Der „graue Wolf“ hat’s noch drauf

Schauspieler und Sänger Giso Weißbach eröffnetet die neue Herbst-Winter-Saison der beliebten Veranstaltungsreihe „Talk im Pavillon“ im Pavillon „Genuss und Kunst“. Moderator Lutz Hoff entlockte dem sympathischen Entertainer das eine oder andere kleine Geheimnis – sehr zur Freude der überwiegend weiblichen Gäste im Pavillon. Schließlich galt Giso Weißbach schon zu DDR-Zeiten mit seiner vollen schwarzem Haarpracht, der markanten Stimme und seinem galanten Auftreten als Charmeur und Frauenschwarm,

„Sind sind auch ganz schön hell geworden!“, begrüßte ihn eine Zuschauerin und spielte dabei auf die nicht mehr ganz so dunklen Haare des Gastes an. Doch an Charme und Stimme hat Giso Weißbach nichts eingebüßt in den vielen Jahren seiner überaus erfolgreichen Karriere. Im erzgebirgischen Schlößchen geboren, hatte er mit 17 Jahren seinen ersten Auftritt in Geyer bei den Greifensteiner Festspielen in der „Stülpner Legende“. Von der Laienspielgruppe des Motorradwerkes Zschopau, wo er seine Ausbildung machte, wurde er an die Staatliche Schauspielschule Berlin empfohlen. Keine Geringere als die große Ursula Karrusseit, die damals in der Aufnahmekommission saß, überbrachte ihm die Nachricht, dass er bestanden hat. Von da an ging es steil bergauf. Engagements an den Theatern in Parchim, Neustrelitz und Weimar folgte die erste kleine Filmrolle im Film „He Du“ in der Regie von Rolf Römer. Mit „Das Licht der schwarzen Kerze“, einer Agentenserie, kam der Durchbruch. Weißbach spielte fortan Bösewichte, Abenteurer oder Liebhaber, war sich auch nicht für Serienrollen wie in „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ zu schade.

2017 inszenierte er in Luzern „Winnetou 2“ und betätigte sich da öfters auch als Baumeister. Denn das Freiluft-Spektakel fand in einer zum Theater umgebauten riesigen Baugrube statt. Vieles musste improvisiert werden, es gab weder vernünftigen hellen Sand noch einen richtigen Theatergraben. Weißbach machte es möglich, dass die Bauleute Sand binnen kurzer Zeit vom Rheinfall Schaffhausen weißen Sand heran holten und auch einen Theatergraben aushuben.

Zu Forst hat Giso Weißbach übrigens eine ganz besondere Bindung: „Als junger Soldat war ich auf dem Flugplatz Jänschwalde stationiert. Bei einem Ausgang lernte ich ein Mädchen kennen, welches aus Forst stammte. So fuhr ich in der Folgezeit mehrmals zu ihr nach Forst.“, erinnerte er sich. Auch zu den Rosengartenfesten war er mehrmals als Künstler zu Gast.

Obwohl Giso Weißbach im nächsten Jahr seinen 80. Geburtstag feiert, denkt er noch nicht ans Aufhören. Mit den ebenfalls dann „alten Herren“ Gojko Mitic und Michael Hansen will Weißbach ein neues Projekt in Angriff nehmen.

Doch es wurde an diesem Montag im nicht ganz ausverkauften Pavillon nicht nur aus dem Nähkästchen geplaudert, sondern auch gesungen. Als Reminiszenz an Johannes Heesters, den er mal bei einer Fernsehshow kennenlernten durfte, schnappte Giso Weißbach sich Zylinder und weißen Schal und sang ein Lied des großen Künstlers. Harald Junkes „Der alte Wolf wird langsam grau“ könnte er auch auf sich beziehen. Und Diana Sonntag, der Chefin des Pavillons, widmete er das Lied „Das gibt es nur bei Mutti“, in dem es um die gute Seele des Hauses und der Familie geht.

Zum nächsten Pavillon-Gespräch am 30. September empfängt Lutz Hoff den Schauspieler Andreas Schmidt-Schaller.

Über Thori 163 Artikel
Blauäugiger freiberuflicher Dichter und Denker, Jahrgang 67, Kreativling, Kulturschaffender, Fotograf, Filmperlentaucher und Pfützenländer

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