„Spremberg wärmt mich immer“ – Schlagerstar Franziska Wiese kehrt zum Weihnachtsfest in ihre Heimat zurück

Chris Reas Song „Driving Home For Christmas“ gehört zu den bekanntesten Liedern, die um die Weihnachtszeit gespielt werden. Auch die gebürtige Sprembergerin Franziska Wiese macht sich in der Nacht zum 24. Dezember auf den Weg von ihrer Wahlheimat Berlin in die heimatlichen Gefilde. „Heimat ist für mich immer Heimat und verliert niemals ihren Namen. Es ist ein anderes Gefühl, nach Hause zu fahren, weil viele Geschichten damit verbunden sind. Insofern wärmt mich immer Spremberg, wenn ich in den Ort rein fahre“, verrät die prominente Künstlerin.

Franziskas Stern ging 2016 auf. Ein Fernsehauftritt vor einem Millionenpublikum in Florian Silbereisens Samstagabendshow machte sie schlagartig deutschlandweit bekannt. Es folgte ihr erstes Album „Sinfonie der Träume“, die Auskopplung „Ich bin frei“ stieg bis auf Platz Fünf der deutschen Airplay-Charts, also jener Wertung mit den meistgespielten Titeln im Radio. Größen wie Andrea Berg, Matthias Reim oder Michelle reihten sich hinter Franziska ein.

Inzwischen ist die Sängerin und Violinistin Franziska Wiese gut gebucht und ein gern gesehener Gast in diversen Fernsehshows und auf den Konzertbühnen der Republik. Klar, dass sie in der Lausitz besonders viele Fans hat. Sogar einen offiziellen Franziska-Wiese-Fanclub gibt es seit kurzem.

Weihnachten feiert Franziska zu Hause im Kreise ihrer Familie. Bis zum 23. Dezember ist sie noch mit Frank Schöbel und seiner Show „Weihnachten in Familie“ auf Tour. Nach dem letzten Auftritt in Brandenburg an der Havel setzt sich Franziska ins Auto, holt schnell in Berlin ein paar Sachen und fährt weiter zu ihren Eltern nach Spremberg. „Wahrscheinlich werde ich den halben Tag erst einmal ausschlafen“, prophezeit sie.

Traditionell gibt es im Hause Wiese am Heiligen Abend Kartoffelsalat mit Wiener. „Eigentlich mag ich keinen Kartoffelsalat“, schmunzelt Franziska und hofft auf ein Einlenken ihrer Mutter Manuela in Sachen Speiseplan.

Nicht fehlen darf Franziskas Geige, denn nach der Bescherung wird ein wenig Hausmusik gemacht. Auch das gemeinsame Ansehen der Fernsehsendung „Fröhliche Weihnachten mit Frank“ gehört zum Programm. 2016 war Franziska selber Teil der Show, in diesem Jahr kann sie ihren Kollegen bei der „Arbeit“ zusehen.

Durch den straffen Tourplan entfällt in diesem Jahr das Plätzchenbacken mit der Mama und der Oma. „Im vergangenen Jahr haben wir richtig viel gebacken. Neben Butterplätzchen machten wir Makronen, Vanillekipferl oder Haselnusskekse. Am Ende hatten wir soviel gebacken, dass wir keine Zeit mehr hatten, die Kekse zu verzieren“, schmunzeln Mutter und Tochter Wiese.

Für die Weihnachtsgans verrät Franziska ihr Geheimrezept für die Füllung: geriebenes Vollkornbrot, Cointreau-Orangenlikör, Zimt, Zucker und Backpflaumen. Das verleiht der Gans einen süßlich-lieblichen Geschmack. Dazu eine Soße mit Apfelmus und Sahne vermischt und einem leckeren Gänsebraten steht nichts mehr im Wege.

Für Franziska hat Weihnachten etwas Magisches. „Es ist diese Art von Ruhe, in der man probiert, die Hektik des Alltags zu vergessen. Dazu das warme Licht der Kerzen, die ruhige Musik und das Göttliche, dass uns durch das Christentum gegeben wird. Man findet wieder mehr zueinander, sucht eher Liebe und Geborgenheit und weniger das Materielle.“

Gerade deswegen stehen auf Franziskas Weihnachtswunschzettel gemeinsame Erlebnisse mit Familie und Freunden ganz oben. „Ich bin eher der Erlebnismensch und freue mich darauf, gemeinsam etwas zu unternehmen und Zeit dafür zu haben. Und ich freue mich immer über etwas Süßes!“, gibt sie einen Hinweis an den Weihnachtsmann.

Die Tour mit Frank Schöbel hat für Franziska auch gewisse Nachteile: „Ich habe noch kein einziges Weihnachtsgeschenk zusammen. Und ich würde gerne über die Weihnachtsmärkte in den jeweiligen Auftrittsorten schlendern. Doch die Tour ist straff durchgeplant – von den Proben über die Show bis zur Autogrammstunde. Danach sind die Weihnachtsmärkte leider nicht mehr geöffnet!“ Doch bis zur Bescherung wird Franziska sicherlich noch einige passende Weihnachtsgeschenke für ihre Liebsten finden.

Dass sie selbst Teil der Weihnachts-Tournee mit Frank Schöbel ist, macht Franziska stolz. Als kleines Kind habe sie die Kassette mit Frank Schöbel, Aurora Lacasa und beider Kinder sehr gerne gehört, besonders das Lied mit der Katastrophe von Weihnachtsbaum gefällt ihr. Jetzt, auf der Tour, spürt sie im Publikum eine gewisse familiäre Stimmung. Es sei hier im Osten beinahe schon eine Tradition, zu Frank Schöbel und seiner Show zu gehen. Sie selbst fühlt sich voll in die Show integriert und bekommt das von den Künstlerkollegen auch zu spüren. Als Kind hätte Franziska nie zu träumen gewagt, plötzlich einmal Teil des Programms zu werden.

Der Konzertveranstalter habe Frank Schöbel die Künstlerin vorgeschlagen. Und da Frank Schöbel Franziska schon von verschiedenen Auftritten kannte, kam es letztendlich zur Zusammenarbeit, die – so munkelt man – im nächsten Jahr fortgesetzt werden könnte.

Wenn Franziska Wiese nicht gerade mit Frank Schöbel auf Tour ist, arbeitet sie an ihrem neuen Album, welches im Sommer 2018 erscheinen wird. „Die Fans können sich wieder auf die erfrischende Kombination von Geige und Stimme freuen, mit Vielem in den Texten, dass mich berührt. Dazu gibt es eingängige Melodien. Produziert wird das Album von meinem bewährten Team, unterstützt von einigen neuen Leuten.“

Doch zuvor freut sich Franziska erst einmal auf das bevorstehende Weihnachtsfest und damit verbunden ein paar Tage Ruhe. „Ich wünsche allen Lesern und meinen Fans, dass sie ganz viel das Gefühl haben, geliebt zu werden und lieben zu können. Dass sie Menschen haben, denen sie Liebe schenken können, dass sie es warm und gemütlich haben und das Fest nicht alleine verbringen müssen. Es gibt hier in der Region viele Stellen, z.B. die Kirchen, wo man hingehen kann, um in der Gemeinschaft zu feiern. Alle sollen friedlich und ohne Angst das Weihnachtsfest erleben dürfen!“

Alle Jahre wieder… – schreibt ein Forster sein Weihnachtsgedicht

Alle Jahre wieder – manche Dinge wiederholen sich regelmäßig zur Weihnachtszeit: der Wunsch nach weißer Weihnacht, der Stress wegen noch fehlender Geschenke und bei Manchen die Hoffnung, noch kurz vor Heiligabend einen ansehnlichen Weihnachtsbaum zu ergattern. Ebenfalls eine schöne Tradition sind die von RUNDSCHAU-Lesern eingesandten Gedichte für die Weihnachtsbeilage der LAUSITZER RUNDSCHAU.

Auch der Forster Bernd Uduc schickt jedes Jahr aufs Neue seinen literarischen Beitrag zum Fest an die Redaktion. „Mittlerweile sind es bereits 16 Weihnachtsgedichte, die meisten davon wurden auch veröffentlicht!“, verrät er stolz.

Sein allererstes Gedicht überhaupt schrieb er 1981 in der Schule in Form einer Büttenrede. Danach folgte eine jahrelange Kreativpause. 2004 entstand das erste weihnachtliche Gedicht. „Mir kam damals die Idee, auf die Melodie von ‚Oh Tannenbaum‘ einen neuen Text zu schreiben“, erinnert sich Bernd Uduc. Mittlerweile zählt er 30 Gedichte zu seinem künstlerischen Schaffen. Neben Gedichten für private familiäre Festlichkeiten wie Jugendweihen, Goldene oder Silberne Hochzeiten entstehen auch regelmäßig kleine Kunstwerke zu Fußball-Welt- und Europameisterschaften. Meist nimmt er darin die teilnehmenden Mannschaften aufs Korn.

Ein passendes Thema zu finden wird von Jahr zu Jahr schwieriger. Neben lustigen Elementen folgt auch immer ein Teil, der dazu anregen soll, gerade zu Weihnachten mal über bestimmte Dinge nachzudenken: „2016 ließ ich den Weihnachtsmann in einer überfüllten Physiotherapie-Praxis leiden, das Jahr davor setzte sich Knecht Ruprecht mit dem Klimawandel auseinander.“, sagt Bernd Uduc.

Vielen Forstern ist der ausgebildete Masseur und medizinische Bademeister von der Physiotherapie-Praxis seiner Frau Katrin bekannt, wo der in Kamp-Lintfort geborene Bernd Uduc angestellt ist. 1994 zog es ihn aus familiären Gründen vom Niederrhein nach Forst, inzwischen ist der zu 100% sehbehinderte Uduc längst in der Lausitz heimisch geworden. Als „berühmtester unbekannter Heimatdichter der Niederlausitz und des Muskauer Faltenbogens“ bezeichnet er sich scherzhaft.

Dass Bernd Uduc nicht alles so bierernst nimmt, spiegelt sich auch in seinen Gedichten wieder. „Ich mag die Wortspiele von Willy Astor und den feinen hintersinnigen Humor von Heinz Erhardt“, erklärt Bernd Uduc, woher er seine Inspiration nimmt.

Auch wenn das Gedichteschreiben nur ein gelegentliches Hobby ist, hat sich Bernd Uduc ein effizientes System für das Schreiben der Texte ausgedacht. So wird für jedes neue Gedicht zunächst im Computer ein Ordner angelegt. „Manchmal schreibe ich bloß zwei Zeilen, die speichere ich dort ab. Nach ein paar Tagen ohne Idee folgen vielleicht zwei oder vier weitere Zeilen. Wenn dann ungefähr zehn Zeilen vorhanden sind, geht es komischerweise fließend weiter. Schwierig ist es immer, den Einstieg zu finden“, verrät Bernd Uduc seine Arbeitsweise. Sein kürzestes Gedicht umfasste gerade mal 14 Zeilen, das längste war mit 62 Zeilen schon ziemlich umfangreich.

Natürlich ist Bernd Uduc auch auf die Reaktionen der Leser gespannt. „Ein guter Freund bekommt die Gedichte immer zuerst zu lesen, anschließend schicke ich sie auch an Freunde und Bekannte, erst danach an die Zeitungen. Von meinen Patienten in der Praxis werde ich hin und wieder auf die veröffentlichten Gedichte angesprochen.. Viele finden die Themen treffend. So richtig schlechte Kritiken habe ich bisher noch nicht bekommen!“

Eine Veröffentlichung seiner gesammelten Werke ist nicht wirklich geplant. „Wenn jedoch jemand Zugang zu einem Verlag hat, könnte man über ein ‚Best of Weihnachten‘ nachdenken. 20 Gedichte wären bestimmt druckreif.“, verkündet Bernd Uduc selbstbewußt.

Doch bevor es soweit ist, hofft Bernd Uduc auf die Veröffentlichung seines diesjährigen Weihnachtsgedichtes. Und exklusiv für die Leser der Forster Lokalausgabe hat sich Bernd Uduc so seine Gedanken zum Jahreswechsel gemacht.

Neues Jahr, neues Glück?

Das Weihnachtsfest ist kaum zu Ende

Da feiern wir die Jahreswende

War Weihnachten die stille Nacht

Silvester wird eins drauf gemacht

Das Jahr endet auf jeden Fall

Mit viel Radau und lautem Knall

Raketen steigen in die Luft

Und alles riecht nach Schwefelduft

Wir feiern heute bis zum Schluss

Weil morgen sich was ändern muß

Zuerst denkt man an die Figur

Und treibt gleich Sport, rund um die Uhr

Doch es geschieht wie jedes Jahr

Der Vorsatz hält bis Februar

Dann folgt die schöne Faschingszeit

Und schnell werden die Hüften breit

Gerad‘ ist ein Vorsatz ausgesprochen

Da wird auch schon mit ihm gebrochen

Ein Wort, das man gegeben hat

Zählt nicht mehr viel in diesem Staat

Politiker zeigen es immer

Und das ist sicher noch viel schlimmer

Ihr Wort, das hat nicht viel Gewicht

Und darum halten sie es nicht

Treten sie ihren Posten an

So zeigen sie ein jedermann

Dass wenn man einmal oben steht

Dem Volk schnell seinen A… zu dreht

Und darum wird das neue Jahr

Genau so, wie das Alte war

Von Bernd Uduc

(der berühmteste, unbekannte Heimatdichter der gesamten Niederlausitz und des Muskauer Faltenbogens)

Eine „Liebes-Geschichts-Stunde“ beim 48. Forster Geschichtsstammtisch

Im Mittelpunkt des 48. Geschichtsstammtisches des Museumsvereins Forst stand „Das Versprechen am Weberbrunnen“. Im Pavillon „Genuss und Kunst“ versammelten sich am vergangenen Donnerstag wieder Geschichtsinteressierte, um zu erfahren, was sich hinter diesem Versprechen verbirgt.

Lena Paul vom „Forster Wochenblatt“führte durch den Abend und erläuterte zunächst die Vorgeschichte. Der Forster Wolfgang Schenk, selbst Stammgast der Geschichtsstammtische, übergab vor einiger Zeit dem damaligen Herausgeber des „FoWo“ seine handschriftlichen Notizen. Diese sollten in loser Folge als Artikelserie in der Lokalzeitung erscheinen.

Als diese Notizen abgeschrieben und digitalisiert werden sollten, erkannte Lena Paul das Potenzial, dass diese Notizen enthielt. Sie konnte Wolfgang Schenk schließlich überzeugen, statt einer Artikelserie seine Notizen in Buchform zu präsentieren. „Die Veröffentlichung des Buches benötigt einen perfekten Rahmen, und was wäre als Rahmen besser geeignet als diese Veranstaltung?“, so Lena Paul in ihrer Anmoderation auf die nachfolgende Lesung von Textauszügen. „Es ist außerdem Zeugnis einer Zeit, die man nicht vergessen sollte!“

„Das Versprechen am Weberbrunnen“ ist Wolfgang Schenks autobiografische Liebesgeschichte. Sie beginnt 1943 im ehemaligen Forster Stadtteil Berge. Wolfgang Schenk lernt als achtjähriger Knirps eine Spielgefährtin namens Ingrid kennen. Am Weberbrunnen geben sich die beiden das Ehrenversprechen, immer für einander dazu sein.

Doch das Schicksal hat andere Pläne. Das Kriegsgeschehen rückt immer näher an die Neiße heran. Ingrid folgt ihrem Vater, der als Soldat versetzt wird. Wolfgang, seine Mutter und seine Oma, verbergen sich in Berge im Keller der Familie Schmolke vor den Bombardierungen. Im März 1945 flüchtet die Familie über die Neiße nach Forst, nur Wolfgangs Opa bleibt in Berge.

Später soll die Flucht weiter nach Friesland gehen. Stattdessen endet sie im thüringischen Steinbach-Hallenberg, wo die Familie eine zeitlang lebt und auch Arbeit findet.

Durch das Potsdamer Abkommen im August 1945 wird der Forster Stadtteil Berge plötzlich polnisches Gebiet. Als auch keine Nachricht mehr vom Opa kommt, macht sich die Familie Schenk 1946 auf nach Forst, kommt aber nur bis in die Nähe von Leipzig. Auch hier lebt Wolfgang mit seiner Familie einige Zeit, ehe im Sommer 1947 endlich die Rückkehr nach Forst erfolgt. In der Fruchtstraße bezieht Familie Schenk eine Wohnung. Von Ingrid hat Wolfgang allerdings nichts mehr gehört.

1959 bittet ein Freund Wolfgang, ihn zum Tanz in den Rosengarten zu begleiten und dort auf seine beiden Freundinnen aufzupassen. Bei der Vorstellung der beiden Frauen glaubt Wolfgang, seinen Augen nicht zu trauen, den eine der beiden ist Ingrid.

An dieser Stelle unterbrechen Lena Paul und Jens Dräger die Lesung, um nicht zu verraten, wie die Geschichte von Wolfgang und Ingrid weiter geht und ob das „Versprechen vom Weberbrunnen“ eingelöst wurde. Wer die Auflösung wissen möchte, findet diese im gleichnamigen Buch, erschienen im JSD Verlag & Druck. Wie Lena Paul mitteilte, ist die erste Auflage fast ausverkauft, eine zweite ist bereits in Planung.

Auch nach der Lesung gingen viele Exemplare über den improvisierten Ladentisch im Pavillon „Genuss & Kunst“. Wolfgang Schenk, der Autor des Buches, signierte bereitwillig die Bücher, nicht ohne vorher noch einmal darauf hinzuweisen, dass alle im Buch genannten Daten authentisch sind. „Ich berufe mich da auf die Buchführung meiner Oma, die damals alles aufgezeichnet hatte.“, so Wolfgang Schenk.

Die schönsten Kaninchen des Landkreises gab es in Horno zu sehen

Er nahm es mit Humor: „Es ist eines der längsten Worte, die ich kenne. Die Rassekaninchenkreisjungtierschau ist hiermit eröffnet!“. Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke gab sich zur offiziellen Ausstellungseröffnung größte Mühe, um nicht an diesem Wortungetüm zu scheitern.

Uwe Krenz, Ausstellungsleiter und Vorsitzender des Rassekaninchenzuchtvereins D97 Forst/Lausitz e.V. , kommt das Wort leichter über die Lippen. Zum zweiten Mal richtet der Forster Verein die Kreisjungtierschau des Spree-Neiße-Kreises aus, zum ersten Mal im „Hornoer Krug“ im Forster Ortsteil Horno. „Leider gibt es unser Objekt in der Kirchstraße aus baulichen Gründen nicht mehr her, dort die Ausstellung durchzuführen. Umso dankbarer sind wir, mit Unterstützung der Hornoer Stiftung und des Ortsvorstandes einen neuen Ausstellungsort gefunden zu haben.“ Neben dem Ministerpräsidenten konnte er u.a. den amtierenden Forster Bürgermeister Jens Handreck, den Bundestagsabgeordneten Dr. Klaus-Peter Schulze (CDU) und die Bundestags-Direktkandidatin Birgit Kaufhold (Partei Die Linke) als Ehrengäste begrüßen.

Züchter aus dem gesamten Spree-Neiße-Kreis sowie befreundeter Vereine aus Weißwasser, Krauschwitz und Breslack präsentierten mehr als 350 Tiere den Preisrichtern. Dr. Dietmar Woidke weiß das in seiner kurzen Eröffnungsrede zu würdigen: „Es ist schön zu sehen, welch‘ ehrenamtliches Engagement es gibt und dass sich auch junge Menschen für die Kaninchenzucht interessieren. Die zweitägige Ausstellung hier in Horno ist deshalb nicht nur Werbung für die Rassekaninchenzucht, sondern auch Werbung für das Ehrenamt in der Region.“

Für den amtierenden Forster Bürgermeister Jens Handreck ist es als Hornoer Einwohner ein Heimspiel. „Ich habe gesehen, dass unter den Ausstellern auch einige Hornoer zu finden sind. Wir können also nicht nur singen, wir können nicht nur Spielmannszug, wir können nicht nur Feuerwehr, sondern wir 210 Einwohner können auch Kaninchen!“ Als Dank für das gesellschaftliche Engagement überreichte Jens Handreck einen Scheck der Stadt Forst (L.) an den Vereinsvorsitzenden und machte die Zusage, bei der Suche nach einem neuen Objekt für den Verein zu helfen.

Anders als z.B. im Sport folgte im Anschluss an die Grußworte der Ehrengäste bereits die Ehrung der Sieger. Sechs Preisrichter bewerteten zuvor die ausgestellten Tiere. Kriterium für die Auswahl sind Körperbau und -form des Tieres, das Fell, die Gleichmäßigkeit und Sauberkeit der Färbung, die Unterfarbe bei bestimmten Rassen sowie die Ausbildung von Kopf und Ohr der Kaninchen. Den Pokal des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg gewann Uwe Krenz für seine Sammlung (4 Tiere) der Rasse „Satin Elfenbein RA“. Auch die anderen Ehrengäste stifteten jeweils einen Pokal.

Den Jugendpokal als beste Nachwuchszüchterin konnte die Forsterin Chiara Nehrmann in Empfang nehmen. Für sie ist es der größte Erfolg in ihrer noch jungen Karriere. Vergleichbar ist der Titel etwa mit dem eines Kreismeisters im Sport. Seit zwei Jahren betreibt Chiara die Rassekaninchenzucht, verrät ihr Vater Dirk, der ebenfalls einen Pokal gewann. „Chiara züchtet Schwarzgrannen. Das sind Tiere mit weißer Grundfarbe, die schwarze Grannen (Strichhaar im Oberfell) haben. Dadurch schimmert das Fell ein wenig grau-silbrig.“ Circa 30 Tiere besitzt Chiara mittlerweile, mit den 70 Tieren ihres Vaters kommt die Familie auf etwa 100 Kaninchen. „Es ist ein sehr zeit- und kostenaufwendiges Hobby.“, erklärt Dirk Nehrmann.

Wohl auch deshalb bieten einige Züchter ihre Tiere zum Verkauf an. Zwischen 20,- und 50,- Euro kostet eines der hier ausgestellten Kaninchen. 80% der angebotenen Tiere wechseln im Verlauf der Ausstellung ihren Besitzer.

16 Kaninchen wurden als Preise für die große Tombola gestiftet. 400 Preise insgesamt gibt es zu gewinnen. „Die Tiere haben eine tierärztliche Bescheinigung. Natürlich geben wir die Tiere nur ab, wenn z.B. bei Kindern die Eltern damit einverstanden sind und sichergestellt ist, dass die Tiere ordnungsgemäß gehalten werden können.“, sagt Uwe Krenz.

In den Gängen der Ausstellungshalle herrscht derweil dichtes Gedränge. Nicht nur die Züchter schauen sich die Tiere der anderen Aussteller an, auch viele Familien mit Kindern nehmen die kuscheligen Vierbeiner genauestens unter die Lupe. Mit etwa 750 Besuchern rechnen die Veranstalter an den beiden Ausstellungstagen, das sind mehr als die 500 Besucher, die in den Vorjahren bei den Jungtierschauen gezählt wurden.

Dr. Dietmar Woidke ist selbst mit Kaninchen groß geworden: „Auf unserem Bauernhof in Naundorf hatten wir 30-40 Kaninchen, allerdings keine Rassekaninchen. Unsere dienten eher als Nahrungsgrundlage, das Fell wurde verkauft. Es ist und bleibt trotzdem ein schönes Hobby, wie man hier sehen kann.“

Für die Pfanne zu schade sind auf jeden Fall die in Horno zur Schau gestellten Rasse-Kaninchen. Ungeachtet der Menschentraube, die sich an ihren Boxen vorbeischiebt, dösen manche lieber im Käfig. Andere wiederum hoppeln emsig hin und her und strecken ihr Näschen durch die Gitter in der Hoffnung auf ein paar Streicheleinheiten, die es dann auch prompt vom Ministerpräsidenten Brandenburgs beim Rundgang durch die Ausstellung gab. Zu seiner Erleichterung musste er das lange Wort mit dem „R“ kein zweites Mal erwähnen….

Wehrführer der Forster Feuerwehr verabschiedet

Mit Sirenengeheul und einer großen Gästeschar wurde der bisherige Stadtwehrführer Bernd Frommelt am Sonnabend im Gerätehaus Mitte aus dem aktiven Dienst verabschiedet und in die Alters- und Ehrenabteilung der Forster Freiwilligen Feuerwehr versetzt.

Abordnungen von Feuerwehren aus den umliegenden Städten und Gemeinden, der Berufsfeuerwehr Cottbus, der LEAG-Werksfeuerwehr, dem THW Ortsverband Forst sowie der Partnerwehren aus Stadt Wehlen (Sachsen) und Oberursel (Hessel) waren gekommen, um sich für die jahrelange gute Zusammenarbeit zu bedanken. Auch Vertreter aus Politik und Wirtschaft reihten sich in die Schlange der Gratulanten ein.

In seiner kurzen und emotionalen Abschiedsrede mit einigen unterhaltsamen Anekdoten aus seiner Dienstzeit als Wehrführer erinnerte sich Bernd Frommelt noch einmal an die besonderen und neuen Herausforderungen, die mit der politischen Wende in der DDR und der darauf folgenden deutschen Wiedervereinigung auf ihn und die Forster Feuerwehr warteten. Als „meine Feuerwehr“ bezeichnet Bernd Frommelt stolz seine zweite große Liebe, der er nun schon über 50 Jahre die Treue hält, und bedankte sich bei den vielen Mitstreitern und Kameraden. „Die Zusammenarbeit unserer Freiwilligen Feuerwehren mit der Cottbuser Berufsfeuerwehr sowie der LEAG-Werksfeuerwehr ist beispielgebend für Brandenburg!“, resümierte Frommelt. Gleichzeitig nutzte er diesen Anlaß, um sich für Fehler aus der Vergangenheit bei den Kameraden der Forster Wehr zu entschuldigen: „Hätte ich damals vorausgeahnt, welche Konsequenzen mein Handeln für den Einzelnen hat, hätte ich ganz bestimmt anders gehandelt!“. Eine große Geste, die von den anwesenden Kameraden und Gästen mit viel Applaus honoriert wurde.

„Ein besonderer Dank geht an die Stadt Forst, die immer ein Interesse an ihrer Freiwilligen Feuerwehr gezeigt hat“, so Frommelt. Jens Handreck, stellvertretender Bürgermeister, gibt diesen Dank zurück: „Bernd war und ist immer mit Feuereifer dabei gewesen!“. Als Dankeschön seitens der Stadt überreichte er Bernd Frommelt einen Laptop „als Starthilfe, mit der Du Deine neue Aufgabe, die Aufarbeitung der Geschichte der Ortswehren, in Angriff nehmen kannst.“

Als letzte Amtshandlung und symbolischen Staffelstab übergab Bernd Frommelt im Anschluß an die Grußworte eine goldene Löschspritze an seinen Nachfolger Andreas Britze.

Mit den richtigen Ergo-Möbeln entspannter arbeiten

Viele Menschen klagen heutzutage über beruflich bedingte Rückenschmerzen. Durch falsche Sitzhaltung, schlecht angepasste Bürostühle oder langes Stehen und der damit oft verbundenen eintönigen Körperhaltung werden Skelett und Muskulatur stark belastet. Besonders häufig treten diese Beschwerden bei Verkäufer/innen, Frisöre, Erzieher/innen oder an Bildschirmarbeitsplätzen auf.

Abhilfe schaffen können spezielle arbeitsplatzgerechte Möbel, die auf die besonderen Anforderungen des jeweiligen Berufsbildes angepasst sind. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass beim Einsatz von dynamischen Bürodrehstühlen die Rückenmuskulatur gestärkt und zudem Impulse ins Gehirn abgegeben werden, die die Konzentration stärken.

Katrin Habermann hat sich auf den Vertrieb dieser sogenannten Ergo-Möbel spezialisiert. In ihrem Cottbuser Ladengeschäft „ergoretail“ gibt es eine große Auswahl an Bürostühlen, höhenverstellbaren Stehtischen sowie Stehpulten und -hilfen. Auch Zubehör wie ergonomische PC-Mäuse, mausfreie Eingabegeräte, Schwenkarme für Monitore, Tischpulte (Dokumentenhalter) findet sich im Angebot.

Neben dem Verkauf von Ergo-Möbeln bietet Katrin Habermann eine individuelle Beratung an. Dabei können die Möbel entsprechend der Körpermaße oder des Krankheitsbildes angepasst werden. Die Beratung erfolgt zunächst im Geschäft, später erfolgt eine ergonomische Arbeitsplatzberatung direkt vor Ort, für die man etwa 30- 45 Minuten einplanen sollte. Dabei müssen viele Komponenten wie die richtige Einstellung der Stühle und Tische, die Arbeitsplatz-Beleuchtung sowie die Geräte- und Monitoranordnung beachtet werden, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

Geeignet sind Ergo-Möbel für Patienten mit Verletzungen an der Hüfte, im Rückenbereich sowie an den Bandscheiben. Auch für Personen mit Schäden am Sprung- oder Schultergelenk sowie mit RSI-Syndrom gelingt Dank „ergoretail“ die Wiedereingliederung ins Berufsleben nach Operationen und der anschließenden Reha viel leichter. Eine Zusammenarbeit gibt es auch mit Physiotherapien und Reha-Einrichtungen sowie Arbeitsmedizinern. Bei speziellen Krankheitsbildern kann der Kontakt zu spezialisierten Ärzten hergestellt werden.

Viele Unternehmen setzen bereits präventiv darauf, für ihre Mitarbeiter alte Büromöbel gegen moderne, nach ergonomischen Gesichtspunkten konzipierte Möbel auszutauschen. So sind bereits die Stadtverwaltung Cottbus, die Knappschaft, das Arvato-Callcenter sowie mehrere Ingenieurbüros zufriedene „ergoretail“-Kunden. Auch für den Privatbereich hält Katrin Habermann spezielle Stühle bereit, die darüber hinaus mit verschiedenen Textilien individuell gestaltet werden können.

Um dem Kunden ein bestmögliches Angebot zu bieten, arbeitet Katrin Habermann mit mehreren in- und ausländischen Herstellern zusammen. Durch regelmäßige Schulungen seitens der Hersteller verfügt Katrin Habermann über die notwendigen Kenntnisse, um den Kunden bestmöglich und individuell beraten zu können.

Das Angebot von „ergoretail“ wird regelmäßig erweitert. Mit dem Einsatz einer Rücken-Scan-Maus wird es demnächst möglich sein, den Rücken strahlungsfrei zu vermessen, was bei der Auswahl der richtigen Ergo-Möbel an Bedeutung gewinnen wird.

Zu finden ist „ergoretail“ in der Kolkwitzer Straße 43 in 03046 Cottbus. Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Donnerstag von 10:00 Uhr – 18.00 Uhr sowie am Freitag von 10.00 Uhr – 15:00 Uhr. Ausreichend Parkplätze befinden sich in der Nähe.

Amüsante Episoden aus dem alten Forst

Auf eine Reise in die Forster Vergangenheit nahmen Manfred Geisler und Wolfgang Dannat die Besucher des 41. Geschichtsstammtisches mit. Hinter den „Erinnerungen ans alte Forst“ – so der Titel der Veranstaltung – verbergen sich Aufzeichnungen von Dr. Ulrich Hammer, die er 1955 in Cottbus zu Papier brachte und die Manfred Geisler bei seinen Forschungen zu Forster Ehrenbürgern entdeckte.
In der proppenvollen Gaststube des Hotels Haufe verfolgten zahlreiche Interessierte den Anekdoten und Beschreibungen des Forster Alltags zur Zeit des Übergangs vom 19. ins 20. Jahrhundert.

Ulrich Hammer wurde am 4. Mai 1888 als Sohn von Arno Hammer und seiner Frau Meta (geb. Rüdiger) geboren und entstammt somit der Unternehmerdynastie Hammer/Rüdiger/Noack. Als Augenarzt schlug Ulrich Hammer einen anderen Weg ein als viele seiner Vorfahren und wurde nicht Textilunternehmer. Manfred Geisler bezeichnete ihn als typischen Bildungsbürger, der sich durch einen reichen Fremdwörterschatz und gepflegter Sprache auszeichnete.

Seine Großeltern Auguste Caroline Hammer und Friedrich Reinhold Hammer nannte der kleine Ulrich gerne „Mutterchen und Vaterchen“. Immer wieder tauchen Beide in den Erinnerungen auf und sind die eigentlichen „Stars“ der Erzählungen.

Forst war um die Jahrhundertwende eine Stadt mit 25000 Einwohnern und „ohne historische Bedeutung“. Es gab keine Berühmtheiten, „keinen Dichter, der dichtete und keinen Denker, der dachte!“. Nicht mal Garnisonsstadt war Forst, wo doch die jungen Männer in ihren schicken Uniformen bestimmt den Forster Mädels den Kopf verdreht hätten und gute Tänzer gewesen wären.

Der typische Wochentag begann in Forst um 6 Uhr mit dem Gesang der vielen Fabriksirenen, die die Arbeiter an ihre Maschinen riefen. Das Stampfen der Kolben in den Fabriken mischte sich mit dem Zischen des Dampfes und dem lärmenden Geräusch der Webstühle. „Pneumatik-bereifte Fahrräder“ waren damals noch Mangelware, eine Stadtbahn gab es noch nicht, stattdessen prägten Pferdefuhrwerke das Stadtbild. In Dr. Hammers Erinnerungen waren die Fleischerwagen die schnellsten, aber auch die rücksichtslosesten Fuhrwerke. Als Kind wunderte er sich auch über „Tonnenwagen, die eine schaumartige Masse abpumpten“. Eine Kanalisation, wie wir sie heute kennen, gab es damals noch nicht. Oft wurden Abwässer auch einfach nur in den Mühlgraben eingeleitet, der dann später periodisch gereinigt wurde, wenn er mal wieder abgelassen war.

Auf der Straße zwischen Forst und Pförten gab es auf halber Strecke „einen Chaussee-Einnehmer“. Um ins jeweilige andere Städtchen zu gelangen, mussten die Kutscher einen Obolus entrichten. Dann öffnete sich die Schranke und der Weg wurde wieder freigegeben.

Ulrich Hammer bediente sich einer sehr bildhaften Sprache. So schilderte er sehr detailliert, wie „Vaterchen“ versuchte, der Katzenplage in seinem Garten Herr zu werden, um die Singvögel zu schützen. Dazu baute er sich mit einem Bekannten eine Katzenfalle und lockte mit Baldrian die Katzen an. Sobald eine Katze in die Falle ging, wurde „die Katze in einen Sack gesteckt und ordentlich verhauen. Danach wurde der Sack mehrmals in einen Wasserkübel getaucht.“ Der Erfolg der Aktion war überschaubar, oft saßen die ohnehin schon geschundenen Katzen am nächsten Tag wieder in der Falle. Erst als sich eines von „Mutterchens“ Miezen in die Falle verirrte, sprach die Großmutter ein Machtwort und nahm sich ihren Gatten mal so richtig ordentlich zur Brust.

Überhaupt schien „Mutterchen“ im Hause Hammer das Sagen zu haben. Statt sich während des Hochwassers 1897 vom Forster Unikum, dem Lohndiener Schwärzel, retten und nach Hause tragen zu lassen, stapfte die gute Frau lieber „mit entblößten unteren Extremitäten“ heim. Für die damalige Zeit fast schon ein kleiner Skandal in Forst“.
Und so reihte sich eine amüsante Episode an die nächste. Die Zuhörer lauschten gespannt und erfuhren u.a. auch so nebenbei, was im Forst der damaligen Zeit auf der Speisekarte stand und mit welchen Zutaten „Vaterchen“ seinen Heringssalat immer zubereite.

Den großen Schnitt für die Hammers gab es nach 1945. Nach Ende des 2. Weltkrieges und mit Gründung der DDR verschwand der Name der bis dahin bekannten Unternehmer-Familie fast komplett aus dem Forster Stadtbild. Die zu Ehren von Max Fritz Hammer benannte Straße im Stadtzentrum bekam einen neuen Namen, ebenso der Hammer-Platz in der Wehrinselstraße. Bis auf eine Enkelin haben alle Hammers die Stadt Forst verlassen und sich in der Ferne ein neues Leben aufgebaut.

Manfred Geisler (links) und Wolfgang Dannat

Inzwischen wird in Forst das Schaffen der Familie Hammer wieder gewürdigt, Straße und Sportplatz bekamen den alten Namen zurück. Und Veranstaltungen wie der monatliche Geschichtsstammtisch des Museumsvereins sorgen dafür, dass die Erinnerung an besondere Personen oder Ereignisse der Stadtgeschichte wach gehalten werden.

Der nächste Geschichtsstammtisch führt am 18. Mai aus Forst heraus. Unter dem Motto „Einmal im Jahr nach Pusack“, übrigens ein Ausspruch des ehemaligen Forster Denkmalpflegers Max Balde, führt Kristian Schmidt vom Museumsverein die Besucher auf einer gut zweistündigen Wanderung zur Grenzerquelle, in die Wolfsschlucht sowie in den „Märchenwald“, einem Teilstück der „Schwarzen Grube“.
Treffpunkt ist auf dem Parkplatz an der Pusacker Neißebrücke.

Der „Kuckuck“ lockt mit kulinarischen Spezialitäten

Das Restaurant „Zum Kuckuck“ im Forster Ortsteil Groß Jamno kann in diesem Jahr auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken.

Bereits zum 10. Mal in Folge wurde das Gasthaus mit dem Gütesiegel „Brandenburger Gastlichkeit“ ausgezeichnet. Dieses Prädikat wird vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Brandenburg e.V. (DEHOGA) an Gastronomiebetriebe verliehen, die sich durch besondere Angebote, freundlichen und kompetenten Service und hohe Produktqualität auszeichnen. Dabei werden die Unternehmen anonym im Laufe des Jahres von eigens dafür geschulten Mitarbeitern auf eben diese Merkmale getestet.

„Unsere Speisekarte wechselt regelmäßig je nach Jahreszeit. Saisonale und frische Produkte und Zutaten aus der Region werden bei uns nach fein abgestimmten Rezepturen verarbeitet. Neben Wild- und Fischgerichten bieten wir aber auch leichte und vegetarische Küche.“, fasst Peter Hendrischke, der Chef des Hauses, nicht ohne Stolz über die verliehene Auszeichnung das Angebot zusammen. Zusammen mit Michael Groß kreiert er in der kleinen Küche immer wieder neue Gaumenfreuden.

Viele Stammgäste kommen schon seit Jahren in das beliebte Ausflugslokal im Grünen, das sich zu einem Anlaufpunkt für die Forster und ihre Gäste entwickelt hat.

Den unmittelbaren Kontakt zu den Besuchern haben Nancy Franice, Sabrina Kellert und Robert Lange, die sich im Gastraum und im Saal liebevoll um die Besucher kümmern und versuchen, auch ausgefallene Wünsche zu erfüllen – sei es ein spezieller Cocktail oder ein Extrawunsch beim Essen.

Fragen Sie doch mal nach den „Kuckuckstropfen“! Peter Hendrischke verrät, was sich dahinter verbirgt: „Die Kuckuckstropfen sind ein Schlehenlikör aus der Brennerei Sturn in Lehningen im Schwarzwald. Wir finden, der Name des Likörs passt wunderbar zum Namen unseres Hauses. Außerdem ist der Likör sehr bekömmlich.“

v.l.n.r.: Nancy Franice, Michael Groß, Robert Lange, Peter Hendrischke und Sabrina Kellert

Jetzt, in der (Vor-)Weihnachtszeit, ist so einiges zu tun für das gesamte Team. Viele Firmen veranstalten ihre Weihnachtsfeiern im „Kuckuck“, wie er inzwischen von den Forstern liebevoll genannt wird. Meistens wird das mit dem Besuch eines Kabarettprogrammes im Saal verbunden. Denn mittlerweile hat sich der „Kuckuck“ in der Kleinkunst-Branche einen Namen gemacht. „Es gibt Künstler, die rufen bei uns an und bewerben sich regelrecht, um einmal hier auftreten zu dürfen.“, verrät Birgit Hendrischke, die im „Kuckuck“ für die Veranstaltungsorganisation zuständig ist. Dabei beweist sie oft ein glückliches Händchen bei der Auswahl der Kabarettisten. In den vielen Jahren gab es nur ganz vereinzelt Künstler, die beim anspruchsvollen Publikum durchfielen.

Höhepunkte im Veranstaltungsjahr ist zweifellos die „Lange Nacht des Kabaretts“ Ende Februar. Bei dieser Mixed-Show treten mehrere Künstler mit Ausschnitten aus ihren Programmen auf – und sorgen für ausgelassene Stimmung, meist bis weit nach Mitternacht.
Aller zwei Jahre wird im „Kuckuck“ der „GOLDENE KUCKUCK“, Brandenburgs einziger Kabarettpreis, vergeben. Wer ihn gewinnt, entscheidet das Publikum.

Seit 2015 gibt es zu Silvester eine besondere Überraschung: Kabarett zum Jahreswechsel. In diesem Jahr treten um 15:30 Uhr und um 21:00 Uhr die Vorjahressieger des „GOLDENEN KUCKUCKS“, Thekentratsch“ , auf und feiern anschließend gemeinsam mit dem Publikum ins neue Jahr.

Die Karten für die Kabarettveranstaltungen sind sehr begehrt und meist innerhalb weniger Tage ausverkauft. Schon jetzt gibt es für die Vorstellungen im Januar 2017 nur noch vereinzelt einige wenige Karten.
Unterstützung in der Planung, Organisation und Absicherung ihrer Veranstaltungen erhalten Hendrischkes vom Freundeskreis „Kuckuck“, der sich im Mai 2011 zusammengefunden hat.

Gern gebucht wird auch der Cateringservice des Hauses. Besonders langjährige Stammgäste wissen diesen Service zu würdigen und lassen sich für Familien- oder Betriebsfeierlichkeiten ein Angebot erstellen. Pünktlich geliefert wird das Bestellte vom Chef selbst.

Für Hochzeiten bietet der „Kuckuck“das „Rundum-Sorglos“-Paket. Neben der Ausrichtung der Feier im stilvollen Ambiente kümmert sich das „Kuckucks“-Team auf Wunsch auch um die passende Musik, die Abholung des Brautpaares durch einen Limousinenservice und Übernachtungsmöglichkeiten für die Hochzeitsgäste.

Wer es lieber etwas sportlich mag, kann sich im Keller des Hauses beim „Moonlight-Bowling“ betätigen. Durch spezielle Farb- und Lichteffekte werden die Bahnen illuminiert, was für eine einzigartige Atmosphäre sorgt.

Also, liebe Leser, wie wäre es denn wieder einmal mit einem Besuch im „Kuckuck“? Unter der Mailadresse reservierung@zum-kuckuck.de oder per Telefon unter (03562) 664424 kann man sich ohne große Umwege Plätze fürs Kabarett oder einen Tisch für den kulinarischen Genuß in der Gaststube reservieren lassen. Birgit und Peter Hendrischke sowie das gesamte Team freuen sich auf Ihren Besuch!

Autogrammstunde mit Stefan Schäfer

Zur Autogrammstunde mit Lokalmatador Stefan Schäfer, frischgebackener Europameister der Steher und mehrfacher Deutscher Meister, lud die Volksbank Spree-Neiße eG am Donnerstag in ihre Räumlichkeiten ein. Vorstand Frank H. Baer begrüßte den prominenten Gast, dessen Sponsor u.a. auch die Volksbank ist. Leider spielte wohl das regnerische Wetter eine Rolle, denn es fanden sich nur wenige Radsport-Fans ein, um sich ein Autogramm zu holen. Dafür nutzten die wenigen Gäste die seltene Gelegenheit und konnten intensiver mit dem gebürtigen Forster Stefan Schäfer ins Gespräch kommen.

„Ich bin nicht ohne Grund Schauspielerin geworden“ – Eine junge Künstlerin pendelt zwischen Provinz und Weltstadt

Ende der Achtziger/Anfang der Neunziger des vergangenen Jahrtausends unterhält ein kleines Mädchen die Krankenschwestern im Eisenhüttenstädter Krankenhaus mit Phantasiegeschichten, z.B. die von Freunden des Mädchens, die am Nordpol wohnen und zu Besuch kommen würden.

Die Eltern der Kleinen waren zu der Zeit als Mediziner im Krankenhaus tätig und wenn es der Dienstplan nicht anders einrichten konnte, musste eben die kleine Cordula im Krankenhaus beaufsichtigt werden. Nach jedem Lied forderte das Mädchen von ihren Zuhörern den Applaus: „Klatscht mal alle!“.

Cordula HannsInzwischen ist aus dem kleinen Mädchen eine erwachsene Frau geworden. Cordula Hanns, in Eisenhüttenstadt groß geworden, zog hinaus in die weite Welt. Applaus erhält sie immer noch, nur muss sie sich den nicht mehr einfordern – Cordula Hanns ist mittlerweile staatlich anerkannte Schauspielerin und derzeit an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul engagiert.

Talent zum Schauspielern wurde ihr schon im Kurs „Darstellendes Spiel“ der Theater-AG des Fürstenberger Gymnasiums bescheinigt. Die Leiterin der AG hatte einen Berliner Regisseur eingeladen, dem das Spiel der Schülerin offensichtlich gefiel.

Eigentlich wollte Cordula Hanns wie ihre Eltern Medizin studieren. Als sie aber erfuhr, dass sie 11 Semester warten müsse, ehe sie dran kommt, entschied sie sich, es doch mit der Schauspielerei zu probieren.

Als es beim ersten Mal noch nicht klappte, nutzte Cordula Hanns freie Theater in Berlin zum Üben und bewarb sich ein Jahr später erfolgreich an der Berliner Schule für Schauspiel. 2008 begann sie mit dem Schauspiel-Studium.

Eine Dozentin an der Hochschule kannte Susan Batson, eine bei Hollywood-Größen bekannte und begehrte New Yorker Schauspiel-Trainerin mit eigenem Studio auf dem Times Square. Cordula Hanns machte sich in den Semesterferien auf nach New York. Sie wollte unbedingt diese Frau kennenlernen. Mit einem Text einer Schauspielübung vom Vortag ging sie am nächsten Tag zu einem Kurs mit Susan Batson selbst. Dann passierte etwas, das Cordula bis heute noch nicht so recht fassen kann: „Ich sollte am nächsten Tag bei der Agentin von Martin Scorsese, einem der berühmtesten Filmregisseure unserer Zeit, bei einem Casting vorsprechen! Das war eine tolle Erfahrung“, erzählt Cordula nicht ohne Stolz.

Die Zeit in New York möchte die Brandenburgerin nicht missen. „Man muss sich das mal vorstellen – da kommen Künstler aus der ganzen Welt, nur um zu üben. Und es kann passieren, dass plötzlich Juliette Binoche vor Dir steht, die dort ebenfalls probt, und Dich um Kritik bittet. Alles, was Du meinst, als Schauspieler nicht zu haben, bekommst Du dort innerhalb von 2 Tagen heraus.“

Auch in Italien sammelte Cordula Erfahrungen. Während ihres Schauspielstudiums wirkte sie in mehreren Aufführungen von Renato Capitani im „Teatro Tordinona“ in Rom mit.

2012 beendet Cordula Hanns ihr Studium erfolgreich. Die Zentrale Künstlervermittlung empfiehlt die nun ausgebildete Schauspielerin diversen Theatern, unter anderem auch den Landesbühnen Sachsen. Beim dortigen Vorsprechen hinterlässt Cordula einen unvergesslichen Eindruck. „Ich wollte eine Tür benutzen, die auf der Probebühne stand. Als ich die Tür auf und wieder zu machte, ging plötzlich die Alarmanlage los. Ich habe einfach weiter gespielt, bis man mich unterbrach, um die Alarmanlage wieder auszuschalten. Vielleicht haben mich die Landesbühnen deshalb genommen…“, amüsiert sich Cordula noch heute über diese Episode.

Cordula Hanns und Felix Lydike in "Lieder aus 1001 Nacht", einer Inszenierung der Landesbühnen Sachsen (c) Foto: Hagen König Mit freundlicher Genehmigung der Landesbühnen Sachsen

Cordula Hanns und Felix Lydike in „Lieder aus 1001 Nacht„, einer Inszenierung der Landesbühnen Sachsen
(c) Foto: Hagen König
Mit freundlicher Genehmigung der Landesbühnen Sachsen

Überhaupt ist Cordula Hanns eine Frohnatur. Sie lacht viel, meist über sich selbst, wenn sie an all die Geschichten aus ihrem Leben denkt. Berührungsängste hat sie keine, das macht sie sympathisch. Manchmal haut sie plötzlich einen Spruch raus und nimmt sich dabei selber auf den Arm. Die Gefahr, sich zu einer Theater-Diva zu entwickeln, besteht bei ihr nicht, dazu ist sie viel zu sehr geerdet. Als Multi-Talent ist Cordula ohnehin breit aufgestellt: neben der Schauspielkunst beherrscht sie das Cello-Spiel und hat zudem eine markante Gesangsstimme.

In Cordulas Vita stehen mittlerweile eine Menge Theaterstücke, in denen sie mitgespielt hat: „Kabale und Liebe“, „König Lear“, „Adam und Eva“ oder „Utopia“ sind nur eine kleine Auswahl. Sie mag die klassischen Rollen genauso wie die neuzeitlichen. „Wenn der Text eine gute Form hat und die Rollen schön ausgearbeitet sind, spiele ich beides sehr gerne.“ Zu ihren Lieblingsstücken gehören „Verbrennungen“ und „Wie im Himmel“. Im nächsten Jahr wird sie auf der Felsenbühne Rathen in „Winnetou I“ gemeinsam mit Schauspiel-Legende und Publikumsliebling Gojko Mitic auf der Bühne stehen, worauf sie sich schon jetzt freut.

Bei der unvermeidlichen Frage nach der Traumrolle überlegt sie lange: „Ich möchte immer das gerne spielen, was ich gerade nicht habe. Deshalb reizt es mich insbesondere, mal die Orsina oder Lady Milford zu spielen – wenn ich alt genug bin.“ Auch bei den Vorbildern gibt es keinen eindeutigen Favoriten. Cordula versucht, sich bei Kollegen und Familienmitgliedern das abzuschauen, was ihr in ihrer künstlerischen und persönlichen Entwicklung noch fehlt.

Momentan wohnt Cordula in Dresden. Hier schließt sich auch der Bogen zu ihrer eigenen Familiengeschichte und lässt sie für einen Moment nachdenklich werden. „Meine Oma hat 1945 die Bombardierung Dresdens miterlebt. Mit ihrem Kind im Kinderwagen, meiner Tante, gelang es ihr irgendwie, sich vor dem Feuersturm zu retten und die Stadt rechtzeitig zu verlassen“.

Ihre brandenburgischen Wurzeln hat Cordula nie verleugnet. „Eisenhüttenstadt ist meine Heimat!“, erklärt sie ohne lange nachzudenken. Ihre Eltern wohnen immer noch in der Stadt. Gerne würde Cordula später wieder hierher zurückkehren. Vielleicht ergibt sich ja ein Engagement an einem der Theater in der Nähe. „Im Staatstheater Cottbus würde ich sehr gerne spielen. Leider kann man das nicht selber entscheiden, ob man an einem Theater auch angenommen wird.“. Vorher will sie aber auf alle Fälle weiterhin die Welt erkunden.

Die Zeichen stehen ohnehin auf Veränderung. „Ich habe viele Pläne und eigene Projekte im Kopf, denn ich will für mich selber entscheiden, wann ich wie etwas mache! Aber über ungebratene Eier redet man bekanntlich nicht!“. Wieder so ein typischer Satz, bei dem man unweigerlich schmunzeln muss!

„Till Eulenspiegel lernt das Fliegen“, eine Inszenierung des Theaterzirkus Dresden, wäre so ein Projekt. Direktor Tom Quaas entwickelte für seine Mischung aus Theater und Zirkus eine völlig neue Bühnensprache. Cordula spielte bereits in diesem Jahr Eulenspiegels Gegenpart – sehr zum Wohlwollen der Kritiker. Weitere Aufführungen sind geplant.

Auch mit dem Gesangsduo „Kinbon & Kessmer“, zwei guten Freunden, würde Cordula gerne öfters zusammenarbeiten.

Gern erinnert sich sie an die Zeit direkt nach dem Schauspielstudium – noch ohne festes Engagement, offen für ungewöhnliche Projekte wie dem Spektakel „Shakespeare im Park“.

Im Görlitzer Park in Berlin unterhielt eine Art Wandertheater die Leute. Man spielte kurz ein Stück an und wechselte dann im Park den Auftrittsort. „Das waren alles tolle Menschen. Die Regisseure, ein Deutscher und zwei Amerikaner, waren intelligent, kreativ und witzig. Die Musiker waren total verrückte Künstler. Und beim Wechsel von einem Spielort zum nächsten begleiteten uns 300 – 500 Leute. Ich durfte damals meine ersten Erfahrungen als Schauspielerin sammeln und hatte viele nette Begegnungen. Das war eine unglaublich geile Zeit!“, schwärmt Cordula noch heute.

Viele meinten damals zu ihr, so ein Projekt – wobei jeder Einzelne Feuer und Flamme dafür ist – erlebt man nicht allzu oft. Anfangs wollte sie das nicht glauben, doch inzwischen bedauert sie ein wenig, dass es nicht noch mehr solcher Kunstprojekte gibt.

Cordula Hanns

Cordula Hanns (im weißen Kostüm) mit den Schauspiel-Kollegen Moritz Gabriel und Holger Thews sowie der Weinprinzessin Anna Bräunig während eines Fototermins anläßlich des 26. Herbst- und Weinfestes Radebeul

Man spürt beim Zuhören, hier ist jemand noch nicht am Ende seines Weges angekommen. Und man spürt Cordulas Leidenschaft für ihren Beruf. Die Karriere, die praktisch schon im Kindesalter vor ein paar Krankenschwestern des Eisenhüttenstädter Krankenhauses begann, ist sicher noch lange nicht beendet. Den Namen Cordula Hanns sollte man sich also unbedingt merken. Gut möglich, dass ihn Martin Scorseses Agentin schon wieder vergessen hat, aber man trifft sich ja bekanntlich zweimal im Leben…