Die schönsten Kaninchen des Landkreises gab es in Horno zu sehen

Er nahm es mit Humor: „Es ist eines der längsten Worte, die ich kenne. Die Rassekaninchenkreisjungtierschau ist hiermit eröffnet!“. Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke gab sich zur offiziellen Ausstellungseröffnung größte Mühe, um nicht an diesem Wortungetüm zu scheitern.

Uwe Krenz, Ausstellungsleiter und Vorsitzender des Rassekaninchenzuchtvereins D97 Forst/Lausitz e.V. , kommt das Wort leichter über die Lippen. Zum zweiten Mal richtet der Forster Verein die Kreisjungtierschau des Spree-Neiße-Kreises aus, zum ersten Mal im „Hornoer Krug“ im Forster Ortsteil Horno. „Leider gibt es unser Objekt in der Kirchstraße aus baulichen Gründen nicht mehr her, dort die Ausstellung durchzuführen. Umso dankbarer sind wir, mit Unterstützung der Hornoer Stiftung und des Ortsvorstandes einen neuen Ausstellungsort gefunden zu haben.“ Neben dem Ministerpräsidenten konnte er u.a. den amtierenden Forster Bürgermeister Jens Handreck, den Bundestagsabgeordneten Dr. Klaus-Peter Schulze (CDU) und die Bundestags-Direktkandidatin Birgit Kaufhold (Partei Die Linke) als Ehrengäste begrüßen.

Züchter aus dem gesamten Spree-Neiße-Kreis sowie befreundeter Vereine aus Weißwasser, Krauschwitz und Breslack präsentierten mehr als 350 Tiere den Preisrichtern. Dr. Dietmar Woidke weiß das in seiner kurzen Eröffnungsrede zu würdigen: „Es ist schön zu sehen, welch‘ ehrenamtliches Engagement es gibt und dass sich auch junge Menschen für die Kaninchenzucht interessieren. Die zweitägige Ausstellung hier in Horno ist deshalb nicht nur Werbung für die Rassekaninchenzucht, sondern auch Werbung für das Ehrenamt in der Region.“

Für den amtierenden Forster Bürgermeister Jens Handreck ist es als Hornoer Einwohner ein Heimspiel. „Ich habe gesehen, dass unter den Ausstellern auch einige Hornoer zu finden sind. Wir können also nicht nur singen, wir können nicht nur Spielmannszug, wir können nicht nur Feuerwehr, sondern wir 210 Einwohner können auch Kaninchen!“ Als Dank für das gesellschaftliche Engagement überreichte Jens Handreck einen Scheck der Stadt Forst (L.) an den Vereinsvorsitzenden und machte die Zusage, bei der Suche nach einem neuen Objekt für den Verein zu helfen.

Anders als z.B. im Sport folgte im Anschluss an die Grußworte der Ehrengäste bereits die Ehrung der Sieger. Sechs Preisrichter bewerteten zuvor die ausgestellten Tiere. Kriterium für die Auswahl sind Körperbau und -form des Tieres, das Fell, die Gleichmäßigkeit und Sauberkeit der Färbung, die Unterfarbe bei bestimmten Rassen sowie die Ausbildung von Kopf und Ohr der Kaninchen. Den Pokal des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg gewann Uwe Krenz für seine Sammlung (4 Tiere) der Rasse „Satin Elfenbein RA“. Auch die anderen Ehrengäste stifteten jeweils einen Pokal.

Den Jugendpokal als beste Nachwuchszüchterin konnte die Forsterin Chiara Nehrmann in Empfang nehmen. Für sie ist es der größte Erfolg in ihrer noch jungen Karriere. Vergleichbar ist der Titel etwa mit dem eines Kreismeisters im Sport. Seit zwei Jahren betreibt Chiara die Rassekaninchenzucht, verrät ihr Vater Dirk, der ebenfalls einen Pokal gewann. „Chiara züchtet Schwarzgrannen. Das sind Tiere mit weißer Grundfarbe, die schwarze Grannen (Strichhaar im Oberfell) haben. Dadurch schimmert das Fell ein wenig grau-silbrig.“ Circa 30 Tiere besitzt Chiara mittlerweile, mit den 70 Tieren ihres Vaters kommt die Familie auf etwa 100 Kaninchen. „Es ist ein sehr zeit- und kostenaufwendiges Hobby.“, erklärt Dirk Nehrmann.

Wohl auch deshalb bieten einige Züchter ihre Tiere zum Verkauf an. Zwischen 20,- und 50,- Euro kostet eines der hier ausgestellten Kaninchen. 80% der angebotenen Tiere wechseln im Verlauf der Ausstellung ihren Besitzer.

16 Kaninchen wurden als Preise für die große Tombola gestiftet. 400 Preise insgesamt gibt es zu gewinnen. „Die Tiere haben eine tierärztliche Bescheinigung. Natürlich geben wir die Tiere nur ab, wenn z.B. bei Kindern die Eltern damit einverstanden sind und sichergestellt ist, dass die Tiere ordnungsgemäß gehalten werden können.“, sagt Uwe Krenz.

In den Gängen der Ausstellungshalle herrscht derweil dichtes Gedränge. Nicht nur die Züchter schauen sich die Tiere der anderen Aussteller an, auch viele Familien mit Kindern nehmen die kuscheligen Vierbeiner genauestens unter die Lupe. Mit etwa 750 Besuchern rechnen die Veranstalter an den beiden Ausstellungstagen, das sind mehr als die 500 Besucher, die in den Vorjahren bei den Jungtierschauen gezählt wurden.

Dr. Dietmar Woidke ist selbst mit Kaninchen groß geworden: „Auf unserem Bauernhof in Naundorf hatten wir 30-40 Kaninchen, allerdings keine Rassekaninchen. Unsere dienten eher als Nahrungsgrundlage, das Fell wurde verkauft. Es ist und bleibt trotzdem ein schönes Hobby, wie man hier sehen kann.“

Für die Pfanne zu schade sind auf jeden Fall die in Horno zur Schau gestellten Rasse-Kaninchen. Ungeachtet der Menschentraube, die sich an ihren Boxen vorbeischiebt, dösen manche lieber im Käfig. Andere wiederum hoppeln emsig hin und her und strecken ihr Näschen durch die Gitter in der Hoffnung auf ein paar Streicheleinheiten, die es dann auch prompt vom Ministerpräsidenten Brandenburgs beim Rundgang durch die Ausstellung gab. Zu seiner Erleichterung musste er das lange Wort mit dem „R“ kein zweites Mal erwähnen….

Mit Vollgas übers Wasser

Marie Luies Schilling hat Rennfahrerblut in ihren Adern

Beim 24. Internationalen ADAC Motorbootrennen in Berlin-Grünau (26./27. August 2017) gingen auch vier Renn-Amazonen an den Start. Das ist soweit nichts Ungewöhnliches, steigen doch immer wieder mal junge Mädchen in ein Rennboot, um sich mit ihren männlichen Konkurrenten zu messen. So starteten in Berlin-Grünau zwei Mädels im ADAC Motorboot Cup, einer Nachwuchsklasse. Die Lettin Ieva Millere kämpfte sogar in der Formula R 1000 bis zum Schluß um den Europameistertitel und wurde schließlich Dritte.

Interessant ist jedoch die vierte Starterin, die gleichzeitig in Berlin-Grünau ihr Renndebüt erlebte: Marie Luies Schilling aus Vechelde (Niedersachsen) pilotierte im Rahmenprogramm ein historisches Rennboot der Klasse R 1000 um den Kurs auf dem Langen See. „Ich bin das erste Mal bei so einer Veranstaltung dabei, habe bisher immer nur getestet.“, verrät die (noch) 16jährige Schülerin.

Rennsport-Luft hat Marie Luies schon immer geschnuppert. Schon als Vierjährige begleitete sie ihren Vater, der Mechaniker im Team von Andreas Schulze (Formula R 1000) ist, zu den Rennen. 2010 wurde sie selbst aktiv und stieg in den Kartsport ein. Doch die Liebe zum Motorbootrennsport war stärker. Kein Wunder, wenn man ständig von Rennsport-Legenden umgeben ist. Andreas Schulze wurde 1997 Europameister in der Klasse HR-1000. Sein Bruder Frank wurde 1999 Weltmeister in der „Königsklasse“ O-500. Beider Vater Manfred Schulze, inzwischen 74 Jahre alt, war mehrfacher DDR-Meister.

Marie Luies Schilling hat ihren (Boots-)Platz bei den Schulzes, die alle aus der Motorbootrennsport-Hochburg Dessau stammen, gefunden. Sogar in der offiziellen Startliste wird sie als Dessauerin geführt.

Geplant war für Marie Luies eigentlich der „normale“ Weg. „Es stimmt, normalerweise steigt man im ADAC Motorboot Cup in den Rennsport ein. Bei mir hat das aber nicht geklappt.“, erzählt Marie Luies. So richtig traurig ist sie darüber nicht. Wenn alles nach Plan läuft, bekommt sie 2018 ein eigenes Cockpit in der Klasse R 1000. „Die Geschwindigkeit in einem R 1000-Boot ist einfach viel höher“, schwärmt Marie Luies. Wer dabei in ihre Augen sieht, erkennt ein Leuchten, so sehr fasziniert sie der Geschwindigkeitsrausch. Und wohin soll es in der Zukunft gehen? „Natürlich will jeder mal ein Formel-1 Boot steuern, aber ich denke, die Klasse R 1000 ist das Machbare“, gibt sich Marie Luies realistisch.

Ihre Schulfreundinnen finden Marie Luies‘ Hobby cool. Manchmal dürfen sie dabei sein, wenn Marie Luies in „ihr“ Boot steigt und ein paar Testrunden dreht. Trainiert wird meist am Wochenende, so läßt sich auch das Hobby gut mit dem Schulunterricht vereinbaren.

Jenes historisches Rennboot, mit dem Marie Luies in Berlin-Grünau unterwegs war, gehört Manfred Schulze. „Das Boot hat 112 PS. Hier in Grünau war ich mit etwa 150 km/h auf dem Wasser unterwegs!“
Wer solche Flitzer auf dem Wasser hält, muß gut trainiert sein. Vor allem die Nackenmuskeln werden in den Kurven stark beansprucht. Auch Kraft in den Armen sollte man haben. Das ist besonders wichtig, wenn der Motor plötzlich seinen Geist aufgibt und man möglichst schnell an Land paddeln muß, um aus der Fahrrinne zu gelangen. Marie Luies ereilte dieses Schicksal im zweiten Lauf. „Das Ruderblatt hatte sich verdreht, ich konnte plötzlich nicht mehr lenken.“, schildert sie das Malheur. Statt mit Motorenkraft ging es mit Muskelkraft zurück ans Ufer. Dank ihres Teams konnte der Schaden bis zum dritten Lauf wieder behoben werden.

An Vorbildern mangelt es Marie Luies nicht: „Manfred Schulze ist ein Vorbild, auch weil er noch immer bei den Classic Booten aktiv mitfährt. Dann René Behnke (mehrfacher Weltmeister im Motorbootrennsport) und natürlich Ieva Millere.“ Der Zufall wollte es, dass im Fahrerlager gegenüber der Schulze-Boxen das Team von Millere seine Zelte aufgeschlagen hat.

In diesem Jahr noch Nachbarn im Fahrerlager – im nächsten Jahr vielleicht schon Konkurrentinnen auf dem Wasser. Von der männlichen Konkurrenz gibt es schon mal Komplimente: „Du bist gut gefahren!“, gratuliert Richard Güll, mit 16 Jahren wie Marie Luies ebenfalls ein Jungspund inmitten der erfahrenen „Alten Hasen“.

Marie Luies hat viel Mut und noch mehr Rennfahrerblut in sich. Ihre Taufe hat sie in Berlin-Grünau nicht nur als Fahrerin bestanden – ihr allererstes Rennwochenende als aktive Pilotin endete nämlich damit, dass sie von ihrem Team ins Wasser geschubst wurde….

Kleine Schwester der East-Side-Gallery entstand in Forst

Zu einer großen Freiluft-Galerie wurde am vergangenen Wochenende das Areal rund um das Park 7. Zum vierten Mal fand das „Paint the Park Jam“ statt, ein Treffen von Graffiti-Sprayern aus ganz Deutschland. Es ging dabei nicht darum, wer das schönste Bild sprühe, sondern um das Miteinander und das gegenseitige Kennenlernen, wie Organisator Sebastian Reichert verrät. „Wir machen auch keine Vorgaben, was gesprüht werden soll, jeder Künstler hat hier seine kreative Freiheit“.

Über eine eigens für dieses Festival eingerichtete Facebookseite konnten sich die Graffitikünstler anmelden. Etwa 50 Sprayer machten sich auf den Weg nach Forst, darunter aus Berlin, Cottbus, Dresden, Leipzig oder Bielefeld und Münster. Alle fanden hier ideale Voraussetzungen. Auf mehreren Wandflächen im Innenhof des Park 7 sowie entlang der Parkstraße durfte gesprüht, gekleckst oder gespritzt werden. Für Sebastian Reichert steckt dahinter ein Konzept: „Wir machen gleichzeitig auch ein wenig Prävention und geben den Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Graffiti auf legale Flächen zu zeichnen!“
Behördliche Auflagen gebe es keine, erklärt Sebastian Reichert dankbar. Die fertigen Kunstwerke würden eine Zeit lang für alle Passanten zu sehen sein und mit ihren vielen bunten Farben zusätzlich das Stadtbild bereichern, was auch so von den Gebäudeeigentümern gewünscht sei. Zudem gebe es von den Stadtwerken Forst als Sponsor sowie der Stadt Forst eine finanzielle Unterstützung für die Organisatoren, um damit Farbdosen, Wandfarbe oder Getränke zur Verfügung stellen zu können.

Für viele Teilnehmer steht die Abstraktion im Vordergrund, man möchte künstlerische Regeln brechen. Eine typische Regel beschreibt einen Schriftzug mit einem sauberen Hintergrund. In Forst sind allerdings auch Bilder zu entdecken, die sich erst auf dem zweiten oder dritten Blick dem Betrachter erschließen. Was zunächst wie ein wirres Drauf-Los-Sprühen aussieht, entpuppt sich so nach und nach als „Grundgerüst“ für das spätere Endprodukt. Die meisten Sprayer rechnen mit mehreren Stunden, ehe ihr Bild fertig gesprüht ist. Es ist zudem kein ganz billiges Hobby – viel Geld geht für die Sprühdosen drauf. Auf etwa 400 Euro beziffern einige der Teilnehmer ihre Kosten für ein Bild.

Johannes, Dirk und Andrè alias „ARDH-Heads“ kommen aus Cottbus und sind mittlerweile Auftragsmaler, das heißt, sie haben die Graffiti-Malerei zum Beruf gemacht. Warum sie nach Forst gekommen sind? „Die Cottbuser Graffiti-Szene ist mittlerweile eingeschlafen, dadurch sind solche Veranstaltungen wie hier in Forst interessant geworden, weil man sich mit anderen Künstlern austauschen kann.“, verrät Dirk. Wie alle anderen Teilnehmer auch kämpft er mit den Vorurteilen in der Bevölkerung: „Wenn ich eine öffentliche Wandfläche mit einem Roller oder der Malerbürste bearbeite, ist das für die meisten Menschen in Ordnung. Aber wehe, ich habe nur eine Sprühdose in der Hand, dann wird man gleich misstrauisch beäugt“. Mehr Respekt und Toleranz wünschen sich die Sprayer: „Schön wären mehr regionale Unterstützer, die uns legale Flächen für unsere Leidenschaft zur Verfügung stellen oder uns hin und wieder mit Farbutensilien ausstatten würden!“, so Dirk. Namhafte und weltweit tätige Auftragsmaler würden inzwischen von den großen Marken der Farbindustrie gesponsert.

Apropos Legalität: alle der hier teilnehmenden Künstler lehnen mittlerweile die illegalen Schmierereien auf Häuserwänden ab. „Man sollte aber nicht so naiv sein zu glauben, dass wir alle sofort auf legalen Flächen gesprüht haben. Fast jeder von uns hat irgendwann mal mit einer illegal besprühten Hauswand angefangen.“, verrät ein Teilnehmer. Das liegt aber auch an viel zu wenig legalen Flächen, auf denen sich die Kinder und Jugendlichen ausprobieren können. Das Einstiegsalter in die Szene beginnt bei etwa 14 Jahren. Auch deshalb seien solche Veranstaltungen wie das „Paint the Park Jam“ sehr willkommen, weil man hier unter Gleichgesinnten seiner Kreativität freien Lauf lassen kann, ohne das Gefühl zu haben, etwas Verbotenes zu tun.

Stephanie Laebe ist das einzige Mädchen unter den vielen Sprayern und noch dazu die Jüngste von allen. Die Fünfzehnjährige stammt aus Österreich und macht derzeit in Forst Urlaub bei ihrer Oma. „Ich habe in der Zeitung die Vorankündigung gelesen und bin ganz spontan hierher gekommen.“ Als Künstlerin bezeichnet sich Stephanie nicht, sie versuche sich stattdessen erst mal mit Graffiti-Malerei. Während ihre männlichen Kollegen die Bilder aus dem Gedächtnis malen oder als Vorlage im Handy eingespeichert haben, hat sich Stephanie noch ganz klassisch vorbereitet. Sie kramt aus ihrer Hosentasche einen kleinen Zettel, auf dem das Motiv, das hinter ihr im Großformat an der Wand prangt, schön vorgezeichnet ist. Das Bild mit dem „Fast and Furious“-Schriftzug nach dem gleichnamigen Kinofilm hat sie in knapp 30 Minuten fertiggestellt. Jetzt schaut sie den anderen Sprayern über die Schulter und beobachtet das emsige Treiben auf dem Park 7-Gelände. „Vielleicht komme ich ja im nächsten Jahr wieder und male dann ein neues Bild“, blickt Stephanie schon mal ein wenig in die Zukunft.

Wiederkommen werden sicherlich auch die anderen Teilnehmer, so wie Marcus aus Bielefeld, der schon im vorigen Jahr dabei war und mit Sebastian Reichert befreundet ist. In diesem Jahr hat sich Marcus ein ganz besonderes Motiv ausgesucht: „Vor einigen Jahren haben polnische Sprayer einen Stier auf diese Wand gemalt. Was liegt also näher, als an gleicher Stelle einen neuen Stier entstehen zu lassen?“

Egal ob Stier, Schriftzug oder die Skyline einer Stadt – der Kreativität sind zumindest hier rings um das Park 7 keine Grenzen gesetzt, wie sich ab sofort Jeder selber überzeugen kann. Bis in die Abendstunden des Sonnabends waren die meisten Sprayer beschäftigt, um den Konturen ihrer Kunstwerke farbliche Inhalte zu geben. Selbst am Sonntagmorgen wurde noch fleißig gearbeitet.

Für Sebastian Reichert hat sich der ganze Aufwand gelohnt, die Nachfrage nach Flächen zum Besprühen war groß. Schon jetzt gibt es Überlegungen für eine Neuauflage im nächsten Jahr. Dann werden die meisten der jetzigen Kunstwerke zunächst mit Wandfarbe überstrichen, damit darauf neue Graffiti-Bilder entstehen können.

Urhebervermerk: alle hier abgebildeten Motive unterliegen den Urheberrechten der jeweiligen Künstler

Abbildung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der jeweiligen Künstler

Lausitzer Sommerfest auf Gut Neu-Sacro lockt Besucher aus Nah und Fern

Einen bunten Farbklecks im Veranstaltungskalender der Region hat das Gut Neu-Sacro am vergangenen Wochenende gesetzt. Zum 4. Lausitzer Sommerfest kamen zahlreiche Besucher aus Nah und Fern. Die Fahrzeuge auf den Parkplätzen rings um das Gut mit Rostocker, Berliner oder Dresdner Autokennzeichen ließen vermuten, dass nicht nur die Einheimischen, sondern auch viele Urlauber und auswärtige Besucher die Gelegenheit für einen Abstecher auf das gepflegte Gelände vor den Toren der Stadt Forst nutzten.

Bernd Starick, Vorstand der Bauern AG Neißetal, die das Gut Neu Sacro bewirtschaftet, und sein Team haben sich viel einfallen lassen, um den großen und kleinen Gästen ein abwechslungsreiches Programm zu bieten. Unterstützung fanden die Organisatoren beim „pro agro – Verband zur Förderung des ländlichen Raumes in der Region Brandenburg-Berlin e.V.“.

Auf einer kleinen Händlermeile boten regionale Erzeuger ihre Produkte zum Verkosten und Ausprobieren an. Neben Honigprodukten, süßen Marmeladen oder Bio-Kosmetik konnten sich die Besucher auch zum Urlaub auf dem Lande informieren. Die Kerkwitzer „Bubbatzfreunde“ zeigten im Innenhof des Gutes alte Traktoren und Landtechnik.

Die Wiese gegenüber des Gutes wurde zum Start- und Landeplatz für Hubschrauber-Rundflüge über Forst. Bernd Starick übernahm persönlich den Posten des Bodenpersonals und geleitete die vielen Interessenten zum Hubschrauber der AEROHELI Neuhausen und half beim Aus- und Einsteigen.
Wer es lieber ruhiger angehen lassen wollte, ließ sich im Kremser durch die Gegend kutschieren.
Ganz Mutige wagten einen Ritt auf der „Ackerbanane“. Auf einer Plane sitzend ließen sie sich von einem Traktor in wilden Drifts übers Feld ziehen und wirbelten dabei mächtig viel Staub auf.

Besonders für die Jüngsten wurde aus diesem Sommerfest ein Erlebnisfest. Auf der kleinen Bühne neben dem Eingang zum Hofladen trat Clown Retzi mit seinem Drachen Dragi auf und zauberte und sang gemeinsam mit den kleinsten Besuchern. Vor seinem Kinderprogramm stimmte Retzi die Erwachsenen mit alten Volksweisen und internationalen Oldies ein. Bei Titeln wie „Hab‘ mein Wagen vollgeladen“, „Kleine weiße Friedenstaube“ oder „Über sieben Brücken mußt Du gehen“ war von den Gästen auf den schattigen Sitzplätzen im Biergarten ein leises Mitsummen oder -singen zu hören.

Etwas mehr Geschick war bei Petra Adomeit-Hampel, besser bekannt als „Spieletante“, gefragt. Die Kinder waren aufgerufen, aus alten Kartons, Papphülsen, etwas Klebeband und Salateimerdeckeln Traktoren zu basteln. Die schönsten Exemplare wurden dann von spontan einberufenen Publikums-Jurys prämiert. Lana (8 Jahre) und Lars (12 Jahre) gehörten zu den Gewinnern. Ihre Bastelarbeit überzeugte nach Ansicht der Jury vor allem durch Detailtreue. So gab es in ihrem Trecker sogar eine eingeklebte Sitzbank und ein Lenkrad. „Es hat uns großen Spaß gemacht, das Fest ist toll“, freut sich Lars, der mit seiner Schwester aus Lohmar in Nordrhein-Westfalen stammt. Beide machen zusammen mit ihrer Mama eine Woche Ferien in Briesnig bei Oma und Opa.

Auch Ingrid Ebert aus Forst zollt den Veranstaltern im Gespräch mit Sylvia Müller, Objektmanagerin des Gutes, ein großes Lob: „Die Idee mit dem Trecker-Basteln ist mal was Anderes als das übliche Basteln, das man sonst bei ähnlichen Veranstaltungen findet.“ Sie habe überlegt, ob sie ihre Drehorgel mitbringen solle, ging dann aber davon aus, dass es sicherlich schon genug Unterhaltung gäbe, womit Ingrid Ebert ja angesichts der vielen Programmpunkte nicht ganz Falsch lag.

Auf der Bühne haben inzwischen die Akteure gewechselt. Während sich Clown Retzi mit Dragi unters Publikum mischt und die Stände der Händlermeile besucht, gibt es von den Musikern der Band „Viererlei“ aus Berlin Live-Musik mit Oldies der 60er bis 90er Jahre zu hören.

Sylvia Müller zeigt sich äußerst zufrieden mit der Resonanz speziell am Samstag: „Sicherlich hätten es noch ein paar Gäste mehr sein können, aber angesichts der Wettervorhersage mit angekündigten Unwettern wird der eine oder andere zu Hause geblieben sein. Trotzdem freuen wir uns, dass unsere Angebote von den Besuchern so gut angenommen werden.“

Die nächsten Höhepunkte auf Gut Neu-Sacro sind am 5. August ein großer Trödelmarkt sowie am 27. August der 3. Guts Cup mit Spaß und Gaudi für Wettkämpfer und Zuschauer.

Packender Motorsport beim 2. Motorsport-Festival Lausitzring

Nach dem großartigen Erfolg im vergangenen Jahr waren sich alle Beteiligte schnell einig: das Motorsport-Festival auf dem Lausitzring soll wiederholt werden.

Am vergangenen Wochenende war es nun soweit: mit dem Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) und dem ADAC GT Masters präsentierten sich Deutschlands populärste Rennserien gemeinsam dem Zuschauern auf der Rennstrecke im Süden Brandenburgs. Im Rahmenprogramm starteten die Nachwuchspiloten der ADAC Formel 4 sowie die Piloten des Porsche Carrera Cups. 70 Teams, 140 Fahrzeuge und 170 Fahrer – Motorsportherz, was willst Du mehr?

Insgesamt verfolgten 67500 Zuschauer 9 spannende Rennen am Samstag bzw. Sonntag. Damit wurden die Zuschauerzahlen des Vorjahres noch einmal leicht überboten. Mit ein Grund für den Zuschauerboom dürften die neuen Regeländerungen in der DTM gewesen sein, die zu Beginn der neuen Saison in Kraft traten. Noch leistungsstärkere Rennautos, Funkverbot zwischen Fahrer und Box sowie die Freigabe der Boxenstopps sorgten schon beim Auftakt auf dem Hockenheimring für spektakulären Motorsport. Und beim Anblick der „Liga der Supersportwagen“, wie das ADAC GT Masters gern bezeichnet wird, bekommen Motorsport-Fans glänzende Augen, schließlich liefern sich hier Traumautos wie Corvette, Lamborghini, Mercedes-Benz, Audi, BMW, Nissan und Porsche heiße Rad-an-Rad-Duelle.

Und es wurde nicht zuviel versprochen. Auch der Lausitzring bot packende Duelle und rasante Action auf der Strecke. Wie ausgeglichen und spannend die DTM in diesen Jahr ist, zeigt sich beim Blick auf die Ergebnisse. Während der bis dato Gesamtführende Lucas Auer (Österreich) am Sonnabend souverän das erste Rennen gewann, schaffte er am Sonntag mit viel Mühe gerade mal Platz 10 und holte nur einen winzigen Punkt. Und Sonntagsieger Jamie Green (GB) starte am Vortag sogar vom letzten Startplatz.

Nichts zu gewinnen gab es an diesem Wochenende für die Formel-4- und GT-Fahrer vom Berliner Team „Mücke Motorsport“. Für Peter Mücke und seine Mannschaft ist das Motorsport-Festival auf dem Lausitzring das Heimrennen.
Am Sonnabend gab es die Plätze 8 und 10 im ADAC-GT-Masters, am Sonntag konnte man sich gar nicht in den TOP TEN platzieren.
Drei Rennen, dreimal in den Punkten. So könnte man die Ergebnisse von Mückes Formel-4-Piloten zusammenfassen. Nach einem neunten Platz von Lirim Zendeli im ersten Rennen holte Sophia Flörsch mit einem 10. Platz im zweiten Rennen sowie Rang 8 im dritten Rennen die Kastanien aus dem Feuer und zeigte dabei, welch großes Talent in ihr steckt. Immerhin ging sie im dritten Lauf von Startplatz 23 ins Rennen.

Sophia Flörsch

Auch abseits der Rennpiste wurden den Zuschauern viel geboten. Beim Pit-View gewährten die drei DTM-Hersteller Mercedes, Audi und BMW den Fans im Fahrerlager einen Blick in eine ihrer Boxen. Nur wenige Meter entfernt konnte man so den Mechanikern über die Schulter schauen.
In den Markenwelten präsentierten alle Hersteller die neuesten Modelle. Auf den Aktionsflächen der Sponsoren der Rennserien gab es Mitmach-Angebote und Gewinnspiele. Zusätzlich gab es an beiden Renntagen Autogrammstunden mit den Fahrern aller vier Serien.

Bleibt nur zu hoffen, daß das 2. Motorsport-Festival nicht das letzte war. Der Vertrag mit der DTM läuft im nächsten Jahr aus, der Streckenbelag ist nach 17 Jahren reif für eine Komplettsanierung. Immerhin gibt es 67500 gute Argumente für eine Fortsetzung in den nächsten Jahren.

Indianischer Künstler Ed. E. Bryant gestaltet Totempfahl

Zur Auftakt-Pressekonferenz der 26. Karl-May-Festtage in Radebeul (26.-28. Mai 2017) hat der indianische Künstler Ed. E. Bryant vom Stamme der Tsimshian (First Nation, Stammesgebiet nordwestlich von Vancouver/Kanada) sein neuestes Projekt vorgestellt. Zusammen mit Teilnehmern eines Workshops im Karl-May-Museum Radebeul wird er bis zum Fest einen 7 Meter hohen Totempfahl gestalten, der zunächst auf dem Festgelände im Lößnitzgrund gezeigt wird und später seinen festen Platz auf dem Museumsgelände erhalten soll.

Der Totempfahl zeigt einen Adler, der von einem Bären gehalten wird. Beide Tiere haben bei den Indianern Nordamerikas eine große Symbolik, verkörpern sie doch Kraft und Entschlossenheit.

Das Modell des Totempfahls

Der verwendete Baum wiegt 1 Tonne, 20 Personen werden benötigt, um den fertigen Totempfahl nach alter indianischer Tradition mit bloßer Manneskraft aufzustellen.

Ed. E. Bryant wird auch an den drei Festtagen vor Ort sein und Lieder und Tänze seines Stammes vorführen. Einen kleinen Vorgeschmack davon gab es ebenfalls für die Medienvertreter und zufällig anwesende Museumsbesucher zu erleben.

Ed.E. Bryant weiht den Baum nach indianischer Tradition

Die Karl-May-Festtage sind eine feste Tradition in Radebeul. Ganz im Sinne Karl Mays, der sich in seinen Geschichten und Erzählungen für Völkerverständigung und eine pazifistische Weltfriedensmission einsetzte, sollen auch die bevorstehenden Festtage zum Austausch verschiedener Kulturen beitragen. Neben den Stammgästen der Oneida Indian Nation geben auch Künstler aus dem Orient, vom Balkan, aus Indien sowie aus Pakistan Einblicke in ihre Bräuche, Tänze und Traditionen.

Umrahmt wird das Fest von einem großen Unterhaltungsprogramm. So treten während der drei Festtage u.a. die Countrysängerin Meg Pfeiffer (D), der kanadische Sänger Logan Staats sowie „The Dead South“ (Kanada) auf. Gerade Letztere sind mit über 10 Millionen Klicks für ihren Hit „In Hell I’ll Be In Good Company“ zu wahren Youtube-Stars geworden und haben weltweit eine große Fangemeinschaft.

Auch traditionelle Programmpunkte wie die Sternreiterparade am Sonntag, der legendäre Bahnüberfall auf den „Santa-Fe-Express“ am Samstag und Sonntag, Vorführungen der Landesbühnen Sachsen in „Tombstone City“ sowie die Filmnächte gibt es wieder. Als einer der Schirmherren wird der Abenteurer Andreas Kieling (bekannt u.a. für seine Tier-Dokumentationen und „Terra X“) anwesend sein und auch eine Autogrammstunde geben.

Der „Hohe Stein“, einer der ursprünglich vorgesehenen Veranstaltungsorte, kann in diesem Jahr nicht genutzt werden, weil sich dort unter Naturschutz stehende Vögel zur Brut zurückgezogen haben. Mit dem „Kleinen Stein“, dem „Schlauen Fuchs“ und der „Kleinen Feder“ wurden jedoch drei neue Veranstaltungszentren gefunden.

Mehr Infos unter www.karl-may-fest.de.

Fetzige Rhythmen beim 10. Hoffest der Cottbuser Musikspatzen

Rhythmische Sambaklänge und Schlagermedleys waren am vergangenen Samstag aus der Turnhalle der Carl-Blechen-Grundschule zu hören und lockten den einen oder anderen neugierigen Besucher an.
Die „Cottbuser Musikspatzen“ feierten ihr traditionelles Hoffest. Auf Grund der unbeständigen Witterung verlegte man die Veranstaltung kurzerhand vom Schulhof in die kleine Turnhalle. Hier warteten schon Eltern, Großeltern, Freunde und Bekannte der Musikspatzen sowie Mitglieder des Fördervereins gespannt auf das, was da kommen sollte.
Von den 28 aktiven Musikern sind fast alle anwesend, einige der älteren Musiker sind sogar extra aus Hamburg, Düsseldorf oder Berlin angereist, um bei diesem Fest dabei zu sein.

„Das jährliche Hoffest ist unsere Saisoneröffnung. Hier präsentieren wir erstmals der Öffentlichkeit, welche Titel und Choreografien wir im Winter und im Trainingslager einstudiert haben“, verrät Gloria Scholz, Präsidentin der Musikspatzen.

Mit der „Märkischen Heide“ marschieren die die Musiker in die gut gefüllte Halle ein und präsentieren anschließend in drei etwa 15minütigen Blöcken Ausschnitte aus ihrem Repertoire. Egal ob bei „Miss Marple“, einem Roland-Kaiser-Medley oder den Hits von ABBA – die Zuschauer wippen mit den Füssen mit und sparen auch nicht mit Applaus.

Trotz der Enge der Spielfläche gelingt es den Musikspatzen, durch wechselnde Tanzschritte die Einmarschformation aufzulösen und immer wieder neue Aufstellungen einzunehmen.

Für die 13jährige Marie ist es ein besonderer Tag. Sie darf zum ersten Mal den Stab führen, was bedeutet, daß alle Trommler und Flötenspieler auf ihr Kommando hören und sie ihnen den Takt vorgibt.
Marie gehört auch zu den „Jungspatzen“, die von Gloria Scholz für die häufigsten Einsätze bei öffentlichen Veranstaltungen in der abgelaufenen Saison geehrt werden.

In den Pausen stärken sich Besucher und Musiker mit selbstgebackenem Kuchen vom großen Kuchenbasar. Besonderer Hingucker sind dabei die beiden großen Torten, die auf das große Jubiläum der Cottbuser Musikspatzen hinweisen: in diesem Jahr feiert das Ensemble, welches aus dem Städtischen Spielmannszug Cottbus hervorgegangen ist, sein 35jähriges Bestehen.
Mit einem großen Konzert im Rahmen des Cottbuser Stadtfestes im Juni soll das Jubiläum gefeiert werden. Darüber hinaus warten auch Auftritte beim Turmfest in Luckenwalde, beim Heimat- und Trachtenfest in Burg/Spreewald oder beim Schlossfest in Königs Wusterhausen auf die Musikspatzen.

„Wer hat an der Uhr gedreht?“, fragte einst Paulchen Panther. Und diese Frage stellten sich auch die Zuschauer, als sich nach gut 2 Stunden das Hoffest dem Ende neigte und die Cottbuser Musikspatzen mit eben diesem Lied fröhlich gelaunt und unter tosendem Beifall wieder aus der Halle marschierten.

Einer der berühmtesten Söhne der Stadt zu Besuch in seiner Heimat

Das kleine brandenburgische Städtchen Forst (Lausitz) hat in seiner mehr als 750jährigen Geschichte nicht allzu viele Söhne und Töchter hervor gebracht, die es zu internationalem oder gar Weltruhm gebracht haben. Zu den Wenigen, die es erfolgreich aus Forst in die große weite Welt geschafft haben, gehört Dr. Peter Kersten, seines Zeichens Magier und Weltenbummler. 1977 gewann er in Hollywood als bester ausländischer Magier den Zauber-“Oscar“, die höchste Ehre, die ein Magier erreichen kann.

In der DDR war Dr. Peter Kersten bekannt wie ein bunter Hund, be- bzw. verzauberte er doch als „Zauberpeter“ ganze Generationen. Im Kinderfernsehen lief regelmäßig seine Sendung „Kunterbunt“, für die Erwachsenen gab es „Zauber auf Schloss Kuckuckstein“. Auch die großen Samstagabendshows im DDR-Fernsehen wie den „Kessel Buntes“ moderierte er.

Mit seiner Show „Wunder inclusive“ tourt der „Magic Doctor“ (mit diesem Namen wurde er international bekannt) noch heute durch die Republik. Am vergangenen Wochenende machte der Zauberpeter wieder einmal Station in seiner Heimatstadt.
Vielen der anwesenden Zuschauern können sich noch an das Fleischerei Lehmann seines Vaters erinnern. Auch die Geschwister des Zauberpeters waren dem einen oder anderen bekannt.

Die beiden Veranstaltungen im Pavillon „Genuss & Kunst“ waren binnen kurzer Zeit ausverkauft. Voller Vorfreude erwarteten nun Jung und Alt den Auftritt des immer noch beliebten Künstlers. Eine musikalische Ouvertüre, von CD eingespielt, bildete den Auftakt für einen unterhaltsamen Nachmittag.
Und dann war der wohl berühmteste Forster wirklich da: im schwarzen Anzug, aber ohne Zylinder, charmant und gut gelaunt. Sofort sprang der Funke zum Publikum über. Dr. Peter Kersten kann nämlich nicht nur zaubern, sondern seine Zuschauer auch mit Wortspielen unterhalten.

Seine Zaubertricks hat man in dieser oder ähnlicher Form schon hundertfach gesehen – und trotzdem war die Verblüffung in den Gesichtern der Gäste zu sehen. Egal, wie genau man auch hinschaute, um vielleicht den Trick zu erahnen – der Zauberpeter setzte immer noch einen drauf. Ein signierter 50-Euro-Schein verbrannte vor aller Augen, um wenig später aus einem versiegelten Umschlag hervorgeholt zu werden. Aus einem geteilten Kartenstapel wanderten einzelne Karten scheinbar hin und her – wo eben noch öffentlich 16 Karten vorgezählt wurden, fehlten beim erneuten Zählen plötzlich 3 Karten, die in einem anderen Stapel zu finden waren. Und dass, obwohl zwei zufällig ausgewählte Zuschauer die Kartenstapel in den Händen hielten.
Es sind nicht mehr die großen Illusionen wie die der „zersägten Jungfrau“, sondern kleine Tricks mit Karten, Regenschirmen oder Seilen, mit denen Zauberpeter heutzutage auf Tour geht.

Dr. Peter Kersten ist aber nicht nur Magier, sondern reiste nach der Wende in der DDR mit seiner Kamera um die Welt, um Reisereportagen für die ARD und den MDR zu drehen. In Forst zeigte er kurze Filmausschnitte seiner Reportagen und erzählte nebenbei so manche erlebte Episode. Unverkennbar hat es ihm dabei Asien besonders angetan. Schließlich hat er auf der indonesischen Insel Sumba sein Lebensglück und einen neuen Lebensmittelpunkt gefunden.

Nach 90 Minuten Programm verabschiedete sich der Zauberpeter von „seinen“ Forstern, nicht ohne zu versprechen, demnächst wiederzukommen. Dann möchte er mehr von den Kuriositäten, die er auf seinem Reisen erlebte, berichten. Und ganz sicherlich wird dann auch wieder der eine oder andere Zaubertrick dabei sein.

Pavillon-Chefin Diana Podlesch bedankte sich mit einem Rosenstrauch der Forster Jubiläums-Rose bei Dr. Peter Kersten für zwei wundervolle Veranstaltungen. Bevor es sich der Zauberpeter im Pavillon schmecken ließ, unterschrieb er noch fleißig Autogramme und stand für gemeinsame Fotos zur Verfügung.

Besucherandrang überrascht Aussteller und Veranstalter der 2. Geschmacksmesse auf Gut Neu Sacro

Wer am vergangenen Samstag zur Geschmacksmesse auf Gut Neu Sacro wollte, mußte zunächst Geduld und später etwas Nervenstärke beweisen. Schon wenige Minuten nach der Eröffnung bildete sich am Einlaß zum ehemaligen Kornspeicher eine Warteschlange, auch die vorbereiteten Parkflächen rings um das Gut füllten sich zunehmend und ließen weitere Besucher heran strömen.

Was im vergangenen Jahr als Testlauf mit 12 Produzenten einheimischer Waren begann, fand nun eine durchaus gelungene Fortsetzung. Bereits im November 2016 wurden die Einladungen an viele regionale Unternehmen, die sich mit der Herstellung und Vermarktung lokaler Köstlichkeiten beschäftigen, verschickt. 22 Anbieter folgten der Einladung und präsentierten ihre Produkte auf drei Etagen, ohne zu ahnen, welch enorme Resonanz sie damit auslösen.

Bernd Starick, Vorstand der Bauern AG Neißetal, die das Gut Neu Sacro bewirtschaftet, erklärt die Idee der Geschmacksmesse: „Wir wollen mit dieser Veranstaltung den Einheimischen zeigen, was die Region Gutes an kulinarischen Spezialitäten zu bieten hat. Für die Anbieter ist es darüber hinaus eine gute Gelegenheit, sich untereinander kennenzulernen und zu vernetzen.“. Viele der Aussteller seien bereits im Vorjahr dabei gewesen. 90% der damals vorgestellten Produkte sind mittlerweile im Hofladen erhältlich. Schwerpunktthema in diesem Jahr sind Produkte aus Rindfleisch. Vier tierische Vertreter zum Thema „Rindfleisch“ präsentierte das Gut an der Stirnseite des Ausstellungsgebäudes in einem Gehege.

In der Galerie über dem Hofladen herrscht derweil dichtes Gedränge. Nur ganz langsam geht es vorwärts, die Gänge sind dicht gedrängt, Überholen oder gegen den Strom zu laufen ist fast unmöglich. Es ist schlichtweg kein Durchkommen, an jedem Stand lassen sich die Besucher die Köstlichkeiten erklären oder wollen selber testen, wie es schmeckt. Egal, ob Süßes von der Confiserie Felicitas aus Hornow, Eierlikör von der Straußenfarm Rönsch in Tschernitz oder leckere Konfitüren der Marke „Rosenrot & Feengrün“ aus Burg/Spreewald – für (fast) jeden Geschmack ist etwas dabei. Auch an den Ständen der Weinhändler und Brauereien dauert es ein Weilchen, ehe man sich endlich durchgekämpft und eine der angebotenen Verkostungsproben ergattert hat.

Zu den am weitesten angereisten Ausstellern gehört die „Christine Berger GmbH & Co. KG“ aus Werder. Am Stand dieses auf Sanddorn-Produkte spezialisierten Unternehmens präsentiert Mitarbeiterin Jessica Bohr Sanddorn-Säfte und -Weine, Fruchtaufstriche und Kosmetik auf Sanddorn-Basis. „2016 hat unser Unternehmen nur Produktproben hierher geschickt. In diesem Jahr wollten wir unsere Produkte den Kunden persönlich vorstellen. Die Resonanz ist bisher sehr gut“, erzählt Jessica Bohr in einer kurzen Pause, um sich danach gleich wieder zwei älteren Damen zu widmen, die im wahrsten Sinne des Wortes auf den Geschmack gekommen sind und nun Genaueres darüber wissen wollen.

Auch Stephanie Guhl, Pressesprecherin von „pro agro – Verband zur Förderung des ländlichen Raumes in der Region Brandenburg-Berlin e.V.“, ist sprachlos angesichts der Menschentrauben, die sich an ihrem Stand entlang schlängeln. Der Verein pflegt gute Kontakte zum Gut Neu Sacro, hat schon mehrere Veranstaltungen wie z.B. die Eröffnung der Brandenburger Landpartie 2016 unterstützt. Auch in diesem Jahr wird „pro agro“ als Partner beim „Lausitzer Sommerfest“ sowie beim „Guts-Cup“ dabei sein. „Ich finde die Geschmacksmesse eine schöne Sache. Der Kunde hat hier die Möglichkeit, mal das Gesicht hinter dem jeweiligen Produkt kennenzulernen!“

Sylvia Müller, Objektmanagerin des Gutes, hat derweil eiligst weitere Eintrittskarten gedruckt. „Die Besucherzahl des Vorjahres haben wir heute innerhalb von 30 Minuten erreicht! Mit so einem Andrang haben wir allerdings nicht gerechnet. Das zeigt aber auch, daß die Besucher großes Interesse an regionalen Produkten haben!“

Eine Stunde nach Messebeginn warten immer noch viele Menschen auf Einlass. „Wir können aus Sicherheitsgründen Sie, liebe Besucher, nicht unbegrenzt hinein lassen!“, bittet Sylvia Müller bei den Wartenden um Verständnis und noch etwas Geduld.

Ein Grund, warum der Einlass so schleppend erfolgt, ist das geringe Platzangebot auf den 3 Etagen des Kornspeichers, was auch einige Besucher bemängelten. „Auf Grund des regnerischen Wetters haben wir uns entschlossen, die Stände im Kornspeicher aufzubauen.“, verrät Müller auf Nachfrage. Auch das Prinzip „Oben kosten, unten kaufen“ habe sich bewährt. So können sich die Aussteller voll auf die Beratung konzentrieren und müssen sich nicht auch noch um den Verkauf ihrer Produkte kümmern. Diese gibt es nämlich im Hofladen.

Im Großen und Ganzen ziehen die Veranstalter ein positives Fazit. Etwa 600 Besucher nutzten die Gelegenheit, sich über regionale Produkte und deren Erzeuger zu informieren. Viele Gäste hätten sich anschließend bei ihr per Handschlag für die tolle Messe bedankt, verrät Sylvia Müller und gibt schon mal einen kleinen Ausblick auf die 3. Geschmacksmesse im nächsten Jahr: „Wir haben bereits ein neues Konzept im Kopf, wie wir die nächste Geschmacksmesse noch attraktiver machen können. Dann wird sicherlich auch der Platzmangel keine Rolle mehr spielen.“

Für die vier Rinder hinter dem Gebäude war an diesem Tag das Thema Platzmangel allerdings nie ein Thema…