„Eigentlich war ich zum Erfahrungen sammeln hier!“

Im Gespräch mit Isabell Weber, Motorboot-Rennfahrerin

Halbendorf, 28.04.2013

Für Isabell Weber wird der „3. Motorboot GrandPrix Lausitz 2013“ auf dem Halbendorfer See immer in Erinnerung bleiben. Die 16jährige Schülerin aus Rümmingen (Baden-Württemberg) absolvierte hier ihr allererstes Rennen und war darüber hinaus im gesamten Starterfeld an den beiden Renntagen die einzige weibliche Teilnehmerin.

Nach den Rennen stand die attraktive Blondine, die in der Nachwuchs-Klasse „ADAC Motorboot Cup“ an den Start ging, Rede und Antwort.

Wie war Dein erstes Rennwochenende gewesen?

Aufregend und turbulent. Ich bin jedenfalls nicht enttäuscht. Ich habe auch gar nicht erwartet, dass ich im zweiten Lauf auf den fünften Platz fahre, worauf ich sehr stolz bin. Aber der Schusselfehler jetzt im letzten Lauf hätte nicht sein müssen. Eigentlich war ich vor allem zum Erfahrungen sammeln hier.

Du hattest im letzten Lauf einen Frühstart. Ist das ein Anfängerfehler gewesen oder eher ein Schusselfehler?

Ein Schusselfehler. Ich war einfach noch ein bisschen zu nervös und habe zu früh den Startknopf gedrückt. So etwas passiert eben.

Dein Gesamt-Fazit nach dem Rennwochenende?

Ich habe jede Menge neue Erfahrungen gesammelt, kann es jetzt auch die Kurven enger nehmen. Was ich noch lernen muss, ist das richtige Trimmen des Motors, da fehlt noch das Feingefühl. Wenn ich das habe, passieren bestimmt auch nicht mehr solche Fehler wie beim Start.

Wie schätzt Du die Strecke auf dem Halbendorfer See ein?

Ich habe es ein bisschen schlimmer erwartet, weil ein Team-Kollege von uns hier schon zweimal einen Überschlag gemacht hat. Da dachte ich: Oh je… Die Strecke fährt sich ganz gut, es gibt aber ein paar Ecken, wo man auf den Wind achten und deshalb mit dem Motor ein wenig spielen muss. Ich konnte jedenfalls gut mithalten.

Isabell-Boot

Und beim nächsten Rennen gibt es dann endlich die schwarze Startnummer?

Ja, nach fünf Rennen gibt es die schwarze Nummer. Die roten Nummern sind für die Neueinsteiger in den Klassen vorgesehen.

Isabell-AnzugWie bist Du denn zum Motorsport gekommen?

Mein Cousin Stefan Hagin, der auch der Team-Chef vom Team High-Performance ist, fährt schon ein paar Jahre erfolgreich. Er war einmal Weltmeister, einmal Europameister und zweimal Deutscher Meister. Und ich war von Anfang an jedes Mal dabei. Irgendwann hat es mich dann auch „gejuckt“.

Gibt es Vorbilder?

Mein Cousin.

Wie oft trainierst Du?

So richtig regelmäßiges Training habe ich nicht, weil wir kein geeignetes Gewässer zu Hause in Rümmingen haben bzw. dort nicht trainieren dürfen. Aber bei meinem Cousin in Brodenbach kann ich immer mit trainieren.

Lassen sich Sport und Schule gut miteinander verbinden?

Es geht, an den Rennwochenenden kriege ich am Freitag davor und am Montag frei.

Was sagen denn Deine Mitschüler zu Deinem Hobby?

Meine Freundinnen meinen, ich hätte einen Knall, finden es aber auch cool, dass ich so einen Sport ausübe.

Welche Ziele hast Du, wo soll es mal hingehen?

Also momentan habe ich noch nicht so viele Ziele. Ich freue mich, dass ich endlich fahren darf und will ganz viele Erfahrungen sammeln…

… um dann irgendwann mal in die großen Klassen zu wechseln?

Ja.

Dazu weiterhin viel Erfolg! Vielleicht sieht man Dich im nächsten Jahr wieder in Halbendorf.

Prominenter Besuch in Pusack

Prominenten Besuch durften Andrea Roß und Klaus-Bernd Günther am 17. April 2013 auf ihrem Ziegenhof „Zur Wolfsschlucht“ in Pusack begrüßen: Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) hatte sich zu Dreharbeiten für die Frühlingsausgabe der Unterhaltungsshow „Musik für Sie“ angekündigt.

„Das Thema der Sendung dreht sich um Frühlingsgefühle, alles rund um die Liebe und passend zur Region natürlich auch um Graf Pückler mit seinen Liebesgeschichten!“ gibt Moderatorin und Sängerin Uta Bresan einen Ausblick auf die Sendung.

Passende Motive suchte und fand man nicht nur im eigenen Sendegebiet des MDR, sondern auch im südbrandenburgischen Teil der Lausitz. „Wir nehmen die Lausitz als ganze Region wahr und stoppen nicht an der Ländergrenze.“ erklärt die zuständige Redakteurin Katerina Hagen. So wurde eben nicht nur im Muskauer Park und im Rhododendronpark Kromlau gedreht, sondern auch in der Schokoladenfabrik in Hornow und in Pusack. Den Tip, nach Pusack zu fahren, bekam Drehbuchautor Camilo Rodriguez in einem Hotel in Bad Muskau.

Was sich bei einer Vor-Ort-Besichtigung schon andeutete, erweist sich als Glücksgriff und idealer Drehort. Frühlingshafte Temperaturen bei strahlendem Sonnenschein, dazu die Ruhe inmitten dieser kleinen Naturoase. Keine störenden Auto-oder Zuggeräusche, keine Touristenströme, die durchs Bild laufen, keine lärmenden Schulklassen. Nur das Zwitschern der Vögel sorgt für die passende Hintergrundmusik. „Das ist Bio-Lärm“, findet Katerina Hagen und sorgt mit diesem Vergleich für Erheiterung. Die Filmcrew genießt sichtbar die Dreharbeiten in der Natur. Selbst die Ziegen-Herde auf der Weide interessiert sich nur kurz für den Mann mit der Kamera, um sich dann wieder solch wichtigen Dingen wie der Futtersuche zu widmen.

AIMG_1963ndrea Roß hat inzwischen die eigentlichen „Stars“ aus dem Stall geholt: zwei kleine Lämmchen, gerade mal 3 Tage alt, erobern sofort die Herzen der Filmemacher. Jeder möchte mal eins der Tiere streicheln. Uta Bresan ist emotional so angetan von den kleinen Vierbeinern, daß sie spontan beschließt, die nächste Einstellung mit einem der beiden Lämmchen auf ihrem Arm zu drehen – Widerspruch des Regisseurs zwecklos!

Im anschließenden Gespräch erzählt ihr Klaus-Bernd Günther von den Anfängen und der Entwicklung des Ziegenhofes. Direkt am Oder-Neiße-Radweg gelegen, hat man sich hier eine neue Existenz aufgebaut. Kleinere Reisegruppen und Einzelbesucher machen hier Station und lassen sich von den angebotenen Käsesorten immer wieder aufs Neue überraschen. Auch Uta Bresan läßt es sich schmecken. Andrea Roß hat dazu auf einem Teller mehrere Sorten Käse vorbereitet, deren Herstellung und Zusammensetzung Klaus-Bernd Günther der Moderatorin erklärt.

Vor der Kamera wird nur kurz probiert, als jedoch später die Kameras aus sind, gibt es für die Crew kein Halten mehr. Jeder will mal kosten und lobt anschließend den exquisiten Geschmack des Ziegenkäses. Schnell ist der Teller geleert. Erste Bestellungen gehen bei Klaus-Bernd Günther ein. Jeder möchte nach Abschluß der Dreharbeiten ein Paket mit Käsespezialitäten vom Ziegenhof „Zur Wolfsschlucht“ aus Pusack mit nach Hause nehmen. Klaus-Bernd Günthers anfängliche Nervosität ist längst verflogen, auch weil ihm das gesamte Drehteam spüren läßt, für die angebotene Gastfreundschaft etwas zurückgeben zu wollen.

Nach gut zwei Stunden Drehzeit liegt man immer noch gut im Zeitplan. Regisseur und Autor beschließen spontan, eine weitere Sequenz, die eigentlich an einem anderen Ort gedreht werden sollte, gleich hier aufzunehmen. Uta Bresan beeilt sich, die Szene schnell abzudrehen. Sie möchte unbedingt noch ein Erinnerungsfoto mit einem der beiden Lämmchen machen, bevor der Troß wieder die Idylle verläßt und zurück ins Hotel fährt.

„Musik für Sie“ wird am 26. April 2013 um 20:15 Uhr im MDR ausgestrahlt. Musikalische Gäste werden u.a. Edward Simoni, Kathrin &Peter, Semino Rossi und Laura Wilde sein. Und zwei kleine Lämmchen aus Pusack haben ihren ersten großen Fernsehauftritt.

„Cottbuser Musikspatzen“ zwitschern im Wald

Bericht vom Trainingslager der „Cottbuser Musikspatzen“

Vom tief im Wald versteckten Landhof „Haus im Wald“ bei Klein Bademeusel waren dieser Tage trotz kühler Temperaturen heiße Rhythmen zu hören. Wo sich sonst nur Fuchs und Hase „Gute Nacht“ sagen, probten die Cottbuser „Musikspatzen“ für die kommenden Auftritte. Immer in den Frühjahrs- sowie in den Herbstferien treffen sich die Mitglieder des Spielmannzuges in dieser Abgeschiedenheit zum Trainingslager, um für kommende Aufgaben gewappnet zu sein. Offizielle Saisoneröffnung ist das traditionelle Hoffest an der Carl-Blechen-Grundschule in Sandow am 27. April von 15-17 Uhr. Bis dahin muß das gut einstündige Programm des Ensembles stehen. Das Repertoire besteht aus 14 Titeln, von der „Annemarie-Polka“ bis zur „Dancing Queen“ von ABBA.

Die kühlen Außentemperaturen können die Musiker bei ihren Proben allerdings nicht beeindrucken.
Niemand stört und niemand wird gestört beim Training der gut 25 Musikanten. Ablenkung gibt es hier draußen im Wald wenig, selbst Handys und Spielkonsolen werden zu Beginn des viertägigen Trainingslagers abgegeben. Nach dem Frühstück um 7:30 Uhr wird bis Mittag das erste Mal geprobt, nach der Mittagspause gibt es eine zweite Übungseinheit, nach der Kaffeepause die dritte. Um die Versorgung kümmern sich ehrenamtliche Vereinsmitglieder. Auch die Freizeit verbringen die Musiker gemeinsam. Mal ist es eine Schnitzeljagd auf dem weiträumigen Gelände des Landhofes, in deren Verlauf an verschiedenen Stationen kleine Quizrunden absolviert werden müssen. Ein anderes Mal sitzt man am Lagerfeuer zusammen und hat Spaß zusammen. Die „Musikspatzen“ sind wie eine Familie – die „Großen“ helfen den „Kleinen“. Und sollte es mal Zänkereien geben, klärt man das untereinander.Cottbuser Musikspatzen zwitschern im Wald 002

Geprobt wird an den Trainingstagen meist in zwei Gruppen. Während die älteren Ensemblemitglieder vor dem Haus neue Choreografien einstudieren, die Laufwege optimieren und die Titel für das neue Programm proben, werden bei den jüngsten Mitgliedern andere Prioritäten gesetzt. Die „Minispatzen“, die noch nicht auftrittsfähig sind, proben auf der Wiese hinter dem Haus und werden behutsam an das Niveau der Großen herangeführt. Zwei bis drei Titel werden immer wieder geübt, dazu Schrittfolgen.

Die achtjährige Josy ist die Jüngste. Seit dem sechsten Lebensjahr ist sie Mitglied bei den „Musikspatzen“, spielt Querflöte und rasselt mit dem Shaker. Den Spaß am Trainingslager hat sie noch nicht verloren. „Manchmal ist es ganz schön anstrengend, aber es ist auch schön, wenn die Proben klappen. Und die kleine Seilbahn dahinten im Garten ist krass!“ sprudelt es aus ihr heraus. Und wie ist das mit den älteren Musikern? „Die sind voll witzig!“ resümiert Josy, die 2012 auf dem Cottbuser Weihnachtsmarkt ihren ersten Auftritt hatte und jetzt hofft, bald die Uniform zu erhalten, damit sie als „Musikspatz“ erkannt wird.

Lisa-Marie (11 Jahre) ist ebenfalls seit 2 Jahren dabei, beherrscht 5 Lieder auswendig und hat schon mehrmals vor Publikum gespielt. Auf das Hoffest freut sie sich ganz besonders: „Wenn alles klappt, bekomme ich da meine erste Uniform!“

Cottbuser Musikspatzen zwitschern im Wald 001Anja Barthel weiß genau, was in den Köpfen von Josy und Lisa-Marie vorgeht. Sie ist seit 28 Jahren Mitglied bei den „Cottbuser Musikspatzen“, hat Höhen und Tiefen miterlebt. „In den 90er Jahren hatten wir echte Nachwuchssorgen, aber mittlerweile hat sich die Situation wieder entspannt“. Als Übungsleiterin ist sie für die Ausbildung der Jüngsten mitverantwortlich. „Die Kleinen sind noch sehr hippelig, nach 10 Minuten läßt meist die Konzentration nach. Aber sie müssen sich überwinden.“
Überwinden müssen sich die Ensemblemitglieder auch später noch einmal. „Die Pubertät ist so eine kritische Phase im Leben eines Musikspatzen. Wenn dann der erste Freund kommt oder man plötzlich andere Interessen hat, wird es schwierig. Glücklicherweise gibt es meist richtig feste Freundschaften innerhalb unserer Gruppe, so daß viele Mitglieder dabei bleiben.“ Für Anja Barthel sind die „Musikspatzen“ deshalb auch eine Herzensangelegenheit. Sie weiß, warum: „Ohne Spaß an der Sache hält man es nicht aus!“

Cottbuser Musikspatzen zwitschern im Wald 003Wer Josy, Lisa-Marie, Anja und die anderen „Musikspatzen“ live erleben will, hat dazu u.a. beim Turmfest in Luckenwalde, beim Cottbuser Stadtfest, beim Burger Heimat- und Trachtenfest oder beim Gubener Apfel-Fest Gelegenheit. Zu erkennen sind die Musiker an ihren beigen und blauen Uniformen. Dann wird sich auch zeigen, ob sich das Training tief im Wald gelohnt hat.

(c) für alle Fotos: Thori, 2013

Artikel veröffentlicht:

07.04.2013 nl_aktuell
09.04.2013 LR-Logo
12.04.2013 FoWo 25 hoch
Heft 5/13 Logo Blicklicht 50 hoch

Geschichtsstunde bei Kaffee und Kuchen

Damit hatten die Verantwortlichen vom Freundeskreis „Kuckuck“ nicht gerechnet: Zum „Kuckucks-Kino“ am Ostermontag übertraf die Resonanz alle Erwartungen. Bereits eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn waren alle Plätze belegt. Und noch immer bildete sich eine lange Warteschlange. Rasch wurde improvisiert – im Saal rückten die Gäste enger zusammen, weitere Stühle wurden organisiert. Letztendlich nahmen die Besucher mit Barhockern Vorlieb oder blieben gleich ganz stehen. Die kostenlose Geschichtsstunde zum Thema „Sprengchemie Forst -Scheuno“ mobilisierte Jung und Alt, was nicht nur am trüben Osterwetter lag, sondern eher am gewachsenen Interesse und Geschichtsbewusstsein der Forster und ihrer Gäste.

Eberhard Detert vom Verein „Land & Leute“ Region Lausitzer Neiße gab zu Beginn einen kurzen Überblick zur Entstehung dieses riesigen Areals jenseits der Neiße. Auf etwa 600 Hektar zeichnen 400 Bunker und leerstehende Produktionsanlagen ein schauriges Bild in die Lausitzer Landschaft.

In Spitzenzeiten während des 2. Weltkrieges betrug das Personal der „Deutschen Sprengchemie GmbH“ 1400 Personen, darunter Zwangsarbeiter verschiedenster Staaten und KZ-Häftlinge. Nach Kriegsende übernahmen zunächst die Sowjets das Gelände, später ging es in polnische Hände über und wurde zum Teil als Staatsreserve genutzt. Unterirdische dreigeschossige Kraftwerke, „Ölberge“, gigantische Turbinenhäuser, ein unterirdischer Bahnhof zeugen noch heute von den Hinterlassenschaften. Das „verbotene Werk im Bunkerwald“ lockt immer wieder Historiker, Bunkerfreunde und Abenteurer an. Auch Forster Einwohner, die damals im Werk tätig waren, gehen ab und zu auf Spurensuche.

Die beiden im Rahmen der Reihe „Kuckucks-Kino“ gezeigten Filme über die Sprengchemie nahmen den Besucher mit auf eine Reise in dieses Labyrinth. Erstaunen, manchmal auch Entsetzen über die gigantischen Ausmaße der noch stehenden Gebäude waren von den Besuchern im Saal zu vernehmen. Gespannt verfolgte man den Erklärungen des Sprechers.

Eberhart Detert erzählte im Anschluss von seinen umfangreichen Nachforschungen zum Thema „Sprengchemie“. „Ich habe mittlerweile sämtliche Baupläne von Damals, ich könnte das Werk wieder aufbauen!“ verkündete er. So forschte er u.a. im Bundesarchiv und bei polnischen Behörden.

Auch ältere Forster meldeten sich zu Wort und berichteten von eigenen Erlebnissen oder den Erzählungen ihrer Eltern. Eberhard Detert gewann durch die Schilderungen noch ein paar neue Erkenntnisse hinzu, die sicherlich für seine weitere Forschungstätigkeit wichtig sind.

Eine Frage wurde sehr häufig an die Adresse des Freundeskreises“Kuckuck“ gerichtet: Wann ist die nächste Filmvorführung? Die Idee, weniger bekannte Filme mit heimatlichen Bezug zu zeigen, kommt offensichtlich gut beim Publikum an. Das beweisen auch die ständig steigenden Besucherzahlen während der vergangenen vier Filmnachmittage mit den beiden Forster Stadtfilmen oder dem Film über die östliche Niederlausitz. Im Herbst wird es deswegen eine Neuauflage der „Heimatstunde bei Kaffee und Kuchen“ geben. Ideen, zu welchen Themen Filme gezeigt werden könnten, gibt es schon, z.B. zur Textilgeschichte und zur Radrennbahn.