Härtetest für Mensch und Material auf dem Lausitzring

2015-06-14 DM Rallyecross auf dem Lausitzring 0017Eine Premiere erlebte bei heißen Temperaturen der Lausitzring am vergangenen Wochenende: zum ersten Mal fand hier ein Meisterschaftslauf für die Deutsche Rallycross Meisterschaft (DRX) statt. Auch der polnische Rallycross Cup absolvierte zeitgleich seinen dritten Meisterschaftslauf auf der Niederlausitzer Piste. Gemeldet hatten über 70 Starter aus 6 Nationen.

Rallycross ist eine Mischung aus Rallye- und Tourenwagenrennsport. Diese neue Motorsportdisziplin exisitert noch nicht lange und erfreut sich international zunehmender Beliebtheit.
Gefahren wird sowohl auf Asphaltabschnitten als auch auf extra geschotterten Streckenabschnitten. Die Startgruppen sind mit maximal 8 Fahrzeiugen klein und die Renndistanz beträgt 5-7 Runden. Pro Lauf muß jeder Fahrer einmal den „Joker“ ziehen, was gleichbedeutend mit einer kleinen Schleife auf dem Parcours (ähnlich der Strafrunde im Biathlon) ist. Wer richtig pokert und den Joker zum richtigen Zeitpunkt zieht, kann sich im Rennen einen Vorteil verschaffen und Plätze gutmachen.
Die Fahrzeuge sind reinrassige Rallyefahrzeuge, deren Beschleunigungspotential z.T. über dem der Formel 1 liegt.

Für die Rennen auf dem Lausitzring wurde im Turn 1 ausgangs der Start- und Zielgeraden ein etwa 950 Meter langer Rundkurs mit zwei Schotterpisten angelegt. Zusätzlich wurde eine kleine Sprungkuppe eingebaut, über die die bis zu 600 PS-starken Autos flogen.
Besonders nach dem Start eines Laufes, wenn sich das Feld noch nicht richtig einsortiert hat, wurde der erste Schotterabschnitt zum Zünglein an der Waage. Manch einer verlor hier auch schon Teile seiner Karosserie und mußte anschließend sein Fahrzeug mit Defekt abstellen.

Die 15 zum Teil rechtwinkligen Kurven waren der Garant für packende Duelle und spektakuläre Szenen. Einige Fahrer loteten dabei den Grenzbereich ihres Fahrzeugs voll aus und schienen die Gesetze der Physik ignorieren zu wollen, als sie plötzlich mit angekipptem Wagen auf nur noch zwei Rädern unterwegs waren. Auch Überschläge gab es zu vermelden, glücklicherweise blieb es bei Blechschäden..

Während in den Qualifikationsläufen die Starterfelder ziemlich klein waren und zeitweise nur noch 3 Fahrzeuge auf der Strecke zu sehen waren, änderte sich das in den Finalläufen. 8 Fahrzeuge auf dem engen Kurs versprechen viel mehr Action und spannende Zweikämpfe!

Den Organisatoren von der Privaten Rennsportgemeinschaft Spandau (PRS) kann man zur Entscheidung, mit den Läufen zur Deutschen Rallycross Meisterschaft auf den Lausitzringr zu ziehen, nur gratulieren. Die Zuschauer waren hautnah dran und konnten auf der Tribüne in Turn 1 die gesamte Rennstrecke einsehen. Auch die Aktiven fanden beste Bedingungen vor.
Größere Pannen gab es bei der Premiere nicht, obwohl der Veranstalter immer wieder versicherte, daß sich alles erst einspielen muß auf diesem neuen Parcours. So mußten mehrmals die Schotterstrecken nachbearbeitet werden, weil sich durch die Beanspruchung durch die Rennfahrzeuge gefährliche Rillen bildeten. Im nächsten Jahr soll sich die Piste aber gefestigt haben.
Und als durch die Trockenheit die Strecke zu staubig wurde, sprang kurzerhand die Feuerwehr und wässerte die Strecke.

Nicht ganz zufirieden dürften die Veranstalter allerdings mit der Zuschauerresonanz sein. Etwa 1000 Zuschauer wurden nach Veranstalterangaben an diesem Rennwochenende gezählt. Besonders die polnischen Fahrer konnten sich aber auf viele Fans aus dem Nachbarland verlassen, die für ein wenig Stimmung entlang der Strecke sorgten.

Die Zuschauer, die da waren, erlebten eine gelungene Premiere und interessanten Motorsport. Gut möglich, daß zukünftig Rallycross fester Bestandteil des Terminkalenders auf dem Lausitzring wird.

(C) für alle Fotos: Thori, 2015

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