Die „NotenDealer“ begeistern beim „Kuckucks“- Open Air

NotendealerEine laue Sommernacht, eine romantisch beleuchtete Kulisse und 5 begnadete Musiker – das waren die Zutaten beim Open Air auf der „Kuckucks“-Terrasse in Groß Jamno. Gäste des Abends waren „Die NotenDealer“ aus Freiberg, die sich bereits im vergangenen Jahr ein große Fangemeinde in der Region ersangen und dafür mit dem „Kleinen Kuckuck“ als Senkrechtstarter des Jahres vom Publikum belohnt wurden.

„Die NotenDealer“, das sind Paul, Lars, Gabor, Tim und Felix. In ein Genre einordnen fällt schwer – Rock-Pop-Kabarett-A-Cappella nennen es die Künstler selbst. Während Felix als Heilerzieher arbeitet, sind die anderen vier Jungs mehr oder weniger immer noch Studenten. „Robb’n Roll“ heißt das neue Programm, mit dem die Band durch die Lande tourt und mit ihrem A-Cappella-Gesang das Publikum begeistert. „Wir haben jedes Jahr ein neues Programm, die Titel sind aber immer die Gleichen“, kündigt Frontmann Felix an.

Bereits mit dem ersten Titel gewinnen die „NotenDealer“ das Groß Jamnoer Publikum für sich. Von der ersten Minute an geht das Publikum mit, applaudiert und johlt. Neben traditionellen irischen und russischen Volksweisen wie „Katjuscha“ bringen die fünf Musiker auch große Welthits wie „What a wonderful world“ von Louis Armstrong, „Informer“ von Snow oder „If you don’t know be my now“ von Simply Red zur Gehör. Gerade letzteres Lied widmeten die „NotenDealer“ den „People in the glashaus“. Gemeint waren Urlauber vom Campingplatz, die keinen Platz mehr auf der Terasse fanden und im Gastraum saßen.
Auch mit den Zuschauern auf der Sommerterrasse wird interagiert. So gibt Paul einen Grundkurs im Beat-Boxing (das sind Schlagzeug-Geräusche, die mit dem Mund imitiert werden) und läßt das Publikum die Töne nachspielen, die aber im allgemeinen Gelächter wegen des kollektiven Versagens untergehen.

Außer den großen internationalen Hits interpretieren die „NotenDealer“ auch eigene Titel. So erfahren die Zuschauer, was in einer Beziehung so alles schief gehen kann und wie ein Liebeslied klingt, wenn der Sänger eine Mordslust auf seine Angebetete hat und sich eine Axt wünscht. Gabor als zukünftiger Lehrer besingt seinen Traumberuf – den Titel kann man getrost als Hymne auf den Lehrerberuf bezeichnen. Natürlich darf auch die namensgebende Robbe nicht fehlen.: „Timmi die Robbe“ heißt das Lied über eine verliebte Seerobbe.
Daß sich die Musiker selber nicht allzu ernst nehmen, merkt man spätestens dann, wenn wieder mal einer der Sänger einen Lachanfall bekommt, weil sich einer der Kollegen bei der Moderation verhaspelt und anschließend verzweifelt versucht, zu retten, was nicht mehr zu retten ist. Dem Publikum gefällt die Ungezwungenheit, mit der die fünf Interpreten den Abend gestalten.

Nach der Pause treten die „NotenDealer“ mit „Hey Brother“ von Avici den Beweis an, daß man auch Elektro-Pop nur mit dem Mund imitieren kann. Unglaubliches Staunen, welche Töne man allein mit der Stimme erzeugen kann.
Nicht nur Imitation, sondern auch Parodie beherrschen die „NotenDealer“. So präsentieren Tim und Lars ein Medley bekannter Grönemeyer- und Lindenberg-Songs mit den Stimmen der großen Männer des deutschen Pop. Als auch noch Gabor mit dem üblichen Lindenberg-Genuschel einsteigt, ist die „Udo & Udo“-Show komplett.
Komplett ohne Mikros und Verstärker, dafür mit Verstärkung des Publikums, klingt „The Lions sleeps tonight“ durch die Nacht, bevor sich das Konzert langsam dem Ende nähert. Nur noch schnell „Riverdance in der Lambada-Bar“, dazu Rihannas „Umbrella“ in einer Rockabilly-Version und als krönender Abschluß „Andrea“ (unglaublich, wieviele Worte sich finden lassen, die sich auf Andrea reimen).

Es müssen nicht immer große Bühnen und riesige Verstärkeranlagen sein – manchmal reichen auch fünf Musiker mit einer ungewöhnlichen Begabung und eine Terrasse, wie sich das Publikum beim „Kuckucks“-Open Air überzeugen konnte.