Vom Mathe-Lehrer zum Schlagerstar

In der Reihe „Talk im Pavillon“ begrüßte Moderator Lutz Hoff mit Frohnatur und Multi-Talent Beppo Küster wieder einmal einen Künstler mit Lausitzer Wurzeln. Vor fast 70 Jahren in Flensburg geboren, zog Beppo Küster später mit seinen Eltern nach Cottbus, weil sein Vater als Konzertgeiger am heutigen Staatstheater engagiert wurde. Zwischen 1972 und 1975 war Beppo Küster in Cottbus als Mathematik-Lehrer beschäftigt, ehe es ihn auf die Show-Bühnen der kleinen DDR zog. Als Musik-Clown verdiente er sich seine ersten Sporen. Anfang der 80er Jahre kam der musikalische Durchbruch mit Hits wie „Absolute Stille“, „Pop-Gymnastik“ oder „Super-Fotograf“. Sogar den „Kessel Buntes“ durfte er moderieren. Mit Otto Waalkes telefonierte er bei seinem ersten Besuch im Westen, mit Harald Junke stand er gemeinsam auf der Bühne. Beppo Küster war bekannt und beliebt beim Publikum. „Die Liebe zwischen Künstler und Publikum ist das Geheimnis!“, ist seine Antwort auf die Frage, was gute von nicht so guten Künstlern unterscheide.

Auch nach der Wende, als bei vielen Ost-Künstlern die Auftritte wegfielen, war Beppo Küster gut im Geschäft. Beim Berliner Lokalsender TV-Berlin kreierte er in seiner Kochsendung „Suppenkunst“, gründete eine Firma, die für Firmen Imagefilme herstellte, und kümmerte sich um schwerkranke Menschen.
Aktuell engagiert sich Beppo Küster in der Angstprävention und versucht mit seinen Mitteln, Patienten bei der Bewältigung von inneren Ängsten zu helfen. Auch zu aktuellen gesellschaftlichen Themen bezieht der Künstler, der mittlerweile in Grünheide („Wir sind Tesla-Stadt…“) wohnt, klare Stellung und erntet dafür ehrlichen Applaus des Publikums. Auch wenn er nicht mehr auf der Bühne steht – zur Ruhe setzt sich Beppo Küster noch lange nicht. Genau wie seine Kollegen Herbert Köfer oder Wolfgang Stumph, die ihm bestätigten, daß sie zu Grunde gingen, wenn sie nicht mehr auf die Bühne könnten. Das Verlangen nach Aktivität ist auch bei Beppo Küster immer noch vorhanden. Seine Botschaft an das Forster Publikum lautete auch deshalb: „Egal, wie Sch…. etwas ist – Hauptsache man hat Freude!“

Und daß Beppo Küster noch immer nichts verlernt hat, bewies er bei seiner Zugabe, als er auf einer gefüllten Wasserflasche Beethovens „Ode an die Freude“ intonierte.

Über Thori 172 Artikel
Blauäugiger freiberuflicher Dichter und Denker, Jahrgang 67, Kreativling, Kulturschaffender, Fotograf, Filmperlentaucher und Pfützenländer

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