Michael Hirte zu Gast im Marktkauf Cottbus

Michael HirteIm Rahmen seiner Promotiontour für sein aktuelles Weihnachtsalbum „Frohe Weihnachten mit Michael Hirte“ machte der Musiker am heutigen Tag auf Einladung des „Marktkaufes“ auch Station im Cottbuser Lausitz-Park.

„Hallo Heimat“, grüßte der in Spremberg geborene Künstler die vielen Schaulustigen, die ihre Einkäufe unterbrachen und sich die Chance auf ein kostenloses Mini-Konzert mit dem „Supertalent“-Gewinner nicht entgehen ließen.

So stellte Michael Hirte u.a. neben der Coverversion von „Mary’s Boy Child“ von Boney M. auch den selbstkomponierten Titel „Lieber Niko, Nikolaus“ vor. Gut gelaunt erklärte er seine Spieltechnik auf der Mundharmonika, die ihn deutschlandweit bekannt gemacht hat, und gab Kostproben seines Könnens, indem er zwei Titel ohne musikalische Unterstützung anspielte.

Im Anschluß an seinen Kurzauftritt signierte der sympathische Musiker in einer Autogrammstunde CDs und Poster und stand für Fotos mit seinen Fans zur Verfügung.

„Ich bin nicht ohne Grund Schauspielerin geworden“ – Eine junge Künstlerin pendelt zwischen Provinz und Weltstadt

Ende der Achtziger/Anfang der Neunziger des vergangenen Jahrtausends unterhält ein kleines Mädchen die Krankenschwestern im Eisenhüttenstädter Krankenhaus mit Phantasiegeschichten, z.B. die von Freunden des Mädchens, die am Nordpol wohnen und zu Besuch kommen würden.

Die Eltern der Kleinen waren zu der Zeit als Mediziner im Krankenhaus tätig und wenn es der Dienstplan nicht anders einrichten konnte, musste eben die kleine Cordula im Krankenhaus beaufsichtigt werden. Nach jedem Lied forderte das Mädchen von ihren Zuhörern den Applaus: „Klatscht mal alle!“.

Cordula HannsInzwischen ist aus dem kleinen Mädchen eine erwachsene Frau geworden. Cordula Hanns, in Eisenhüttenstadt groß geworden, zog hinaus in die weite Welt. Applaus erhält sie immer noch, nur muss sie sich den nicht mehr einfordern – Cordula Hanns ist mittlerweile staatlich anerkannte Schauspielerin und derzeit an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul engagiert.

Talent zum Schauspielern wurde ihr schon im Kurs „Darstellendes Spiel“ der Theater-AG des Fürstenberger Gymnasiums bescheinigt. Die Leiterin der AG hatte einen Berliner Regisseur eingeladen, dem das Spiel der Schülerin offensichtlich gefiel.

Eigentlich wollte Cordula Hanns wie ihre Eltern Medizin studieren. Als sie aber erfuhr, dass sie 11 Semester warten müsse, ehe sie dran kommt, entschied sie sich, es doch mit der Schauspielerei zu probieren.

Als es beim ersten Mal noch nicht klappte, nutzte Cordula Hanns freie Theater in Berlin zum Üben und bewarb sich ein Jahr später erfolgreich an der Berliner Schule für Schauspiel. 2008 begann sie mit dem Schauspiel-Studium.

Eine Dozentin an der Hochschule kannte Susan Batson, eine bei Hollywood-Größen bekannte und begehrte New Yorker Schauspiel-Trainerin mit eigenem Studio auf dem Times Square. Cordula Hanns machte sich in den Semesterferien auf nach New York. Sie wollte unbedingt diese Frau kennenlernen. Mit einem Text einer Schauspielübung vom Vortag ging sie am nächsten Tag zu einem Kurs mit Susan Batson selbst. Dann passierte etwas, das Cordula bis heute noch nicht so recht fassen kann: „Ich sollte am nächsten Tag bei der Agentin von Martin Scorsese, einem der berühmtesten Filmregisseure unserer Zeit, bei einem Casting vorsprechen! Das war eine tolle Erfahrung“, erzählt Cordula nicht ohne Stolz.

Die Zeit in New York möchte die Brandenburgerin nicht missen. „Man muss sich das mal vorstellen – da kommen Künstler aus der ganzen Welt, nur um zu üben. Und es kann passieren, dass plötzlich Juliette Binoche vor Dir steht, die dort ebenfalls probt, und Dich um Kritik bittet. Alles, was Du meinst, als Schauspieler nicht zu haben, bekommst Du dort innerhalb von 2 Tagen heraus.“

Auch in Italien sammelte Cordula Erfahrungen. Während ihres Schauspielstudiums wirkte sie in mehreren Aufführungen von Renato Capitani im „Teatro Tordinona“ in Rom mit.

2012 beendet Cordula Hanns ihr Studium erfolgreich. Die Zentrale Künstlervermittlung empfiehlt die nun ausgebildete Schauspielerin diversen Theatern, unter anderem auch den Landesbühnen Sachsen. Beim dortigen Vorsprechen hinterlässt Cordula einen unvergesslichen Eindruck. „Ich wollte eine Tür benutzen, die auf der Probebühne stand. Als ich die Tür auf und wieder zu machte, ging plötzlich die Alarmanlage los. Ich habe einfach weiter gespielt, bis man mich unterbrach, um die Alarmanlage wieder auszuschalten. Vielleicht haben mich die Landesbühnen deshalb genommen…“, amüsiert sich Cordula noch heute über diese Episode.

Cordula Hanns und Felix Lydike in "Lieder aus 1001 Nacht", einer Inszenierung der Landesbühnen Sachsen (c) Foto: Hagen König Mit freundlicher Genehmigung der Landesbühnen Sachsen

Cordula Hanns und Felix Lydike in „Lieder aus 1001 Nacht„, einer Inszenierung der Landesbühnen Sachsen
(c) Foto: Hagen König
Mit freundlicher Genehmigung der Landesbühnen Sachsen

Überhaupt ist Cordula Hanns eine Frohnatur. Sie lacht viel, meist über sich selbst, wenn sie an all die Geschichten aus ihrem Leben denkt. Berührungsängste hat sie keine, das macht sie sympathisch. Manchmal haut sie plötzlich einen Spruch raus und nimmt sich dabei selber auf den Arm. Die Gefahr, sich zu einer Theater-Diva zu entwickeln, besteht bei ihr nicht, dazu ist sie viel zu sehr geerdet. Als Multi-Talent ist Cordula ohnehin breit aufgestellt: neben der Schauspielkunst beherrscht sie das Cello-Spiel und hat zudem eine markante Gesangsstimme.

In Cordulas Vita stehen mittlerweile eine Menge Theaterstücke, in denen sie mitgespielt hat: „Kabale und Liebe“, „König Lear“, „Adam und Eva“ oder „Utopia“ sind nur eine kleine Auswahl. Sie mag die klassischen Rollen genauso wie die neuzeitlichen. „Wenn der Text eine gute Form hat und die Rollen schön ausgearbeitet sind, spiele ich beides sehr gerne.“ Zu ihren Lieblingsstücken gehören „Verbrennungen“ und „Wie im Himmel“. Im nächsten Jahr wird sie auf der Felsenbühne Rathen in „Winnetou I“ gemeinsam mit Schauspiel-Legende und Publikumsliebling Gojko Mitic auf der Bühne stehen, worauf sie sich schon jetzt freut.

Bei der unvermeidlichen Frage nach der Traumrolle überlegt sie lange: „Ich möchte immer das gerne spielen, was ich gerade nicht habe. Deshalb reizt es mich insbesondere, mal die Orsina oder Lady Milford zu spielen – wenn ich alt genug bin.“ Auch bei den Vorbildern gibt es keinen eindeutigen Favoriten. Cordula versucht, sich bei Kollegen und Familienmitgliedern das abzuschauen, was ihr in ihrer künstlerischen und persönlichen Entwicklung noch fehlt.

Momentan wohnt Cordula in Dresden. Hier schließt sich auch der Bogen zu ihrer eigenen Familiengeschichte und lässt sie für einen Moment nachdenklich werden. „Meine Oma hat 1945 die Bombardierung Dresdens miterlebt. Mit ihrem Kind im Kinderwagen, meiner Tante, gelang es ihr irgendwie, sich vor dem Feuersturm zu retten und die Stadt rechtzeitig zu verlassen“.

Ihre brandenburgischen Wurzeln hat Cordula nie verleugnet. „Eisenhüttenstadt ist meine Heimat!“, erklärt sie ohne lange nachzudenken. Ihre Eltern wohnen immer noch in der Stadt. Gerne würde Cordula später wieder hierher zurückkehren. Vielleicht ergibt sich ja ein Engagement an einem der Theater in der Nähe. „Im Staatstheater Cottbus würde ich sehr gerne spielen. Leider kann man das nicht selber entscheiden, ob man an einem Theater auch angenommen wird.“. Vorher will sie aber auf alle Fälle weiterhin die Welt erkunden.

Die Zeichen stehen ohnehin auf Veränderung. „Ich habe viele Pläne und eigene Projekte im Kopf, denn ich will für mich selber entscheiden, wann ich wie etwas mache! Aber über ungebratene Eier redet man bekanntlich nicht!“. Wieder so ein typischer Satz, bei dem man unweigerlich schmunzeln muss!

„Till Eulenspiegel lernt das Fliegen“, eine Inszenierung des Theaterzirkus Dresden, wäre so ein Projekt. Direktor Tom Quaas entwickelte für seine Mischung aus Theater und Zirkus eine völlig neue Bühnensprache. Cordula spielte bereits in diesem Jahr Eulenspiegels Gegenpart – sehr zum Wohlwollen der Kritiker. Weitere Aufführungen sind geplant.

Auch mit dem Gesangsduo „Kinbon & Kessmer“, zwei guten Freunden, würde Cordula gerne öfters zusammenarbeiten.

Gern erinnert sich sie an die Zeit direkt nach dem Schauspielstudium – noch ohne festes Engagement, offen für ungewöhnliche Projekte wie dem Spektakel „Shakespeare im Park“.

Im Görlitzer Park in Berlin unterhielt eine Art Wandertheater die Leute. Man spielte kurz ein Stück an und wechselte dann im Park den Auftrittsort. „Das waren alles tolle Menschen. Die Regisseure, ein Deutscher und zwei Amerikaner, waren intelligent, kreativ und witzig. Die Musiker waren total verrückte Künstler. Und beim Wechsel von einem Spielort zum nächsten begleiteten uns 300 – 500 Leute. Ich durfte damals meine ersten Erfahrungen als Schauspielerin sammeln und hatte viele nette Begegnungen. Das war eine unglaublich geile Zeit!“, schwärmt Cordula noch heute.

Viele meinten damals zu ihr, so ein Projekt – wobei jeder Einzelne Feuer und Flamme dafür ist – erlebt man nicht allzu oft. Anfangs wollte sie das nicht glauben, doch inzwischen bedauert sie ein wenig, dass es nicht noch mehr solcher Kunstprojekte gibt.

Cordula Hanns

Cordula Hanns (im weißen Kostüm) mit den Schauspiel-Kollegen Moritz Gabriel und Holger Thews sowie der Weinprinzessin Anna Bräunig während eines Fototermins anläßlich des 26. Herbst- und Weinfestes Radebeul

Man spürt beim Zuhören, hier ist jemand noch nicht am Ende seines Weges angekommen. Und man spürt Cordulas Leidenschaft für ihren Beruf. Die Karriere, die praktisch schon im Kindesalter vor ein paar Krankenschwestern des Eisenhüttenstädter Krankenhauses begann, ist sicher noch lange nicht beendet. Den Namen Cordula Hanns sollte man sich also unbedingt merken. Gut möglich, dass ihn Martin Scorseses Agentin schon wieder vergessen hat, aber man trifft sich ja bekanntlich zweimal im Leben…

„Ich bin einer von uns“ – Filmlegende Gojko Mitic zu Gast in Forst

Wer am Sonntagmorgen aufmerksam durch die Stadt ging, dürfte sich gewundert, wer da ebenfalls im Forster Stadtgebiet unterwegs ist. Das ist doch? Richtig, Gojko Mitic, einer der größten Filmstars der DDR und Publikumsliebling in Ost und West, machte gemeinsam mit Hans-Rainer Engwicht eine kleine Stadtrundfahrt durch Forst mit einem Abstecher in den Rosengarten.

Gojko MIticGojko Mitic war am Samstag und am Sonntag zu Gast beim „Talk im Pavillon“, der neuen Veranstaltungsreihe im „Pavillon Genuss und Kunst“ gegenüber der Post. Im Gespräch mit Talk-Gastgeber Lutz Hoff (moderierte im DDR-Fernsehen „Schätzen Sie mal“) bekannte Gojko Mitic, dass ihn Forst an seine serbische Heimatstadt Leskovac erinnert: „Leskovac hat auch eine lange Tuchmacher-Tradition, ähnlich wie Forst als deutsches Manchester.“

Vor vielen Jahren war Mitic schon einmal in Forst, kann sich aber nicht mehr genau daran erinnern, wann das war.

Lutz Hoff entlockte dem Schauspieler viele Anekdoten. Als Sportstudent wurde Gojko Mitic für den Film entdeckt. Drei Karl-May-Filme waren der Beginn einer langen und erfolgreichen Karriere. In „Unter Geiern“ hatte Mitic seine erste größere Rolle an der Seite von Götz George, Elke Sommer und Steward Granger. Schnell wurde auch die DEFA auf den sportlichen Mann aufmerksam und lockte ihn in die DDR. Hier hatte er vor 50 Jahren mit „Die Söhne der großen Bärin“ einen überraschenden wie durchschlagenden Erfolg. Selbst Walter Ulbricht wunderte sich über den enormen Zuspruch des Publikums für den Film, waren doch Indianerfilme so gar nicht im Interesse der Parteioberen. Aber im Gegensatz zu den westdeutschen Filmen standen bei der DEFA die Indianer und ihr Kampf für ihre Heimat und für Gerechtigkeit im Mittelpunkt.

Anhand von Filmausschnitten erklärte Gojko Mitic den Zuschauern einige Episoden von den Dreharbeiten, so unter anderem, wie es ihm gelang, wilde Pferde für den Filmdreh zu zähmen. Die Indianerfilme sorgten für einen Popularitätsschub, steckten Gojko Mitic aber auch in eine Schublade: „Einmal Indianer, immer Indianer“, kokettiert er mit seiner Rolle als „Chefindianer“ und „Winnetou des Ostens“, obwohl er beide Bezeichnungen nicht so mag. Den Sprung aus der Schublade schaffte er mit Rollen als Mafiosi, Marschall Sokolowski oder als Heiratsschwindler, wovon sich die Zuschauer ebenfalls per Einspieler überzeugen konnten.

Durch die Indianerfilme wurde Gojko Mitic mit der Kultur der amerikanischen Ureinwohner bekannt gemacht. Sein Interesse war geweckt, mehrmals bereiste er die USA und besuchte dort Indianerstämme. „Die Haltung der Indianer zur Natur, zu den endlichen Ressourcen, aber auch ihr Wunsch nach mehr Menschlichkeit begeistern mich“, gesteht Mitic. Er liest aus Briefen indianischer Stammeshäuptlinge an die Regierung in Washington. Diese Briefe seien heute noch genauso gültig wie damals.

Gojko Mitic nimmt Stellung. Die NATO-Osterweiterung und die Truppenverstärkung im Baltikum machen ihn heute genauso wütend wie damals, als das „Verteidigungsbündnis“ NATO ohne völkerrechtliches Mandat seine Heimat in Schutt und Asche bombte. Auch die Flüchtlingspolitik der aktuellen Regierung kann er überhaupt nicht nachvollziehen.

Zwar zählte Gojko Mitic in der DDR und auch heute noch zu den beliebtesten Künstlern, „aber als Star sehe ich mich nicht. Ich bin einer von uns!“. Man nimmt es ihm sofort ab. Er ist einer, der auf die Leute zugeht, mit ihnen diskutiert und lacht. Und Gojko weiß, bei wem er sich zu bedanken hat: „Ich habe in der DDR etwas bekommen, was man nicht mit Geld bezahlen kann und was mich hier gehalten hat – das waren die Menschen hier!“.

Mittlerweile hat er den Sprung vom Film auch auf die Theaterbühnen geschafft. Nach 1024 Vorstellungen als „Winnetou“ bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg sah man ihn auch am Schweriner Theater als Alexis Sorbas. Im nächsten Jahr spielt er an den Landesbühnen Sachsen und geht mit dem Stück „In Gottes eigenem Land“ auf Tournee. Die Geschichte handelt von Heinrich Melchior Mühlenberg, der das Luthertum in Amerika durchsetzte. Gojko spielt darin – na klar, einen Indianer.

Emotional wurde es im Pavillon, als Lutz Hoff Gojko Mitic auf dessen Gesangskarriere ansprach. „Löscht das Feuer“ war damals ein großer Hit und wurde natürlich auch in Forst gesungen. Aber Mitic kann noch mehr. Neben seiner Interpretation von Ute Freudenbergs „Jugendliebe“ präsentierte er ein neues Lied. „Die Erde lebt“ beschreibt die Schönheit und Zerbrechlichkeit unseres Heimatplaneten und ist ein Appell an alle Menschen, diese Erde auch den nachfolgenden Generationen zu erhalten. Für Gänsehaut sorgte Gojko Mitic, als er sich auf der Gitarre selbst begleitete und „Sag mir wo die Blumen sind“ anstimmte.Gojko MItic

Gojko Mitic hätte bestimmt noch viel zu sagen – aber jeder „Talk im Pavillon“ geht irgendwann zu Ende, nicht ohne noch reichlich Autogramme zu schreiben und für Fotos zur Verfügung zu stehen.Gojko MItic

Bereits am 16. Januar folgt die nächste Ausgabe, dann mit Regina Thoss als Prominente im Gespräch mit Lutz Hoff.

Pavillon-Inhaberin Diana Podlesch freut sich, dass das Konzept dieser Gesprächsreihe von den Forstern so gut angenommen wird. Schon jetzt laufen die Planungen für 2017, erste Namen stehen bereits fest und werden dann hoffentlich eine ebenso so schöne Zeit in Forst verbringen wie Gojko Mitic, der sich bei der Gastgeberin der beiden Nachmittage und ihrer Familie für dieses wunderbare Wochenende hier in Forst bedankte.Gojko MItic