Mit Vollgas übers Wasser

Marie Luies Schilling hat Rennfahrerblut in ihren Adern

Beim 24. Internationalen ADAC Motorbootrennen in Berlin-Grünau (26./27. August 2017) gingen auch vier Renn-Amazonen an den Start. Das ist soweit nichts Ungewöhnliches, steigen doch immer wieder mal junge Mädchen in ein Rennboot, um sich mit ihren männlichen Konkurrenten zu messen. So starteten in Berlin-Grünau zwei Mädels im ADAC Motorboot Cup, einer Nachwuchsklasse. Die Lettin Ieva Millere kämpfte sogar in der Formula R 1000 bis zum Schluß um den Europameistertitel und wurde schließlich Dritte.

Interessant ist jedoch die vierte Starterin, die gleichzeitig in Berlin-Grünau ihr Renndebüt erlebte: Marie Luies Schilling aus Vechelde (Niedersachsen) pilotierte im Rahmenprogramm ein historisches Rennboot der Klasse R 1000 um den Kurs auf dem Langen See. „Ich bin das erste Mal bei so einer Veranstaltung dabei, habe bisher immer nur getestet.“, verrät die (noch) 16jährige Schülerin.

Rennsport-Luft hat Marie Luies schon immer geschnuppert. Schon als Vierjährige begleitete sie ihren Vater, der Mechaniker im Team von Andreas Schulze (Formula R 1000) ist, zu den Rennen. 2010 wurde sie selbst aktiv und stieg in den Kartsport ein. Doch die Liebe zum Motorbootrennsport war stärker. Kein Wunder, wenn man ständig von Rennsport-Legenden umgeben ist. Andreas Schulze wurde 1997 Europameister in der Klasse HR-1000. Sein Bruder Frank wurde 1999 Weltmeister in der „Königsklasse“ O-500. Beider Vater Manfred Schulze, inzwischen 74 Jahre alt, war mehrfacher DDR-Meister.

Marie Luies Schilling hat ihren (Boots-)Platz bei den Schulzes, die alle aus der Motorbootrennsport-Hochburg Dessau stammen, gefunden. Sogar in der offiziellen Startliste wird sie als Dessauerin geführt.

Geplant war für Marie Luies eigentlich der „normale“ Weg. „Es stimmt, normalerweise steigt man im ADAC Motorboot Cup in den Rennsport ein. Bei mir hat das aber nicht geklappt.“, erzählt Marie Luies. So richtig traurig ist sie darüber nicht. Wenn alles nach Plan läuft, bekommt sie 2018 ein eigenes Cockpit in der Klasse R 1000. „Die Geschwindigkeit in einem R 1000-Boot ist einfach viel höher“, schwärmt Marie Luies. Wer dabei in ihre Augen sieht, erkennt ein Leuchten, so sehr fasziniert sie der Geschwindigkeitsrausch. Und wohin soll es in der Zukunft gehen? „Natürlich will jeder mal ein Formel-1 Boot steuern, aber ich denke, die Klasse R 1000 ist das Machbare“, gibt sich Marie Luies realistisch.

Ihre Schulfreundinnen finden Marie Luies‘ Hobby cool. Manchmal dürfen sie dabei sein, wenn Marie Luies in „ihr“ Boot steigt und ein paar Testrunden dreht. Trainiert wird meist am Wochenende, so läßt sich auch das Hobby gut mit dem Schulunterricht vereinbaren.

Jenes historisches Rennboot, mit dem Marie Luies in Berlin-Grünau unterwegs war, gehört Manfred Schulze. „Das Boot hat 112 PS. Hier in Grünau war ich mit etwa 150 km/h auf dem Wasser unterwegs!“
Wer solche Flitzer auf dem Wasser hält, muß gut trainiert sein. Vor allem die Nackenmuskeln werden in den Kurven stark beansprucht. Auch Kraft in den Armen sollte man haben. Das ist besonders wichtig, wenn der Motor plötzlich seinen Geist aufgibt und man möglichst schnell an Land paddeln muß, um aus der Fahrrinne zu gelangen. Marie Luies ereilte dieses Schicksal im zweiten Lauf. „Das Ruderblatt hatte sich verdreht, ich konnte plötzlich nicht mehr lenken.“, schildert sie das Malheur. Statt mit Motorenkraft ging es mit Muskelkraft zurück ans Ufer. Dank ihres Teams konnte der Schaden bis zum dritten Lauf wieder behoben werden.

An Vorbildern mangelt es Marie Luies nicht: „Manfred Schulze ist ein Vorbild, auch weil er noch immer bei den Classic Booten aktiv mitfährt. Dann René Behnke (mehrfacher Weltmeister im Motorbootrennsport) und natürlich Ieva Millere.“ Der Zufall wollte es, dass im Fahrerlager gegenüber der Schulze-Boxen das Team von Millere seine Zelte aufgeschlagen hat.

In diesem Jahr noch Nachbarn im Fahrerlager – im nächsten Jahr vielleicht schon Konkurrentinnen auf dem Wasser. Von der männlichen Konkurrenz gibt es schon mal Komplimente: „Du bist gut gefahren!“, gratuliert Richard Güll, mit 16 Jahren wie Marie Luies ebenfalls ein Jungspund inmitten der erfahrenen „Alten Hasen“.

Marie Luies hat viel Mut und noch mehr Rennfahrerblut in sich. Ihre Taufe hat sie in Berlin-Grünau nicht nur als Fahrerin bestanden – ihr allererstes Rennwochenende als aktive Pilotin endete nämlich damit, dass sie von ihrem Team ins Wasser geschubst wurde….

Packender Motorsport beim 2. Motorsport-Festival Lausitzring

Nach dem großartigen Erfolg im vergangenen Jahr waren sich alle Beteiligte schnell einig: das Motorsport-Festival auf dem Lausitzring soll wiederholt werden.

Am vergangenen Wochenende war es nun soweit: mit dem Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) und dem ADAC GT Masters präsentierten sich Deutschlands populärste Rennserien gemeinsam dem Zuschauern auf der Rennstrecke im Süden Brandenburgs. Im Rahmenprogramm starteten die Nachwuchspiloten der ADAC Formel 4 sowie die Piloten des Porsche Carrera Cups. 70 Teams, 140 Fahrzeuge und 170 Fahrer – Motorsportherz, was willst Du mehr?

Insgesamt verfolgten 67500 Zuschauer 9 spannende Rennen am Samstag bzw. Sonntag. Damit wurden die Zuschauerzahlen des Vorjahres noch einmal leicht überboten. Mit ein Grund für den Zuschauerboom dürften die neuen Regeländerungen in der DTM gewesen sein, die zu Beginn der neuen Saison in Kraft traten. Noch leistungsstärkere Rennautos, Funkverbot zwischen Fahrer und Box sowie die Freigabe der Boxenstopps sorgten schon beim Auftakt auf dem Hockenheimring für spektakulären Motorsport. Und beim Anblick der „Liga der Supersportwagen“, wie das ADAC GT Masters gern bezeichnet wird, bekommen Motorsport-Fans glänzende Augen, schließlich liefern sich hier Traumautos wie Corvette, Lamborghini, Mercedes-Benz, Audi, BMW, Nissan und Porsche heiße Rad-an-Rad-Duelle.

Und es wurde nicht zuviel versprochen. Auch der Lausitzring bot packende Duelle und rasante Action auf der Strecke. Wie ausgeglichen und spannend die DTM in diesen Jahr ist, zeigt sich beim Blick auf die Ergebnisse. Während der bis dato Gesamtführende Lucas Auer (Österreich) am Sonnabend souverän das erste Rennen gewann, schaffte er am Sonntag mit viel Mühe gerade mal Platz 10 und holte nur einen winzigen Punkt. Und Sonntagsieger Jamie Green (GB) starte am Vortag sogar vom letzten Startplatz.

Nichts zu gewinnen gab es an diesem Wochenende für die Formel-4- und GT-Fahrer vom Berliner Team „Mücke Motorsport“. Für Peter Mücke und seine Mannschaft ist das Motorsport-Festival auf dem Lausitzring das Heimrennen.
Am Sonnabend gab es die Plätze 8 und 10 im ADAC-GT-Masters, am Sonntag konnte man sich gar nicht in den TOP TEN platzieren.
Drei Rennen, dreimal in den Punkten. So könnte man die Ergebnisse von Mückes Formel-4-Piloten zusammenfassen. Nach einem neunten Platz von Lirim Zendeli im ersten Rennen holte Sophia Flörsch mit einem 10. Platz im zweiten Rennen sowie Rang 8 im dritten Rennen die Kastanien aus dem Feuer und zeigte dabei, welch großes Talent in ihr steckt. Immerhin ging sie im dritten Lauf von Startplatz 23 ins Rennen.

Sophia Flörsch

Auch abseits der Rennpiste wurden den Zuschauern viel geboten. Beim Pit-View gewährten die drei DTM-Hersteller Mercedes, Audi und BMW den Fans im Fahrerlager einen Blick in eine ihrer Boxen. Nur wenige Meter entfernt konnte man so den Mechanikern über die Schulter schauen.
In den Markenwelten präsentierten alle Hersteller die neuesten Modelle. Auf den Aktionsflächen der Sponsoren der Rennserien gab es Mitmach-Angebote und Gewinnspiele. Zusätzlich gab es an beiden Renntagen Autogrammstunden mit den Fahrern aller vier Serien.

Bleibt nur zu hoffen, daß das 2. Motorsport-Festival nicht das letzte war. Der Vertrag mit der DTM läuft im nächsten Jahr aus, der Streckenbelag ist nach 17 Jahren reif für eine Komplettsanierung. Immerhin gibt es 67500 gute Argumente für eine Fortsetzung in den nächsten Jahren.

Auf dem Lausitzring wartet auch 2017 wieder jede Menge Spektakel

Einen Rückblick auf die vergangene Rennsaison sowie einen Ausblick auf die Höhepunkte 2017 am Lausitzring gaben am Dienstag Veranstalter, Ausrichter und erfolgreiche Sportler auf einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Josef Meier, geschäftsführender Gesellschafter der Eurospeedway Verwaltungs GmbH, bezeichnete die abgelaufene Saison als die zweiterfolgreichste in der Geschichte des Rings. Das Motorsport-Festival sowie das Red Bull Air Race waren die Publikumsmagneten 2016. Daran wollen die Lausitzring-Betreiber sowie der ADAC Berlin-Brandenburg als Ausrichter auch in diesem Jahr anknüpfen.

Bernd Barig, Vorstand Sport beim ADAC Berlin-Brandenburg e.V., und Thomas Voss, Leiter Motorsport & Klassik beim ADAC München, freuen sich schon auf das diesjährige Motorsportfestival vom 19. – 21. Mai. Mit dem Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) und dem ADAC GT Masters gastieren die beiden wichtigsten nationalen Motorsportmeisterschaften an einem Wochenende in der Lausitz. „Das Motorsportfestival ist nach dem 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring die zweitgrößte Automobil-Veranstaltung in Deutschland“, verrät Thomas Voss. Aus den Erfahrungen der Premierenveranstaltung 2016 habe man viel gelernt, was man in diesem Jahr besser machen kann. Allerdings wird 2017 die Superbike*IDM, Deutschlands wichtigste Motorradrennsportserie, nicht mehr dabei sein. „Wir haben uns bemüht, wieder Zwei- und Vierräder an den Start zu bringen, allerdings haben die Verantwortlichen der Superbike*IDM abgelehnt!“, bedauert Voss.

Für Peter Mücke, Teamchef BWT Mücke Motorsport (Berlin), ist das Motorsportfestival das Heimrennen schlechthin. Erstmalig wird BWT Mücke Motorsport 3 Fahrzeuge im ADAC GT Masters in den Kampf um die Meisterschaft schicken. Getreu seiner Firmenphilosophie, junge talentierte Fahrer weiter auszubilden, vertraut Peter Mücke dem 17jährigen Mike David Ortmann aus Berlin ein Rennfahrzeug an. „Mike hat in der Formel 4 gezeigt, was er drauf hat. Normalerweise steigt man dann in die Formel 3 auf, aber wir überspringen eine Klasse. Es war Zeit, den nächsten Schritt zu machen!“, so Peter Mücke auf der Pressekonferenz.

Teamchef Peter Mücke

Für die Zweirad-Fans dürfte das Wochenende vom 18.-20. August interessant werden, wenn der deutsche Lauf zur Superbike-Weltmeisterschaft auf dem Lausitzring stattfindet. Gleich zwei Piloten aus Deutschland gehen in dieser Rennsportserie an den Start. Neben dem Bayer Markus Reiterberger (Althea BMW Racing Team) dürfte vorallem Stefan Bradl (Red Bull Honda World Superbike Team) viele Zuschauer anlocken. Der ehemalige Moto2-Weltmeister fährt 2017 in der Superbike-Weltmeisterschaft und freut sich wie Reiterberger auf sein „Heim“-Rennen: „Ich bin gespannt, was mich hier in der Lausitz erwartet und hoffe auf viele Fans, die uns unterstützen!“

Für Matthias Dolderer, Pilot des Red Bull Air Race im Team MD 21 und amtierender Weltmeister der weltweit schnellsten Rennsportserie, machen genau die Fans auf dem Lausitzring den Unterschied zu anderen Rennstrecken aus. „Dadurch, dass die Hangars quasi gegenüber der Zuschauertribüne sind, können wir im Gegensatz zu anderen Strecken die Atmosphäre viel intensiver aufsaugen. Wir sehen und hören das Publikum, was woanders nicht der Fall ist“, schwärmt Dolderer.

Am 16. und 17. September gastiert das Red Bull Air Race in der Lausitz. Es ist der vorletzte WM-Lauf und die letzte Station, bevor der Rennzirkus weiter nach Indianapolis (USA) weiter zieht. Zu gerne würde Dolderer auf dem Weg zur erfolgreichen Titelverteidigung zuvor auch sein Heimrennen gewinnen.

Air-Race-Weltmeister Matthias Dolderer sowie die beiden Superbike-Piloten Stefan Bradl und Markus Reiterberger stimmen sich schon mal auf den Lausitzring ein.

Wer es lieber so richtig schmutzig mag, kommt beim Extremhindernislauf Tough Mudder am 09. und 10. September auf seine Kosten. Auf 18 km Länge entsteht auf dem Gelände des Lausitzrings der härteste Abenteuerspielplatz für Erwachsene: Schlamm, 40 Tonnen Eis und mehr als 20 extreme Hindernisse sind die Zutaten für „das härteste Event der Welt“ und bringen jeden Teilnehmer an seine physischen und psychischen Grenzen.

Den kompletten Rennkalender und weitere Infos, u.a. auch zum Ticketverkauf, gibt es unter www.lausitzring.de.

v.l.n.r.: Jesef Meier, Teammitglied Mücke Motorsport, Bernd Barig, Mike David Ortmann, Thomas Voss, Peter Mücke, Stefan Bradl, Markus Reiterberger, Matthias Dolderer

Autogrammstunde mit Stefan Schäfer

Zur Autogrammstunde mit Lokalmatador Stefan Schäfer, frischgebackener Europameister der Steher und mehrfacher Deutscher Meister, lud die Volksbank Spree-Neiße eG am Donnerstag in ihre Räumlichkeiten ein. Vorstand Frank H. Baer begrüßte den prominenten Gast, dessen Sponsor u.a. auch die Volksbank ist. Leider spielte wohl das regnerische Wetter eine Rolle, denn es fanden sich nur wenige Radsport-Fans ein, um sich ein Autogramm zu holen. Dafür nutzten die wenigen Gäste die seltene Gelegenheit und konnten intensiver mit dem gebürtigen Forster Stefan Schäfer ins Gespräch kommen.

Glücklicher Sieg für SG Kausche gegen den Frauen-Bundesligisten Turbine Potsdam

2016-08-07 PosterEs ist schon Tradition geworden, dass sich das Bundesliga-Team vom 1. FFC Turbine Potsdam in der Vorbereitung gerne mal mit Männermannschaften misst.

Anläßlich des Sportfestes der SG Kausche im Rahmen der Feierlichkeiten zu „20 Jahre Umsiedlung von Alt-Kausche“ (die Umsiedlung wurde infolge des Braunkohlenabbaus notwendig) lud sich der Aufsteiger zur Kreisoberliga den namhaften Gegner aus der Landeshauptstadt zu einem Freundschaftsspiel ein.
Die Potsdamerinnen kamen mit dem gesamten Erstliga-Kader, es fehlten lediglich die drei Olympiateilnehmerinnen Tabea Kemme und Svenja Huth (beide Deutschland) sowie Elise Kellond-Knight (Australien).

Für Victoria Krug war das Spiel fast ein Heimspiel – die 18jährige Abwehrspielerin stammt aus dem Drebkauer Ortsteil Jehserig. Mit Stürmerin Laura Linder aus Lübbenau stand noch eine weitere Lausitzerin auf dem Platz.

Die Anfangsphase gehörte zunächst den Männern, die erste Chance im Spiel hatte in der 14. Minute Johannes Elsig. Ihr Schuß ging jedoch über das Tor. Drei Minuten später zappelte der Ball das erste Mal im Tor der Potsdamerinnen. Toni Weise war mit aufgerückt und vollendete. Der Bundesligist kam nur selten vor das gegnerische Tor und mußte in der 34. Minute sogar das 0:2 durch Stephan Faber hinnehmen. Mit diesem Spielstand ging es in die Halbzeitpause.Kausche-Turbine

Die SG Kausche machte zu Beginn der zweiten Halbzeit da weiter, wo sie vor dem Seitenwechsel aufgehört hatten. Fabian Triebeneckr erhöhte in der 47. Spielminute auf 3:0. Aber Turbine Potsdam gab sich nicht auf und riß das Spiel nun an sich. Praktisch im Gegenzug erzielte Anna Gasper in der 49. Minute den wohlverdienten Anschlußtreffer.
Kausche kam jetzt nur noch zu Kontergelegenheiten, Potsdam dagegen kombinierte sich durch die meist zwei Köpfe größeren Gegenspieler. In der 63. Minute verkürzte Nationalspielerin Felicitas Rauch auf 3:2. Potsdam blieb spielbestimmend und kämpfte um das Ausgleichstor.
In der 74. Spielminute war es soweit: Anna Gasper netzte zum viel umjubelten 3:3 ein. Applaus gab es auch von den einheimischen Fans.Kausche-Turbine

Die Aufholjagd des Bundesligisten wurde jedoch nicht belohnt. Zwei Minuten vor dem Schlußpfiff nutzte Stephan Faber Stellungsfehler in der Potsdamer Hintermannschaft und erzielte Siegtreffer zum 4:3-Endstand.

Zuschauer, die wenig mit Frauenfußball am Hut haben, zeigten sich überrascht, wie kampfstark und technisch versiert die Potsdamerinnen am Ball waren. Für Unverständnis sorgten dagegen einige Entscheidungen des Schiedsrichterkollektivs, die so manchen Zweikampf zu Ungunsten der meist kleineren Potsdamerinnen pfiffen. Abgesehen von einem rüden Foul an Lia Wälti kurz vor den Abpfiff sahen die 549 Zuschauer ein ausgeglichenes und vor allem faires Spiel.

Auch wenn es für Turbine nicht zum Unentschieden gereicht hat, zeigte sich Kapitänin Lia Wälti zufrieden mit dem Spiel: „Wir haben heute ein sehr gutes Spiel gezeigt. Besonders in der zweiten Halbzeit haben wir viel von dem umgesetzt, was wir in den letzten Wochen trainiert haben. Es tut gut, wenn man ein Spiel drehen kann oder zumindest nochmal ran kommt, schließlich lagen wir schon 0:3 hinten“.

Und was bringt so ein Spiel Männer gegen Frauen? “ Heute hat es uns viel gebracht, weil der Gegner gar nicht so schlecht war und wir trotzdem unsere Spielzüge durchziehen konnten.“, fasst die Schweizer Nationalspielerin zusammen.

Beim Auslaufen gab es dann auch für die Mädels viel Applaus von den Zuschauern.Kausche-Turbine

(c) für alle Fotos: Thori, 2016, außer Veranstaltungsplakat (c) SG Kausche

Ein Teenager auf dem Weg an die Spitze – der Berliner Mike Ortmann und das Abenteuer Formel 4

Wo bitte geht es zur Box vom Team „Mücke Motorsport“? Die riesige Freifläche auf der Rückseite der Boxengasse des Lausitzrings ist ein einziger großer Stellplatz: Trucks, Zelte, Wohnwagen stehen schön nebeneinander wie in einer Wagenburg aufgereiht. Hier irgendwo bin ich auf der Suche nach Mike David Ortmann. Der 16jährige Berliner fährt in der Formel 4, der Nachwuchsklasse des ADAC für Formelrennwagen.

Ich frage mich bei den Mechanikern in ihren orangenen Shirts durch; Teamchef Peter Mücke gibt mir den Tip, es mal in der Kommandozentrale des Teams zu versuchen. Dort treffe ich endlich auf meinen Gesprächspartner. Entspannt, mit herunterhängendem Rennoverall sitzt Mike vor einem Monitor und lauscht den Ausführungen seines Renningenieurs. Das Ziel für das anstehende Rennwochenende ist klar: „Drei Podiumsplätze wären schön“, sagt Mike. Damit wäre er weiterhin im Titelrennen.

7_Mike Ortmann_(c)Thoralf HaßMike Ortmann ist ein ruhiger Typ, der trotz seiner jungen Jahre schon professionell Motorsport betreibt. Vor der Box steht für die vorbei flanierenden Fans ein Aufsteller mit Autogrammkarten, Postern und Fähnchen – der Kontakt zu den Fans ist wichtig. Das zeigt sich auch, wenn Mike durch das Fahrerlager geht: immer wieder bitten junge Mädels um Mikes Unterschrift oder ein Foto.

Seine Leidenschaft zum Motorsport entwickelte sich schon frühzeitig: „Angefangen hat es 2009, als wir an einem Kindergeburtstag Kartfahren waren.“, erinnert sich Mike an seine Anfänge zurück. Die Faszination Motorsport ließ ihn danach nicht mehr los. Schnell stellten sich erste Erfolge ein – so gewann er zweimal den Bundesendlauf im Kartsport und wurde Dritter im ADAC Kart Masters.

Der damalige Betreiber seiner Internetseite lud Mike Ortmann auf den Lausitzring ein und stellte ihm Peter Mücke, Teamchef von „Mücke Motorsport“, vor. Nach erfolgreich verlaufenen Tests im Simulator und auf der Rennpiste unterschrieb Mike Ortmann im Oktober 2014 bei „Mücke Motorsport“, einem der führenden Rennställe in Deutschland, wenn es um die Ausbildung hoffnungsvoller Talente geht, und wechselte vom Kart- in den Formelrennsport in die ADAC Formel 4. „Das Besondere an der Formel 4 ist, dass alle Fahrer das gleiche Material haben, von der Motorleistung bis zum Chassis. Es kommt also nur auf den Fahrer an, wie erfolgreich ein Rennen verläuft!“, erklärt der Berliner. In seiner ersten Saison wurde er auf Anhieb Zweiter in der Rookie-Wertung, also zweitbester Neuling.

Peter Mücke sagt über Ortmann: „Mike ist ein dufter Junge, das ist das Wichtigste. Er ist über den Winter fahrerisch sehr gereift und mental sehr stark. Und er ist einer der besten Überholer, die ich kenne.“

Auf seiner Hausstrecke, dem Lausitzring, läuft es jedoch weniger gut. Im ersten Rennen nur Platz 9, im zweiten Lauf wird seine Aufholjagd durch Safty-Car-Phasen immer wieder unterbrochen und es reicht nur zu Platz 4.4_Mike Ortmann in der Startaufstellung_(c)Thoralf Haß

Seine Unzufriedenheit mit den bisherigen Ergebnissen an diesem Wochenende sieht man ihm an. Doch viel Zeit zum Ärgern bleibt nicht, der Zeitplan ist dicht gedrängt. Zur Autogrammstunde sieht man ihn schon wieder lachen und er beantwortet nebenbei geduldig die Fragen des Moderators.6_Mike Ortmann im Interview_(c)Thoralf Haß

Wer sich mit Mike Ortmann unterhält, merkt schnell, da ist jemand, der für seinen Sport lebt. Klar hat er den Wunsch, mal in die Formel 1 zu wechseln. „Man muss dabei aber beobachten, welcher Weg ist realistisch und sich auch eingestehen, wenn es am Ende nicht reicht. Wir schauen einfach von Jahr zu Jahr. Auf jeden Fall will ich weiter Motorsport betreiben!“, sagt Mike.

Sagt’s und ist schon wieder auf das nächste Rennen fokussiert. Wenig später verlässt er die schützende Wagenburg und geht völlig unaufgeregt zum Vorstart, als wäre es das Normalste dieser Welt. Dabei wird er sich gleich in einen Rennboliden setzen und vor den Augen seiner angereisten Fanclubs mit fast 200 km/h über die Piste jagen – links und rechts flankiert von rund 20 weiteren jungen Wilden….

Endlich kann er sein Potential zeigen, führt bis zwei Runden vor Schluss und wird am Ende doch nur Dritter. Während er mit Regenreifen auf der langsam trockener werdenden Strecke blieb, stellten seine Konkurrenten auf Slicks um und konnten ihn kurz vom dem Ziel noch überholen.

(c) für alle Fotos: Thori, 2016

„Man ist nicht gezwungen, den Vordermann zu überholen!“ – Der Berliner Rennfahrer Philipp Weidinger über die Faszination Rallycross

Als 2015 auf dem Lausitzring im Süden Brandenburgs zum ersten Mal die Deutsche RallyCross Meisterschaft Station machte, waren die Zuschauer fasziniert von dem, was ihnen geboten wurde: spektakulärer Motorsport, packende Tür-an-Tür-Duelle und frisierte Tourenwagen an der Belastungsgrenze. Dazu sommerlich heiße Temperaturen, die die Rennen zum Härtetest für Fahrer und Autos machten. Keine Frage, der Auftritt auf der extra dafür neu errichteten Piste im Turn 1 des Lausitzringes konnte die Zuschauer für diese hier in der Region noch relativ unbekannte Motorsportdisziplin begeistern.

Einer der tollkühnen Piloten ist Philipp Weidinger. Der 26jährige BWL-Student startet für die Private Renngemeinschaft Spandau e.V. im ADAC. Zum Rallycross ist er eher zufällig gekommen. „Der ADAC Berlin-Brandenburg wollte ein Rallycross-Rennen veranstalten und hat unseren Verein gefragt, ob wir die Organisation in Groß Dölln übernehmen könnten. Zunächst hatte ich das Projekt als Offizieller im Org.–Büro begleitet. Irgendwann fragte mich mein Papa, ob ich nicht selber mitfahren möchte.“, erinnert sich Philipp an seine Anfänge als Rallycrosser. 

ADAC Track Day

Philipp Weidinger vor seinem Peugeot 206 RC

Das war vor etwa 3 Jahren. Zuvor war Philipp Weidinger ziemlich erfolgreich im Slalomsport unterwegs, wurde zweimal „Slalom Youngster Cup“-Meister. Auch ein Jahr im „Dacia Logan Cup“ steht in seiner Vita.

Vor zwei Jahren wechselte Philipp zum Rallycross, wurde 2014 Vize-Meister im DRX-RallyCross Cup und gewann 2015 den Titel. 2016 stieg er in die Klasse der „Super National“ auf. Hier finden sich sowohl Front- und Heckantriebler als auch Fahrzeuge mit Turbo- oder Saugmotoren wieder. Klassen wie DRX RallyCross Trophy, DRX Rallycross Cup oder Super 1600 sind stärker reglementiert.

Aber was macht Rallycross für Fahrer und Zuschauer so interessant? Philipp Weidinger kennt das Erfolgsgeheimnis: „Es ist die Kombination aus Asphalt- und Schotterpassagen. Man muss auf beiden Oberflächen schnell sein. Und man fährt im Gegensatz zum reinen Rallyesport nicht gegen die Zeit, sondern im Pulk Mann gegen Mann.“

6_Rallycross Lausitzring 2015_(c)Thoralf Haß

Der Rallycross-Parcours besteht aus Asphalt- und Schotterpassagen

Im Pulk – das heißt, meist 5 bis 8 Fahrer absolvieren kurze Läufe, die Heats. Eine Rennrunde ist etwa einen Kilometer lang und muss maximal 7 mal absolviert werden.

Überhaupt ist Rallycross für den Laien zunächst etwas ungewohnt. So gibt es neben dem Freien und dem Zeittraining an jedem Rennwochenende 3 Qualifikationsläufe. Im ersten Lauf erfolgt die Startaufstellung entsprechend der Trainingszeiten. Für jede Platzierung in Lauf 1 gibt es Punkte, aus denen ein Ranking ermittelt wird. Im zweiten Lauf starten die Fahrer auf den ungeraden Punkterängen (also die Plätze 1,3,5,7 usw.) sowie die Fahrer auf den geraden Punkterängen (2,4,6,8 usw.) gegeneinander. Die in Lauf 2 erzielten Punkte werden zu den bisherigen addiert und es ergibt sich eine neue Reihenfolge. Die Startaufstellung für Lauf 3 ergibt sich wiederum aus den geraden und ungeraden Platzierungen. Die Punktbesten nach 3 Vorläufen ermitteln dann im Finale den Tagessieger.

ADAC Track Day

Beim Rallycross erleben die Zuschauer packende Kopf-and-Kopf-Duelle

Eine Besonderheit beim Rallycross ist die Joker-Runde, die jeder Fahrer einmal pro Lauf durchfahren muss Meist handelt sich dabei um eine kleine Schleife oder Schikane, die in die normale Rennstrecke integriert ist. Ähnlich wie der Boxenstopp und die richtige Boxenstrategie beim Tourenwagen- oder Formel-Rennsport kann der Zeitpunkt, wann der Fahrer die Joker-Runde absolviert, über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Wenn ich nach dem Start vorn bin, nehme ich die Joker-Runde in der letzten Umfahrung. Sollte ich jedoch den Start verschlafen und Fahrzeuge vor mir haben, fahre ich gleich zu Beginn die Joker-Runde, um anschließend freie Strecke zu haben und das maximale Tempo zu fahren, das mein Fahrzeug hergibt!“, verrät Philipp die beste Strategie. Man sei nicht unbedingt gezwungen, den Vordermann zu überholen, wichtiger sei es, bei möglichst freier Strecke den Parcours am schnellsten zu durchqueren.

Das Reglement erlaubt es auch, an den Fahrzeugen herumzuschrauben. Man darf das Fahrwerk oder das Steuergerät verändern, auch der Einbau leichter Plastikteile ist erlaubt. Die Motoren sind allesamt getunt.

Philipps Rennbolide ist ein Peugeot 206 RC mit etwa 200 PS. Wie schnell sein Fahrzeug ist, kann Philipp nicht so genau sagen: „Das Fahrzeug wurde noch nie ausgetestet. Und da wir kein Tachometer im Auto haben, weiß ich auch nicht, wie schnell ich bin. Aber es geht auch nicht so sehr um Höchstgeschwindigkeit, sondern darum, am schnellsten aus den Ecken und Kehren heraus zu beschleunigen und sich so einen Vorteil im Rennen zu verschaffen!“

Der Berliner betreibt seinen Rennsport als Hobby. Das siebenköpfige Team, das sich um Fahrer und Fahrzeug kümmert, besteht aus Familie und Freunden. Philipps Vater Gerd Weidinger ist Vorsitzender der Privaten Renngemeinschaft Spandau, Teamchef bei Weidinger Motorsport und Rennleiter der Rennen auf dem Lausitzring. Um die Verpflegung am Rennwochenende kümmert sich Philipps Mama. Hinzu kommen die beiden Mechaniker Marc-Anton Schubert und Karsten Liebtrau.

ADAC Track Day

Philipp Weidinger wühlt sich durch die Schotterpassagen

Die Kosten für eine Saison kann man schlecht beziffern – die Arbeitsstunden sind nicht gezählt, oft wird bis spät in die Nacht am Rennauto repariert. Bei den hochgezüchteten Motoren ist nach jedem Rennen ein Motorencheck notwendig. Und bei den heißen Duellen auf der Strecke und den Belastungen durch den Untergrund gehen auch schon mal einige Teile kaputt, die erneuert werden müssen.

Philipps Lieblingsstrecke ist der Parcours auf dem Lausitzring: „Die Strecke ist länger als andere Kurse, außerdem fahren wir auf richtigem Rennasphalt. Die eingebaute Sprungkuppe ist einzigartig und es gibt schnelle und langsame Ecken.“, schwärmt er.

Ausgerechnet auf dem Lausitzring ging beim ADAC Track Day, der für Test- und Einstellfahrten gedacht ist, sein Fahrzeug kaputt. Und das eine Woche vor dem Start in die neue Saison. So musste er beim ersten Rennen auf sein Vorjahresfahrzeug, einen VW Polo, ausweichen, welcher natürlich in der neuen Klasse hubraumtechnisch deutliche Nachteile gegenüber den anderen Fahrzeugen hat.

ADAC Track Day

Philipp Weidinger (hinten) auf der Strecke

Überhaupt sind Trainings- und Testmöglichkeiten sehr begrenzt. Da die Rennfahrzeuge keine Straßenzulassung besitzen, bleibt den Fahrern nur, offizielle Trainingstage zu nutzen oder man hat das Glück und darf auf Privatgelände testen.

Erst in den vergangenen Jahren ist Rallycross in Berlin und Brandenburg populär geworden, allerdings ist es immer noch eher Breiten- als Profisport. In der WorldRX, der FIA World Rallycross Championship, fahren die großen Namen: DTM-Pilot Mattias Ekström (Schweden), Rallye-Weltmeister Sebastien Loeb (Frankreich) oder auch der mehrfache Medaillengewinner der X-Games Ken Block (USA), der im amerikanischen Pendant zur WRX, der Global Rallycross Championship GRC, startete.

Ein Start in diesen internationalen Serien wäre für Philipp Weidinger ein Traum. Bis dahin konzentriert sich Philipp auf seine Rennen in der „Super National“-Klasse, die er irgendwann mal als Meister beenden möchte. „Wenn Sponsoren mitspielen, ist das Ziel sicherlich realistisch. Ich denke, fahrerisches Vermögen ist vorhanden, um mithalten zu können“, zeigt sich Philipp Weidinger optimistisch. Für die aktuelle Saison sind seine Ziele bescheidener. „Es gibt viele starke Fahrer und Autos in dieser Klasse. Eine Platzierung in den TOP 3 dürfte für mich schwierig werden. Ich will aber im oberen Mittelfeld, etwa Platz 5 oder 6 einkommen.“

Dass diese Einschätzung nicht aus der Luft gegriffen ist, zeigte sich bereits am ersten Rennwochenende auf dem Lausitzring. Trotz 50 PS weniger Leistung als seine Konkurrenten konnte sich Philipp von Lauf zu Lauf steigern und erreichte schließlich das Halbfinale. Damit war das selbstgesteckte Ziel erreicht, aber durch eine taktisch kluge Fahrweise und Fehler der anderen Fahrer schaffte Philipp den Einzug ins Finale, wo er für alle überraschend mit Platz 3 seine erste Podiumsplatzierung in der neuen Klasse erzielte.

ADAC Track Day

Philipp Weidinger in der Startaufstellung zum Rennen auf dem Lausitzring

Ob sich dieser positive Trend in den nächsten Rennen fortsetzt, wird sich zeigen. Neben dem Rennen auf dem Lausitzring stehen noch Läufe auf dem Grundautalring, Estering Buxtehude, Ewald-Pauli-Ring Schlüchtern und in Maasmechelen (Belgien) auf dem Programm. Abgerechnet wird am Jahresende, wenn die Meisterschaft beendet ist. Gut möglich, dass dann ein Berliner ganz vorne mitmischt…

„Alte Hasen“ und Neueinsteiger beim Trainings- und Schnuppertag auf dem Halbendorfer See

Gemeinsam mit dem ADAC Berlin-Brandenburg organisierte der ADAC Sachsen am 23. April auf dem Halbendorfer See das jährliche Frühjahrstraining für Motorrennboote aller Klassen.

12 Piloten aus mehreren Bundesländern nutzten die Gelegenheit, ihre Rennboote fit für die neue Saison zu machen und neue Bauteile zu testen. So konnten die Schaulustigen Boote der Renn-Klassen O-125, O-250, O-350, F-500 und des ADAC Masters erleben. Auch die Classic-Boote waren mit 5 Teilnehmern stark vertreten. Classic-Boote sind historische Rennboote, die heutzutage nur noch auf Showveranstaltungen zu erleben sind.2016-04-21__(c)-Thoralf Hass_10

„Wir haben hier die Möglichkeit, nach der Winterpause erstmals unsere Boote wieder zu Wasser zu lassen. Die Gegebenheiten hier vor Ort und auch die Strecke sind für solche Trainingstage nahezu ideal!“, verrät der Berliner Karsten Kluge, der in der Vergangenheit schon EM- und Vize-EM-Titel in verschiedenen Klassen gewann. Auf dem Halbendorfer See sorgte sein Rennboot der Klasse F-500 für Aufsehen bei den wenigen Zuschauern. Mit 180 PS und Höchstgeschwindigkeiten bis zu 180 km/h jagte Kluge über den See.

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180 PS, ca. 180 km/h, 220 kg schwer, 13800 U/min, 500 ccm
Karsten Kluge in seinem F-500

Fast ebenso schnell war Roman Schnaider aus Vockerode (Sachsen-Anhalt) mit seinem 35 Jahre alten Oldtimer. Er pilotierte ein Originalboot von Motorboot-Legende Bernhard Danisch. Die Danisch-Boote eroberten in den 70er und 80er Jahren mehrere WM-und EM-Titel und stellten Geschwindigkeitsweltrekorde auf.

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zum Vergleich ein historisches 500er Boot: ca. 130 PS, etwa 150 km/h schnell, 12500 U/min
Roman Schnaider (3.v.r.) mit einem Boot von Bernhard Danisch

Motorbootrennsport hat in der Lausitz eine lange Tradition. Neben Halbendorf gab es in der Vergangenheit Rennen auf dem Schwielochsee, dem Partwitzer See und auf der Talsperre Spremberg.

Ein paar Unentwegte versuchen seit Jahren mehr oder weniger vergebens, diese Tradition aufrecht zu erhalten. Mit dem Halbendorfer See fand man 2011 ein Terrain, daß internationalen Ansprüchen genügte. Nach 3 Internationalen Rennen war schon wieder Schluß: Der Bau der neuen Wasserski-Anlage sorgte dafür, daß der Kurs verkürzt werden mußte. Damit sind hier zukünftig keine Rennen mehr möglich.

Überhaupt wird es für Veranstalter immer schwerer, geeignete Strecken zu finden. Hans Joachim Gleffe vom Motor-Rennboot-Club Berlin e.V. gehört zu denen, die den Motorbootrennsport am Leben erhalten wollen. Gerade die Lausitz mit ihren vielen Gewässern bietet sich an. „Wir wollten auf dem Bärwalder See ein Rennen etablieren, waren mit den Planungen schon weit vorangeschritten. Allerdings waren unsere Ansprechpartner nicht so zuverlässig, wie man das für solch eine Veranstaltung erwarten muß. Und ohne zuverlässige Partner kann man ein solches Rennwochenende nicht alleine organisieren und finanzieren.“, verrät Gleffe die Probleme. Auch der Plan, das Rennen auf dem Spremberger Stausee wiederzubeleben, scheiterte an einer einzigen Unterschrift.

Ein weiteres Problem für den deutschen Motorbootrennsport ist der Nachwuchs. Es gibt zu wenige junge Fahrer. Der ADAC geht deshalb neue Wege. Neben dem offiziellen Training für die erfahrenen Piloten gab es auf dem Halbendorfer See einen Schnupperkurs für Kinder und Jugendliche. Mit der Klasse GT-15 hat der ADAC eine Einsteigerklasse etabliert, in der man mit 10 Jahren erste Rennerfahrungen sammeln kann. Sieben mutige Kinder, u.a. aus Berlin, Magdeburg und Krauschwitz, nahmen in einem Rennboot Platz und ließen sich von Volker Lewalter, Instrukteur beim ADAC Hessen/Thüringen, einweisen. Nach einer kurzen Sitzprobe und Trockenübungen ging es für die Steppkes das erste Mal aufs Wasser.

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Volker Lewalter bei der Einweisung

Yvonne König

Yvonne König, hier beim Motorbootrennen in Berlin-Grünau 2015

Fachliche Hilfe für die Kleinen gab es von Yvonne König, mit einem Vizeweltmeistertitel und Erfahrungen in der Formel-2 eine der aktuell besten deutschen Motorbootfahrerinnen. „Ich hatte mit 14 Jahren meinen Einstieg in den Rennsport, allerdings war damals das Mindestalter höher gesetzt.“, erinnert sie sich an ihre eigenen Anfänge. „Mit der GT-15 ist der ADAC auf einem guten Weg. Die Boote sind sehr sicher und die Kleinen können hier das Rennsport-Einmaleins lernen!“, freut sich Yvonne König über die Begeisterung der Jüngsten. Ob auf dem Halbendorfer See die Karriere eines zukünftigen Weltmeisters begann, wird die Zukunft zeigen.

Wer die historischen Rennboote einmal im Einsatz sehen will, hat am 13. August in Goyatz auf dem Kleinen Schwielochsee sowie am 20.August in Eisenhüttenstadt auf dem Oder-Spree-Kanal die Gelegenheit.

An letzten August-Wochenende findet in Berlin-Grünau auf der Regattastrecke ein WM-Lauf der F4 statt.

(c) für alle Fotos: Thori, 2015 & 2016

750 km zum Forster Stadtjubiläum

750 Jahre Forst 150x140„Visionen für Forst – Aktiv in die Zukunft“, so lautet das Motto für den Themenmonat Oktober anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten „750 Jahre Forst“.

Wie aktiv die Forster sind, konnte man am 3. Oktober beim großen Sporttag im Forster Stadion am Fuße des Wasserturmes erleben.

Carola Schneider von der Forster Stadtverwaltung und ihr Organisationsteam hatten ehrgeizige Ziele: im Rahmen mehrerer kurzer und langer Läufe sollten insgesamt 750 km erlaufen werden. Ein buntes Rahmenprogramm mit Schnupperkursen, Gesprächs- und Autogrammstunden sowie Infoständen verschiedenster Anbieter sollten für Abwechslung sorgen. Es gab nur zwei Unsicherheitsfaktoren: das Wetter und die Frage, ob die Forster das Angebot überhaupt annehmen.

Sporttag in Forst, 03.10.2015Kurz nach 10:00 Uhr eröffnete Heike Korittke, Verwaltungsvorstand für Stadtentwicklung und Bauen, in Vertretung des Forster Bürgermeisters das Fest. Zu diesem Zeitpunkt herrschte schon großer Andrang im Anmeldebüro für die Läufe. Auch der Wettergott spielte mit und bescherte den Teilnehmern einen wunderbaren sonnigen Herbsttag bei angenehmen Temperaturen.

Den Anfang machten die jüngsten Sportler. Sie wagten sich entweder über eine halbe oder anschließend über eine ganze Stadionrunde. Zur Motivation liefen auch ein paar Mütter neben ihrem Sprössling mit und gingen somit ungewollt in die Gesamtwertung mit ein, denn jeder gelaufene Kilometer zählte an diesem Sonnabend!

Zeitgleich mit dem Lauf der Jüngsten begannen Schnupperkurse im Skiken (Rollerski für Gelände und Asphalt) und im Flexibartraining. Im Innenraum baute der Stadtsportbund Cottbus einen Soccer-Käfig und eine Hüpfburg auf. Nebenan präsentierte sich der „Förderkreis Stadion am Wasserturm Forst“, der sich für eine Modernisierung des Areals stark macht. Auch die Lausitzklinik und die Stadt Forst waren mit Infoständen vertreten.

Prominente Gäste der Veranstaltung waren Antje Möldner-Schmidt, 3000m-Hindernis-Europameisterin 2014, und der Forster Thomas Schneider (400m-Spezialist und Team-Europameister). Die beiden Nationalmannschaftskader gaben Einblicke in ihren Trainings-und Wettkampfbetrieb. So erfuhren die Zuschauer, auf welchen Umwegen Thomas Schneider zur Leichtathletik kam und dass Antje Möldner-Schmidt auf Grund einer schweren Erkrankung von ihrem alten Klub in Potsdam fallen gelassen wurde und in Cottbus einen Neuanfang startete, weil sie hier wohlwollend aufgenommen wurde.Sporttag in Forst, 03.10.2015

Im Anschluss an die Gesprächsrunde standen beide Sportler für Autogramm- und Fotowünsche zur Verfügung.Sporttag in Forst, 03.10.2015

Parallel dazu gingen Hobbyläufer aller Altersklassen auf die 2000m-Strecke. Mehr als 70 Teilnehmer sorgten für schöne Fotomotive, denn es ist lange her, dass solch große Teilnehmerfelder auf der Aschenbahn unterwegs waren. Und wem die 2000m zu kurz waren, der lief einfach noch ein paar Runden weiter, schließlich war immer noch das große Ziel, die 750 km, in weiter Ferne.Sporttag in Forst, 03.10.2015Sporttag in Forst, 03.10.2015

Auch die Nordic Walker leisteten ihren Beitrag. Ihre Strecke ging sowohl außen herum um das Stadion als auch innen entlang der Eiswiese.

Vor dem großen Finale, dem Lauf zur Jubiläumsmeile über 7500m, stand die Frage: Reichen unsere Laufteilnehmer oder müssen wir noch ein paar Runden dran hängen? Hochrechnungen gingen davon aus, dass es ohne Zusatzrunden reichen könnte. Und so wagten sich mehr als 50 Läufer über die Distanz. Michael Görsch und Gordon Worlitz teilten sich den Sieg und erreichten nach 30:05 min gemeinsam das Ziel. Bei den Frauen gewann Jeannette Bayer in 37:04 min.

Auch Thomas Schneider, eben noch von Autogrammjägern umlagert, wollte seinen Beitrag leisten und lief die für einen Kurzstreckler ziemlich lange Distanz. Platz 10 in knapp 36 Minuten standen am Ende zu Buche.

Blieb nur noch die große Frage: Wurde das große Ziel, 750 km zu erlaufen, geschafft? 738 km zeigte der Taschenrechner nach Addition aller Läufer, Walker und Begleit-Muttis an. An den 12 km sollte das Projekt nicht scheitern. Kurzerhand entschloss sich das Organisationsteam um Carola Schneider, gemeinsam die fehlenden Kilometer zu laufen. Am Ende konnte vermeldet werden: Ziel mit rund 760 km übererfüllt!!!Sporttag in Forst, 03.10.20152015-10-03 Sporttag in Forst  008 (c)_Thoralf Haß

Die Forster und ihre Gäste aus Nah und Fern, egal ob als Lauf-Profi, Hobbyläufer, Nordic Walker oder Bambini – sie alle machten sich auf, eine Vision für Forst zu verwirklichen. Und in diesen Zeiten nicht ganz außer Acht zu lassen: auch einige Flüchtlinge, die derzeit in Forst leben, haben sich ohne Berührungsängste an diesem Fest für Forst beteiligt!

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04.10.2015 nl_aktuell

Potsdamer „Torbienen“ unterliegen Wittichenauer Männer

Einen hochkarätigen Gegner lud sich der DJK Blau Weiß Wittichenau anläßlich seines 90jährigen Gründungsjubiläums zum Freundschaftsspiel ein – niemand Geringeres als der 1. FFC Turbine Potsdam war zu Gast. Die Potsdamerinnen spielen in der Frauen Bundesliga und sind mehrfacher Deutscher Meister und zweifacher Gewinner der UEFA Women’s Champions League.2015-08-02 DJK Blau Weiß Wittichenau - Turbine Potsdam 0003

Seit Jahren gehört es zur Tradition, daß sich Turbine Potsdam in der Vorbereitung auf die kommende Saison Männer-Mannschaften (meist Kreisligisten oder Kreisoberliga) als Gegner aussucht und diese Spiele fernab des heimischen „Karlis“ (Karl-Liebknecht-Stadion in Potsdam-Babelsberg) austrägt.

Nach Wittichenau kamen die „Torbienen“ mit dem gesamten Erstliga-Kader. Mit Tabea Kemme, von den Fans zur besten deutschen Spielerin bei der kürzlich zu Ende gegangenen Weltmeisterschaft gekürt, und der Schweizerin Lia Wälti standen auch zwei WM-Spielerinnen auf dem Platz. Vizeweltmeisterin Asano Nagasato (Japan) durfte sich wie die übrigen deutschen WM-Teilnehmerinnen Bianca Schmidt und Jennifer Cramer sowie Fei Wang (China) das Spiel von der Seitenlinie aus anschauen.

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Lia Wälti (links) und Tabea Kemme spielten von Anfang an

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Jennifer Cramer, Bianca Schmidt, Fei Wang und Asano Nagasato durften zuschauen

Potsdams Cheftrainer Bernd Schröder schickte zunächst einige der Neueinkäufe aufs Feld.

Bei Temperaturen um die 30° C entwickelte sich vor 753 Zuschauern ein kurzweiliges Spiel. Turbine war die spielerisch bessere Mannschaft und hatte mehr Ballbesitz, konnte aber zunächst wenig Vorteil daraus ziehen. Zwei Konter der Wittichenauer Repräsentationsauswahl und Potsdam lag 2:0 hinten. Nach der Pause gelang den Männern sogar das 3:0.

2015-08-02 DJK Blau Weiß Wittichenau - Turbine Potsdam 00052015-08-02 DJK Blau Weiß Wittichenau - Turbine Potsdam 0004Turbine übernahm jetzt das Kommando auf dem Platz, erhöhte das Tempo und kam zu ersten vielversprechenden Torchancen. Nationalspielerin Svenja Huth erzielte in der 54. Minute den 3:1 Anschlußtreffer, drei Minuten später erzielte Neuzugang Ilaria Mauro aus Italien das 3:2. Stefanie Draws gelang in der 70. Spielminute sogar der Ausgleichstreffer. Alles rechnete nun mit einem Sieg der Potsdamerinnen, auch weil die Männer langsam müde wurden, aber 12 Minuten vor dem Abpfiff kullerte der Ball nach schlechter Abwehr ins Postdamer Tor, so daß der Gastgeber das Spiel überraschend mit 4:3 gewann.

2015-08-02 DJK Blau Weiß Wittichenau - Turbine Potsdam 0006Auch im anschließenden Gaudi-Elfmeterschiessen hatte Turbine kein Glück und unterlag mit 5:4.

Bernd Schröder zeigte sich dennoch zufrieden: „Klar hätten wir hier gerne gewonnen, aber wir haben erst in vier Wochen unser erstes Punktspiel. Wittichenau dagegen startet am kommenden Wochenende in die neue Punktspielsaison und ist dementsprechend auch viel weiter in der Vorbereitung als wir es sind!“

(C) für alle Fotos: Thori 2015