Packender Motorsport beim 2. Motorsport-Festival Lausitzring

Nach dem großartigen Erfolg im vergangenen Jahr waren sich alle Beteiligte schnell einig: das Motorsport-Festival auf dem Lausitzring soll wiederholt werden.

Am vergangenen Wochenende war es nun soweit: mit dem Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) und dem ADAC GT Masters präsentierten sich Deutschlands populärste Rennserien gemeinsam dem Zuschauern auf der Rennstrecke im Süden Brandenburgs. Im Rahmenprogramm starteten die Nachwuchspiloten der ADAC Formel 4 sowie die Piloten des Porsche Carrera Cups. 70 Teams, 140 Fahrzeuge und 170 Fahrer – Motorsportherz, was willst Du mehr?

Insgesamt verfolgten 67500 Zuschauer 9 spannende Rennen am Samstag bzw. Sonntag. Damit wurden die Zuschauerzahlen des Vorjahres noch einmal leicht überboten. Mit ein Grund für den Zuschauerboom dürften die neuen Regeländerungen in der DTM gewesen sein, die zu Beginn der neuen Saison in Kraft traten. Noch leistungsstärkere Rennautos, Funkverbot zwischen Fahrer und Box sowie die Freigabe der Boxenstopps sorgten schon beim Auftakt auf dem Hockenheimring für spektakulären Motorsport. Und beim Anblick der „Liga der Supersportwagen“, wie das ADAC GT Masters gern bezeichnet wird, bekommen Motorsport-Fans glänzende Augen, schließlich liefern sich hier Traumautos wie Corvette, Lamborghini, Mercedes-Benz, Audi, BMW, Nissan und Porsche heiße Rad-an-Rad-Duelle.

Und es wurde nicht zuviel versprochen. Auch der Lausitzring bot packende Duelle und rasante Action auf der Strecke. Wie ausgeglichen und spannend die DTM in diesen Jahr ist, zeigt sich beim Blick auf die Ergebnisse. Während der bis dato Gesamtführende Lucas Auer (Österreich) am Sonnabend souverän das erste Rennen gewann, schaffte er am Sonntag mit viel Mühe gerade mal Platz 10 und holte nur einen winzigen Punkt. Und Sonntagsieger Jamie Green (GB) starte am Vortag sogar vom letzten Startplatz.

Nichts zu gewinnen gab es an diesem Wochenende für die Formel-4- und GT-Fahrer vom Berliner Team „Mücke Motorsport“. Für Peter Mücke und seine Mannschaft ist das Motorsport-Festival auf dem Lausitzring das Heimrennen.
Am Sonnabend gab es die Plätze 8 und 10 im ADAC-GT-Masters, am Sonntag konnte man sich gar nicht in den TOP TEN platzieren.
Drei Rennen, dreimal in den Punkten. So könnte man die Ergebnisse von Mückes Formel-4-Piloten zusammenfassen. Nach einem neunten Platz von Lirim Zendeli im ersten Rennen holte Sophia Flörsch mit einem 10. Platz im zweiten Rennen sowie Rang 8 im dritten Rennen die Kastanien aus dem Feuer und zeigte dabei, welch großes Talent in ihr steckt. Immerhin ging sie im dritten Lauf von Startplatz 23 ins Rennen.

Sophia Flörsch

Auch abseits der Rennpiste wurden den Zuschauern viel geboten. Beim Pit-View gewährten die drei DTM-Hersteller Mercedes, Audi und BMW den Fans im Fahrerlager einen Blick in eine ihrer Boxen. Nur wenige Meter entfernt konnte man so den Mechanikern über die Schulter schauen.
In den Markenwelten präsentierten alle Hersteller die neuesten Modelle. Auf den Aktionsflächen der Sponsoren der Rennserien gab es Mitmach-Angebote und Gewinnspiele. Zusätzlich gab es an beiden Renntagen Autogrammstunden mit den Fahrern aller vier Serien.

Bleibt nur zu hoffen, daß das 2. Motorsport-Festival nicht das letzte war. Der Vertrag mit der DTM läuft im nächsten Jahr aus, der Streckenbelag ist nach 17 Jahren reif für eine Komplettsanierung. Immerhin gibt es 67500 gute Argumente für eine Fortsetzung in den nächsten Jahren.

„Man ist nicht gezwungen, den Vordermann zu überholen!“ – Der Berliner Rennfahrer Philipp Weidinger über die Faszination Rallycross

Als 2015 auf dem Lausitzring im Süden Brandenburgs zum ersten Mal die Deutsche RallyCross Meisterschaft Station machte, waren die Zuschauer fasziniert von dem, was ihnen geboten wurde: spektakulärer Motorsport, packende Tür-an-Tür-Duelle und frisierte Tourenwagen an der Belastungsgrenze. Dazu sommerlich heiße Temperaturen, die die Rennen zum Härtetest für Fahrer und Autos machten. Keine Frage, der Auftritt auf der extra dafür neu errichteten Piste im Turn 1 des Lausitzringes konnte die Zuschauer für diese hier in der Region noch relativ unbekannte Motorsportdisziplin begeistern.

Einer der tollkühnen Piloten ist Philipp Weidinger. Der 26jährige BWL-Student startet für die Private Renngemeinschaft Spandau e.V. im ADAC. Zum Rallycross ist er eher zufällig gekommen. „Der ADAC Berlin-Brandenburg wollte ein Rallycross-Rennen veranstalten und hat unseren Verein gefragt, ob wir die Organisation in Groß Dölln übernehmen könnten. Zunächst hatte ich das Projekt als Offizieller im Org.–Büro begleitet. Irgendwann fragte mich mein Papa, ob ich nicht selber mitfahren möchte.“, erinnert sich Philipp an seine Anfänge als Rallycrosser. 

ADAC Track Day

Philipp Weidinger vor seinem Peugeot 206 RC

Das war vor etwa 3 Jahren. Zuvor war Philipp Weidinger ziemlich erfolgreich im Slalomsport unterwegs, wurde zweimal „Slalom Youngster Cup“-Meister. Auch ein Jahr im „Dacia Logan Cup“ steht in seiner Vita.

Vor zwei Jahren wechselte Philipp zum Rallycross, wurde 2014 Vize-Meister im DRX-RallyCross Cup und gewann 2015 den Titel. 2016 stieg er in die Klasse der „Super National“ auf. Hier finden sich sowohl Front- und Heckantriebler als auch Fahrzeuge mit Turbo- oder Saugmotoren wieder. Klassen wie DRX RallyCross Trophy, DRX Rallycross Cup oder Super 1600 sind stärker reglementiert.

Aber was macht Rallycross für Fahrer und Zuschauer so interessant? Philipp Weidinger kennt das Erfolgsgeheimnis: „Es ist die Kombination aus Asphalt- und Schotterpassagen. Man muss auf beiden Oberflächen schnell sein. Und man fährt im Gegensatz zum reinen Rallyesport nicht gegen die Zeit, sondern im Pulk Mann gegen Mann.“

6_Rallycross Lausitzring 2015_(c)Thoralf Haß

Der Rallycross-Parcours besteht aus Asphalt- und Schotterpassagen

Im Pulk – das heißt, meist 5 bis 8 Fahrer absolvieren kurze Läufe, die Heats. Eine Rennrunde ist etwa einen Kilometer lang und muss maximal 7 mal absolviert werden.

Überhaupt ist Rallycross für den Laien zunächst etwas ungewohnt. So gibt es neben dem Freien und dem Zeittraining an jedem Rennwochenende 3 Qualifikationsläufe. Im ersten Lauf erfolgt die Startaufstellung entsprechend der Trainingszeiten. Für jede Platzierung in Lauf 1 gibt es Punkte, aus denen ein Ranking ermittelt wird. Im zweiten Lauf starten die Fahrer auf den ungeraden Punkterängen (also die Plätze 1,3,5,7 usw.) sowie die Fahrer auf den geraden Punkterängen (2,4,6,8 usw.) gegeneinander. Die in Lauf 2 erzielten Punkte werden zu den bisherigen addiert und es ergibt sich eine neue Reihenfolge. Die Startaufstellung für Lauf 3 ergibt sich wiederum aus den geraden und ungeraden Platzierungen. Die Punktbesten nach 3 Vorläufen ermitteln dann im Finale den Tagessieger.

ADAC Track Day

Beim Rallycross erleben die Zuschauer packende Kopf-and-Kopf-Duelle

Eine Besonderheit beim Rallycross ist die Joker-Runde, die jeder Fahrer einmal pro Lauf durchfahren muss Meist handelt sich dabei um eine kleine Schleife oder Schikane, die in die normale Rennstrecke integriert ist. Ähnlich wie der Boxenstopp und die richtige Boxenstrategie beim Tourenwagen- oder Formel-Rennsport kann der Zeitpunkt, wann der Fahrer die Joker-Runde absolviert, über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Wenn ich nach dem Start vorn bin, nehme ich die Joker-Runde in der letzten Umfahrung. Sollte ich jedoch den Start verschlafen und Fahrzeuge vor mir haben, fahre ich gleich zu Beginn die Joker-Runde, um anschließend freie Strecke zu haben und das maximale Tempo zu fahren, das mein Fahrzeug hergibt!“, verrät Philipp die beste Strategie. Man sei nicht unbedingt gezwungen, den Vordermann zu überholen, wichtiger sei es, bei möglichst freier Strecke den Parcours am schnellsten zu durchqueren.

Das Reglement erlaubt es auch, an den Fahrzeugen herumzuschrauben. Man darf das Fahrwerk oder das Steuergerät verändern, auch der Einbau leichter Plastikteile ist erlaubt. Die Motoren sind allesamt getunt.

Philipps Rennbolide ist ein Peugeot 206 RC mit etwa 200 PS. Wie schnell sein Fahrzeug ist, kann Philipp nicht so genau sagen: „Das Fahrzeug wurde noch nie ausgetestet. Und da wir kein Tachometer im Auto haben, weiß ich auch nicht, wie schnell ich bin. Aber es geht auch nicht so sehr um Höchstgeschwindigkeit, sondern darum, am schnellsten aus den Ecken und Kehren heraus zu beschleunigen und sich so einen Vorteil im Rennen zu verschaffen!“

Der Berliner betreibt seinen Rennsport als Hobby. Das siebenköpfige Team, das sich um Fahrer und Fahrzeug kümmert, besteht aus Familie und Freunden. Philipps Vater Gerd Weidinger ist Vorsitzender der Privaten Renngemeinschaft Spandau, Teamchef bei Weidinger Motorsport und Rennleiter der Rennen auf dem Lausitzring. Um die Verpflegung am Rennwochenende kümmert sich Philipps Mama. Hinzu kommen die beiden Mechaniker Marc-Anton Schubert und Karsten Liebtrau.

ADAC Track Day

Philipp Weidinger wühlt sich durch die Schotterpassagen

Die Kosten für eine Saison kann man schlecht beziffern – die Arbeitsstunden sind nicht gezählt, oft wird bis spät in die Nacht am Rennauto repariert. Bei den hochgezüchteten Motoren ist nach jedem Rennen ein Motorencheck notwendig. Und bei den heißen Duellen auf der Strecke und den Belastungen durch den Untergrund gehen auch schon mal einige Teile kaputt, die erneuert werden müssen.

Philipps Lieblingsstrecke ist der Parcours auf dem Lausitzring: „Die Strecke ist länger als andere Kurse, außerdem fahren wir auf richtigem Rennasphalt. Die eingebaute Sprungkuppe ist einzigartig und es gibt schnelle und langsame Ecken.“, schwärmt er.

Ausgerechnet auf dem Lausitzring ging beim ADAC Track Day, der für Test- und Einstellfahrten gedacht ist, sein Fahrzeug kaputt. Und das eine Woche vor dem Start in die neue Saison. So musste er beim ersten Rennen auf sein Vorjahresfahrzeug, einen VW Polo, ausweichen, welcher natürlich in der neuen Klasse hubraumtechnisch deutliche Nachteile gegenüber den anderen Fahrzeugen hat.

ADAC Track Day

Philipp Weidinger (hinten) auf der Strecke

Überhaupt sind Trainings- und Testmöglichkeiten sehr begrenzt. Da die Rennfahrzeuge keine Straßenzulassung besitzen, bleibt den Fahrern nur, offizielle Trainingstage zu nutzen oder man hat das Glück und darf auf Privatgelände testen.

Erst in den vergangenen Jahren ist Rallycross in Berlin und Brandenburg populär geworden, allerdings ist es immer noch eher Breiten- als Profisport. In der WorldRX, der FIA World Rallycross Championship, fahren die großen Namen: DTM-Pilot Mattias Ekström (Schweden), Rallye-Weltmeister Sebastien Loeb (Frankreich) oder auch der mehrfache Medaillengewinner der X-Games Ken Block (USA), der im amerikanischen Pendant zur WRX, der Global Rallycross Championship GRC, startete.

Ein Start in diesen internationalen Serien wäre für Philipp Weidinger ein Traum. Bis dahin konzentriert sich Philipp auf seine Rennen in der „Super National“-Klasse, die er irgendwann mal als Meister beenden möchte. „Wenn Sponsoren mitspielen, ist das Ziel sicherlich realistisch. Ich denke, fahrerisches Vermögen ist vorhanden, um mithalten zu können“, zeigt sich Philipp Weidinger optimistisch. Für die aktuelle Saison sind seine Ziele bescheidener. „Es gibt viele starke Fahrer und Autos in dieser Klasse. Eine Platzierung in den TOP 3 dürfte für mich schwierig werden. Ich will aber im oberen Mittelfeld, etwa Platz 5 oder 6 einkommen.“

Dass diese Einschätzung nicht aus der Luft gegriffen ist, zeigte sich bereits am ersten Rennwochenende auf dem Lausitzring. Trotz 50 PS weniger Leistung als seine Konkurrenten konnte sich Philipp von Lauf zu Lauf steigern und erreichte schließlich das Halbfinale. Damit war das selbstgesteckte Ziel erreicht, aber durch eine taktisch kluge Fahrweise und Fehler der anderen Fahrer schaffte Philipp den Einzug ins Finale, wo er für alle überraschend mit Platz 3 seine erste Podiumsplatzierung in der neuen Klasse erzielte.

ADAC Track Day

Philipp Weidinger in der Startaufstellung zum Rennen auf dem Lausitzring

Ob sich dieser positive Trend in den nächsten Rennen fortsetzt, wird sich zeigen. Neben dem Rennen auf dem Lausitzring stehen noch Läufe auf dem Grundautalring, Estering Buxtehude, Ewald-Pauli-Ring Schlüchtern und in Maasmechelen (Belgien) auf dem Programm. Abgerechnet wird am Jahresende, wenn die Meisterschaft beendet ist. Gut möglich, dass dann ein Berliner ganz vorne mitmischt…

Härtetest für Mensch und Material auf dem Lausitzring

2015-06-14 DM Rallyecross auf dem Lausitzring 0017Eine Premiere erlebte bei heißen Temperaturen der Lausitzring am vergangenen Wochenende: zum ersten Mal fand hier ein Meisterschaftslauf für die Deutsche Rallycross Meisterschaft (DRX) statt. Auch der polnische Rallycross Cup absolvierte zeitgleich seinen dritten Meisterschaftslauf auf der Niederlausitzer Piste. Gemeldet hatten über 70 Starter aus 6 Nationen.

Rallycross ist eine Mischung aus Rallye- und Tourenwagenrennsport. Diese neue Motorsportdisziplin exisitert noch nicht lange und erfreut sich international zunehmender Beliebtheit.
Gefahren wird sowohl auf Asphaltabschnitten als auch auf extra geschotterten Streckenabschnitten. Die Startgruppen sind mit maximal 8 Fahrzeiugen klein und die Renndistanz beträgt 5-7 Runden. Pro Lauf muß jeder Fahrer einmal den „Joker“ ziehen, was gleichbedeutend mit einer kleinen Schleife auf dem Parcours (ähnlich der Strafrunde im Biathlon) ist. Wer richtig pokert und den Joker zum richtigen Zeitpunkt zieht, kann sich im Rennen einen Vorteil verschaffen und Plätze gutmachen.
Die Fahrzeuge sind reinrassige Rallyefahrzeuge, deren Beschleunigungspotential z.T. über dem der Formel 1 liegt.

Für die Rennen auf dem Lausitzring wurde im Turn 1 ausgangs der Start- und Zielgeraden ein etwa 950 Meter langer Rundkurs mit zwei Schotterpisten angelegt. Zusätzlich wurde eine kleine Sprungkuppe eingebaut, über die die bis zu 600 PS-starken Autos flogen.
Besonders nach dem Start eines Laufes, wenn sich das Feld noch nicht richtig einsortiert hat, wurde der erste Schotterabschnitt zum Zünglein an der Waage. Manch einer verlor hier auch schon Teile seiner Karosserie und mußte anschließend sein Fahrzeug mit Defekt abstellen.

Die 15 zum Teil rechtwinkligen Kurven waren der Garant für packende Duelle und spektakuläre Szenen. Einige Fahrer loteten dabei den Grenzbereich ihres Fahrzeugs voll aus und schienen die Gesetze der Physik ignorieren zu wollen, als sie plötzlich mit angekipptem Wagen auf nur noch zwei Rädern unterwegs waren. Auch Überschläge gab es zu vermelden, glücklicherweise blieb es bei Blechschäden..

Während in den Qualifikationsläufen die Starterfelder ziemlich klein waren und zeitweise nur noch 3 Fahrzeuge auf der Strecke zu sehen waren, änderte sich das in den Finalläufen. 8 Fahrzeuge auf dem engen Kurs versprechen viel mehr Action und spannende Zweikämpfe!

Den Organisatoren von der Privaten Rennsportgemeinschaft Spandau (PRS) kann man zur Entscheidung, mit den Läufen zur Deutschen Rallycross Meisterschaft auf den Lausitzringr zu ziehen, nur gratulieren. Die Zuschauer waren hautnah dran und konnten auf der Tribüne in Turn 1 die gesamte Rennstrecke einsehen. Auch die Aktiven fanden beste Bedingungen vor.
Größere Pannen gab es bei der Premiere nicht, obwohl der Veranstalter immer wieder versicherte, daß sich alles erst einspielen muß auf diesem neuen Parcours. So mußten mehrmals die Schotterstrecken nachbearbeitet werden, weil sich durch die Beanspruchung durch die Rennfahrzeuge gefährliche Rillen bildeten. Im nächsten Jahr soll sich die Piste aber gefestigt haben.
Und als durch die Trockenheit die Strecke zu staubig wurde, sprang kurzerhand die Feuerwehr und wässerte die Strecke.

Nicht ganz zufirieden dürften die Veranstalter allerdings mit der Zuschauerresonanz sein. Etwa 1000 Zuschauer wurden nach Veranstalterangaben an diesem Rennwochenende gezählt. Besonders die polnischen Fahrer konnten sich aber auf viele Fans aus dem Nachbarland verlassen, die für ein wenig Stimmung entlang der Strecke sorgten.

Die Zuschauer, die da waren, erlebten eine gelungene Premiere und interessanten Motorsport. Gut möglich, daß zukünftig Rallycross fester Bestandteil des Terminkalenders auf dem Lausitzring wird.

(C) für alle Fotos: Thori, 2015

Das „Lausitzrennen“ ist wieder da – DTM und SUPERBIKE*IDM lassen alte Tradition wieder aufleben

„DTM trifft SUPERBIKE*IDM“ – mit diesem Slogan warben beide Rennserien für ein besonderes Spektakel. Sogar der Begriff „Lausitzrennen“ fiel in diesem Zusammenhang. Im Rahmen des 8. Laufes des Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) starteten nicht nur die 500-PS-starken Rennwagen der erfolgreichsten Tourenwagenserie der Welt, sondern mit der SUPERBIKE*IDM auch die höchste deutsche Zweiradrennsport-Serie. In der gesamtdeutschen Rennsportgeschichte gab es so etwas noch nicht, daß Rennautos und Motorräder gemeinsam an einem Rennwochenende ihre Wertungsläufe austragen.

Für die Lausitz ist die Idee kein Novum. In der DDR war es üblich, daß die Zuschauer an den wenigen Rennwochenenden im Jahr Zwei- und Vierräder erleben konnten. Doch was hat sich in diesem Vierteljahrhundert an der Faszination geändert?

Programmheft Forst 1989

Titel des Programmheftes zum 1. Lausitzrennen am 07.10.1989

Am 7. Oktober 1989 wagte der MC Kahsel im ADMV den Versuch und initierte das 1. Lausitzrennen auf einem Autobahnabschnitt zwischen Forst und Bademeusel nahe der deutsch-polnischen Grenze. Gefahren wurde dabei auf jenem Autobahn-Behelfsflugplatz, den ansonsten die DDR-Luftverteidigung für Start- und Landeübungen ihrer Militär-Jets nutzte.

Da der Platz begrenzt war, gab es im Gegensatz zum „Sachsenring“ oder „Schleizer Dreieck“ kein Rundstreckenrennen, sondern ein Einzelzeitfahren über 2 Läufe à 3 km.

10 000 Zuschauer erlebten bei strömenden Regen die Premiere. Gefahren wurde damals bei den Motorrädern in den Rennklassen bis 125 ccm (heute vergleichbar mit der Moto3) und 250 ccm (heute Moto2) sowie bei den Autos in den Tourenwagen-Klassen bis 600 ccm (die beliebten Trabi-Rennen), bis 1300 ccm (für Wartburg, Lada, Skoda) sowie Rennwagen bis 1300 ccm.

Ironie der Geschichte: Auch bei der Neuauflage auf dem modernen Lausitzring 25 Jahre später wurden die Zuschauer naß.IMG_7221

Bei der zweiten Austragung 1990 gab es sogar schon ein Rahmenprogramm. Angekündigt war eine Flugschau mit Fallschirmspringern, Motor- und Segelkunstflug. Außerdem gab es Sonderläufe für Fahrer der BRD.

Das „Lausitzrennen“ 2014 war größer, bunter und spektakulärer. 58 000 Zuschauer verfolgten die Rennen. Waren bei den ersten beiden „Lausitzrennen“ nur Amateurfahrer am Start, gingen auf dem Lausitzring mit Timo Glock oder Paul Di Resta Piloten mit Formel 1 – Erfahrung an den Start. Im Rahmenprogramm gab es Stunt-Shows, Autogrammstunden mit den Fahrern, Taxifahrten mit den Rennboliden und vieles mehr. Mit dem Porsche Carrera-Cup und der deutschen Formel 3 standen weitere Rennserien auf dem Programm. Dank TV und Internet werden die Rennen weltweit übertragen. Standen damals die Fahrzeuge in einer Schlange hintereinander und warteten auf ihren Start, werden heutzutage jeder Fahrer und jedes Fahrzeug von einem sogenannten Grid-Girl präsentiert. Die Boxen waren damals eher provisorische Behelfsunterkünfte, heute sind es Sicherheitszonen.

Was bleibt, ist die Anziehungskraft des Motorsports. Die Idee, Zwei- und Vierräder an einem Rennwochenende zusammen zu führen, hatte noch einen anderen Vorteil: Gewöhnlich verlassen die meisten Zuschauer nach Rennende der DTM den Lausitzring und interessen sich nicht mehr für die nachfolgenden Rennserien. Diesmal blieben viele Besucher auf ihren Sitzen und verfolgten auch noch das anschließende Rennen der Motorräder.

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Packende Duelle

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Das Fahrerfeld im Infield des Lausitzrings

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Pascal Wehrlein gewinnt den 8. Lauf

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Marco Wittmann macht den Triumpf perfekt und gewinnt vorzeitig die Meisterschaft

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v.l.n.r.: Christian Vietoris, Pascal Wehrlein, Timo Scheider

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Pressekonferenz

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Beliebte Fotomotive: Lausitzring-Maskottchen (rechts im Bild) und Grid-Girl

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Optischer Leckerbissen: Die Grid-Girls, hier beim Fotoshooting für die Fans

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Im Rahmenprogramm konnte der Truck besichtigt werden, mit dem die Fußball-Weltmeister 2014 durch Berlin fuhren

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Revolverheld spielten im Fahrerlager

„Alles richtig gemacht!“, möchte man den Initiatoren von DTM und SUPERBIKE*IDM zurufen. Bleibt nur zu hoffen, daß nicht wieder 25 Jahre bis zum 4. „Lausitzrennen“ vergehen.

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Bis zum nächsten Lausitzrennen! – (c) für alle Fotos: Thori, 2014

Models und Motoren – Gesehen und gehört auf dem Lausitzring beim ADAC-GT-Masters-Weekend

Zum wiederholten Male gastierte das ADAC-GT-Masters auf dem Lausitzring. „Liga der Supersportwagen“ nennt sich die Serie selbstbewusst. Die flachen 600-PS starken Fahrzeuge der Marken Corvette, Lamborghini, BMW, Audi oder Ford sind der Hingucker und beliebte Fotomotive bei Motorsport-Fans und Autoliebhaber. Das Motorendröhnen der Rennboliden sind akustische Höhepunkte für jeden Rennsportfan.

Das Rahmenprogramm mit Formel- und Tourenwagen bietet eine große Vielfalt des Motorrennsports.

Ein weiterer optischer Augenschmaus und besonders bei den männlichen Besuchern beliebtes Fotoobjekt sind die wenigen Rennamazonen, die sich in einen solchen Rennwagen trauen und auch abseits der Rennstrecke für Aufmerksamkeit sorgen.

In der MINI-Trophy, die als Markenpokal im Rahmenprogramm des ADAC-GT-Masters-Weekend ausgetragen wird, kämpfen drei Ladies gegen die männliche Übermacht und gleichzeitig auch gegen bestehende Vorurteile.

Doreen Seidel nach dem Rennen

Doreen Seidel fährt seit drei Jahren Autorennen und absolviert ihre erste Saison in der MINI-Trophy. Bekannt wurde die Chemnitzerin durch mehrere TV-Shows („TV-Total-Turmspringen“, „Solitary – Besieg dich selbst!“). Dreimal zierte Doreen Seidel das Titelbild des deutschen „Playboy“ und wurde von den Lesern 2008 zum „Playmate des Jahres“ gewählt.

Auf der Rennstrecke zählen solche Erfolge nichts. „Viele Menschen glauben, wir Mädels würden untereinander unsere eigenen Rennen ausfahren. Ich kämpfe um jeden Platz und will vor allem vor den männlichen Kollegen ins Ziel kommen! Jeder Platz weiter hinten ärgert mich!“ verrät das ehemalige „Bunny“, während es weiter fleißig Autogramme verteilt. Bei den männlichen Fahrern seien die Damen voll akzeptiert. Und bei den weiblichen Konkurrentinnen? „Ich helfe Vicky, gebe ihr Tipps, weil ich etwas mehr Rennerfahrung als sie habe. Dafür hat sie allerdings mehr Erfahrung in der MINI-Trophy. Und von Cora Schumacher kann ich selber viel lernen!“.

Victoria Froß

Vicky – das ist Victoria Froß aus Leipzig. Die Immobilienkauffrau fährt ihre erste komplette Rennsaison. „Manchmal bin ich noch zu überehrgeizig, dann stehe ich mir selbst im Wege!“ sagt sie selbstkritisch. Ihren Einstieg in den Motorsport beschreibt Victoria Froß kurz und bündig: „Einmal gesehen und verliebt!“

Der Lausitzring war lange Zeit ihre Lieblingsstrecke. „Die langen Geraden machen unheimlich viel Spaß. Aber je mehr Strecken man kennenlernt, umso interessanter wird für mich der Rennsport.“, schwärmt Froß, die wie Doreen Seidel auch als Model arbeitet.

Die Erfahrenste des Trios ist zweifellos Cora Schumacher. Die Frau des ehemaligen Formel-1-Piloten Ralf Schumacher ist die prominenteste Starterin des gesamten Feldes und verleiht der Serie etwas Glamour. Merkt man im Fahrerfeld etwas von Coras Promi-Faktor? „Eigentlich nicht. Manchmal ist zwar das Interesse bei Cora größer, aber das ist schon ok so“, resümiert Doreen Seidel.

Joanna und Melanie

Auch Joanna und Melanie standen am vergangenen Rennwochenende auf dem Lausitzring als Fotoobjekte zur Verfügung. Im Vergleich zu den Rennfahrerinnen verläuft ihr Arbeitstag weniger anstrengend. In ihren hautengen Catsuits machen die Beiden Werbung für eine Schweizer Zigarren-Manufaktur. Ein kleiner Fahrzeugpark mit einem gelb-schwarzen Show-Truck als Hauptattraktion lockt viele Schaulustige an. Joanna und Melanie posieren vor den Fahrzeugen für Fotos und laden zum Probieren am Stand der Manufaktur ein. Nervt es, ständig fotografiert zu werden? „Das gehört zu unserem Job als Hostess dazu. Und es macht ja auch Spaß!“, verrät Melanie, die ebenso wie Joanna studiert und die Hostessen-Tätigkeit nur am Wochenende ausübt.

Ebenfalls zu den beliebtesten Fotomotiven gehören die Grid-Girls. Vor jedem Rennen stehen sie in der Startaufstellung und halten die Schilder mit den Namen der Rennfahrer. Neben den wenigen Besuchern, die die Startaufstellung hautnah erleben dürfen, sind es vor allem die Rennteams, die um Erinnerungsfotos mit den Grid-Girls bitten. Da werden dann auch schon mal Extrawünsche und bestimmte Posen gefordert. Die Mädels nehmen es gelassen hin und lächeln routiniert in die Kameras.

Wenig später dröhnen wieder die Motoren über den Asphalt. Der Aufmerksamkeit der Zuschauer gilt wieder den Rennfahrzeugen und dem Kampf um die Positionen. Joanna und Melanie schlendern derweil um ihren Stand und genießen die Pause. Auch die Grid-Girls nutzen die Zeit zwischen den Rennen und haben es sich auf einer Mauer im Fahrerlager gemütlich gemacht.

Models und Motoren – beides optische Leckerbissen und die heimlichen Stars jeder Rennsport-Veranstaltung. Wahrscheinlich wäre das Eine ohne das Andere ziemlich langweilig. Im Motorsport gehören beide zusammen….