Bunte Farbtupfer auf dem Mühlgraben

Noch ist die Natur nicht vollständig erwacht, trotzdem sorgten schon viele bunte Farbkleckse auf dem Mühlgraben am Sonntagnachmittag bei den Schaulustigen entlang des Wassers für strahlende Augen. Die Forster Kanuten trafen sich bei bestem Frühlingswetter und Temperaturen um die 20° C zum traditionellen Anpaddeln. Gelbe, rote, weiße oder grüne Boote durchbrachen das immer noch vorherrschende Grau in der Natur.

„Für uns ist das die förmliche Saisoneröffnung, auch wenn wir vorher schon mal am Neujahrstag oder Karfreitag mit den Booten unterwegs waren“, sagt Dr. Herbert Schulze, Vereinsvorsitzender vom Wassersport Forst e.V. Im nächsten Jahr feiert der Verein sein 100jähriges Gründungsjubiläum. Damit ist er nach eigenem Bekunden der älteste Kanuverein Brandenburgs. Und solange wie es den Verein schon gibt, gehört auch das Anpaddeln im Frühjahr zur Tradition.

In früheren Zeiten gab es 7 Kanuvereine in und um Forst, übrig geblieben sind neben dem Wassersport Forst nur die SG Turbine Forst sowie die Interessengemeinschaft Mühlgraben-Kanuten.

Los ging es kurz nach 14 Uhr am Bootshaus in der C.A.-Groeschke-Str. Von hier starteten die ersten 8 Boote, alle vom Wassersportverein. Darunter waren nicht nur Einheimische, sondern auch Gäste aus Cottbus, Hamburg oder Lübeck. Es sind Vereinsmitglieder, die aus beruflichen oder familiären Gründen aus Forst weggezogen sind, sich dennoch dem Verein verbunden fühlen und extra zu solchen besonderen Anlässen anreisen.

Mit im Boot saß die vierjährige Mia, die sich von ihrem Opa durch die Gegend paddeln ließ. Schon mehrmals war sie bei solchen Bootstouren dabei.

Gegen 14:30 Uhr kam es am Turbine-Bootshaus im Kinder- und Jugenddorf zum Zusammentreffen mit den anderen Kanuten. Egal ob im Einer, Zweier oder Vierer – gemeinsam machte man sich nun auf den Weg stromaufwärts Richtung Wehrinsel und weiter auf der Neiße bis zu den Überresten der Fundamente des ehemaligen Bootshauses Forst-Koyne, die noch an Ufer zu erkennen sind.

Auf der Mühlgrabenbrücke in der Wehrinselstraßen versammelten sich derweil ein paar Schaulustige, die die rund 20 Boote schon sehnsüchtig erwarteten. Man kennt und grüßt sich, macht witzige Bemerkungen oder feuert die Kanuten an.

Für Mia ist der ganze Trubel um sie herum inzwischen zu groß geworden. Sie schlummert mittlerweile im Boot und lässt sich auch von den Paddelschlägen ihres Opas nicht in ihrem Schlaf stören.

Nach der Wende geht es stromabwärts wieder zurück zu den jeweiligen Boothäusern. Zwar lässt jeder Verein für sich den Tag ausklingen, der Ablauf dürfte jedoch bei allen drei Vereinen der gleiche sein: fleißige Helferinnen haben inzwischen Kaffee gekocht und die Tische eingedeckt. Bei selbstgebackenem Kuchen, später bei Gegrilltem, sitzt man noch ein wenig zusammen und lässt den Tag Revue passieren und blickt auf die kommende Saison voraus.

Auch Mia wird dann sicherlich wieder wach sein. Was sie an diesem Sonntag verpasst hat, kann sie ja im Herbst nachholen. Da trifft man sich erneut, dann zum Abpaddeln. Doch das hat eine andere Tradition…

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