Schlagerstar begeistert seine Fans

So voll war der Pavillon „Genuß & Kunst“ schon lange nicht mehr! Zum 29. „Talk im Pavillon“ hatte sich Moderator Lutz Hoff mit Andreas Holm einen der bekanntesten und erfolgreichsten Sänger Ostdeutschlands eingeladen. „Was soll’n wir denn in Hollywood?“ fragte der Interpret bei der Begrüßung des Publikums und hatte sofort die vielen, überwiegend weiblichen Zuhörer auf seiner Seite.

Daß Hans Joachim Hirschler, so der bürgerliche Name des heute 76jährigen Unterhaltungskünstlers, überhaupt Sänger wurde, war eher zufällig. „Ich wollte als Kind Boxer werden.“, berichtete er von seinen musikalischen Anfängen. Mit 14 begann Andreas Holm eine Lehre als Frisör im Geschäft seines Vaters. Ein Kunde seines Vaters besorgte dem kleinen Hans Joachim einen Platz im Kinderchor der Staatsoper.

Mit 16 Jahren sollte er für ein Mädchen, daß er während der Lehre kennengelernt hatte, auf einer Feier ein Lied zur Gitarre spielen. Aus dem Lied wurde mehr, mit dem damaligen Lehrling namens Birgit ist Andreas Holm seit 55 Jahren verheiratet.

1963/64 begann seine künstlerische Karriere Fahrt aufzunehmen. Im Manfred Lindenberg Quintett war er der Sänger engagiert, es folgte bald danach seine erste Rundfunkproduktion als Solokünstler. „Mein Herz ist ein Kompass der Liebe“ hieß der Titel, es folgten der „Bikini-Shake“ und zahlreiche weitere Titel. 31 Singles und 5 Langspielplatten wurden im Laufe der Zeit veröffentlicht.

Schon frühzeitig lernte Andreas Holm seinen Kollegen Thomas Lück kennen und schätzen. Die beiden Freunde gingen fortan gemeinsam auf Tourneen. „Wir haben jeden Kultursaal im Osten bespielt!“, stellte Andreas Holm belustigt fest. Auch international war er erfolgreich und gewann die „Goldene Lyra“ beim Gesangswettbewerb in Bratislava mit seinem größten Hit „Sieben mal Morgenrot..“. In einer kleinen Anekdote erzählte Andreas Holm, daß er mit diesem Titel auch den Hit-Komponisten Arndt Bause so richtig sauer machte, obwohl der Titel von Bause geschrieben wurde. Denn zeitgleich lief der von Holm geschriebene Titel „Ein Mädchen wie Du“ in den Hitparaden und war etwas erfolgreicher als der Bause-Titel.

Nach der Wende und dem Aus der bezirkseigenen Konzert-und Gastspieldirektionen („Es war plötzlich nirgends mehr ein Ansprechpartner für uns Künstler da.“), überlegte er, wie es weitergehen sollte. Mit seiner Frau eröffnete er einen Imbiß („Wir wurden zweimal überfallen und ausgeraubt.“). Doch die Sehnsucht nach der Bühne war stärker und so zogen Holm und Lück wieder gemeinsam durch die ostdeutschen Lande. Die Texte wurden nun lustiger, es entstanden Duette und beide nahmen sich auf der Bühne selber nicht mehr so ernst, hatten dafür zusammen mit ihrem Publikum viel Spaß.
Diesen Spaß vermittelte Andreas Holm auch dem Forster Publikum. Bei der anschließenden Autogrammstunde fand er für jeden seiner Fans ein freundliches Wort, machte Scherze und unterschrieb geduldig Autogramme, mitgebrachte Poster oder Platten und ließ sich bereitwillig mit den Zuschauern fotografieren.

Eine Zuschauerin brachte es auf den Punkt, als sie zu Andreas Holm sagte: „So locker und entspannt wie heute kenne ich Sie gar nicht!“.

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