„Peinlich war es nie“

Talk-Shows – besonders im Fernsehen – haben den Makel, daß immer die gleichen Gesichter die gleichen Sätze sagen. Beim „Talk im Pavillon“ im Forster Pavillon „Genuß und Kunst“ ist das anders.

Begonnen hat die Erfolgsgeschichte der Veranstaltungsreihe im September 2016 mit der ersten Ausgabe. Der Moderator Lutz Hoff, der von 1984-1997 mit „Schätzen Sie mal“ die bis dahin am längsten laufende Quizsendung im Fernsehen moderierte, trat bereits 2015 mit seinen Solo-Kabarettprogrammen im Pavillon auf. Inhaberin Diana Sonntag war damals auf der Suche nach einer Idee für eine regelmäßige Veranstaltungsreihe. Man setzte sich zusammen und überlegte ein Konzept. „Wiederholbar sind Sachen, die sich einprägen!“, sagt Lutz Hoff. Er hatte bereits erfolgreich ähnliche Talkrunden in Berliner Lokalitäten gemacht. Das Geheimrezept ist schnell erklärt: ein ständiger Gastgeber und zu jeder Veranstaltung neue prominente Gäste. Dazu die Art und Weise, wie Lutz Hoff die Veranstaltung präsentiert. Nach einer kurzen humorvollen Eröffnung werden dem Gast kleine und und große „Geheimnisse“ entlockt.
Da sich zum damaligen Zeitpunkt Diana Sonntag mehr um ihr Neugeborenes kümmern wollte und auch das normale Tagesgeschäft im Lokal weitergehen mußte, bot Lutz Hoff an, die neue Veranstaltungsreihe auf die Beine zu stellen.

Erster Gast war der Sänger Hans-Jürgen Beyer, der für den damals angefragten, jedoch erkrankten Heinz-Florian Oertel kurzfristig einsprang. Inzwischen durften die Besucher des „Talk im Pavillon“ mehr als 37 Prominente, meist Sänger oder Schauspieler, von ihrer ganz privaten Seite kennenlernen. „Das Schöne ist, daß die Enge der Räumlichkeit etwas Familiäres hat und Künstler und Zuschauer sehr dicht beieinander sitzen. Die Besucher sehen, wie der Talk-Gast auf meine Fragen reagiert. Er kann sich nicht verstellen. Und wenn doch, merkt das auch der Zuschauer.“, so Lutz Hoff. Der kürzlich verstorbene Schauspieler Wolfgang Winkler erwies seinem Freund Jaecki Schwarz einen Freundschaftsdienst und sprang als Talk-Gast ein, als dieser mal erkrankte. „Wolfgang Winkler hat noch nie soviel Privates über seine Enkelkinder erzählt wie an diesem Tag hier im Pavillon:“, schwärmt Lutz Hoff über die besondere Atmosphäre im Pavillon während der Interviews.

Lutz Hoff, Diana Sonntag, Wolfgang Winkler

Die Auswahl, wer eingeladen wird, trifft Lutz Hoff. „Ich frage nur Leute an, wo ich denke, die passen in die Lausitz, die passen zum Publikum und die passen zu mir.“ Viele der Künstler kennt er seit 30 Jahren, hat oft mit ihnen zusammengearbeitet. Auch müssten die angefragten Künstler gewillt sein, sich ausfragen zu lassen. Schlechte Erfahrungen mit anderen Veranstaltern oder Kollegen bedeuten für Lutz Hoff, viel Überredungskunst zu leisten. Von einigen Künstlern wisse er jedoch auch, daß diese aus Imagegründen nicht kommen würden, um ihren derzeitigen Marktwert nicht zu gefährden.

Die, die bisher da waren, waren meist auch voll des Lobes – auch wenn sie keine eigene Garderobe gestellt bekamen und sich im kleinen Büro von Diana Sonntag umziehen mußten. Die Rundum-Betreuung durch das Team von Diana Sonntag bleibt den Gästen ebenso in Erinnerung. „Wenn die Gäste bei Doppelveranstaltungen in Forst übernachtet hatten, sind wir am nächsten Morgen schon mal mit ihnen nach Bad Muskau oder in den Tagebau Nochten gefahren.“, erzählt Diana Sonntag. Goiko Mitic erkundete das Forster Stadtzentrum, andere erhielten eine Privatführung durch den Rosengarten. Zur Not springt auch mal Diana Sonntags Vater Hans-Rainer Engwicht ein und holt die Hoffs mit dem Auto in Vetschau ab, weil der Zug durch Sturmschäden auf den Schienen zum Stehen gekommen ist.

Diana Sonntag vertraut Lutz Hoff bei der Wahl seiner Gäste, auch wenn sie einige der Namen der Gäste nur vom Hörensagen kennt Meist frage sie im Familienkreis erstmal bei der Oma nach, wie bekannt dieser oder jener Künstler denn überhaupt sei. Zu wissen, was der eingeladene Gast macht, sei wichtig, um beim Kartenverkauf Auskunft über den Künstler geben zu können.

Aus dem „Talk im Pavillon“ entwickelte sich inzwischen mit dem „Sportlerfrühshoppen“ eine neue Veranstaltungsreihe. Für beide Formate gibt es schon Zusagen für neue interessante, intime und humorvolle Interviews.

Und bei einer Aussage stimmen Diana Sonntag und Lutz Hoff ohne zu Überlegen sofort überein: „Peinlich war es bisher nie!“
Noch so ein Grund für den Erfolg des „Talks im Pavillon“!

Über Thori 180 Artikel
Blauäugiger freiberuflicher Dichter und Denker, Jahrgang 67, Kreativling, Kulturschaffender, Fotograf, Filmperlentaucher und Pfützenländer

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