Packender Motorsport beim 2. Motorsport-Festival Lausitzring

Nach dem großartigen Erfolg im vergangenen Jahr waren sich alle Beteiligte schnell einig: das Motorsport-Festival auf dem Lausitzring soll wiederholt werden.

Am vergangenen Wochenende war es nun soweit: mit dem Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) und dem ADAC GT Masters präsentierten sich Deutschlands populärste Rennserien gemeinsam dem Zuschauern auf der Rennstrecke im Süden Brandenburgs. Im Rahmenprogramm starteten die Nachwuchspiloten der ADAC Formel 4 sowie die Piloten des Porsche Carrera Cups. 70 Teams, 140 Fahrzeuge und 170 Fahrer – Motorsportherz, was willst Du mehr?

Insgesamt verfolgten 67500 Zuschauer 9 spannende Rennen am Samstag bzw. Sonntag. Damit wurden die Zuschauerzahlen des Vorjahres noch einmal leicht überboten. Mit ein Grund für den Zuschauerboom dürften die neuen Regeländerungen in der DTM gewesen sein, die zu Beginn der neuen Saison in Kraft traten. Noch leistungsstärkere Rennautos, Funkverbot zwischen Fahrer und Box sowie die Freigabe der Boxenstopps sorgten schon beim Auftakt auf dem Hockenheimring für spektakulären Motorsport. Und beim Anblick der „Liga der Supersportwagen“, wie das ADAC GT Masters gern bezeichnet wird, bekommen Motorsport-Fans glänzende Augen, schließlich liefern sich hier Traumautos wie Corvette, Lamborghini, Mercedes-Benz, Audi, BMW, Nissan und Porsche heiße Rad-an-Rad-Duelle.

Und es wurde nicht zuviel versprochen. Auch der Lausitzring bot packende Duelle und rasante Action auf der Strecke. Wie ausgeglichen und spannend die DTM in diesen Jahr ist, zeigt sich beim Blick auf die Ergebnisse. Während der bis dato Gesamtführende Lucas Auer (Österreich) am Sonnabend souverän das erste Rennen gewann, schaffte er am Sonntag mit viel Mühe gerade mal Platz 10 und holte nur einen winzigen Punkt. Und Sonntagsieger Jamie Green (GB) starte am Vortag sogar vom letzten Startplatz.

Nichts zu gewinnen gab es an diesem Wochenende für die Formel-4- und GT-Fahrer vom Berliner Team „Mücke Motorsport“. Für Peter Mücke und seine Mannschaft ist das Motorsport-Festival auf dem Lausitzring das Heimrennen.
Am Sonnabend gab es die Plätze 8 und 10 im ADAC-GT-Masters, am Sonntag konnte man sich gar nicht in den TOP TEN platzieren.
Drei Rennen, dreimal in den Punkten. So könnte man die Ergebnisse von Mückes Formel-4-Piloten zusammenfassen. Nach einem neunten Platz von Lirim Zendeli im ersten Rennen holte Sophia Flörsch mit einem 10. Platz im zweiten Rennen sowie Rang 8 im dritten Rennen die Kastanien aus dem Feuer und zeigte dabei, welch großes Talent in ihr steckt. Immerhin ging sie im dritten Lauf von Startplatz 23 ins Rennen.

Sophia Flörsch

Auch abseits der Rennpiste wurden den Zuschauern viel geboten. Beim Pit-View gewährten die drei DTM-Hersteller Mercedes, Audi und BMW den Fans im Fahrerlager einen Blick in eine ihrer Boxen. Nur wenige Meter entfernt konnte man so den Mechanikern über die Schulter schauen.
In den Markenwelten präsentierten alle Hersteller die neuesten Modelle. Auf den Aktionsflächen der Sponsoren der Rennserien gab es Mitmach-Angebote und Gewinnspiele. Zusätzlich gab es an beiden Renntagen Autogrammstunden mit den Fahrern aller vier Serien.

Bleibt nur zu hoffen, daß das 2. Motorsport-Festival nicht das letzte war. Der Vertrag mit der DTM läuft im nächsten Jahr aus, der Streckenbelag ist nach 17 Jahren reif für eine Komplettsanierung. Immerhin gibt es 67500 gute Argumente für eine Fortsetzung in den nächsten Jahren.

Indianischer Künstler Ed. E. Bryant gestaltet Totempfahl

Zur Auftakt-Pressekonferenz der 26. Karl-May-Festtage in Radebeul (26.-28. Mai 2017) hat der indianische Künstler Ed. E. Bryant vom Stamme der Tsimshian (First Nation, Stammesgebiet nordwestlich von Vancouver/Kanada) sein neuestes Projekt vorgestellt. Zusammen mit Teilnehmern eines Workshops im Karl-May-Museum Radebeul wird er bis zum Fest einen 7 Meter hohen Totempfahl gestalten, der zunächst auf dem Festgelände im Lößnitzgrund gezeigt wird und später seinen festen Platz auf dem Museumsgelände erhalten soll.

Der Totempfahl zeigt einen Adler, der von einem Bären gehalten wird. Beide Tiere haben bei den Indianern Nordamerikas eine große Symbolik, verkörpern sie doch Kraft und Entschlossenheit.

Das Modell des Totempfahls

Der verwendete Baum wiegt 1 Tonne, 20 Personen werden benötigt, um den fertigen Totempfahl nach alter indianischer Tradition mit bloßer Manneskraft aufzustellen.

Ed. E. Bryant wird auch an den drei Festtagen vor Ort sein und Lieder und Tänze seines Stammes vorführen. Einen kleinen Vorgeschmack davon gab es ebenfalls für die Medienvertreter und zufällig anwesende Museumsbesucher zu erleben.

Ed.E. Bryant weiht den Baum nach indianischer Tradition

Die Karl-May-Festtage sind eine feste Tradition in Radebeul. Ganz im Sinne Karl Mays, der sich in seinen Geschichten und Erzählungen für Völkerverständigung und eine pazifistische Weltfriedensmission einsetzte, sollen auch die bevorstehenden Festtage zum Austausch verschiedener Kulturen beitragen. Neben den Stammgästen der Oneida Indian Nation geben auch Künstler aus dem Orient, vom Balkan, aus Indien sowie aus Pakistan Einblicke in ihre Bräuche, Tänze und Traditionen.

Umrahmt wird das Fest von einem großen Unterhaltungsprogramm. So treten während der drei Festtage u.a. die Countrysängerin Meg Pfeiffer (D), der kanadische Sänger Logan Staats sowie „The Dead South“ (Kanada) auf. Gerade Letztere sind mit über 10 Millionen Klicks für ihren Hit „In Hell I’ll Be In Good Company“ zu wahren Youtube-Stars geworden und haben weltweit eine große Fangemeinschaft.

Auch traditionelle Programmpunkte wie die Sternreiterparade am Sonntag, der legendäre Bahnüberfall auf den „Santa-Fe-Express“ am Samstag und Sonntag, Vorführungen der Landesbühnen Sachsen in „Tombstone City“ sowie die Filmnächte gibt es wieder. Als einer der Schirmherren wird der Abenteurer Andreas Kieling (bekannt u.a. für seine Tier-Dokumentationen und „Terra X“) anwesend sein und auch eine Autogrammstunde geben.

Der „Hohe Stein“, einer der ursprünglich vorgesehenen Veranstaltungsorte, kann in diesem Jahr nicht genutzt werden, weil sich dort unter Naturschutz stehende Vögel zur Brut zurückgezogen haben. Mit dem „Kleinen Stein“, dem „Schlauen Fuchs“ und der „Kleinen Feder“ wurden jedoch drei neue Veranstaltungszentren gefunden.

Mehr Infos unter www.karl-may-fest.de.

Ein schräges Paar bringt den „Kuckuck“ zum Toben

„Ich weiß gar nicht, ob ich Ihnen die nachfolgenden Künstler zumuten kann!“, sagte Veranstaltungschefin Birgit Hendrischke gleich zu Beginn und erklärte sogleich, daß diese Art von Kleinkunst bisher noch nicht seinen Platz auf der Kabarettbühne des Gasthauses „Zum Kuckuck“ in Groß Jamno gefunden hatte. Nach vielen Anfragen und jahrelangen Bemühungen gelang es ihr schließlich, Deutschlands „schrägstes Ehepaar“ für zwei Abende in die Lausitz zu holen. „Emmi und Willnowsky“ gehören schon lange zu den erfolgreichsten Comedy-Duos in Deutschland und feiern regelmäßig große Erfolge auf den Bühnen der Republik, u.a. im Hamburger „Schmidts Tivoli“ oder bei den Berliner „Wühlmäusen“.

In Groß Jamno traten die beiden Berliner im Rahmen ihrer „Tour 2017“ auf, so auch der Name ihres aktuellen Programms. Das Konzept ist so schlicht wie umwerfend: Emmi, „die kleine fette Lerche“, und „Willnowsky“, „dieser kleine Zarenzipfel“ mit russischem Akzent, sind verheiratet und wünschen sich gegenseitig nichts Besseres als die Pest an den Hals.

Wer für seinen Partner auf der Suche ist nach besonders bösen Schimpfwörtern, die überhaupt nicht böse klingen, findet bei „Emmi & Willnowski“ jede Menge Anregungen. Gegenseitig hauen sich die Beiden sehr zum Amüsement der Zuschauer die Beleidigungen um die Ohren.

In einem „fransösischen Chamson“ besingt sie seinen „Pimmel im Wind“; er revanchiert sich kurze Zeit später mit der Bemerkung, daß jeder das Recht auf Häßlichkeit habe, aber seine Frau missbraucht das. „Wenn Emmi am Friedhof vorbei geht, binden sich die Würmer schon ein Lätzchen um!“. Und wenn Dummheit Radfahren könnte, müsste Willnowsky bergauf bremsen.

Auch das Publikum und das Servicepersonal des „Kuckucks“ werden in die Streitigkeiten einbezogen. Emmi würde ja liebend gerne die Nacht mit Robert, dem Mann vom Service, verbringen. Und Willnowsky flirtet den ganzen Abend mit Zuschauerin Christina aus der 1. Sitzplatz-Reihe.

Es entspinnen sich wahnwitzige Dialoge wie: „Würdest Du mit einer anderen Frau ins Bett gehen, wenn ich tot bin?“ Antwort: „Dafür musst Du doch nicht erst sterben, Liebling…“

Auch musikalisch begeistern „Emmi & Willnowski“. So singt Emmi als Nonne verkleidet drei „Versöhnungslieder“ für ihren Gatten, Marke „Es macht mich glücklich, wenn Du das Haus verlässt, ich wünsch Dir schöne Tage mit Cholera und Pest“. Und weil sich das Publikum kaum noch halten kann vor lachen, setzt Willnowski noch einen drauf. Seine Emmi sei sogar eine „Super-Nonne“. „Das sind Nonnen, wo schon die Mutter und Großmutter Nonnen waren…“.
Es dauert eine Weile, bis der Witz bei allen Zuschauern angekommen ist. Immer wieder spielen „Emmi & Willnowski“ mit den Worten. Bei „Rotkäppchen und das Kaninchen“ tobt sich Emmi auf der Bühne richtig aus. Auch Willnowskys Interpretation von Robert Schumanns „Träumerei“ endet alles andere als romantisch, sondern wieder mal in gegenseitigen Beschimpfungen.

Zum Abschluß des Programms meint Willnowsky, es wäre nur fair, wenn die Gage des Abends einem guten Zweck in der Dritten Welt zugeführt würde. Er werde deshalb nächste Woche mit dem „gespendeten Geld einen Puff in Nairobi besuchen!“.

Birgit Hendrischke ist erleichtert und froh, daß ihr verwöhntes Kabarett-Publikum die „Zumutung“ angenommen hat. Mit tosendem Applaus werden „Emmi & Willnowsky“ nach mehreren Zugaben von den Besuchern verabschiedet. Und Birgit Hendrischke bekommt vielfach den Wunsch geäußert, dieses sehr erheiternde Paar recht bald wieder in den „Kuckuck“ einzuladen.

Fetzige Rhythmen beim 10. Hoffest der Cottbuser Musikspatzen

Rhythmische Sambaklänge und Schlagermedleys waren am vergangenen Samstag aus der Turnhalle der Carl-Blechen-Grundschule zu hören und lockten den einen oder anderen neugierigen Besucher an.
Die „Cottbuser Musikspatzen“ feierten ihr traditionelles Hoffest. Auf Grund der unbeständigen Witterung verlegte man die Veranstaltung kurzerhand vom Schulhof in die kleine Turnhalle. Hier warteten schon Eltern, Großeltern, Freunde und Bekannte der Musikspatzen sowie Mitglieder des Fördervereins gespannt auf das, was da kommen sollte.
Von den 28 aktiven Musikern sind fast alle anwesend, einige der älteren Musiker sind sogar extra aus Hamburg, Düsseldorf oder Berlin angereist, um bei diesem Fest dabei zu sein.

„Das jährliche Hoffest ist unsere Saisoneröffnung. Hier präsentieren wir erstmals der Öffentlichkeit, welche Titel und Choreografien wir im Winter und im Trainingslager einstudiert haben“, verrät Gloria Scholz, Präsidentin der Musikspatzen.

Mit der „Märkischen Heide“ marschieren die die Musiker in die gut gefüllte Halle ein und präsentieren anschließend in drei etwa 15minütigen Blöcken Ausschnitte aus ihrem Repertoire. Egal ob bei „Miss Marple“, einem Roland-Kaiser-Medley oder den Hits von ABBA – die Zuschauer wippen mit den Füssen mit und sparen auch nicht mit Applaus.

Trotz der Enge der Spielfläche gelingt es den Musikspatzen, durch wechselnde Tanzschritte die Einmarschformation aufzulösen und immer wieder neue Aufstellungen einzunehmen.

Für die 13jährige Marie ist es ein besonderer Tag. Sie darf zum ersten Mal den Stab führen, was bedeutet, daß alle Trommler und Flötenspieler auf ihr Kommando hören und sie ihnen den Takt vorgibt.
Marie gehört auch zu den „Jungspatzen“, die von Gloria Scholz für die häufigsten Einsätze bei öffentlichen Veranstaltungen in der abgelaufenen Saison geehrt werden.

In den Pausen stärken sich Besucher und Musiker mit selbstgebackenem Kuchen vom großen Kuchenbasar. Besonderer Hingucker sind dabei die beiden großen Torten, die auf das große Jubiläum der Cottbuser Musikspatzen hinweisen: in diesem Jahr feiert das Ensemble, welches aus dem Städtischen Spielmannszug Cottbus hervorgegangen ist, sein 35jähriges Bestehen.
Mit einem großen Konzert im Rahmen des Cottbuser Stadtfestes im Juni soll das Jubiläum gefeiert werden. Darüber hinaus warten auch Auftritte beim Turmfest in Luckenwalde, beim Heimat- und Trachtenfest in Burg/Spreewald oder beim Schlossfest in Königs Wusterhausen auf die Musikspatzen.

„Wer hat an der Uhr gedreht?“, fragte einst Paulchen Panther. Und diese Frage stellten sich auch die Zuschauer, als sich nach gut 2 Stunden das Hoffest dem Ende neigte und die Cottbuser Musikspatzen mit eben diesem Lied fröhlich gelaunt und unter tosendem Beifall wieder aus der Halle marschierten.