Viele Pferdestärken im und außerhalb des Reit-Parcours

Der Wettergott muss ein Reitsportfan sein! Anders ist es nicht zu erklären, dass beim 11. Forster Sattelfest im hiesigen Rad- und Reitstadion beste äußere Bedingungen herrschten, die es den zahlreich angereisten Teilnehmern aus Nah und Fern erlaubten, höchste sportliche Leistungen abzuliefern. Die Organisatoren des veranstaltenden PSV 1893 Forst mit Hagen Ridzkowski als Turnierleiter des höchstdotierten Freilandturniers in den ostdeutschen Bundesländern taten ihr Übriges, um Reitern, Rennfahrern, Betreuern und Zuschauern den Aufenthalt im Stadion so angenehm wie möglich zu gestalten.

15 Springprüfungen unterschiedlichsten Schwierigkeitsgrades und der traditionelle Herbstpreis der Steher standen auf dem Programm. Auch das Rahmenprogramm abseits des Wettkampf-Parcours konnte sich sehen lassen.

Für die Voltigiergruppe der SG Bademeusel war der Samstag besonders aufregend. Sieben Mädchen und ein Junge aus der Nachwuchsgruppe präsentierten während einer Umbaupause im Stadion, was sie in den letzten Wochen einstudiert hatten. Auf dem Rücken von „Wirbelwind“, der 17jährigen Hannoveraner Stute von Besitzerin und Longenführerin Beate Rösler, balancierten Emma, Ronja und die anderen gekonnt zum Rhythmus aus den Lautsprechern. Die jüngste im Team ist Elaine, vor wenigen Tagen 6 Jahre alt geworden und zum ersten Mal beim Sattelfest dabei. Auch Fritzi aus Neuzelle hatte zum ersten Mal einen Auftritt vor solch großem Publikum. „Es war schön und hat alles geklappt, wie wir das geübt hatten. Nur ‚Wirbelwind‘ stockte einmal“, sagte die Achtjährige nach dem Auftritt.

Ronja (11 Jahre) kennt das Sattelfest schon aus den Vorjahren. Sie ist bereits zum 4 Mal dabei. Auch für sie ist es immer noch etwas Besonderes, vor so vielen Leuten aufzutreten.

Als Dankeschön und Belohnung für ihren Auftritt gab es für die jungen Reiter aus den Händen der Forster Rosenkönigin Stephanie II. die begehrten Schleifen und eine Tüte Gummibärchen. „Die Schleifen sind für die Kinder etwas Besonderes.“, verrät Ines Horschigk, Trainerin der beiden Voltigiergruppen in Groß Bademeusel. Für Fritzi war es bereits die 63. Schleife, die sie bei den unterschiedlichsten Reitveranstaltungen errungen hat. Auch Ronja hat schon mehr als 20 Schleifen in ihrer Sammlung.

Der Großteil der Gruppe kommt aus Forst und trainiert einmal in der Woche unter der Anleitung von Ines Horschig auf dem Reiterhof von Beate Rösler. Durch Mundpropaganda sind auch Kinder aus weiter entfernten Orten wie Gablenz bei Weißwasser oder eben Neuzelle zur Trainingsgruppe gestoßen. Neben der Nachwuchsgruppe gibt es noch eine Leistungsgruppe, die regelmäßig an Wettkämpfen teilnimmt.

Dass die Voltigiergruppe ziemlich am Ende der Pferdeboxen Quartier bezogen hat, stört die Gruppe nicht: “Das ist ganz praktisch, da müssen die Kinder nicht so sehr auf die großen Reiter achten, die über den Platz zum Stadion reiten!“, erklärt Ines Horschig.

Denn hier im Reiterlager herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Sportler reiten mit ihren Pferden zum Wettkampf-Parcours oder kommen gerade vom Abreiteplatz, wo sich die Pferde nach ihrer Springprüfung auslaufen können. In den vielen langen Pferdeboxen auf dem weitläufigen Gelände werden die Tiere für den nächsten Ritt vorbereitet oder nach dem Wettkampf gestriegelt. Viele Reiter sind mit speziellen LKWs, in denen ihre Wettkampf-Pferde untergebracht sind, angereist. Wie in einer Wagenburg aufgereiht stehen die Trucks auf dem Fußballfeld des SV Süden, der für das Sattelfest seinen Sportplatz zur Verfügung gestellt hat. Auf Videowänden im Reiterlager können die Reiter die Ergebnisse ihrer Konkurrenten verfolgen.

Doch Pferdestärken konnte man nicht nur im Rad-Oval bewundern, sondern auch auf dem Vorplatz unterhalb der Südkurve. Hier stehen an diesem Samstag 10 historische LKWs und laden die Liebhaber größerer Pferdestärken zum Schwärmen und Fachsimpeln ein. „Die Autos gehören meist regionalen Unternehmern“, sagt Jürgen Beinio, Verkaufsleiter im Autohaus Cottbus. Alle zwei Jahre trifft man sich zu einer Ausfahrt, die von der Cottbuser Mercedes-Niederlassung organisiert wird. In diesem Jahr führte die Tour von Lübben über Guben nach Forst. Das älteste Fahrzeug war ein Mercedes-Lieferfahrzeug aus der Zeit Anfang der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Mit der knallroten Lackierung, auf der die Werbung eines großen Lausitzer Bäckereiunternehmens prangt, fällt es sofort ins Auge. Neben mehreren Mercedes-Oldtimern präsentieren sich auch aufpolierte H6-Fahrzeuge aus Werdauer Produktion, ein W-50 und ein Volvo und bieten jedes für sich dem Betrachter einen optischen Leckerbissen.

Es gibt viel zu entdecken abseits des Reit-Parcours. Doch im Mittelpunkt des Interesses stehen natürlich der Pferdesport sowie das Steherrennen. Und wenn man den Wettergott als Verbündeten hat, lohnt sich das Dabeisein umso mehr.

Neue Einblicke im Rosengarten

Der Rosengartensonntag im Monat Juli vermittelte den rund 20 Teilnehmern völlig neue An-, Ein- und Durchsichten des Ostdeutschen Rosengartens. Die Veranstaltungsreihe war diesmal zweigeteilt und begann mit einem Foto-Rundgang durch den Park.

Wie kann man am besten Stimmungen einfangen? Wie entstehen ausdrucksstarke Fotos? Wie wirken die Aufnahmen lebendiger? Antwort auf diese und weitere Fragen konnte der Cottbuser Berufsfotograf Raphael Kellner an verschiedenen Stationen im Ostdeutschen Rosengarten geben. Schon der Treffpunkt am historischen Eingang zum Park bot die erste Möglichkeit, sich foto- künstlerisch auszuprobieren. Die lange Hauptachse vom Eingang in Richtung Wasserspiele war für ihn das beste Beispiel. „Nehmen Sie die Wegebegrenzungen als Hilfslinien! Und wechseln Sie ruhig mal den Standort hin zu einer Seite. Dann wirkt das Bild nicht mehr so langweilig!“, erklärt der Profi. Sofort werden die Kameras gezückt und das eben Gehörte ausprobiert. Von der teuren Marken-Spiegelreflexkamera über kleine Digitalkameras bis hin zu Handys mit Kamerafunktion ist an diesem Sonntagvormittag alles vertreten.

Annette Schild vom Stadtmarketing Forst gibt die Richtung vor. Sie kennt den Rosengarten wie ihre Westentasche und weiß, wo die interessantesten Motive warten. Da auch einige Teilnehmer zum ersten Mal im Forster Rosengarten sind, gibt sie gleich noch eine Parkführung und verrät das eine oder andere Geheimnis. So ist die berühmte „Grüne Rose“ unweit des Haupteingangs eher als „Betriebsunfall“ zu werten. „Als Fotomotiv hat die Grüne Rose überhaupt keinen Reiz!“, stellt ein Besucher angesichts der unscheinbaren Blüten fest.

Am Kaskadenbrunnen angekommen, erklärt Raphael Kellner, wie man Wasserspiegelungen ins Bild einbauen kann. Nur wenige Schritte entfernt, auf der Dammkronen-Allee, kommt sein nächster Tipp: “Fotografieren Sie ruhig mal von unten nach oben in die Baumkrone hinein. Sie werden ungewöhnliche Motive finden!“, verspricht er.

Die Wasserspiele sind bei Touristen ein beliebtes Fotomotiv. Doch der Foto-Profi hat noch ein besseres im Angebot. Unweit der Wasserspiele steht eine Skulptur mit zwei Tauben, die mit ihren Körpern einen Ring formen. In der Verlängerung steht im Teschendorff-Garten der Sockel mit einer steinernen Vase. „Haben Sie den Mut zum Perspektivwechsel und probieren Sie mal ungewöhnliche Aufnahmen!“, macht Raphael Kellner den Gästen Mut. Wenn man nämlich den Ring, den die beiden Tauben bilden, sich als „Bilderahmen“ denkt und dort hindurch fotografiert, kommt die Vase ganz anders zur Geltung.

Egal, ob am Bärchenbrunnen, hinter der Schillerbühne oder im Pergolenhof – neben den touristischen Informationen von Annette Schild gibt es auch die passenden Hinweise, wie man das jeweilige Objekt perfekt ins Bild setzen kann.

Nach gut zwei Stunden ist der erste Teil des Rosengartensonntags beendet. „Mit der Resonanz bin ich angesichts der hohen Temperaturen sehr zufrieden. Ich habe mit weniger Teilnehmern gerechnet.“, resümiert Annette Schild. Auch die Hobby-Fotografen sind angesichts vieler neuer Erkenntnisse in Sachen „Perfektes Bild“ rundum zufrieden. Einige drehen noch eine Extrarunde durch den Park auf der Suche nach neuen Motiven.

Dazu könnten auch die vier Tänzerinnen und Tänzer der „Tanzkompanie golde g.“ aus Cottbus gehören. Sie bereichern mit ihrer Tanzperformance den zweiten Teil des Tages, der unter dem Motto „Choreografische Bilder im Rosenparadies“ steht.

Im Neuheitenteil des Parks beginnen die Künstler zur Musik des ungarischen Jazzmusikers Ferenc Snitberger mit ihrer Choreografie. Am Kaskadenbrunnen wechseln sich Sprünge, Hebefiguren und Pirouetten mit langsamen und schnelleren Schrittelementen ab. Bereit gehaltene Rosen werden im Publikum verteilt. 30 Minuten lang (in der prallen Sonne) wird der Kaskadenbrunnen zum Spielrequisit.

Nach einer kurzen Pause wechseln die Tänzerinnen und Tänzer zu den Wasserspielen und zeigen den dortigen Café-Besuchern ein leicht geändertes Programm. Daß Tanz auch Improvisation bedeuten kann, bewies die Tänzerin Anna Fingerhuth. Das Wasserbecken mit der großen Fontäne ist allerdings angesichts der äußeren Temperaturen auch zu verlockend: Zur Überraschung ihrer Tanzpartner lässt sie sich ins Wasser fallen und setzt von dort aus ihre Choreografie fort.

Der Mut hat sich jedenfalls gelohnt, wie der Applaus der Cafè-Besucher am Ende der Vorstellung bewies.

Der nächste Rosengartensonntag findet am 26. August statt. Dann stehen „MÄRCHEN, MYTHEN & HARFENKLÄNGE sowie „SIEBENSCHÖN & ROSENROT“ im Mittelpunkt.

Hornoer feiern mit ihrem Spielmannszug

Mit einem Umzug entlang der Dorfaue im Forster Stadtteil Horno, angeführt vom hieransässigen Spielmannszug, begannen am vergangenen Samstag Punkt 14:00 Uhr die Feierlichkeiten anlässlich des 95jährigen Gründungsjubiläums des Spielmannszuges. In den Zug reihten sich Traditionsfeuerwehren mit ihren uralten Handdruckspritzen, die im Rahmenprogramm ein Handdruckspritzentreffen veranstalteten.

Zu dem kleinen Fest begrüßte der Leiter des Spielmannszuges Roland Naparty u.a. die Forster Bürgermeisterin Simone Taubenek sowie den Hornoer Ortsvorsteher Bernd Siegert.

Simone Taubenek würdigte in ihren kurzen Grußworten das Engagement der Hornoer. Seit 15 Jahren bereichern die Einwohner des neu hinzugekommenen Forster Ortsteils mit ihren Aktivitäten das Stadtleben. „Ich wünsche Ihnen deshalb immer ausreichend Nachwuchskräfte und dem Fest viel Spaß“, so Taubeneck. Sie übergab an Ortsvorsteher Bernd Siegert eine Collage des Spree-Neiße-Landrates für die Teilnahme der Hornoer an der Aktion „Unser Dorf hat Zukunft“. Siegert verwies in seinen Dankesworten darauf, dass ohne die Unterstützung der Stiftung Horno vieles nicht möglich wäre. So übernahm die Stiftung auch als kleines Dankeschön für die geleistete Arbeit die Kosten des Jubiläumsfestes.

1923 wurde der Spielmannszug im „alten“ Horno gegründet. Wann genau und wo lässt sich aus der Chronik nicht mehr ermitteln. Mittlerweile ist der Spielmannszug der einzige in Forst. Etwa einen Auftritt pro Monat können die Spielleute verzeichnen. Mit 20 aktiven Mitgliedern ist der Verein gut aufgestellt. Das ältestes Mitglied ist Alfred Tabor (80), der 15 Jahre die Geschicke des Spielmannszuges leitete, ehe er die Leitung an seinen Nachfolger Roland Naparty übergab. Lena Naparty ist mit 11 Jahren das jüngste Mitglied. Geübt wird jeden Mittwoch um 19:30 Uhr im Vereinszimmer im „Hornoer Krug“. Auch wenn der Bestand stabil und durch den Nachwuchs zukunftsträchtig ist, freuen sich Roland Naparty und Organisationschefin Petra Schimtz jederzeit über neue Interessenten.

Seit den Feierlichkeiten zum 85. Geburtstag des Spielmannszuges sind die Treffen der Traditionsfeuerwehren mit ihren Handdruckspritzen ins Festprogramm integriert. In diesem Jahr fanden die „Alten Kameraden“ der Feuerwehren aus Fehrow, Briesnig, Gahry, Drehnow, Peitz-Ottendorf, Tauer und Forst den Weg auf die Hornoer Festwiese gegenüber des Feuerwehrgebäudes. Hier wurde demonstriert, wie vor 100 Jahren gelöscht wurde. Dabei ging es nicht immer um Schnelligkeit und zwischendurch wurde auch mal ein Bierchen gezischt.

Mit der Handdruckspritze aus Tauer mit dem Baujahr 1897 war eine der ältesten Handdruckspritzen der Region am Start. Wesentlich jünger ist dagegen die Hornoer Spritze aus dem Jahr 1925 – sie ist fast so alt wie der Spielmannszug.

Höhepunkt des Nachmittags war eine Wasserkette aller anwesenden Feuerwehren. Mit der musikalischen Unterstützung der „nAund“-Blasmusik, die den Rhythmus vorgab, pumpten die Kameraden eifrig an ihren jeweiligen Handdruckspritzen das Löschwasser bis zur nächsten Station. Gefühlte 10 Minuten dauerte es, ehe auch die letzte der aufgereihten Spritzen mit Wasser versorgt war und unter dem Applaus der Zuschauer im hohen Strahl das Naß auf der Festwiese verteilte.

Vorführungen der DRK-Rettungshundestaffel sowie der Auftritt des Hornoer Männergesangsvereins Euterpe rundeten das Jubiläum ab. Im Festzelt spielte bis in die Abendstunden die „nAund“-Liveband, der „Hornoer Krug“ sowie die Bäckerei Merschank sorgten für die kulinarische Versorgung auf der Festwiese. Die jüngsten Besucher konnten sich auf der Hüpfburg vom Kindermobil austoben.

Naundorfer Feuerwehr-Jubiläum endet mit unfreiwilligem Wasserbad

Mit einem Festumzug durch das Gut Neu Sacro begannen am vergangenen Samstag die Feierlichkeiten anläßlich des 125jährigen Gründungsjubiläums der Freiwilligen Feuerwehr Naundorf.

Pünktlich um 9:00 Uhr setzte sich der Zug – angeführt vom Hornoer Spielmannszug – in Bewegung. Nach einer Runde durch das Rondell des Gutes Neu Sacro ging es weiter zur benachbarten Festwiese, wo im Anschluß die 23. Forster Stadtmeisterschaften im „Löschangriff nass“ stattfanden. Der Veranstaltungsort war bewußt gewählt, zählt doch Neu Sacro zur Gemarkung Naundorf.

Eingefunden hatten sich die Ortswehren von Forst, die ihrerseits der Naundorfer Freiwilligen Feuerwehr ihre Glückwünsche überbrachten. „Es scheint eine ziemlich trockene Gegend zu sein“, stellte Ortswehrführer Matthias Elster belustigt angesichts der überwiegend alkoholischen Präsente fest. Verwaltungsvorstand Jens Handreck übergab als Vertreter der Stadt Forst (Lausitz) an die Naundorfer Kameraden einen Scheck zur Anschaffung weiterer notwendiger Materialien.

Gegründet wurde die Naundorfer Feuerwehr am 23. Februar 1893. Wo genau die Gründung stattfand, lässt sich aus der Feuerwehrchronik nicht entnehmen. Zu jener Zeit revolutionierte Bismarck das Feuerschutzwesen in Deutschland. Im Gegensatz zu anderen Wehren, bei denen meist örtliche Turnerschaften den Aufbau der Feuerwehren vorantrieben, ging in Naundorf die Initiative von der Bürgerschaft aus. 26 Gründungsmitglieder vermerkt die Chronik. Erster Wehrführer war Gottlieb Britze. Für die darauffolgenden Jahrzehnte zählt die Chronik 12 Wehrführer. Seit 2007 verantwortet Matthias Elster die Geschicke seiner Feuerwehr.

Zur Erstausstattung gehörte lediglich eine Handdruckspritze, die von Pferdegespannen gezogen wurde. Untergebracht war die Spritze im damaligen Nachtwächterhäuschen. Ein Schlauchtransportanhänger, gezogen von einem Traktor, war ab 1958 jahrelang das einzige Löschgerät, ehe es 1985 von einem Barkas-Löschfahrzeug TS 8 ersetzt wurde. Am 29.11.2011 erhielt die Naundorfer Feuerwehr ein modernes Tragkraftspritzenfahrzeug, welches noch heute im Bestand ist. 11 Kameraden in der Ehrenabteilung sowie 15 aktive Kameraden engagieren sich in der Wehr. Ältestes Mitglied ist Eberhard Lehmann (Jahrgang 1931), das jüngste Mitglied ist Jonas Woidtke mit 17 Jahren.

Der 2004 gegründete Förderverein unterstützt die Naundorfer Feuerwehr z.B. bei der Beschaffung von T-Shirts oder der Finanzierung des diesjährigen Jubiläums. Aus dem Ortsleben ist die Feuerwehr nicht mehr wegzudenken, bewahrt sie doch Traditionen wie das Maibaumaufstellen oder das Osterfeuer.

Zu den schwierigsten Einsätzen gestalteten sich in der Vergangenheit vorwiegend die Hochwasser. So waren die Kameraden beim Elbe-Jahrhundert-Hochwasser 2002 in Mühlberg 2 Tage ununterbrochen im Einsatz. Auch die Neiße-Hochwasser 1897, 1958 in Briesnig und 2010 in Sacro waren für die Naundorfer Kameraden besondere Bewährungsproben, ebenso wie im Januar 2014 ein Scheunenbrand in Briesnig.

Stimmungsvoll verliefen die 23. Forster Stadtmeisterschaften im „Löschangriff naß“, die in die Feierlichkeiten zum 125jährigen Geburtstag eingebunden waren. Insgesamt 10 Mannschaften gingen an den Start.

Zunächst zeigte der Feuerwehrnachwuchs, was er drauf hat. Stadtmeister wurde bei den 10-14jährigen Mädchen die Mannschaft der Neu-Hornoer Feuerwehr. 37,63 Sekunden stehen am Ende zu Buche. Auch die Jungs der AK 10-14 aus Neu Horno siegten mit 20,38 Sekunden. Bei den älteren Jungs (14-17 Jahre) ging mit der gleichen Laufzeit der Sieg ebenfalls an die Hornoer.

Stadtmeister bei den Damen wurde „Sacdorf“. Nun hat Forst nicht etwa über Nacht einen neuen Ortsteil bekommen. Mangels eigener Frauen-Mannschaften schlossen sich spontan die Mädels der befreundeten Sacroer und Naundorfer Feuerwehren zu einer Staffel zusammen und holten sich auf der 100-Meter-Bahn mit 48,14 Sekunden den Stadtmeistertitel.

Dramatisch wurde es anschließend bei den Läufen der Ortswehren. Erst wurde die Sacroer Mannschaft disqualifiziert, weil sich der Saugkopf im Wasserbecken löste, was nicht regelgerecht ist. Dann erwischte es auch den Gastgeber. Kameradin Sandra Schuhart glitt nach dem Start beim Laufen zur Zielscheibe der Verteiler aus den Händen. Beim Aufschlag des Verteilers auf dem Boden löste sich die Schlauchkupplung. Da die Schläuche bereits unter Druck standen, artete ihr Malheur zu einer unfreiwilligen Wasserdusche für sie aus. Am Ende blieb die Zeit bei 58,61 Sekunden stehen, was in der Endabrechnung Platz 5 bedeutete. Der Sieg ging 31,42 Sekunden an die Ortswehr Neu Horno vor Forst (31,79 sek) und Groß Bademeusel (32,97 sek.). Vierter wurde Eulo mit 39,04 sek. Der Titelverteidiger aus Mulknitz war nicht am Start. Alle Stadtmeister sind somit für die Kreismeisterschaften qualifiziert.

Auch rings um die Wettkampfstrecke wurde einiges geboten. Für die Kinder gab es eine Schminkecke und eine Hüpfburg. Nebenan wurde ein Hindernis-Parcour aufgebaut. Hier konnten die Kinder nach Slalomlauf und Sprungübung ihre Zielgenauigkeit beim Wasserspritzen auf Holzkameraden testen. Zur gastronomischen Versorgung der Besucher bot die Forster Feuerwehr Erbseneintopf aus der Gulaschkanone an. Die Mädels der Naundorfer Sportgruppe zeigten in der Pause zur Musik von „Fluch der Karibik“ eine Choreografie mit Kampfsportelementen.

Die Naundorfer Sportgruppe

Der Hindernis-Parcours für die Jüngsten

Groß war das Gelächter, als die Naundorfer Kameraden nach der Siegerehrung drei neue Mitglieder zünftig im Wasserbecken tauften.

Die Titelhamsterer aus Neu Horno

Den Abschluß der Feierlichkeiten bildete am Abend eine Festveranstaltung im zum Saal umgebauten ehemaligen Kuhstall des Gutes Neu-Sacro.

Michelle Bönisch präsentierte „Ultraleicht“ ihre neue CD

So aufgeregt wie an diesem Nachmittag war ich noch nie!“, sagte Michelle Bönisch zur Begrüßung. Im gut gefüllten „Hornoer Krug“ präsentierte sie am vergangenen Sonntag exklusiv ihre neue CD „Ultraleicht“, die am 13. Juli in den Handel kommt. Unter den Gästen waren viele Wegbegleiter und Freunde, selbst aus der Schweiz und aus Dortmund reisten Fans an.

Ihr Gesangskollege Ronny Gander übernahm die Moderation der gut zweistündigen Veranstaltung. Beide hatten schon mehrere gemeinsame Auftritte in der Region, ihn einzuladen war Michelles persönlicher Wunsch.

Das neue Album „Ultraleicht“ stellt für Michelle Bönisch einen kompletten Imagewechsel weg von der volkstümlichen Musik hin zum tanzbaren Schlager-Pop dar. Schon beim ersten Titel „Meilenweit“, der zusätzlich auf der Leinwand als Video mitlief, sprang der Funke von der Bühne auf die Zuschauer über. Wenn Michelle Bönisch wirklich aufgeregt war, sah man ihr das jedenfalls überhaupt nicht an. Charmant, leicht und locker plauderte sie mit dem Publikum. Zwischen den einzelnen Programmblöcken entlockte ihr Ronny Gander, der auch einige Titel seines Albums „Komm tanzen“ interpretierte, in Kurzinterviews so einige Geheimnisse ihrer mittlerweile schon 13jährigen Bühnenpräsenz.

Die neuen Songs gehen sofort ins Ohr. Bei Titeln wie „Wie im falschen Film“, „Chatterlinge“ oder „Bedingungslos“ sah man den einen oder anderen im Publikum heimlich mit den Füssen im Takt wippen.

Eine Prise Selbstironie bewies Michelle Bönisch nach der Pause, als sie doch noch einmal das Dirndl anzog. „Erleben Sie Michelle, so wie Sie sie bislang kannten!“, kündigte Ronny Gander den Auftritt an. Auf der Leinwand lief ein Ausschnitt aus der „Krone der Volksmusik“. 2010 hatte Michelle Bönisch hier ihren ersten Fernsehauftritt. Das Lied „Wir Kinder malen unsere Welt“, das sie damals präsentierte, schrieb ihr der Forster Komponist und Texter Reinhard Kalleske, der im Frühjahr diesen Jahres verstarb und Michelle immer ein guter Freund gewesen sei. Auch wenn Michelle Bönisch inzwischen den Kinderschuhen entwachsen ist, hat das Lied nichts von seinem Zauber verloren. Zur Erinnerung an Reinhard Kalleske sang Michelle noch einmal live dieses Lied und sorgte damit beim Publikum für Gänsehautmomente.

Zum Abschluß des Nachmittags, der mit einer Schrecksekunde begann – ein kurzzeitiger Stromausfall infolge des örtlichen Gewitters lies die Alarmanlage im „Hornoer Krug“ angehen – wünschte sich Michelle Bönisch noch ein Duett mit Ronny Gander. Mit „Fang das Licht“ standen beide schon mehrmals gemeinsam auf der Bühne, da durfte auch in Forst dieses Lied nicht fehlen.

Daß die „neue“ Michelle Bönisch beim Publikum ankommt, bewiesen der Applaus und kleine Geschenke der Fans., bevor es an die Zugabe ging.

Für die Besucher der Veranstaltung war noch vor dem offiziellen Verkaufsstart das Album „Ultraleicht“ beinahe noch druckfrisch schon im „Hornoer Krug“ erhältlich. Erst vor ein paar Tagen traf die Kiste mit den CDs aus dem Presswerk bei Familie Bönisch ein.

Viele Fans nutzen die Möglichkeit, sich ihr Exemplar bei der anschließenden Autogrammstunde signieren zu lassen. Auch für gemeinsame Fotos mit ihren Fans stand Michelle Bönisch zur Verfügung. Von Aufregung war da schon lange nichts mehr zu spüren, die Anspannung längst gewichen. Michelle Bönisch war einfach nur glücklich, daß ihr das Publikum den Imagewechsel nicht übel genommen hat und die neuen Titel den Weg zu den Menschen gefunden haben.

Exoten im Netz und Fressfeinde auf der Lauer

Trotz ungemütlichem, nasskaltem Wetter versammelten sich am Reformationstag viele Forster sowie Besucher aus den umliegenden Städten und Gemeinden, um das Abfischen des Schützenteiches in Klein Jamno zu verfolgen und anschließend fangfrische Ware gleich mit nach Hause zu nehmen.

Seit 1992 lockt der Fischereibetrieb Christoph Junghanns immer Ende Oktober seine Stammkunden sowie Interessierte an die Teiche zwischen Forst und Klein Jamno. An den Zufahrtswegen stehen die Fahrzeuge der Besucher dicht an dicht, an den drei Verkaufsständen bilden sich lange Warteschlangen. Schon weit vor dem offiziellen Beginn des Abfischens waren die ersten Gäste da, statt um 10.00 Uhr wurden die ersten Netze bereits kurz nach 9:00 Uhr gezogen.
Dabei wäre in diesem Jahr die Veranstaltung beinahe ausgefallen: ein Biber hatte innerhalb einer Nacht den Zugang zum Teich verbaut, so dass kein Frischwasser mehr in den Schützenteich fließen konnte. Christoph Junghanns entdeckte noch rechtzeitig das gefährliche Wasserbauwerk und beseitigte es.
Auch die Herbststürme der vergangenen Wochen taten ihr Übriges. Durch Windbruch waren viele Zufahrtswege unpassierbar geworden, nur mit schwerer Technik war es möglich, die Wege wieder frei zu machen. 3 Tage lang waren die Männer nur mit Holzsägen beschäftigt.

3-4 Tage dauerte die Vorbereitung, um den erwarteten Besucheransturm zu bewältigen. Neben dem Aufbau der Imbiss- und Verkaufsstände musste u.a auch die Sauerstoffzufuhr für die riesigen Wannen, in denen sich die Fische bis zur Weiterverarbeitung tummeln, installiert werden.

Unterstützung erhält der Fischer von seiner Familie: „Wir sind froh und dankbar, dass uns neben den drei festangestellten Mitarbeitern auch unsere Geschwister und unsere Kinder sowie deren Partner unterstützen!“, verrät des Fischers Frau Vera Junghanns, die sich um den Verkauf der Fische kümmert. Neben dem Hauptprodukt, dem Karpfen, gingen auch Hecht, Schleiche und Zander über den Ladentisch. „Jetzt ist Karpfenzeit. Klar, dass die Leute Appetit auf diesen Fisch haben, zumal er auch noch gesund ist, weil er wichtige Mineralstoffe wie Phosphor, Eisen und Vitamine A und B liefert“.

24 Teiche mit 250 Hektar Wasserfläche bewirtschaftet Christoph Junghanns. Neben den Teichen in Klein Jamno werden auch in Eulo, Mulknitz und Groß Jamno sowie in Maiberg bei Dissen Teiche zur Aufzucht genutzt. Verkauft werden die Fische im eigenen Ladengeschäft sowie auf Märkten in Berlin und Potsdam. Selbst nach Thüringen werden Karpfen aus den Junghanns’schen Gewässern geliefert.

Mit der Besucher-Resonanz zeigen sich Vera und Christoph Junghanns sehr zufrieden, mit dem abgefischten Ergebnis nicht ganz. „Erwarten konnten wir rund 2900 kg Fisch, in den Netzen waren allerdings nur etwa 950 kg.“, resümiert Christoph Junghanns. Die Verluste gehen zum großen Teil auf das Konto der Kormorane. Von 20.000 eingesetzten Fischen wurden nur etwa 4000 wieder gefangen. Der Kormoran entwickelt sich schon seit Jahren für die Fischereibetriebe der Region zu einer existenzbedrohenden Plage. Selbst Knall-Apparate, wie man sie während des Abfischens ab und zu hörte und die die Kormorane eigentlich verschrecken sollen, wirken nicht auf Dauer, da der Kormoran lernfähig ist und sich schnell an das für ihn eher ungefährliche Geräusch gewöhnt. Bis zu 500 Gramm Fisch frisst ein Kormoran täglich – und da die Vögel meist in Kolonien auftreten, erklären sich selbst für den Laien die enormen Verluste.

Überhaupt war es kein gutes Fischjahr. Das Frühjahr war zu trocken, das ist allerdings nicht der alleinige Grund. Ob generell meteorologische Kapriolen dafür verantwortlich sind, dass die Fische nicht so gewachsen sind wie gewünscht, sind sich die Fischer nicht sicher.

Mitunter finden sich bei so einem Fischzug in den Netzen auch Überraschungen. „Manchmal verirrt sich auch ein ‚Exot“ in die Netze. Heute hatten wir eine Barbe gefangen, die eigentlich ein Flussfisch und hier weniger heimisch ist. Keine Ahnung, wie die in den Teich gekommen ist“, rätselt Peter Genzmann, der mit seinen Kollegen immer wieder die Fische aus den Netzen in die bereitstehenden Wannen schüttet.

Auch solche Anekdoten gehören zum Abfischen dazu genau wie die Kinder, die sich aus den Netzen gefallene kleine Setzlinge schnappen und in mitgebrachten Eimern als Köderfische für den nächsten Angelausflug mit nach Hause nehmen. Oder die ihre Väter fragen, wo denn das Wasser aus dem Teich eigentlich hin ist. Vera Junghanns kennt die Antwort: „Wir haben vor 5 Tagen damit begonnen, den Teich langsam abzulassen. Das Wasser wurde über einen unterirdischen Kanal und daran anschließend einen Graben in die Malxe geleitet. Erst im Frühjahr wird der Teich wieder gefüllt. Bis dahin desinfiziert er sich quasi selbst!“

Die Fische, die noch nicht verkauft wurden, kommen in Hälterteiche und warten dort auf ihre eigentliche Bestimmung: ab 15. Dezember werden aus gewöhnlichen Karpfen die begehrten Weihnachts- und Silvesterkarpfen. Schon mal Appetit holen konnte man sich am Klein Jamnoer Schützenteich….

Ein neues Nest für den GOLDENEN KUCKUCK

Im seit Wochen restlos ausverkauften Gasthaus „Zum Kuckuck“wurde am vergangenen Freitag Brandenburgs einziger Kabarettpreis, der GOLDENE KUCKUCK 2017, vergeben. Mehr als 20 Kabarettisten, Duos oder Ensembles stellten sich im vergangenen Jahr dem Urteil des mitunter kritischen Publikums. Bereits zum dritten Mal fand im Rahmen einer bunten Unterhaltungsshow die Ehrung des beliebtesten Künstlers statt.

Viele Überraschungen kündigte Veranstaltungschefin Birgit Hendrischke in ihrer kurzen Begrüßungsrede für den Abend an. Eine schrullige, immer noch rüstige Rentnerin namens Elfriede, die bereits vor der Show für Aufsehen sorgte, bot sich sogleich an, die Co-Moderation für den Abend zu übernehmen. Hinter der Großpuppe verbarg sich Kora Tscherning, Ensemblemitglied der Landesbühnen Sachsen und ausgebildete Puppenspielerin. Für sie war es der erste Soloauftritt mit ihrer Puppe und extra für diesen Abend engagiert. Immer mit einem flotten Spruch auf den Lippen („meinen Nachnamen und meinen BH hat mein Tölpel von Exmann mitgenommen, merke: ohne Textil wirst Du nicht senil“) führte Elfriede alias Kora Tscherning gemeinsam mit Birgit Hendrischke durch den Abend.

Erster Künstler auf der Bühne war Götz Frittrang (Bamberg), der sich umsonst freute, weil er dachte, er sei der Gewinner sei, dann aber doch nur als Begleitprogramm gebucht wurde, wie er später zugab. Er mache ja Kabarett nicht wegen der Preise, sondern wegen des guten Essens in den Veranstaltungshäusern. Frittrang zeigte Ausschnitte seines aktuellen Programms „Götzseidank“. Bei seinem letzten Gastspiel im „Kuckuck“ Anfang 2016 war dieses Programm gerade noch in der Entstehungsphase, viele Gags zündeten damals noch nicht. Doch Götz Frittrang schien den Lauf der Geschichte vorauszuahnen, seine damalige AfD-Kritik blieb vielen Gästen im Gedächtnis. Grund genug für die Veranstalter vom Freundeskreis „Kuckuck“, Götz Frittrang mit einem „Spezial-Kuckuck“ für seine politische Weitsicht zu überraschen. „Eine große Ehre für mich, mit der ich jetzt bestimmt den großen Durchbruch schaffe!“, scherzte der völlig perplexe Künstler in seiner Dankesrede.

Nach einer kurzen Pause, in der die „Kuckucks“-Küche ein süßes Dessert präsentierte, kam der eigentliche Höhepunkt des Abends, die Preisverleihung des mit 1000 Euro dotierten und vom Autohaus Cottbus gesponserten GOLDENEN KUCKUCKSS 2017 an den Kölner Kabarettisten Peter Vollmer.
Laudatorin Elfriede würdigte das künstlerische Schaffen Vollmers, der von der Fachpresse schon mal als „Kabarett-Halbgott“ oder „Größe des gehobenen kritischen Kabaretts“ gefeiert. „Intelligent und gut unterhalten“ fühlten sich die Besucher seines Programms, das angesagte Themen brisant umsetzt. „Die Lachmuskeln mußten arbeiten“ schrieb eine Zuschauerin auf den Stimmzettel für die Wahl zum GOLDENEN KUCKUCK. Peter Vollmers feines Gespür für die großen und kleinen Macken seiner Mitmenschen gaben schließlich den Ausschlag, um sich mit 0,01 Punkten Vorsprung vor den Zweitplatzierten „Ranz & May“ durchzusetzen.

Bevor auch Peter Vollmer Ausschnittes seines aktuellen Programms zeigte, bedankte er sich beim Publikum für die Auszeichnung: „Wenn mir zu Beginn meiner Karriere jemand gesagt hätte, daß ich mal hier, irgendwo hinter Cottbus, einen Preis gewinne, hätte ich ihm gesagt: Du hast ja schon jetzt einen Vogel!“.

Seine Programmausschnitte wurden anschließend zu einem Gag-Feuerwerk. Egal, ob er sich über die im Alter nachlassende Paarungsbereitschaft („Es lockt das Weib, es bockt der Leib“) oder über seine Erfahrungen mit Brasilian Waxing lustig machte – Peter Vollmer hatte die Lacher auf seiner Seite. Auch die Rentenpolitik der jeweiligen Regierungen bekam ihr Fett weg. So ging der heute in Düsseldorf noch lebende älteste Rentner in Deutschland bereits 1972 in Rente. „Das bedeutet, daß die Sozialgemeinschaft 45 Jahre lang einen Düsseldorfer durchgefüttert hat. Sie können sich vorstellen, wie ich mich da als Kölner fühle.“, spielte Vollmers auf die uralte Rivalität beider Städte an.

In einer anschließenden Gesprächsrunde entlockten Birgit Hendrischke und Elfriede dem Sieger ein paar bislang gut gehütete Geheimnisse. Sein größter Luxus sei es, sich Zeit für sich zu nehmen. Und auf die Frage. Was er auf keinen Fall mit auf eine einsame Insel nehmen würde, mußte er lange überlegen. Am Ende entschied er sich für eine Heino-Schallplattte. Eines seiner größte Ziele sei es, mal einen Ironman zu absolvieren.

In einem zweiten Auftrittsblock machte sich Götz Frittrang dermaßen über die Seitenbacher-Werbung lustig, daß die Gäste wohl zukünftig die Werbung unter ganz anderen Gesichtspunkten wahrnehmen werden.

Der Abschluss des gut dreistündigen Abends war dem Gewinner des GOLDENEN KUCKUCKS vorbehalten. Peter Vollmer, der den „Trottel-Triathlon, bestehend aus Ausdauer-Kuscheln, Extrem-Schmusen und Langstrecken-Streicheln“ beherrscht, brachte ein Medley bekannter Titel mit neuen Texten zu Gehör. Da die Melodien bekannt waren, sang das Publikum bei Titeln wie „Sag mir, wo die Zähne sind“, „Mit 67 Jahren, da fängt die Rente an“, „Nur mit 7 Krücken kannst Du gehen“ oder „Pumpt denn der alte Herzmuskel noch“ lautstark mit.

Wer den diesjährigen Gewinner des GOLDENEN KUCKUCKS live erleben möchte, hat am 19. und 20. Dezember die Möglichkeit. Jeweils um 20 Uhr präsentiert Peter Vollmer im „Kuckuck“ in Groß Jamno sein Programm „ER hat die Hosen an – SIE sagt ihm, welche“.

Die schönsten Kaninchen des Landkreises gab es in Horno zu sehen

Er nahm es mit Humor: „Es ist eines der längsten Worte, die ich kenne. Die Rassekaninchenkreisjungtierschau ist hiermit eröffnet!“. Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke gab sich zur offiziellen Ausstellungseröffnung größte Mühe, um nicht an diesem Wortungetüm zu scheitern.

Uwe Krenz, Ausstellungsleiter und Vorsitzender des Rassekaninchenzuchtvereins D97 Forst/Lausitz e.V. , kommt das Wort leichter über die Lippen. Zum zweiten Mal richtet der Forster Verein die Kreisjungtierschau des Spree-Neiße-Kreises aus, zum ersten Mal im „Hornoer Krug“ im Forster Ortsteil Horno. „Leider gibt es unser Objekt in der Kirchstraße aus baulichen Gründen nicht mehr her, dort die Ausstellung durchzuführen. Umso dankbarer sind wir, mit Unterstützung der Hornoer Stiftung und des Ortsvorstandes einen neuen Ausstellungsort gefunden zu haben.“ Neben dem Ministerpräsidenten konnte er u.a. den amtierenden Forster Bürgermeister Jens Handreck, den Bundestagsabgeordneten Dr. Klaus-Peter Schulze (CDU) und die Bundestags-Direktkandidatin Birgit Kaufhold (Partei Die Linke) als Ehrengäste begrüßen.

Züchter aus dem gesamten Spree-Neiße-Kreis sowie befreundeter Vereine aus Weißwasser, Krauschwitz und Breslack präsentierten mehr als 350 Tiere den Preisrichtern. Dr. Dietmar Woidke weiß das in seiner kurzen Eröffnungsrede zu würdigen: „Es ist schön zu sehen, welch‘ ehrenamtliches Engagement es gibt und dass sich auch junge Menschen für die Kaninchenzucht interessieren. Die zweitägige Ausstellung hier in Horno ist deshalb nicht nur Werbung für die Rassekaninchenzucht, sondern auch Werbung für das Ehrenamt in der Region.“

Für den amtierenden Forster Bürgermeister Jens Handreck ist es als Hornoer Einwohner ein Heimspiel. „Ich habe gesehen, dass unter den Ausstellern auch einige Hornoer zu finden sind. Wir können also nicht nur singen, wir können nicht nur Spielmannszug, wir können nicht nur Feuerwehr, sondern wir 210 Einwohner können auch Kaninchen!“ Als Dank für das gesellschaftliche Engagement überreichte Jens Handreck einen Scheck der Stadt Forst (L.) an den Vereinsvorsitzenden und machte die Zusage, bei der Suche nach einem neuen Objekt für den Verein zu helfen.

Anders als z.B. im Sport folgte im Anschluss an die Grußworte der Ehrengäste bereits die Ehrung der Sieger. Sechs Preisrichter bewerteten zuvor die ausgestellten Tiere. Kriterium für die Auswahl sind Körperbau und -form des Tieres, das Fell, die Gleichmäßigkeit und Sauberkeit der Färbung, die Unterfarbe bei bestimmten Rassen sowie die Ausbildung von Kopf und Ohr der Kaninchen. Den Pokal des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg gewann Uwe Krenz für seine Sammlung (4 Tiere) der Rasse „Satin Elfenbein RA“. Auch die anderen Ehrengäste stifteten jeweils einen Pokal.

Den Jugendpokal als beste Nachwuchszüchterin konnte die Forsterin Chiara Nehrmann in Empfang nehmen. Für sie ist es der größte Erfolg in ihrer noch jungen Karriere. Vergleichbar ist der Titel etwa mit dem eines Kreismeisters im Sport. Seit zwei Jahren betreibt Chiara die Rassekaninchenzucht, verrät ihr Vater Dirk, der ebenfalls einen Pokal gewann. „Chiara züchtet Schwarzgrannen. Das sind Tiere mit weißer Grundfarbe, die schwarze Grannen (Strichhaar im Oberfell) haben. Dadurch schimmert das Fell ein wenig grau-silbrig.“ Circa 30 Tiere besitzt Chiara mittlerweile, mit den 70 Tieren ihres Vaters kommt die Familie auf etwa 100 Kaninchen. „Es ist ein sehr zeit- und kostenaufwendiges Hobby.“, erklärt Dirk Nehrmann.

Wohl auch deshalb bieten einige Züchter ihre Tiere zum Verkauf an. Zwischen 20,- und 50,- Euro kostet eines der hier ausgestellten Kaninchen. 80% der angebotenen Tiere wechseln im Verlauf der Ausstellung ihren Besitzer.

16 Kaninchen wurden als Preise für die große Tombola gestiftet. 400 Preise insgesamt gibt es zu gewinnen. „Die Tiere haben eine tierärztliche Bescheinigung. Natürlich geben wir die Tiere nur ab, wenn z.B. bei Kindern die Eltern damit einverstanden sind und sichergestellt ist, dass die Tiere ordnungsgemäß gehalten werden können.“, sagt Uwe Krenz.

In den Gängen der Ausstellungshalle herrscht derweil dichtes Gedränge. Nicht nur die Züchter schauen sich die Tiere der anderen Aussteller an, auch viele Familien mit Kindern nehmen die kuscheligen Vierbeiner genauestens unter die Lupe. Mit etwa 750 Besuchern rechnen die Veranstalter an den beiden Ausstellungstagen, das sind mehr als die 500 Besucher, die in den Vorjahren bei den Jungtierschauen gezählt wurden.

Dr. Dietmar Woidke ist selbst mit Kaninchen groß geworden: „Auf unserem Bauernhof in Naundorf hatten wir 30-40 Kaninchen, allerdings keine Rassekaninchen. Unsere dienten eher als Nahrungsgrundlage, das Fell wurde verkauft. Es ist und bleibt trotzdem ein schönes Hobby, wie man hier sehen kann.“

Für die Pfanne zu schade sind auf jeden Fall die in Horno zur Schau gestellten Rasse-Kaninchen. Ungeachtet der Menschentraube, die sich an ihren Boxen vorbeischiebt, dösen manche lieber im Käfig. Andere wiederum hoppeln emsig hin und her und strecken ihr Näschen durch die Gitter in der Hoffnung auf ein paar Streicheleinheiten, die es dann auch prompt vom Ministerpräsidenten Brandenburgs beim Rundgang durch die Ausstellung gab. Zu seiner Erleichterung musste er das lange Wort mit dem „R“ kein zweites Mal erwähnen….