Die goldene Gans oder was wirklich kleben bleibt

Der Schusterjunge Klaus (Felix Lydike), der von seinen Brüder Kunz Johannes Krobbach) und Franz (Grian Duesberg) nur „Dummling“ genannt wird, hat einen Traum: seine von ihm hergestellten goldenen Tanzschuhe sollen dem schönsten Mädchen im Lande gefallen, damit er ihr Herz erobern kann. Seine beiden faulen Brüder können darüber nur lachen. Kunz ist eitel und hat die Haare schön, Franz hat meistens nur immer Pech.

Die drei Schusterjungen Kunz, Franz und Klaus (Johannes Krobbach, Grian Duesberg, Felix Lydike)

Nun will es der Zufall, dass der König seinen Hauptmann losschickt, um dem Volke zu verkünden, dass derjenige, der die traurige Prinzessin (Cordula Hanns) zum Lachen bringt, das halbe Königreich und die ganze Prinzessin bekommen soll. Kunz und Franz machen sich umgehend auf den Weg ins Schloss Klaus dagegen soll erst noch Holz besorgen.

Die traurige Prinzessin (Cordula Hanns)

Im Wald trifft Klaus eine alte Frau (Anke Teickner), mit der er – freundlich wie er ist – seine Wegzehrung teilt. Zum Danke für seine Gutmütigkeit soll Klaus belohnt werden. Unter einem mächtigen Baum findet er eine Gans aus Gold. Was Klaus nicht weiß – die Gans hat magische Anziehungskräfte. Das bekommen zunächst die Schwestern Käthe (Julia Vincze) und Trude (Sandra Maria Huimann) zu spüren, die beim Versuch, die Gans zu streicheln, an ihr kleben bleiben. Fortan sind sie gezwungen, dem Klaus mit seiner goldenen Gans hinterher zu trotten.
Auf ihrem Weg ins Schloss begegnen die Drei dem Pfarrer (Thomas Förster), der Klaus den Vorschlag unterbreitet, mit der goldenen Gans die säumige Kirchensteuer der drei Schusterjungen zu bezahlen. Aber auf die „irdische Zwangsabgabe für himmlische Mächte“, wie Klaus es bezeichnet, muss der Pfarrer wohl vorerst verzichten. Denn schließlich erwischt es auch den Pfarrer, dass er an Klaus‘ Begleiterinnen kleben bleibt.

Käthe bleibt an der Gans kleben (Julia Vincze, Felix Lydike)

Als nun dieser bunte Haufen schließlich das Schloss erreicht, kann sich die bis dahin traurige Prinzessin kaum halten vor Lachen. Auch der Schusterjunge Klaus gefällt der Prinzessin. Aber wie es nun mal im Märchen so ist, muss unser Held noch ein paar Aufgaben lösen, ehe es zum Happy-End kommt. Denn der König (Tom Hantschel) denkt gar nicht daran, sein Versprechen zu halten und seine Tochter samt halbes Königreich zu verschenken. Erstmal soll Klaus sieben Fässer Wein leeren und anschließend die schwere Goldkiste des Königs ins Schloss tragen. Bloß gut, dass die alte Frau aus dem Wald noch einmal auftaucht und „Klausi Mausis“ Begleiter von ihrem Fluch erlöst. Dafür hat der habgierige König nun die Gans an der Backe bzw. an der Hand. Widerwillig gibt der König seine Zustimmung und Klaus findet in der Prinzessin doch noch eine Abnehmerin für seine Tanzschuhe.

„Die goldene Gans oder was wirklich kleben bleibt“ ist eine Inszenierung von Peter Kube für die Landesbühnen Sachsen nach dem Märchen der Brüder Grimm. Kube hält sich nicht strikt an Grimms literarische Vorgabe, sondern verknüpft das Märchenhafte mit Abstechern in die Gegenwart. So nehmen manche Dialoge Bezug zur heutigen Realität. Und besagter Wein stammt natürlich aus der Meißner Region, wie Trude besserwisserisch feststellt.
Es sind die kleinen Geschehnisse am Rande der Märchengeschichte, die für Lacher sorgen und damit die Inszenierung zu einem generationsübergreifenden Spaß für die ganze Familie machen. Etwa als Trude völlig genervt beklagt: „Jetzt singt er wieder!“, nachdem Klaus eines seiner Lieder anstimmt (Musik von Jörg Kandl). Der Pfarrer dagegen hat den gleichen Sprachfehler wie der Eugen im Stück „Pension Schöller“ und kann kein „L“ aussprechen, was Ausgangspunkt für köstliche Wortschöpfungen ist. Selbst der Hauptmann (Michael Berndt-Cananà) brilliert in seiner kleinen Rolle in einer Mischung aus Dieter Hallervorden und Louis de Funès.

Am Ende kriegen sie sich doch!

„Das gibt es doch gar! Das ist doch alles nur Theater und gespielt!“, wird so mancher denken. Peter Kube ist darauf vorbereitet und lässt seine Märchenfiguren kurz vor der Pause in der Gegenwart ankommen: plötzlich interagiert das Ensemble mit dem Publikum und verlässt für kurze Zeit den historischen Rahmen. Es wäre unhöflich und würde dem nichteingeweihten Zuschauer den Spaß verderben, an dieser Stelle aufzulösen, warum die Märchenfiguren plötzlich zu Zeitgenossen werden, schließlich entspinnt sich daraus ein Running Gag, der sich durch das restliche Programm zieht.

Der Zuschauer hat mit der „Goldenen Gans“ auf jeden Fall seinen Spaß, der allerdings nach der Vorstellung etwas geschmälert wird. Es ist zwar löblich und in vielen Theatern nicht üblich, dass man den Zuschauern (bei diesem Stück vorwiegend Kindern) die Möglichkeit gibt, sich bei einer anschließenden Autogrammstunde ein signiertes Foto der Darsteller zu holen. Nur muss man sich bei den Landesbühnen Sachsen vorher beim Servicepersonal die Fotos holen (Stückpreis 0,50 Euro!!!) und damit an den Tisch zu den Darstellern gehen, um die Fotos signieren zu lassen. Autogramme sollten – im Gegenzug für die Wertschätzung, die man mit einem Autogrammwunsch zum Ausdruck bringt – kostenlos sein!

Vorbereitungen für 125 Jahre „Schwarze Jule“ laufen an

Nachdem in den vergangenen Jahren die Deutsche Rosenschau oder das 750jährige Stadtjubiläum Akzente im Stadtleben setzen, wartet im nächsten Jahr auf die Forster und ihre Besucher das nächste Jubiläum, das gebührend gefeiert werden soll.

Am 8. Mai 1893 wurde der reguläre Betrieb der Forster Stadteisenbahn, im Volksmund „Schwarze Jule“ genannt, aufgenommen. Bis zu ihrer Stilllegung 1965 prägten die Loks sowie die Waggons, die auf Rollböcken durch die Stadt gezogen wurden, das Bild unserer Stadt. Noch heute sorgen die Schienenreste im Stadtgebiet für fragende Blicke bei auswärtigen Besuchern und Durchreisenden.

Grund genug, den 125. Geburtstag der „Schwarzen Jule“ im nächsten Jahr ehrenvoll zu feiern. Aus diesem Anlass hat sich beim Museumsverein eine Arbeitsgruppe gebildet, die die Aktivitäten bündeln und die Feierlichkeiten vorbereiten soll. „Unser Ziel ist es zunächst, alles verfügbare Material über die ‚Jule“ zu recherchieren und aufzuarbeiten, um daraus später die Geschichte der ‚Jule“ komplett zu dokumentieren.“, verrät Uwe Zeihser, der die Leitung der Arbeitsgruppe übernommen hat.
In diversen Archiven wird nach Bild- und Textmaterial über die Forster Stadteisenbahn gesucht, alte Bau- und Streckenpläne sollen die Betriebsführung der Bahn für den interessierten Besucher sichtbar machen. Auch auf Material, dass sich im Besitz von Historikern und Sammlern befindet, soll leihweise zugegriffen werden.

In einer zweiten Etappe der Vorbereitung soll eine Art Zeitstrahl erarbeitet werden, der chronologisch die Entwicklung des Fuhrparks, die Abläufe auf dem Stadtbahnhof sowie die ständige Ausdehnung des Streckennetzes zeigen soll. Fast jede Tuchfabrik im Stadtgebiet war an das Netz der Stadteisenbahn angeschlossen, um mit Kohle beliefert werden zu können oder die fertigen Stoffe ausliefern zu können.

Bereits jetzt gibt es erste Ideen, in welcher Form die vielen Materialien präsentiert werden sollen. „Spannend finden wir die Überlegung, historisches Filmmaterial mit Bildmaterial aus der Gegenwart zu überblenden. So bekommt der Betrachter des Filmes einen faszinierenden Eindruck, wie es wäre, wenn die ‚Jule‘ heute noch durch die Stadt fahren würde!“, schwärmt Uwe Zeihser. Erste Filmsequenzen, wie es aussehen könnte, sorgten bei den Mitgliedern der Arbeitsgruppe für Begeisterung und ungläubiges Staunen.
Allerdings sind bis zur endgültigen Fertigstellung des Films noch viele Details zu klären. Neben Klärung der Urheber- und Nutzungsrechte an dem Material ist es auch erforderlich, die ehemaligen Schienenstränge noch einmal komplett abzufahren und den heutigen Zustand zu filmen.

Auch die Forster können sich in die Vorbereitung der Festlichkeiten anlässlich der „125 Jahre Schwarze Jule“ einbringen. „Wir haben schon viel Material gesammelt, allerdings mangelt es an Bewegtbildern, die die ‚Jule‘ in Aktion zeigen. Hier bauen wir auf die Mithilfe der Forster: vielleicht hat ja jemand mit seiner Schmalfilmkamera Bildmaterial von der ‚Jule‘ aufgezeichnet, dass er uns leihweise zur Verfügung stellen könnte?“, wünscht sich Uwe Zeihser. Auch andere Exponate und Fotos, die sich im Privatbesitz befinden, werden noch gesucht. Wer also beim Aufräumen oder auf seinem Dachboden noch altes Material findet, dass mit der „Schwarzen Jule“ zu tun hat, kann sich gerne im Textilmuseum melden und seine Schätze leihweise zur Verfügung stellen.

Die Arbeitsgruppe trifft sich einmal im Monat und plant die jeweils nächsten Schritte. Eine der dringendsten Aufgaben ist u.a. die Sichtung und Vorauswahl des bereits vorhandenen Materials. Ebenfalls geplant sind Zeitzeugeninterviews sowie die Klärung offener Fragen, die beim Studium der Archivmaterialien aufgetreten sind.

Im Mai 2018 ist ein großes Festwochenende geplant, an dem der 125. Geburtstag der „Schwarzen Jule“ mit vielen Überraschungen zünftig gefeiert werden soll. Dann sollen auch der Öffentlichkeit die Dokumentation und – wenn bis dahin alles geklappt hat – der Film zur Geschichte der Forster Stadteisenbahn präsentiert werden.

Mit den richtigen Ergo-Möbeln entspannter arbeiten

Viele Menschen klagen heutzutage über beruflich bedingte Rückenschmerzen. Durch falsche Sitzhaltung, schlecht angepasste Bürostühle oder langes Stehen und der damit oft verbundenen eintönigen Körperhaltung werden Skelett und Muskulatur stark belastet. Besonders häufig treten diese Beschwerden bei Verkäufer/innen, Frisöre, Erzieher/innen oder an Bildschirmarbeitsplätzen auf.

Abhilfe schaffen können spezielle arbeitsplatzgerechte Möbel, die auf die besonderen Anforderungen des jeweiligen Berufsbildes angepasst sind. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass beim Einsatz von dynamischen Bürodrehstühlen die Rückenmuskulatur gestärkt und zudem Impulse ins Gehirn abgegeben werden, die die Konzentration stärken.

Katrin Habermann hat sich auf den Vertrieb dieser sogenannten Ergo-Möbel spezialisiert. In ihrem Cottbuser Ladengeschäft „ergoretail“ gibt es eine große Auswahl an Bürostühlen, höhenverstellbaren Stehtischen sowie Stehpulten und -hilfen. Auch Zubehör wie ergonomische PC-Mäuse, mausfreie Eingabegeräte, Schwenkarme für Monitore, Tischpulte (Dokumentenhalter) findet sich im Angebot.

Neben dem Verkauf von Ergo-Möbeln bietet Katrin Habermann eine individuelle Beratung an. Dabei können die Möbel entsprechend der Körpermaße oder des Krankheitsbildes angepasst werden. Die Beratung erfolgt zunächst im Geschäft, später erfolgt eine ergonomische Arbeitsplatzberatung direkt vor Ort, für die man etwa 30- 45 Minuten einplanen sollte. Dabei müssen viele Komponenten wie die richtige Einstellung der Stühle und Tische, die Arbeitsplatz-Beleuchtung sowie die Geräte- und Monitoranordnung beachtet werden, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

Geeignet sind Ergo-Möbel für Patienten mit Verletzungen an der Hüfte, im Rückenbereich sowie an den Bandscheiben. Auch für Personen mit Schäden am Sprung- oder Schultergelenk sowie mit RSI-Syndrom gelingt Dank „ergoretail“ die Wiedereingliederung ins Berufsleben nach Operationen und der anschließenden Reha viel leichter. Eine Zusammenarbeit gibt es auch mit Physiotherapien und Reha-Einrichtungen sowie Arbeitsmedizinern. Bei speziellen Krankheitsbildern kann der Kontakt zu spezialisierten Ärzten hergestellt werden.

Viele Unternehmen setzen bereits präventiv darauf, für ihre Mitarbeiter alte Büromöbel gegen moderne, nach ergonomischen Gesichtspunkten konzipierte Möbel auszutauschen. So sind bereits die Stadtverwaltung Cottbus, die Knappschaft, das Arvato-Callcenter sowie mehrere Ingenieurbüros zufriedene „ergoretail“-Kunden. Auch für den Privatbereich hält Katrin Habermann spezielle Stühle bereit, die darüber hinaus mit verschiedenen Textilien individuell gestaltet werden können.

Um dem Kunden ein bestmögliches Angebot zu bieten, arbeitet Katrin Habermann mit mehreren in- und ausländischen Herstellern zusammen. Durch regelmäßige Schulungen seitens der Hersteller verfügt Katrin Habermann über die notwendigen Kenntnisse, um den Kunden bestmöglich und individuell beraten zu können.

Das Angebot von „ergoretail“ wird regelmäßig erweitert. Mit dem Einsatz einer Rücken-Scan-Maus wird es demnächst möglich sein, den Rücken strahlungsfrei zu vermessen, was bei der Auswahl der richtigen Ergo-Möbel an Bedeutung gewinnen wird.

Zu finden ist „ergoretail“ in der Kolkwitzer Straße 43 in 03046 Cottbus. Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Donnerstag von 10:00 Uhr – 18.00 Uhr sowie am Freitag von 10.00 Uhr – 15:00 Uhr. Ausreichend Parkplätze befinden sich in der Nähe.

Ein Totempfahl für Radebeul

Einer der Hingucker beim diesjährigen Karl-May-Fest (26.-28. Mai 2017) in Radebeul war ein 7 Meter hoher indianischer Totempfahl, den der Künstler Ed E. Bryant vom Stamme der Tsimshian gestaltete.

Der Totempfahl auf dem Gelände der Karl-May-Festtage

Wenige Tage zuvor, am 11. Mai, begann Ed E. Bryant mit der Gestaltung des Kunstwerkes. Aus einem „Rohling“, einem tonnenschweren Baumstamm, schnitze er auf dem Gelände des Karl-May-Museums in nur wenigen Tagen einen gigantischen Totempfahl, der anschließend auf dem Festgelände im Veranstaltungszentrum „Kleine Feder“ aufgestellt wurde. Neben dem Bären und dem Adler als heilige Tiere der Indianer zeigt der Totempfahl das Abbild Karl Mays sowie symbolisch Mutter Erde.

Muster des Totempfahls

Ed.E.Bryant

Nach einem alten indianischen Ritual weihte Ed.E.Bryant zuvor den Baumstamm.

Nach dem Fest findet der Totempfahl seinen endgültigen Platz wieder im Garten des Karl-May-Museums.

Packender Motorsport beim 2. Motorsport-Festival Lausitzring

Nach dem großartigen Erfolg im vergangenen Jahr waren sich alle Beteiligte schnell einig: das Motorsport-Festival auf dem Lausitzring soll wiederholt werden.

Am vergangenen Wochenende war es nun soweit: mit dem Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) und dem ADAC GT Masters präsentierten sich Deutschlands populärste Rennserien gemeinsam dem Zuschauern auf der Rennstrecke im Süden Brandenburgs. Im Rahmenprogramm starteten die Nachwuchspiloten der ADAC Formel 4 sowie die Piloten des Porsche Carrera Cups. 70 Teams, 140 Fahrzeuge und 170 Fahrer – Motorsportherz, was willst Du mehr?

Insgesamt verfolgten 67500 Zuschauer 9 spannende Rennen am Samstag bzw. Sonntag. Damit wurden die Zuschauerzahlen des Vorjahres noch einmal leicht überboten. Mit ein Grund für den Zuschauerboom dürften die neuen Regeländerungen in der DTM gewesen sein, die zu Beginn der neuen Saison in Kraft traten. Noch leistungsstärkere Rennautos, Funkverbot zwischen Fahrer und Box sowie die Freigabe der Boxenstopps sorgten schon beim Auftakt auf dem Hockenheimring für spektakulären Motorsport. Und beim Anblick der „Liga der Supersportwagen“, wie das ADAC GT Masters gern bezeichnet wird, bekommen Motorsport-Fans glänzende Augen, schließlich liefern sich hier Traumautos wie Corvette, Lamborghini, Mercedes-Benz, Audi, BMW, Nissan und Porsche heiße Rad-an-Rad-Duelle.

Und es wurde nicht zuviel versprochen. Auch der Lausitzring bot packende Duelle und rasante Action auf der Strecke. Wie ausgeglichen und spannend die DTM in diesen Jahr ist, zeigt sich beim Blick auf die Ergebnisse. Während der bis dato Gesamtführende Lucas Auer (Österreich) am Sonnabend souverän das erste Rennen gewann, schaffte er am Sonntag mit viel Mühe gerade mal Platz 10 und holte nur einen winzigen Punkt. Und Sonntagsieger Jamie Green (GB) starte am Vortag sogar vom letzten Startplatz.

Nichts zu gewinnen gab es an diesem Wochenende für die Formel-4- und GT-Fahrer vom Berliner Team „Mücke Motorsport“. Für Peter Mücke und seine Mannschaft ist das Motorsport-Festival auf dem Lausitzring das Heimrennen.
Am Sonnabend gab es die Plätze 8 und 10 im ADAC-GT-Masters, am Sonntag konnte man sich gar nicht in den TOP TEN platzieren.
Drei Rennen, dreimal in den Punkten. So könnte man die Ergebnisse von Mückes Formel-4-Piloten zusammenfassen. Nach einem neunten Platz von Lirim Zendeli im ersten Rennen holte Sophia Flörsch mit einem 10. Platz im zweiten Rennen sowie Rang 8 im dritten Rennen die Kastanien aus dem Feuer und zeigte dabei, welch großes Talent in ihr steckt. Immerhin ging sie im dritten Lauf von Startplatz 23 ins Rennen.

Sophia Flörsch

Auch abseits der Rennpiste wurden den Zuschauern viel geboten. Beim Pit-View gewährten die drei DTM-Hersteller Mercedes, Audi und BMW den Fans im Fahrerlager einen Blick in eine ihrer Boxen. Nur wenige Meter entfernt konnte man so den Mechanikern über die Schulter schauen.
In den Markenwelten präsentierten alle Hersteller die neuesten Modelle. Auf den Aktionsflächen der Sponsoren der Rennserien gab es Mitmach-Angebote und Gewinnspiele. Zusätzlich gab es an beiden Renntagen Autogrammstunden mit den Fahrern aller vier Serien.

Bleibt nur zu hoffen, daß das 2. Motorsport-Festival nicht das letzte war. Der Vertrag mit der DTM läuft im nächsten Jahr aus, der Streckenbelag ist nach 17 Jahren reif für eine Komplettsanierung. Immerhin gibt es 67500 gute Argumente für eine Fortsetzung in den nächsten Jahren.

Indianischer Künstler Ed. E. Bryant gestaltet Totempfahl

Zur Auftakt-Pressekonferenz der 26. Karl-May-Festtage in Radebeul (26.-28. Mai 2017) hat der indianische Künstler Ed. E. Bryant vom Stamme der Tsimshian (First Nation, Stammesgebiet nordwestlich von Vancouver/Kanada) sein neuestes Projekt vorgestellt. Zusammen mit Teilnehmern eines Workshops im Karl-May-Museum Radebeul wird er bis zum Fest einen 7 Meter hohen Totempfahl gestalten, der zunächst auf dem Festgelände im Lößnitzgrund gezeigt wird und später seinen festen Platz auf dem Museumsgelände erhalten soll.

Der Totempfahl zeigt einen Adler, der von einem Bären gehalten wird. Beide Tiere haben bei den Indianern Nordamerikas eine große Symbolik, verkörpern sie doch Kraft und Entschlossenheit.

Das Modell des Totempfahls

Der verwendete Baum wiegt 1 Tonne, 20 Personen werden benötigt, um den fertigen Totempfahl nach alter indianischer Tradition mit bloßer Manneskraft aufzustellen.

Ed. E. Bryant wird auch an den drei Festtagen vor Ort sein und Lieder und Tänze seines Stammes vorführen. Einen kleinen Vorgeschmack davon gab es ebenfalls für die Medienvertreter und zufällig anwesende Museumsbesucher zu erleben.

Ed.E. Bryant weiht den Baum nach indianischer Tradition

Die Karl-May-Festtage sind eine feste Tradition in Radebeul. Ganz im Sinne Karl Mays, der sich in seinen Geschichten und Erzählungen für Völkerverständigung und eine pazifistische Weltfriedensmission einsetzte, sollen auch die bevorstehenden Festtage zum Austausch verschiedener Kulturen beitragen. Neben den Stammgästen der Oneida Indian Nation geben auch Künstler aus dem Orient, vom Balkan, aus Indien sowie aus Pakistan Einblicke in ihre Bräuche, Tänze und Traditionen.

Umrahmt wird das Fest von einem großen Unterhaltungsprogramm. So treten während der drei Festtage u.a. die Countrysängerin Meg Pfeiffer (D), der kanadische Sänger Logan Staats sowie „The Dead South“ (Kanada) auf. Gerade Letztere sind mit über 10 Millionen Klicks für ihren Hit „In Hell I’ll Be In Good Company“ zu wahren Youtube-Stars geworden und haben weltweit eine große Fangemeinschaft.

Auch traditionelle Programmpunkte wie die Sternreiterparade am Sonntag, der legendäre Bahnüberfall auf den „Santa-Fe-Express“ am Samstag und Sonntag, Vorführungen der Landesbühnen Sachsen in „Tombstone City“ sowie die Filmnächte gibt es wieder. Als einer der Schirmherren wird der Abenteurer Andreas Kieling (bekannt u.a. für seine Tier-Dokumentationen und „Terra X“) anwesend sein und auch eine Autogrammstunde geben.

Der „Hohe Stein“, einer der ursprünglich vorgesehenen Veranstaltungsorte, kann in diesem Jahr nicht genutzt werden, weil sich dort unter Naturschutz stehende Vögel zur Brut zurückgezogen haben. Mit dem „Kleinen Stein“, dem „Schlauen Fuchs“ und der „Kleinen Feder“ wurden jedoch drei neue Veranstaltungszentren gefunden.

Mehr Infos unter www.karl-may-fest.de.

Ein schräges Paar bringt den „Kuckuck“ zum Toben

„Ich weiß gar nicht, ob ich Ihnen die nachfolgenden Künstler zumuten kann!“, sagte Veranstaltungschefin Birgit Hendrischke gleich zu Beginn und erklärte sogleich, daß diese Art von Kleinkunst bisher noch nicht seinen Platz auf der Kabarettbühne des Gasthauses „Zum Kuckuck“ in Groß Jamno gefunden hatte. Nach vielen Anfragen und jahrelangen Bemühungen gelang es ihr schließlich, Deutschlands „schrägstes Ehepaar“ für zwei Abende in die Lausitz zu holen. „Emmi und Willnowsky“ gehören schon lange zu den erfolgreichsten Comedy-Duos in Deutschland und feiern regelmäßig große Erfolge auf den Bühnen der Republik, u.a. im Hamburger „Schmidts Tivoli“ oder bei den Berliner „Wühlmäusen“.

In Groß Jamno traten die beiden Berliner im Rahmen ihrer „Tour 2017“ auf, so auch der Name ihres aktuellen Programms. Das Konzept ist so schlicht wie umwerfend: Emmi, „die kleine fette Lerche“, und „Willnowsky“, „dieser kleine Zarenzipfel“ mit russischem Akzent, sind verheiratet und wünschen sich gegenseitig nichts Besseres als die Pest an den Hals.

Wer für seinen Partner auf der Suche ist nach besonders bösen Schimpfwörtern, die überhaupt nicht böse klingen, findet bei „Emmi & Willnowski“ jede Menge Anregungen. Gegenseitig hauen sich die Beiden sehr zum Amüsement der Zuschauer die Beleidigungen um die Ohren.

In einem „fransösischen Chamson“ besingt sie seinen „Pimmel im Wind“; er revanchiert sich kurze Zeit später mit der Bemerkung, daß jeder das Recht auf Häßlichkeit habe, aber seine Frau missbraucht das. „Wenn Emmi am Friedhof vorbei geht, binden sich die Würmer schon ein Lätzchen um!“. Und wenn Dummheit Radfahren könnte, müsste Willnowsky bergauf bremsen.

Auch das Publikum und das Servicepersonal des „Kuckucks“ werden in die Streitigkeiten einbezogen. Emmi würde ja liebend gerne die Nacht mit Robert, dem Mann vom Service, verbringen. Und Willnowsky flirtet den ganzen Abend mit Zuschauerin Christina aus der 1. Sitzplatz-Reihe.

Es entspinnen sich wahnwitzige Dialoge wie: „Würdest Du mit einer anderen Frau ins Bett gehen, wenn ich tot bin?“ Antwort: „Dafür musst Du doch nicht erst sterben, Liebling…“

Auch musikalisch begeistern „Emmi & Willnowski“. So singt Emmi als Nonne verkleidet drei „Versöhnungslieder“ für ihren Gatten, Marke „Es macht mich glücklich, wenn Du das Haus verlässt, ich wünsch Dir schöne Tage mit Cholera und Pest“. Und weil sich das Publikum kaum noch halten kann vor lachen, setzt Willnowski noch einen drauf. Seine Emmi sei sogar eine „Super-Nonne“. „Das sind Nonnen, wo schon die Mutter und Großmutter Nonnen waren…“.
Es dauert eine Weile, bis der Witz bei allen Zuschauern angekommen ist. Immer wieder spielen „Emmi & Willnowski“ mit den Worten. Bei „Rotkäppchen und das Kaninchen“ tobt sich Emmi auf der Bühne richtig aus. Auch Willnowskys Interpretation von Robert Schumanns „Träumerei“ endet alles andere als romantisch, sondern wieder mal in gegenseitigen Beschimpfungen.

Zum Abschluß des Programms meint Willnowsky, es wäre nur fair, wenn die Gage des Abends einem guten Zweck in der Dritten Welt zugeführt würde. Er werde deshalb nächste Woche mit dem „gespendeten Geld einen Puff in Nairobi besuchen!“.

Birgit Hendrischke ist erleichtert und froh, daß ihr verwöhntes Kabarett-Publikum die „Zumutung“ angenommen hat. Mit tosendem Applaus werden „Emmi & Willnowsky“ nach mehreren Zugaben von den Besuchern verabschiedet. Und Birgit Hendrischke bekommt vielfach den Wunsch geäußert, dieses sehr erheiternde Paar recht bald wieder in den „Kuckuck“ einzuladen.

Fetzige Rhythmen beim 10. Hoffest der Cottbuser Musikspatzen

Rhythmische Sambaklänge und Schlagermedleys waren am vergangenen Samstag aus der Turnhalle der Carl-Blechen-Grundschule zu hören und lockten den einen oder anderen neugierigen Besucher an.
Die „Cottbuser Musikspatzen“ feierten ihr traditionelles Hoffest. Auf Grund der unbeständigen Witterung verlegte man die Veranstaltung kurzerhand vom Schulhof in die kleine Turnhalle. Hier warteten schon Eltern, Großeltern, Freunde und Bekannte der Musikspatzen sowie Mitglieder des Fördervereins gespannt auf das, was da kommen sollte.
Von den 28 aktiven Musikern sind fast alle anwesend, einige der älteren Musiker sind sogar extra aus Hamburg, Düsseldorf oder Berlin angereist, um bei diesem Fest dabei zu sein.

„Das jährliche Hoffest ist unsere Saisoneröffnung. Hier präsentieren wir erstmals der Öffentlichkeit, welche Titel und Choreografien wir im Winter und im Trainingslager einstudiert haben“, verrät Gloria Scholz, Präsidentin der Musikspatzen.

Mit der „Märkischen Heide“ marschieren die die Musiker in die gut gefüllte Halle ein und präsentieren anschließend in drei etwa 15minütigen Blöcken Ausschnitte aus ihrem Repertoire. Egal ob bei „Miss Marple“, einem Roland-Kaiser-Medley oder den Hits von ABBA – die Zuschauer wippen mit den Füssen mit und sparen auch nicht mit Applaus.

Trotz der Enge der Spielfläche gelingt es den Musikspatzen, durch wechselnde Tanzschritte die Einmarschformation aufzulösen und immer wieder neue Aufstellungen einzunehmen.

Für die 13jährige Marie ist es ein besonderer Tag. Sie darf zum ersten Mal den Stab führen, was bedeutet, daß alle Trommler und Flötenspieler auf ihr Kommando hören und sie ihnen den Takt vorgibt.
Marie gehört auch zu den „Jungspatzen“, die von Gloria Scholz für die häufigsten Einsätze bei öffentlichen Veranstaltungen in der abgelaufenen Saison geehrt werden.

In den Pausen stärken sich Besucher und Musiker mit selbstgebackenem Kuchen vom großen Kuchenbasar. Besonderer Hingucker sind dabei die beiden großen Torten, die auf das große Jubiläum der Cottbuser Musikspatzen hinweisen: in diesem Jahr feiert das Ensemble, welches aus dem Städtischen Spielmannszug Cottbus hervorgegangen ist, sein 35jähriges Bestehen.
Mit einem großen Konzert im Rahmen des Cottbuser Stadtfestes im Juni soll das Jubiläum gefeiert werden. Darüber hinaus warten auch Auftritte beim Turmfest in Luckenwalde, beim Heimat- und Trachtenfest in Burg/Spreewald oder beim Schlossfest in Königs Wusterhausen auf die Musikspatzen.

„Wer hat an der Uhr gedreht?“, fragte einst Paulchen Panther. Und diese Frage stellten sich auch die Zuschauer, als sich nach gut 2 Stunden das Hoffest dem Ende neigte und die Cottbuser Musikspatzen mit eben diesem Lied fröhlich gelaunt und unter tosendem Beifall wieder aus der Halle marschierten.