarten sind, gibt sie gleich noch eine Parkführung und verrät das eine oder andere Geheimnis. So ist die berühmte „Grüne Rose“ unweit des Haupteingangs eher als „Betriebsunfall“ zu werten. „Als Fotomotiv hat die Grüne Rose überhaupt keinen Reiz!“, stellt ein Besucher angesichts der unscheinbaren Blüten fest.

Am Kaskadenbrunnen angekommen, erklärt Raphael Kellner, wie man Wasserspiegelungen ins Bild einbauen kann. Nur wenige Schritte entfernt, auf der Dammkronen-Allee, kommt sein nächster Tipp: “Fotografieren Sie ruhig mal von unten nach oben in die Baumkrone hinein. Sie werden ungewöhnliche Motive finden!“, verspricht er.

Die Wasserspiele sind bei Touristen ein beliebtes Fotomotiv. Doch der Foto-Profi hat noch ein besseres im Angebot. Unweit der Wasserspiele steht eine Skulptur mit zwei Tauben, die mit ihren Körpern einen Ring formen. In der Verlängerung steht im Teschendorff-Garten der Sockel mit einer steinernen Vase. „Haben Sie den Mut zum Perspektivwechsel und probieren Sie mal ungewöhnliche Aufnahmen!“, macht Raphael Kellner den Gästen Mut. Wenn man nämlich den Ring, den die beiden Tauben bilden, sich als „Bilderahmen“ denkt und dort hindurch fotografiert, kommt die Vase ganz anders zur Geltung.

Egal, ob am Bärchenbrunnen, hinter der Schillerbühne oder im Pergolenhof – neben den touristischen Informationen von Annette Schild gibt es auch die passenden Hinweise, wie man das jeweilige Objekt perfekt ins Bild setzen kann.

Nach gut zwei Stunden ist der erste Teil des Rosengartensonntags beendet. „Mit der Resonanz bin ich angesichts der hohen Temperaturen sehr zufrieden. Ich habe mit weniger Teilnehmern gerechnet.“, resümiert Annette Schild. Auch die Hobby-Fotografen sind angesichts vieler neuer Erkenntnisse in Sachen „Perfektes Bild“ rundum zufrieden. Einige drehen noch eine Extrarunde durch den Park auf der Suche nach neuen Motiven.

Dazu könnten auch die vier Tänzerinnen und Tänzer der „Tanzkompanie golde g.“ aus Cottbus gehören. Sie bereichern mit ihrer Tanzperformance den zweiten Teil des Tages, der unter dem Motto „Choreografische Bilder im Rosenparadies“ steht.

Im Neuheitenteil des Parks beginnen die Künstler zur Musik des ungarischen Jazzmusikers Ferenc Snitberger mit ihrer Choreografie. Am Kaskadenbrunnen wechseln sich Sprünge, Hebefiguren und Pirouetten mit langsamen und schnelleren Schrittelementen ab. Bereit gehaltene Rosen werden im Publikum verteilt. 30 Minuten lang (in der prallen Sonne) wird der Kaskadenbrunnen zum Spielrequisit.

Nach einer kurzen Pause wechseln die Tänzerinnen und Tänzer zu den Wasserspielen und zeigen den dortigen Café-Besuchern ein leicht geändertes Programm. Daß Tanz auch Improvisation bedeuten kann, bewies die Tänzerin Anna Fingerhuth. Das Wasserbecken mit der großen Fontäne ist allerdings angesichts der äußeren Temperaturen auch zu verlockend: Zur Überraschung ihrer Tanzpartner lässt sie sich ins Wasser fallen und setzt von dort aus ihre Choreografie fort.

Der Mut hat sich jedenfalls gelohnt, wie der Applaus der Cafè-Besucher am Ende der Vorstellung bewies.

Der nächste Rosengartensonntag findet am 26. August statt. Dann stehen „MÄRCHEN, MYTHEN & HARFENKLÄNGE sowie „SIEBENSCHÖN & ROSENROT“ im Mittelpunkt.

Die „Mainzelmänner“ senden live aus dem Forster Rosengarten

Zum Abschluss seiner 25jährigen Jubiläumswoche machte das ZDF-Morgenmagazin mit seiner „Wettertour“ am Freitag Station im Ostdeutschen Rosengarten und sendete halbstündlich live aus dem Forster Kleinod.

Annette Schild vom Stadtmarketing Forst, selbst begeisterte „Moma“-Zuschauerin, regte durch eine Zuschrift an die Redaktion den Besuch der „Mainzelmänner“ an. Noch in der Morgendämmerung ging Wettermoderator Benjamin Stöwe bereits auf Sendung und zeigte einige der schönsten Fleckchen im Rosenpark. Mit der Rosenkönigin Jessica I. flanierte er an den Wasserspielen und durch den Sichtungsgarten, entlockte Maja Avermann, Teamleiterin des Rosengartens, ein paar Infos zu den Rosen im Park. Von Annette Schild ließ er sich ihre Lieblingsrose zeigen und begrüßte ein paar Frühaufsteher am „Wetterfrosch“-Brunnen, wie er den Brunnen scherzhaft umbenannte. Extra für diese Sendung öffnete der Rosengarten eine Stunde eher für die Besucher.

Benjamin Stöwe kannte den Ostdeutschen Rosengarten bisher noch nicht, zeigte sich aber begeistert: „Es ist faszinierend, wie hier die Rose präsentiert wird – besonders durch die Anlage und auch durch die Wegeführung entstehen immer neue Sichtachsen.“

Als kleine Erinnerung an den Besuch erhielt der gut aufgelegte Moderator einen Rosenstock der Gartenbau und Baumschule Engwicht überreicht. Den Abschluss der Dreharbeiten bildete ein gemeinsames Gruppenfoto für die große „Moma“-Wetterkarte.

Annette Schild und Rosenkönigin Jessica I. vor dem Moma-Mobil

Zu sehen sind die Einspieler in der ZDF-Mediathek.

100 Jahre Rosenträume an der Neiße – Deutsche Rosenschau 2013 eröffnet

Mit einer stimmungsvollen Show wurde am 15. Juni die Deutsche Rosenschau 2013 anlässlich des 100jährigem Bestehens des Ostdeutschen Rosengartens in Forst/L. eröffnet. Die rbb-Moderatoren Sophia Wetzke und Christian Matthée führten auf unterhaltsame Weise durch die gut 100minütige Veranstaltung. Als Ehrengäste konnten die beiden Schirmherren, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck sowie Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, begrüßt werden.

Forster Sport- und Kulturvereine gaben zu Beginn der Show Einblicke in ihr Können. Der Artist Manfred Mudlack, inzwischen 86 Jahre alt, war einst mit seiner Frau Editha als „Cortinas“ in der ganzen Welt unterwegs und zeigte auf dem Rollbrett, dass er nichts verlernt hat. Tenor Silvio D’Anza sang sich in die Herzen der vornehmlich weiblichen Besucher. Fingermaler Jo Herz kreierte auf offener Bühne ein Gemälde mit Forster Motiven. Studentinnen der Magdeburger Schule für Mode und Design präsentierten extra für diesen Tag entworfene Rosenkleider.

Eröffnung Deutsche Rosenschau Forst, 15.06.2013

Manfred Mudlack

Dass der Übergang von klassischer Musik und Rock- und Popsongs fließend sein kann, demonstrierten die 3 Mädels der Gruppe JUMP auf ihren Streichinstrumenten. Der Mix aus Mozart, Rammstein, Bach und ZZ Top kam beim Publikum an.
Für Gelächter sorgten indes Ingrid Schütze und Gerhard Hähndel vom Barock-Theater „Hofstaat zu Dresden“. Als Graf und Gräfin von Brühl (Brühl war der ehemalige Standesherr von Forst) spannten sie pointiert den Bogen vom Barock bis in die heutige Zeit und gaben den anwesenden Politikern so manchen guten Ratschlag, sehr zur Freude der Zuschauer. Ilse Aigner war es schließlich vorbehalten, die Deutsche Rosenschau 2013 zu eröffnen.

1913 fand auf der Wehrinsel, einem Volkspark, und auf dem angrenzenden Gelände, dem heutigen Rosengarten, die Rosen- und Gartenbau-Ausstellung (RUGA) statt. Die Idee zu der Ausstellung hatte der Forster Gärtner Paul Engwicht anlässlich des 25jährigen Thronjubiläums Kaiser Wilhelm II., der auch die Durchführung der Rosenschau 1913 empfahl. Damals blühten auf 14 ha 32.000 Rosen und 2.600 Dahlien; es gab Sonderausstellungen und Veranstaltungen.
In den folgenden 100 Jahren gab es immer wieder Veränderungen auf dem Rosengarten-Gelände. Besonders der 2. Weltkrieg hinterließ seine Spuren. Trotzdem wagten nach Kriegsende einige Enthusiasten den Wiederaufbau der Anlage. Zu DDR-Zeiten entstanden der Musikpavillon und die Ausstellungshalle neu. Die einstige Pracht wurde jedoch nicht mehr erreicht.
Die größten Umbauten gab es nach der Deutschen Einheit. Umfangreiche Sanierungsarbeiten wurden vorgenommen, man orientierte sich zunehmend an der historischen Parkanlage. Heute, im Jubiläumsjahr des Rosengartens, ähnelt der Park wieder weitgehend dem Original. Dank großzügiger Sponsoren konnten der Kaskaden- und der Löwenbrunnen nach alten Bauplänen neu hergestellt werden.
40.000 Rosen wurden für das Großereignis „Deutsche Rosenschau“ gepflanzt. Erstmals nach 75 Jahren findet wieder solch eine Leistungsschau der Rosenzüchter statt. 13 Themengärten sind entstanden. Mehrere Ausstellungen widmen sich dem Mythos „Rose“, die sich sowohl in der Architektur als auch in der Kultur, in Gesellschaft, Religion, Musik, Theater, Mode oder im Alltag präsentiert.

Den Besucher des Rosengartens erwartet nicht nur ein buntes Mosaik an Düften und Farben, sondern auch ein reichhaltiges Veranstaltungsangebot für Jung und Alt. In den nächsten Wochen und Monaten gibt es einen für Forst nie dagewesenen Veranstaltungsmarathon bis zum 29. September. Neben Konzerten von Dirk Michaels (6. Juli, 20.00 Uhr) und City (17. August, 19.00 Uhr) gibt es u.a. eine Koch-Show mit dem Spreewald-Original Peter Franke (7. Juli, 10.00 Uhr), ein Jazz- und Dixielandfest (13./14. Juli), das 1. Folkfestival (3./4. August), Klassische Konzerte, Big Bands oder Veranstaltungen mit Vereinen der Region.

Eröffnung Deutsche Rosenschau Forst, 15.06.2013

Studenten der „Schule für Mode und Design“ präsentieren Rosenkleider
(c) für alle Fotos: Thori, 2013

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