100 Jahre Rosenträume an der Neiße – Deutsche Rosenschau 2013 eröffnet

Mit einer stimmungsvollen Show wurde am 15. Juni die Deutsche Rosenschau 2013 anlässlich des 100jährigem Bestehens des Ostdeutschen Rosengartens in Forst/L. eröffnet. Die rbb-Moderatoren Sophia Wetzke und Christian Matthée führten auf unterhaltsame Weise durch die gut 100minütige Veranstaltung. Als Ehrengäste konnten die beiden Schirmherren, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck sowie Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, begrüßt werden.

Forster Sport- und Kulturvereine gaben zu Beginn der Show Einblicke in ihr Können. Der Artist Manfred Mudlack, inzwischen 86 Jahre alt, war einst mit seiner Frau Editha als „Cortinas“ in der ganzen Welt unterwegs und zeigte auf dem Rollbrett, dass er nichts verlernt hat. Tenor Silvio D’Anza sang sich in die Herzen der vornehmlich weiblichen Besucher. Fingermaler Jo Herz kreierte auf offener Bühne ein Gemälde mit Forster Motiven. Studentinnen der Magdeburger Schule für Mode und Design präsentierten extra für diesen Tag entworfene Rosenkleider.

Eröffnung Deutsche Rosenschau Forst, 15.06.2013

Manfred Mudlack

Dass der Übergang von klassischer Musik und Rock- und Popsongs fließend sein kann, demonstrierten die 3 Mädels der Gruppe JUMP auf ihren Streichinstrumenten. Der Mix aus Mozart, Rammstein, Bach und ZZ Top kam beim Publikum an.
Für Gelächter sorgten indes Ingrid Schütze und Gerhard Hähndel vom Barock-Theater „Hofstaat zu Dresden“. Als Graf und Gräfin von Brühl (Brühl war der ehemalige Standesherr von Forst) spannten sie pointiert den Bogen vom Barock bis in die heutige Zeit und gaben den anwesenden Politikern so manchen guten Ratschlag, sehr zur Freude der Zuschauer. Ilse Aigner war es schließlich vorbehalten, die Deutsche Rosenschau 2013 zu eröffnen.

1913 fand auf der Wehrinsel, einem Volkspark, und auf dem angrenzenden Gelände, dem heutigen Rosengarten, die Rosen- und Gartenbau-Ausstellung (RUGA) statt. Die Idee zu der Ausstellung hatte der Forster Gärtner Paul Engwicht anlässlich des 25jährigen Thronjubiläums Kaiser Wilhelm II., der auch die Durchführung der Rosenschau 1913 empfahl. Damals blühten auf 14 ha 32.000 Rosen und 2.600 Dahlien; es gab Sonderausstellungen und Veranstaltungen.
In den folgenden 100 Jahren gab es immer wieder Veränderungen auf dem Rosengarten-Gelände. Besonders der 2. Weltkrieg hinterließ seine Spuren. Trotzdem wagten nach Kriegsende einige Enthusiasten den Wiederaufbau der Anlage. Zu DDR-Zeiten entstanden der Musikpavillon und die Ausstellungshalle neu. Die einstige Pracht wurde jedoch nicht mehr erreicht.
Die größten Umbauten gab es nach der Deutschen Einheit. Umfangreiche Sanierungsarbeiten wurden vorgenommen, man orientierte sich zunehmend an der historischen Parkanlage. Heute, im Jubiläumsjahr des Rosengartens, ähnelt der Park wieder weitgehend dem Original. Dank großzügiger Sponsoren konnten der Kaskaden- und der Löwenbrunnen nach alten Bauplänen neu hergestellt werden.
40.000 Rosen wurden für das Großereignis „Deutsche Rosenschau“ gepflanzt. Erstmals nach 75 Jahren findet wieder solch eine Leistungsschau der Rosenzüchter statt. 13 Themengärten sind entstanden. Mehrere Ausstellungen widmen sich dem Mythos „Rose“, die sich sowohl in der Architektur als auch in der Kultur, in Gesellschaft, Religion, Musik, Theater, Mode oder im Alltag präsentiert.

Den Besucher des Rosengartens erwartet nicht nur ein buntes Mosaik an Düften und Farben, sondern auch ein reichhaltiges Veranstaltungsangebot für Jung und Alt. In den nächsten Wochen und Monaten gibt es einen für Forst nie dagewesenen Veranstaltungsmarathon bis zum 29. September. Neben Konzerten von Dirk Michaels (6. Juli, 20.00 Uhr) und City (17. August, 19.00 Uhr) gibt es u.a. eine Koch-Show mit dem Spreewald-Original Peter Franke (7. Juli, 10.00 Uhr), ein Jazz- und Dixielandfest (13./14. Juli), das 1. Folkfestival (3./4. August), Klassische Konzerte, Big Bands oder Veranstaltungen mit Vereinen der Region.

Eröffnung Deutsche Rosenschau Forst, 15.06.2013

Studenten der „Schule für Mode und Design“ präsentieren Rosenkleider
(c) für alle Fotos: Thori, 2013

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