Juchu – meine erste Trophäe

Da hat sich doch die jahrelange Arbeit für etwas mehr Kunst & Kultur in Forst gelohnt – bei der Preisverleihungsshow zum GOLDENEN KUCKUCK 2017 gab es völlig überraschend auch einen „EhrenKuckuck für besonderes Kuckucks-Kultur-Engagement“ für mich.

„Für seine Kreativität und Ideen, die uns als Veranstalter bei der Programmgestaltung geholfen haben sowie für die Vermittlung neuer, unverbrauchter Künstler.“ hieß es u.a. in der Begründung.

Danke an den Freundeskreis „Kuckuck“ für die Ehrung – ich fühle mich ganz ausgezeichnet…

 

Ein neues Nest für den GOLDENEN KUCKUCK

Im seit Wochen restlos ausverkauften Gasthaus „Zum Kuckuck“wurde am vergangenen Freitag Brandenburgs einziger Kabarettpreis, der GOLDENE KUCKUCK 2017, vergeben. Mehr als 20 Kabarettisten, Duos oder Ensembles stellten sich im vergangenen Jahr dem Urteil des mitunter kritischen Publikums. Bereits zum dritten Mal fand im Rahmen einer bunten Unterhaltungsshow die Ehrung des beliebtesten Künstlers statt.

Viele Überraschungen kündigte Veranstaltungschefin Birgit Hendrischke in ihrer kurzen Begrüßungsrede für den Abend an. Eine schrullige, immer noch rüstige Rentnerin namens Elfriede, die bereits vor der Show für Aufsehen sorgte, bot sich sogleich an, die Co-Moderation für den Abend zu übernehmen. Hinter der Großpuppe verbarg sich Kora Tscherning, Ensemblemitglied der Landesbühnen Sachsen und ausgebildete Puppenspielerin. Für sie war es der erste Soloauftritt mit ihrer Puppe und extra für diesen Abend engagiert. Immer mit einem flotten Spruch auf den Lippen („meinen Nachnamen und meinen BH hat mein Tölpel von Exmann mitgenommen, merke: ohne Textil wirst Du nicht senil“) führte Elfriede alias Kora Tscherning gemeinsam mit Birgit Hendrischke durch den Abend.

Erster Künstler auf der Bühne war Götz Frittrang (Bamberg), der sich umsonst freute, weil er dachte, er sei der Gewinner sei, dann aber doch nur als Begleitprogramm gebucht wurde, wie er später zugab. Er mache ja Kabarett nicht wegen der Preise, sondern wegen des guten Essens in den Veranstaltungshäusern. Frittrang zeigte Ausschnitte seines aktuellen Programms „Götzseidank“. Bei seinem letzten Gastspiel im „Kuckuck“ Anfang 2016 war dieses Programm gerade noch in der Entstehungsphase, viele Gags zündeten damals noch nicht. Doch Götz Frittrang schien den Lauf der Geschichte vorauszuahnen, seine damalige AfD-Kritik blieb vielen Gästen im Gedächtnis. Grund genug für die Veranstalter vom Freundeskreis „Kuckuck“, Götz Frittrang mit einem „Spezial-Kuckuck“ für seine politische Weitsicht zu überraschen. „Eine große Ehre für mich, mit der ich jetzt bestimmt den großen Durchbruch schaffe!“, scherzte der völlig perplexe Künstler in seiner Dankesrede.

Nach einer kurzen Pause, in der die „Kuckucks“-Küche ein süßes Dessert präsentierte, kam der eigentliche Höhepunkt des Abends, die Preisverleihung des mit 1000 Euro dotierten und vom Autohaus Cottbus gesponserten GOLDENEN KUCKUCKSS 2017 an den Kölner Kabarettisten Peter Vollmer.
Laudatorin Elfriede würdigte das künstlerische Schaffen Vollmers, der von der Fachpresse schon mal als „Kabarett-Halbgott“ oder „Größe des gehobenen kritischen Kabaretts“ gefeiert. „Intelligent und gut unterhalten“ fühlten sich die Besucher seines Programms, das angesagte Themen brisant umsetzt. „Die Lachmuskeln mußten arbeiten“ schrieb eine Zuschauerin auf den Stimmzettel für die Wahl zum GOLDENEN KUCKUCK. Peter Vollmers feines Gespür für die großen und kleinen Macken seiner Mitmenschen gaben schließlich den Ausschlag, um sich mit 0,01 Punkten Vorsprung vor den Zweitplatzierten „Ranz & May“ durchzusetzen.

Bevor auch Peter Vollmer Ausschnittes seines aktuellen Programms zeigte, bedankte er sich beim Publikum für die Auszeichnung: „Wenn mir zu Beginn meiner Karriere jemand gesagt hätte, daß ich mal hier, irgendwo hinter Cottbus, einen Preis gewinne, hätte ich ihm gesagt: Du hast ja schon jetzt einen Vogel!“.

Seine Programmausschnitte wurden anschließend zu einem Gag-Feuerwerk. Egal, ob er sich über die im Alter nachlassende Paarungsbereitschaft („Es lockt das Weib, es bockt der Leib“) oder über seine Erfahrungen mit Brasilian Waxing lustig machte – Peter Vollmer hatte die Lacher auf seiner Seite. Auch die Rentenpolitik der jeweiligen Regierungen bekam ihr Fett weg. So ging der heute in Düsseldorf noch lebende älteste Rentner in Deutschland bereits 1972 in Rente. „Das bedeutet, daß die Sozialgemeinschaft 45 Jahre lang einen Düsseldorfer durchgefüttert hat. Sie können sich vorstellen, wie ich mich da als Kölner fühle.“, spielte Vollmers auf die uralte Rivalität beider Städte an.

In einer anschließenden Gesprächsrunde entlockten Birgit Hendrischke und Elfriede dem Sieger ein paar bislang gut gehütete Geheimnisse. Sein größter Luxus sei es, sich Zeit für sich zu nehmen. Und auf die Frage. Was er auf keinen Fall mit auf eine einsame Insel nehmen würde, mußte er lange überlegen. Am Ende entschied er sich für eine Heino-Schallplattte. Eines seiner größte Ziele sei es, mal einen Ironman zu absolvieren.

In einem zweiten Auftrittsblock machte sich Götz Frittrang dermaßen über die Seitenbacher-Werbung lustig, daß die Gäste wohl zukünftig die Werbung unter ganz anderen Gesichtspunkten wahrnehmen werden.

Der Abschluss des gut dreistündigen Abends war dem Gewinner des GOLDENEN KUCKUCKS vorbehalten. Peter Vollmer, der den „Trottel-Triathlon, bestehend aus Ausdauer-Kuscheln, Extrem-Schmusen und Langstrecken-Streicheln“ beherrscht, brachte ein Medley bekannter Titel mit neuen Texten zu Gehör. Da die Melodien bekannt waren, sang das Publikum bei Titeln wie „Sag mir, wo die Zähne sind“, „Mit 67 Jahren, da fängt die Rente an“, „Nur mit 7 Krücken kannst Du gehen“ oder „Pumpt denn der alte Herzmuskel noch“ lautstark mit.

Wer den diesjährigen Gewinner des GOLDENEN KUCKUCKS live erleben möchte, hat am 19. und 20. Dezember die Möglichkeit. Jeweils um 20 Uhr präsentiert Peter Vollmer im „Kuckuck“ in Groß Jamno sein Programm „ER hat die Hosen an – SIE sagt ihm, welche“.

Der GOLDENE KUCKUCK landet in Dinslaken

2015-08-21 Goldener Kuckuck PreisträgerDer GOLDENE KUCKUCK, Brandenburgs einziger Kabarettpreis, ist flügge geworden – das zumindest ist der Eindruck nach der diesjährigem Preisverleihung im Restaurant „Zum Kuckuck“ in Groß Jamno. Über 1400 Stimmen wurden von dem Besuchern für 25 Künstler aus dem Bereich Kabarett und Comedy im vergangenen Jahr abgegeben. Der Freundeskreis „Kuckuck“ zählte die Stimmen aus und ermittelte den diesjährigen Gewinner.

Zur Preisverleihungsshow wurden den Gästen und Teilnehmern viele Überraschungen versprochen. Die Moderation des Abends übernahm die Veranstaltungschefin vom“Kuckuck“ persönlich, unterstützt von Torsten Dubrow, Schauspieler an der Cottbuser Studentenbühne „BÜHNE acht“, der sofort einen guten Draht zum Publikum herstellen konnte.
Wie Birgit Hendrischke informierte, traten seit 2002 insgesamt 176 unterschiedliche Künstler auf der kleinen Kabarettbühne auf, darunter auch solch Hochkaräter wie Olaf Schubert, Zärtlichkeiten mit Freunden, Olaf Böhme oder Kalle Pohl.

Unterbrochen wurde die Eröffnungsrede lediglich von Torsten Hitschfel alias Martin Knöfel, der seine „Muddi“ suchte. Bereitwillig überließen die Moderatoren dem Kabarettisten aus Niedersachsen die Bühne. Hitschfel gab den Gästen im Saal ein paar Hinweise in Sachen „richtiges Margetting“, um sich anschließend über den Verfall deutschen Liedgutes lustig zu machen. Sofort brachte Torsten Hitschfel, der perfekt Helge Schneider, Peter Maffay oder Marcel Reich-Ranicki imitieren kann, den Saal zum Toben und riss die Zuschauer zu Beifallsstürmen hin.

Auch Andrea Kulka aus Cottbus ist keine Unbekannte im „Kuckuck“. Sie übernahm ihre Paraderolle als strenge Politesse Ingrid Brettschneider, die überall ihre Knöllchen verteilt. „Bei mir ist das Knöllchen schon dran, da steht das Auto noch gar nicht da!“, drohte sie beim Gang durch das Publikum.

Torsten Hitschfel und Andrea Kulka wurden nach ihren Auftritten zu ihrer Verblüffung mit dem SILBERNEN KUCKUCK für besondere Leistungen geehrt. „Die beiden sind immer zu Stelle, wenn wir kurzfristig Ersatz benötigen oder Reisegruppen etwas Besonderes wünschen.“, begründete Birgit Hendrischke die Entscheidung bei der Preisübergabe.

Nach einer kurzen Pause, in der die Küche ein süßes Dessert präsentierte, kam der eigentliche Höhepunkt des Abends, die Preisverleihung des mit 888,88 Euro dotierten GOLDENEN KUCKUCKSs 2015 an das Kabarett-Duo „Thekentratsch“ aus Dinslaken. In ihrer Laudatio auf die Heike Becker und Kerstin Sierp ging Freundeskreis-Mitglied Uta Krause auf die abgegebenen Zuschauermeinungen ein. Das Programm der beiden Kabarettisten sei ein „Angriff auf die Lachmuskeln“, bei dem man sich „sehr amüsiert“. Eine Besucherin fand den Auftritt damals „Mischwaldgeil“. Thekentratsch habe einen wunderbaren Hang zur Selbstironie und verschone im Programm Nichts und Niemanden, weder Männer noch Mütter.

Den Beweis trat Thekentratsch im Anschluß an die Preisübergabe mit Ausschnitten aus ihrem Programm an. Die Becker freute sich, im Publikum endlich ihren zukünftigen Sexualpartner getroffen zu haben. Und da ihr Therapeut ein Anti-Aggressionstraining verordnet habe, wolle sie es mit einem Friedenslied beginnen. „Ich würde gerne eine Bombe werfen“, war aber alles andere als ein friedliches Lied. Auch ein Telefongespräch zwischen Mutter und Tochter endete in lauter Mißverständnissen, dabei ging es nur um einen Kuchen und nicht um das Sexualleben der Mutter…

Das Interview mit den Siegern durfte das Publikum selbst gestalten. Auf Bierdeckeln konnten Fragen an die Gewinner notiert werden, die die Moderatoren im Anschluß an den Thekentratsch-Auftritt vorlasen. So erfuhren die Zuschauer, daß bei Kerstin Sierp immer eine Flasche Champagner im Kühlschrank steht, während Heike Becker eher ein gutes Pils bevorzugt. Der peinlichste Auftritt war bei einer Oktoberfest-Veranstaltung, als Kerstin Sierp im Gewusel der dunklen Künstlergarderobe ein Dirndl verkehrt herum anzog.

Nach gut dreieinhalb Stunden endete der stimmungsvolle Abend. Das Publikum forderte allerdings eine letzte Zugabe. Heike Becker von Thekentratsch war das letzte Wort vorbehalten: sie sang „Alle Leute gehen nach Haus“. Rührselig stimmte das Publikum ein.

Es muß nicht immer die große Gala sein mit Roten Teppich und Abendanzug. Der Freundeskreis „Kuckuck“ organisierte einen unterhaltsamen und humorvollen Abend, der gut bei den Gästen ankam, wie man an den überraschten Reaktionen während und nach der Veranstaltung ablesen konnte. Auch hier lernte man aus den Erfahrungen der Premiere vor zwei Jahren.

Bereits im Januar beginnt die Stimmabgabe für den GOLDENEN KUCKUCK 2017. Welche Kandidaten dafür in Fragen kommen könnten, verrät schon mal ein Blick in den neuen Veranstaltungskalender, der soeben erschienen ist.

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