Die goldene Gans oder was wirklich kleben bleibt

Der Schusterjunge Klaus (Felix Lydike), der von seinen Brüder Kunz Johannes Krobbach) und Franz (Grian Duesberg) nur „Dummling“ genannt wird, hat einen Traum: seine von ihm hergestellten goldenen Tanzschuhe sollen dem schönsten Mädchen im Lande gefallen, damit er ihr Herz erobern kann. Seine beiden faulen Brüder können darüber nur lachen. Kunz ist eitel und hat die Haare schön, Franz hat meistens nur immer Pech.

Die drei Schusterjungen Kunz, Franz und Klaus (Johannes Krobbach, Grian Duesberg, Felix Lydike)

Nun will es der Zufall, dass der König seinen Hauptmann losschickt, um dem Volke zu verkünden, dass derjenige, der die traurige Prinzessin (Cordula Hanns) zum Lachen bringt, das halbe Königreich und die ganze Prinzessin bekommen soll. Kunz und Franz machen sich umgehend auf den Weg ins Schloss Klaus dagegen soll erst noch Holz besorgen.

Die traurige Prinzessin (Cordula Hanns)

Im Wald trifft Klaus eine alte Frau (Anke Teickner), mit der er – freundlich wie er ist – seine Wegzehrung teilt. Zum Danke für seine Gutmütigkeit soll Klaus belohnt werden. Unter einem mächtigen Baum findet er eine Gans aus Gold. Was Klaus nicht weiß – die Gans hat magische Anziehungskräfte. Das bekommen zunächst die Schwestern Käthe (Julia Vincze) und Trude (Sandra Maria Huimann) zu spüren, die beim Versuch, die Gans zu streicheln, an ihr kleben bleiben. Fortan sind sie gezwungen, dem Klaus mit seiner goldenen Gans hinterher zu trotten.
Auf ihrem Weg ins Schloss begegnen die Drei dem Pfarrer (Thomas Förster), der Klaus den Vorschlag unterbreitet, mit der goldenen Gans die säumige Kirchensteuer der drei Schusterjungen zu bezahlen. Aber auf die „irdische Zwangsabgabe für himmlische Mächte“, wie Klaus es bezeichnet, muss der Pfarrer wohl vorerst verzichten. Denn schließlich erwischt es auch den Pfarrer, dass er an Klaus‘ Begleiterinnen kleben bleibt.

Käthe bleibt an der Gans kleben (Julia Vincze, Felix Lydike)

Als nun dieser bunte Haufen schließlich das Schloss erreicht, kann sich die bis dahin traurige Prinzessin kaum halten vor Lachen. Auch der Schusterjunge Klaus gefällt der Prinzessin. Aber wie es nun mal im Märchen so ist, muss unser Held noch ein paar Aufgaben lösen, ehe es zum Happy-End kommt. Denn der König (Tom Hantschel) denkt gar nicht daran, sein Versprechen zu halten und seine Tochter samt halbes Königreich zu verschenken. Erstmal soll Klaus sieben Fässer Wein leeren und anschließend die schwere Goldkiste des Königs ins Schloss tragen. Bloß gut, dass die alte Frau aus dem Wald noch einmal auftaucht und „Klausi Mausis“ Begleiter von ihrem Fluch erlöst. Dafür hat der habgierige König nun die Gans an der Backe bzw. an der Hand. Widerwillig gibt der König seine Zustimmung und Klaus findet in der Prinzessin doch noch eine Abnehmerin für seine Tanzschuhe.

„Die goldene Gans oder was wirklich kleben bleibt“ ist eine Inszenierung von Peter Kube für die Landesbühnen Sachsen nach dem Märchen der Brüder Grimm. Kube hält sich nicht strikt an Grimms literarische Vorgabe, sondern verknüpft das Märchenhafte mit Abstechern in die Gegenwart. So nehmen manche Dialoge Bezug zur heutigen Realität. Und besagter Wein stammt natürlich aus der Meißner Region, wie Trude besserwisserisch feststellt.
Es sind die kleinen Geschehnisse am Rande der Märchengeschichte, die für Lacher sorgen und damit die Inszenierung zu einem generationsübergreifenden Spaß für die ganze Familie machen. Etwa als Trude völlig genervt beklagt: „Jetzt singt er wieder!“, nachdem Klaus eines seiner Lieder anstimmt (Musik von Jörg Kandl). Der Pfarrer dagegen hat den gleichen Sprachfehler wie der Eugen im Stück „Pension Schöller“ und kann kein „L“ aussprechen, was Ausgangspunkt für köstliche Wortschöpfungen ist. Selbst der Hauptmann (Michael Berndt-Cananà) brilliert in seiner kleinen Rolle in einer Mischung aus Dieter Hallervorden und Louis de Funès.

Am Ende kriegen sie sich doch!

„Das gibt es doch gar! Das ist doch alles nur Theater und gespielt!“, wird so mancher denken. Peter Kube ist darauf vorbereitet und lässt seine Märchenfiguren kurz vor der Pause in der Gegenwart ankommen: plötzlich interagiert das Ensemble mit dem Publikum und verlässt für kurze Zeit den historischen Rahmen. Es wäre unhöflich und würde dem nichteingeweihten Zuschauer den Spaß verderben, an dieser Stelle aufzulösen, warum die Märchenfiguren plötzlich zu Zeitgenossen werden, schließlich entspinnt sich daraus ein Running Gag, der sich durch das restliche Programm zieht.

Der Zuschauer hat mit der „Goldenen Gans“ auf jeden Fall seinen Spaß, der allerdings nach der Vorstellung etwas geschmälert wird. Es ist zwar löblich und in vielen Theatern nicht üblich, dass man den Zuschauern (bei diesem Stück vorwiegend Kindern) die Möglichkeit gibt, sich bei einer anschließenden Autogrammstunde ein signiertes Foto der Darsteller zu holen. Nur muss man sich bei den Landesbühnen Sachsen vorher beim Servicepersonal die Fotos holen (Stückpreis 0,50 Euro!!!) und damit an den Tisch zu den Darstellern gehen, um die Fotos signieren zu lassen. Autogramme sollten – im Gegenzug für die Wertschätzung, die man mit einem Autogrammwunsch zum Ausdruck bringt – kostenlos sein!

Vorbereitungen für 125 Jahre „Schwarze Jule“ laufen an

Nachdem in den vergangenen Jahren die Deutsche Rosenschau oder das 750jährige Stadtjubiläum Akzente im Stadtleben setzen, wartet im nächsten Jahr auf die Forster und ihre Besucher das nächste Jubiläum, das gebührend gefeiert werden soll.

Am 8. Mai 1893 wurde der reguläre Betrieb der Forster Stadteisenbahn, im Volksmund „Schwarze Jule“ genannt, aufgenommen. Bis zu ihrer Stilllegung 1965 prägten die Loks sowie die Waggons, die auf Rollböcken durch die Stadt gezogen wurden, das Bild unserer Stadt. Noch heute sorgen die Schienenreste im Stadtgebiet für fragende Blicke bei auswärtigen Besuchern und Durchreisenden.

Grund genug, den 125. Geburtstag der „Schwarzen Jule“ im nächsten Jahr ehrenvoll zu feiern. Aus diesem Anlass hat sich beim Museumsverein eine Arbeitsgruppe gebildet, die die Aktivitäten bündeln und die Feierlichkeiten vorbereiten soll. „Unser Ziel ist es zunächst, alles verfügbare Material über die ‚Jule“ zu recherchieren und aufzuarbeiten, um daraus später die Geschichte der ‚Jule“ komplett zu dokumentieren.“, verrät Uwe Zeihser, der die Leitung der Arbeitsgruppe übernommen hat.
In diversen Archiven wird nach Bild- und Textmaterial über die Forster Stadteisenbahn gesucht, alte Bau- und Streckenpläne sollen die Betriebsführung der Bahn für den interessierten Besucher sichtbar machen. Auch auf Material, dass sich im Besitz von Historikern und Sammlern befindet, soll leihweise zugegriffen werden.

In einer zweiten Etappe der Vorbereitung soll eine Art Zeitstrahl erarbeitet werden, der chronologisch die Entwicklung des Fuhrparks, die Abläufe auf dem Stadtbahnhof sowie die ständige Ausdehnung des Streckennetzes zeigen soll. Fast jede Tuchfabrik im Stadtgebiet war an das Netz der Stadteisenbahn angeschlossen, um mit Kohle beliefert werden zu können oder die fertigen Stoffe ausliefern zu können.

Bereits jetzt gibt es erste Ideen, in welcher Form die vielen Materialien präsentiert werden sollen. „Spannend finden wir die Überlegung, historisches Filmmaterial mit Bildmaterial aus der Gegenwart zu überblenden. So bekommt der Betrachter des Filmes einen faszinierenden Eindruck, wie es wäre, wenn die ‚Jule‘ heute noch durch die Stadt fahren würde!“, schwärmt Uwe Zeihser. Erste Filmsequenzen, wie es aussehen könnte, sorgten bei den Mitgliedern der Arbeitsgruppe für Begeisterung und ungläubiges Staunen.
Allerdings sind bis zur endgültigen Fertigstellung des Films noch viele Details zu klären. Neben Klärung der Urheber- und Nutzungsrechte an dem Material ist es auch erforderlich, die ehemaligen Schienenstränge noch einmal komplett abzufahren und den heutigen Zustand zu filmen.

Auch die Forster können sich in die Vorbereitung der Festlichkeiten anlässlich der „125 Jahre Schwarze Jule“ einbringen. „Wir haben schon viel Material gesammelt, allerdings mangelt es an Bewegtbildern, die die ‚Jule‘ in Aktion zeigen. Hier bauen wir auf die Mithilfe der Forster: vielleicht hat ja jemand mit seiner Schmalfilmkamera Bildmaterial von der ‚Jule‘ aufgezeichnet, dass er uns leihweise zur Verfügung stellen könnte?“, wünscht sich Uwe Zeihser. Auch andere Exponate und Fotos, die sich im Privatbesitz befinden, werden noch gesucht. Wer also beim Aufräumen oder auf seinem Dachboden noch altes Material findet, dass mit der „Schwarzen Jule“ zu tun hat, kann sich gerne im Textilmuseum melden und seine Schätze leihweise zur Verfügung stellen.

Die Arbeitsgruppe trifft sich einmal im Monat und plant die jeweils nächsten Schritte. Eine der dringendsten Aufgaben ist u.a. die Sichtung und Vorauswahl des bereits vorhandenen Materials. Ebenfalls geplant sind Zeitzeugeninterviews sowie die Klärung offener Fragen, die beim Studium der Archivmaterialien aufgetreten sind.

Im Mai 2018 ist ein großes Festwochenende geplant, an dem der 125. Geburtstag der „Schwarzen Jule“ mit vielen Überraschungen zünftig gefeiert werden soll. Dann sollen auch der Öffentlichkeit die Dokumentation und – wenn bis dahin alles geklappt hat – der Film zur Geschichte der Forster Stadteisenbahn präsentiert werden.

Mit den richtigen Ergo-Möbeln entspannter arbeiten

Viele Menschen klagen heutzutage über beruflich bedingte Rückenschmerzen. Durch falsche Sitzhaltung, schlecht angepasste Bürostühle oder langes Stehen und der damit oft verbundenen eintönigen Körperhaltung werden Skelett und Muskulatur stark belastet. Besonders häufig treten diese Beschwerden bei Verkäufer/innen, Frisöre, Erzieher/innen oder an Bildschirmarbeitsplätzen auf.

Abhilfe schaffen können spezielle arbeitsplatzgerechte Möbel, die auf die besonderen Anforderungen des jeweiligen Berufsbildes angepasst sind. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass beim Einsatz von dynamischen Bürodrehstühlen die Rückenmuskulatur gestärkt und zudem Impulse ins Gehirn abgegeben werden, die die Konzentration stärken.

Katrin Habermann hat sich auf den Vertrieb dieser sogenannten Ergo-Möbel spezialisiert. In ihrem Cottbuser Ladengeschäft „ergoretail“ gibt es eine große Auswahl an Bürostühlen, höhenverstellbaren Stehtischen sowie Stehpulten und -hilfen. Auch Zubehör wie ergonomische PC-Mäuse, mausfreie Eingabegeräte, Schwenkarme für Monitore, Tischpulte (Dokumentenhalter) findet sich im Angebot.

Neben dem Verkauf von Ergo-Möbeln bietet Katrin Habermann eine individuelle Beratung an. Dabei können die Möbel entsprechend der Körpermaße oder des Krankheitsbildes angepasst werden. Die Beratung erfolgt zunächst im Geschäft, später erfolgt eine ergonomische Arbeitsplatzberatung direkt vor Ort, für die man etwa 30- 45 Minuten einplanen sollte. Dabei müssen viele Komponenten wie die richtige Einstellung der Stühle und Tische, die Arbeitsplatz-Beleuchtung sowie die Geräte- und Monitoranordnung beachtet werden, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

Geeignet sind Ergo-Möbel für Patienten mit Verletzungen an der Hüfte, im Rückenbereich sowie an den Bandscheiben. Auch für Personen mit Schäden am Sprung- oder Schultergelenk sowie mit RSI-Syndrom gelingt Dank „ergoretail“ die Wiedereingliederung ins Berufsleben nach Operationen und der anschließenden Reha viel leichter. Eine Zusammenarbeit gibt es auch mit Physiotherapien und Reha-Einrichtungen sowie Arbeitsmedizinern. Bei speziellen Krankheitsbildern kann der Kontakt zu spezialisierten Ärzten hergestellt werden.

Viele Unternehmen setzen bereits präventiv darauf, für ihre Mitarbeiter alte Büromöbel gegen moderne, nach ergonomischen Gesichtspunkten konzipierte Möbel auszutauschen. So sind bereits die Stadtverwaltung Cottbus, die Knappschaft, das Arvato-Callcenter sowie mehrere Ingenieurbüros zufriedene „ergoretail“-Kunden. Auch für den Privatbereich hält Katrin Habermann spezielle Stühle bereit, die darüber hinaus mit verschiedenen Textilien individuell gestaltet werden können.

Um dem Kunden ein bestmögliches Angebot zu bieten, arbeitet Katrin Habermann mit mehreren in- und ausländischen Herstellern zusammen. Durch regelmäßige Schulungen seitens der Hersteller verfügt Katrin Habermann über die notwendigen Kenntnisse, um den Kunden bestmöglich und individuell beraten zu können.

Das Angebot von „ergoretail“ wird regelmäßig erweitert. Mit dem Einsatz einer Rücken-Scan-Maus wird es demnächst möglich sein, den Rücken strahlungsfrei zu vermessen, was bei der Auswahl der richtigen Ergo-Möbel an Bedeutung gewinnen wird.

Zu finden ist „ergoretail“ in der Kolkwitzer Straße 43 in 03046 Cottbus. Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Donnerstag von 10:00 Uhr – 18.00 Uhr sowie am Freitag von 10.00 Uhr – 15:00 Uhr. Ausreichend Parkplätze befinden sich in der Nähe.

Ein Totempfahl für Radebeul

Einer der Hingucker beim diesjährigen Karl-May-Fest (26.-28. Mai 2017) in Radebeul war ein 7 Meter hoher indianischer Totempfahl, den der Künstler Ed E. Bryant vom Stamme der Tsimshian gestaltete.

Der Totempfahl auf dem Gelände der Karl-May-Festtage

Wenige Tage zuvor, am 11. Mai, begann Ed E. Bryant mit der Gestaltung des Kunstwerkes. Aus einem „Rohling“, einem tonnenschweren Baumstamm, schnitze er auf dem Gelände des Karl-May-Museums in nur wenigen Tagen einen gigantischen Totempfahl, der anschließend auf dem Festgelände im Veranstaltungszentrum „Kleine Feder“ aufgestellt wurde. Neben dem Bären und dem Adler als heilige Tiere der Indianer zeigt der Totempfahl das Abbild Karl Mays sowie symbolisch Mutter Erde.

Muster des Totempfahls

Ed.E.Bryant

Nach einem alten indianischen Ritual weihte Ed.E.Bryant zuvor den Baumstamm.

Nach dem Fest findet der Totempfahl seinen endgültigen Platz wieder im Garten des Karl-May-Museums.