Michelle Bönisch präsentierte „Ultraleicht“ ihre neue CD

So aufgeregt wie an diesem Nachmittag war ich noch nie!“, sagte Michelle Bönisch zur Begrüßung. Im gut gefüllten „Hornoer Krug“ präsentierte sie am vergangenen Sonntag exklusiv ihre neue CD „Ultraleicht“, die am 13. Juli in den Handel kommt. Unter den Gästen waren viele Wegbegleiter und Freunde, selbst aus der Schweiz und aus Dortmund reisten Fans an.

Ihr Gesangskollege Ronny Gander übernahm die Moderation der gut zweistündigen Veranstaltung. Beide hatten schon mehrere gemeinsame Auftritte in der Region, ihn einzuladen war Michelles persönlicher Wunsch.

Das neue Album „Ultraleicht“ stellt für Michelle Bönisch einen kompletten Imagewechsel weg von der volkstümlichen Musik hin zum tanzbaren Schlager-Pop dar. Schon beim ersten Titel „Meilenweit“, der zusätzlich auf der Leinwand als Video mitlief, sprang der Funke von der Bühne auf die Zuschauer über. Wenn Michelle Bönisch wirklich aufgeregt war, sah man ihr das jedenfalls überhaupt nicht an. Charmant, leicht und locker plauderte sie mit dem Publikum. Zwischen den einzelnen Programmblöcken entlockte ihr Ronny Gander, der auch einige Titel seines Albums „Komm tanzen“ interpretierte, in Kurzinterviews so einige Geheimnisse ihrer mittlerweile schon 13jährigen Bühnenpräsenz.

Die neuen Songs gehen sofort ins Ohr. Bei Titeln wie „Wie im falschen Film“, „Chatterlinge“ oder „Bedingungslos“ sah man den einen oder anderen im Publikum heimlich mit den Füssen im Takt wippen.

Eine Prise Selbstironie bewies Michelle Bönisch nach der Pause, als sie doch noch einmal das Dirndl anzog. „Erleben Sie Michelle, so wie Sie sie bislang kannten!“, kündigte Ronny Gander den Auftritt an. Auf der Leinwand lief ein Ausschnitt aus der „Krone der Volksmusik“. 2010 hatte Michelle Bönisch hier ihren ersten Fernsehauftritt. Das Lied „Wir Kinder malen unsere Welt“, das sie damals präsentierte, schrieb ihr der Forster Komponist und Texter Reinhard Kalleske, der im Frühjahr diesen Jahres verstarb und Michelle immer ein guter Freund gewesen sei. Auch wenn Michelle Bönisch inzwischen den Kinderschuhen entwachsen ist, hat das Lied nichts von seinem Zauber verloren. Zur Erinnerung an Reinhard Kalleske sang Michelle noch einmal live dieses Lied und sorgte damit beim Publikum für Gänsehautmomente.

Zum Abschluß des Nachmittags, der mit einer Schrecksekunde begann – ein kurzzeitiger Stromausfall infolge des örtlichen Gewitters lies die Alarmanlage im „Hornoer Krug“ angehen – wünschte sich Michelle Bönisch noch ein Duett mit Ronny Gander. Mit „Fang das Licht“ standen beide schon mehrmals gemeinsam auf der Bühne, da durfte auch in Forst dieses Lied nicht fehlen.

Daß die „neue“ Michelle Bönisch beim Publikum ankommt, bewiesen der Applaus und kleine Geschenke der Fans., bevor es an die Zugabe ging.

Für die Besucher der Veranstaltung war noch vor dem offiziellen Verkaufsstart das Album „Ultraleicht“ beinahe noch druckfrisch schon im „Hornoer Krug“ erhältlich. Erst vor ein paar Tagen traf die Kiste mit den CDs aus dem Presswerk bei Familie Bönisch ein.

Viele Fans nutzen die Möglichkeit, sich ihr Exemplar bei der anschließenden Autogrammstunde signieren zu lassen. Auch für gemeinsame Fotos mit ihren Fans stand Michelle Bönisch zur Verfügung. Von Aufregung war da schon lange nichts mehr zu spüren, die Anspannung längst gewichen. Michelle Bönisch war einfach nur glücklich, daß ihr das Publikum den Imagewechsel nicht übel genommen hat und die neuen Titel den Weg zu den Menschen gefunden haben.

Forster Gesangstalent wandelt „Ultraleicht“ auf neuen musikalischen Pfaden

Der 13. Juli 2018 könnte für die Forster Sängerin Michelle Bönisch der Start in eine neue Zeitrechnung sein. An diesem Tag erscheint das neue Album „Ultraleicht“ im Handel und stellt einen kompletten Imagewechsel weg von der volkstümlichen Musik hin zu tanzbaren Schlagern dar. Aus dem kleinen Mädchen, dass schon mit 5 Jahren auf der Bühne stand und die vorwiegend älteren Zuhörer entzückte, ist eine junge erwachsene Frau geworden, die genau weiß was sie will: „Ich möchte das singen, was mir gefällt und was mir Spaß macht. Von den Dirndln habe ich mich erst einmal verabschiedet.“, sagt Michelle Bönisch im Gespräch. Die Leute würden schnell merken, wenn man nicht mehr voll und ganz hinter einer Sache steht. Und Michelle möchte sich nicht verstellen und statt der ausgetretenen Pfade vielmehr neue Wege zu gehen

Hinter ihr liegt bereits ein langer musikalischer Weg. Schon als Kind sang sie leidenschaftlich gern, meist im Familienkreis und meistens Lieder von Stefanie Hertel. Angefangen hatte es jedoch bei den „Tanzmäusen der Kita Kinderland“. In der Kulturinsel Friedrichshain hatte Michelle Bönisch bei einer Karnevalsveranstaltung ihren ersten Soloauftritt als Sängerin. Es folgten weitere Auftritte bei Dorf- und Stadtfesten oder bei privaten Geburtstags- und Hochzeitsfeiern. Gleichzeitig nahm sie Gesangsunterricht in der Musikschule des Landkreises Spree-Neiße.

Bei einem dieser Auftritte lernte Michelle den Komponisten Reinhard Kalleske kennen. Er schrieb für sie einige Titel, u.a. ihr absolutes Lieblings-Weihnachtslied „Schneeflocken tanzen“.

Auch Eberhard Hertel, der Vater von Schlagerstar Stefanie Hertel, wurde auf die Forster Nachwuchssängerin aufmerksam. Er schlug Michelle vor, sich für die „Krone der Volksmusik“, einer großen Fernsehgala, zu bewerben.

2010 war es soweit – nach einem Casting in München wurde Michelle Bönisch in die Sendung eingeladen und konnte in ihrer Wertungskategorie den zweiten Platz einheimsen. 2014 sah man Michelle in der ARD-Sendung „Immer wieder sonntags“ mit Stefan Mross.

Seit dieser Zeit habe sie in vielen Tonstudios quer durchs Land Lieder aufgenommen, selbst in Österreich war Michelle Bönisch zu Gesangsaufnahmen. Ihr neues Album „Ultraleicht“ wurde im Wet-Cat-Studio in Uslar nahe Hannover aufgenommen. Produzent Jörg Lamster hat auch schon mit G.G. Anderson, den Wildecker Herzbuben oder Matthias Reim zusammengearbeitet. „Es gibt sehr viel Tanzmusik auf dem Album“, sagt Michelle, mit „Es muss Liebe sein“ ist sogar eine Ballade vertreten. „Es sind zwar verschiedene Stilrichtungen, trotzdem immer noch Schlager!“

In den Texten geht es meistens um das Thema Liebe. Den Titel „Meilenweit“ könne jedoch jeder für sich interpretieren. „Der eine bezieht es vielleicht auf die große Liebe, der andere auf unendliche Freiheit!“, verrät die 18jährige das Geheimnis eines ihrer Lieblingstitel vom Album.

Selbst einen Fanclub hat sie schon. Der ist überraschenderweise in Süddeutschland beheimatet. „Die Leute hatten mich bei der ‚Krone der Volksmusik‘ gesehen und danach angeschrieben, ob und wie sie mich unterstützen können“, so Michelle. Seitdem informiert der Fanclub regelmäßig über Auftrittstermine und Neuigkeiten von Michelle.

Unterstützung auch vom Fanclub bekommt Michelle Bönisch sicherlich am 10. Juni im „Hornoer Krug“ in Forst, wenn ab 15:00 Uhr in einem exklusiven Konzert das neue Album „Ultraleicht“ noch vor dem offiziellen Verkaufsstart der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. Auch wenn Michelle in der Region einen gewissen Bekanntheitsgrad besitzt, sind Auftritte wie dieser in Forst immer noch etwas Besonderes. „Forst ist eben meine Heimatstadt.“

Und worauf freue sie sich am meisten bei ihrer ersten CD-Präsentation? „Ich bin auf das Feedback der Leute gespannt und darauf, zu erfahren, wie sie die neuen Lieder finden.“ Angst davor, der Imagewechsel könnte bei den Fans nicht so gut ankommen, hat Michelle nicht. „Ich möchte Musik für alle Altersgruppen machen, nicht mehr nur für die Älteren, die vielleicht lieber nur Volksmusik hören wollen.“ gibt sie sich selbstbewusst.

Auch die Frage nach musikalischen Vorbildern lässt Michelle Bönisch unbeantwortet. Sie möchte sich nicht an anderen Künstlern orientieren, sondern ihren eigenen Stil finden. In Jörg Lamster, ihrem Produzenten, hat sie einen Verbündeten gefunden, der aus ihrer ausgebildeten Stimme das Beste heraus holt. Er hat auch die beiden Musikvideos zu „Meilenweit“ und „Ultraleicht“ produziert.

Wer bei der Premiere von „Ultraleicht“ dabei sein möchte, sollte sich sputen. Karten für das exklusive Konzert gibt es im „Hornoer Krug“ (Telefon 03562-691555) oder in der Tourismus-Information Forst.

Natürlich ist das neue Album von Michelle Bönisch im Anschluss an die Veranstaltung für die Besucher noch vor dem offiziellen Verkaufsstart käuflich zu erwerben. Wer will, kann sich sein Exemplar auch gleich noch bei einer Autogrammstunde signieren lassen.

Forster Ruf geht um die Welt

Die Funkamateure des Ortsverbandes Forst (Lausitz) im Deutschen Amateur-Radio-Club e.V. stellten am vergangenen Wochenende im Brandenburgischen Textilmuseum ihr Hobby vor. Mit dieser Aktion bereichern die Mitglieder des Ortsverbandes die vielfältigen Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Jubiläum „125 Jahre Forster Stadteisenbahn“. Mit dem Sonderrufzeichen DM125FS, welches vom 1. April bis zum 30. Juni gültig ist, stellt die Clubstation Funkverbindungen in die gesamte Welt her. Eine 42 Meter lange und 8 Meter über dem Erdboden hängende Antenne sorgt für die notwendigen Kontakte.

Auf einer Weltkarte trägt Eberhard Roy, Ortsverbandsvorsitzender, jene Länder ein, die die Signale aus dem Forster Textilmuseum bestätigen. Aus 42 Ländern gab es seit Monatsanfang Rückmeldungen. Die weitesten Funksprüche wurden aus Australien, Indonesien und den USA empfangen. Wie gut der Empfang ist, hängt dabei u.a. vom Wetter ab. Auch die Sonnenwinde beeinflussen die magnetischen Felder, selbst kleinste Netzgeräte im Haushalt haben Einfluss auf die Übertragungsqualität.

Im Forster Ortsverband sind 9 Funkamateure organisiert, deutschlandweit etwa 37000. Hinzu kommen noch die privaten Funker, die vereinslos sind.

Neben dem Sprachfunk verständigen sich die Forster Funker vor allem per Telegrafie, besser bekannt unter dem Begriff Morsen. „Das Morsealphabet ist weltweit einheitlich, so dass man sich auch miteinander verständigen kann, selbst wenn man die jeweilige Landessprache nicht beherrscht.“, erklärt Hans Unger vom Forster Ortsverband. Neben ihm sitzt Wolfgang Plache am Sende-und Empfangsgerät und und tippt eifrig auf die Morsetaste. Er hält gerade Kontakt zu einem Funkamateur in Finnland.

Gefunkt wird an diesem Wochenende vom Museum aus auf einem 40-Meter-Band, welches eine Frequenz von 7 Megahertz hat, sowie auf dem 20-Meter-Band mit 14 Megahertz.

Innerhalb von 20 Minuten zählt Wolfgang Plache 13 Verbindungen nach Skandinavien und auf den Balkan. Die Funksprüche werden kurz gehalten. Der Funker am anderen Ende bestätigt das ankommende Rufzeichen, danach werden die Lesbarkeit der Buchstaben, die Signalstärke sowie die Tonqualität ausgetauscht.

Später tauschen beide Funkpartner sogenannte QSL-Karten als Funkbestätigung aus. Für die Aktion anlässlich des „Jule“-Jubiläums wurde eine spezielle QSL-Klapp-Karte entworfen. Sie zeigt auf dem Titelbild die „Schwarze Jule“, im Innenteil gibt es ein paar Informationen zur Forster Stadteisenbahn und auf der Rückseite quittieren die Forster Funker den Empfang des auswärtigen Funksignals. Die Karten werden dann gesammelt über die übergeordneten Verbände an die jeweilige Gegenstelle weitergeleitet. Auf dem selben Weg erhalten die Forster dann in einigen Wochen die QSL-Karten ihrer Gesprächspartner zugestellt.

Eberhard Roy hat in einem Ordner einige seiner schönsten Empfangskarten gesammelt. Mal sind darauf Stadtansichten zu sehen, mal Landschaften, dann wiederum aufwendig gestaltete Motive mit Reproduktionen. Selbst eine Empfangskarte in Blindenschrift zählt Eberhard Roy zu seinen Schätzen.

Das Forster Sonderrufzeichen „DM125FS“ lässt sich leicht erklären: DM ist das Länderkennzeichen für Deutschland, 125 bedeutet 125 Jahre und FS steht für Forster Stadteisenbahn.

Zum 100jährigen Bestehen des Ostdeutschen Rosengartens wurde auch schon eine Sonder-QSL-Karte herausgegeben, ebenso zur 750-Jahr-Feier und zum 100jährigen Rennbahn-Jubiläum.

Wie in anderen gesellschaftlichen Bereichen gibt es auch bei den Funkamateuren Wettbewerbe. So wird u.a. ermittelt, wer in einer bestimmten Zeit die meisten Funkkontakte aus einer bestimmten Region hat. Ein anderer Wettbewerb war z.B. die Sammlung von Funkkontakten ewiger Städte. Wer erfolgreich teilgenommen hat und seine Kontakte gezählt hat, kann ein Diplom beantragen, Eberhard Roy hat eine ganze Menge an Diplomen in seinem Ordner.

Am Wochenende lief in der Schweiz der „Helvetia Contest“. Schweizer Funker sollten möglichst viele Kontakte außerhalb der Schweiz sammeln. Wolfgang Plache hört über seine Kopfhörer den regen Funkverkehr. Als er die Lautsprecher seiner Sendeanlage anmacht, kann man gerade ein Funkgespräch zwischen einem Schweizer und einem Holländer mitverfolgen. Kurze Zeit später ist ein Israeli über den Äther zu hören.

Im Juli findet erstmalig in Deutschland eine Weltmeisterschaft für Amateurfunker statt. In der Region um Jessen an der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt kämpfen Teilnehmer aus 40 Ländern um den Titel. „Forster hätten auch teilnehmen können!“, verrät Hans Unger. Man beschränke sich allerdings lieber darauf , während der WM zu Hause auf Empfang zu bleiben und den Teilnehmern dann später diesen Empfang zu bestätigen.

Wie viele andere Vereine haben auch die Funker ein Nachwuchsproblem. „Dabei ist Amateurfunk ein Freizeitbeschäftigung, die man bis ins hohe Alter betreiben kann.“, sagt Wolfgang Plache. Auch die Kosten seien überschaubar. So gebe es schon Einsteigermodelle für wenig Geld. Selbst die nicht so teuren Sendegeräte hätten eine ordentliche Leistung.

Das kann auch Silvio Hanschke bestätigen, der am Samstagnachmittag als einer der Wenigen den Forster Funkern im Textilmuseum einen Besuch abstattet. „Ich hatte mit Eberhard Roy Funkkontakt, da hat er mich zu dieser Veranstaltung eingeladen“. Silvio Hanschke funkt lieber mittels CB-Funk und hatte mit seiner Technik auch schon Verbindungen nach Übersee.

Eberhard Roy bedauert, dass nicht mehr Jugendliche Interesse für den Amateurfunk aufbringen. Er würde gerne Kontakt zu Schulen aufnehmen und die Funkerei näher vorstellen. „Funker sind selbst dann noch zu erreichen, wenn der gefürchtete Big Bang eintritt!“, ist sich Roy sicher. Im Falle des von Experten prognostizierten flächendeckenden Zusammenbruchs der Stromversorgung wären die Funker dank ihrer batteriebetriebenen Geräte die einzige Verbindung zur Außenwelt, schließlich wäre dann auch das Internet lahm gelegt.

Wer sich einmal selber über dieses interessante Hobby informieren möchte, hat noch an den Wochenenden 26./27.Mai sowie 23./24. Juni die Möglichkeit. Dann bauen die Forster Funkamateure erneut ihre Clubstation im Brandenburgischen Textilmuseum auf. Interessierte Besucher können sich dann selber einen Eindruck verschaffen, wohin der Ruf aus Forst geht. Und zur bleibenden Erinnerung erhalten die Besucher die Bestätigungskarte mit dem „Jule“-Motiv.

„Spremberg wärmt mich immer“ – Schlagerstar Franziska Wiese kehrt zum Weihnachtsfest in ihre Heimat zurück

Chris Reas Song „Driving Home For Christmas“ gehört zu den bekanntesten Liedern, die um die Weihnachtszeit gespielt werden. Auch die gebürtige Sprembergerin Franziska Wiese macht sich in der Nacht zum 24. Dezember auf den Weg von ihrer Wahlheimat Berlin in die heimatlichen Gefilde. „Heimat ist für mich immer Heimat und verliert niemals ihren Namen. Es ist ein anderes Gefühl, nach Hause zu fahren, weil viele Geschichten damit verbunden sind. Insofern wärmt mich immer Spremberg, wenn ich in den Ort rein fahre“, verrät die prominente Künstlerin.

Franziskas Stern ging 2016 auf. Ein Fernsehauftritt vor einem Millionenpublikum in Florian Silbereisens Samstagabendshow machte sie schlagartig deutschlandweit bekannt. Es folgte ihr erstes Album „Sinfonie der Träume“, die Auskopplung „Ich bin frei“ stieg bis auf Platz Fünf der deutschen Airplay-Charts, also jener Wertung mit den meistgespielten Titeln im Radio. Größen wie Andrea Berg, Matthias Reim oder Michelle reihten sich hinter Franziska ein.

Inzwischen ist die Sängerin und Violinistin Franziska Wiese gut gebucht und ein gern gesehener Gast in diversen Fernsehshows und auf den Konzertbühnen der Republik. Klar, dass sie in der Lausitz besonders viele Fans hat. Sogar einen offiziellen Franziska-Wiese-Fanclub gibt es seit kurzem.

Weihnachten feiert Franziska zu Hause im Kreise ihrer Familie. Bis zum 23. Dezember ist sie noch mit Frank Schöbel und seiner Show „Weihnachten in Familie“ auf Tour. Nach dem letzten Auftritt in Brandenburg an der Havel setzt sich Franziska ins Auto, holt schnell in Berlin ein paar Sachen und fährt weiter zu ihren Eltern nach Spremberg. „Wahrscheinlich werde ich den halben Tag erst einmal ausschlafen“, prophezeit sie.

Traditionell gibt es im Hause Wiese am Heiligen Abend Kartoffelsalat mit Wiener. „Eigentlich mag ich keinen Kartoffelsalat“, schmunzelt Franziska und hofft auf ein Einlenken ihrer Mutter Manuela in Sachen Speiseplan.

Nicht fehlen darf Franziskas Geige, denn nach der Bescherung wird ein wenig Hausmusik gemacht. Auch das gemeinsame Ansehen der Fernsehsendung „Fröhliche Weihnachten mit Frank“ gehört zum Programm. 2016 war Franziska selber Teil der Show, in diesem Jahr kann sie ihren Kollegen bei der „Arbeit“ zusehen.

Durch den straffen Tourplan entfällt in diesem Jahr das Plätzchenbacken mit der Mama und der Oma. „Im vergangenen Jahr haben wir richtig viel gebacken. Neben Butterplätzchen machten wir Makronen, Vanillekipferl oder Haselnusskekse. Am Ende hatten wir soviel gebacken, dass wir keine Zeit mehr hatten, die Kekse zu verzieren“, schmunzeln Mutter und Tochter Wiese.

Für die Weihnachtsgans verrät Franziska ihr Geheimrezept für die Füllung: geriebenes Vollkornbrot, Cointreau-Orangenlikör, Zimt, Zucker und Backpflaumen. Das verleiht der Gans einen süßlich-lieblichen Geschmack. Dazu eine Soße mit Apfelmus und Sahne vermischt und einem leckeren Gänsebraten steht nichts mehr im Wege.

Für Franziska hat Weihnachten etwas Magisches. „Es ist diese Art von Ruhe, in der man probiert, die Hektik des Alltags zu vergessen. Dazu das warme Licht der Kerzen, die ruhige Musik und das Göttliche, dass uns durch das Christentum gegeben wird. Man findet wieder mehr zueinander, sucht eher Liebe und Geborgenheit und weniger das Materielle.“

Gerade deswegen stehen auf Franziskas Weihnachtswunschzettel gemeinsame Erlebnisse mit Familie und Freunden ganz oben. „Ich bin eher der Erlebnismensch und freue mich darauf, gemeinsam etwas zu unternehmen und Zeit dafür zu haben. Und ich freue mich immer über etwas Süßes!“, gibt sie einen Hinweis an den Weihnachtsmann.

Die Tour mit Frank Schöbel hat für Franziska auch gewisse Nachteile: „Ich habe noch kein einziges Weihnachtsgeschenk zusammen. Und ich würde gerne über die Weihnachtsmärkte in den jeweiligen Auftrittsorten schlendern. Doch die Tour ist straff durchgeplant – von den Proben über die Show bis zur Autogrammstunde. Danach sind die Weihnachtsmärkte leider nicht mehr geöffnet!“ Doch bis zur Bescherung wird Franziska sicherlich noch einige passende Weihnachtsgeschenke für ihre Liebsten finden.

Dass sie selbst Teil der Weihnachts-Tournee mit Frank Schöbel ist, macht Franziska stolz. Als kleines Kind habe sie die Kassette mit Frank Schöbel, Aurora Lacasa und beider Kinder sehr gerne gehört, besonders das Lied mit der Katastrophe von Weihnachtsbaum gefällt ihr. Jetzt, auf der Tour, spürt sie im Publikum eine gewisse familiäre Stimmung. Es sei hier im Osten beinahe schon eine Tradition, zu Frank Schöbel und seiner Show zu gehen. Sie selbst fühlt sich voll in die Show integriert und bekommt das von den Künstlerkollegen auch zu spüren. Als Kind hätte Franziska nie zu träumen gewagt, plötzlich einmal Teil des Programms zu werden.

Der Konzertveranstalter habe Frank Schöbel die Künstlerin vorgeschlagen. Und da Frank Schöbel Franziska schon von verschiedenen Auftritten kannte, kam es letztendlich zur Zusammenarbeit, die – so munkelt man – im nächsten Jahr fortgesetzt werden könnte.

Wenn Franziska Wiese nicht gerade mit Frank Schöbel auf Tour ist, arbeitet sie an ihrem neuen Album, welches im Sommer 2018 erscheinen wird. „Die Fans können sich wieder auf die erfrischende Kombination von Geige und Stimme freuen, mit Vielem in den Texten, dass mich berührt. Dazu gibt es eingängige Melodien. Produziert wird das Album von meinem bewährten Team, unterstützt von einigen neuen Leuten.“

Doch zuvor freut sich Franziska erst einmal auf das bevorstehende Weihnachtsfest und damit verbunden ein paar Tage Ruhe. „Ich wünsche allen Lesern und meinen Fans, dass sie ganz viel das Gefühl haben, geliebt zu werden und lieben zu können. Dass sie Menschen haben, denen sie Liebe schenken können, dass sie es warm und gemütlich haben und das Fest nicht alleine verbringen müssen. Es gibt hier in der Region viele Stellen, z.B. die Kirchen, wo man hingehen kann, um in der Gemeinschaft zu feiern. Alle sollen friedlich und ohne Angst das Weihnachtsfest erleben dürfen!“

Alle Jahre wieder… – schreibt ein Forster sein Weihnachtsgedicht

Alle Jahre wieder – manche Dinge wiederholen sich regelmäßig zur Weihnachtszeit: der Wunsch nach weißer Weihnacht, der Stress wegen noch fehlender Geschenke und bei Manchen die Hoffnung, noch kurz vor Heiligabend einen ansehnlichen Weihnachtsbaum zu ergattern. Ebenfalls eine schöne Tradition sind die von RUNDSCHAU-Lesern eingesandten Gedichte für die Weihnachtsbeilage der LAUSITZER RUNDSCHAU.

Auch der Forster Bernd Uduc schickt jedes Jahr aufs Neue seinen literarischen Beitrag zum Fest an die Redaktion. „Mittlerweile sind es bereits 16 Weihnachtsgedichte, die meisten davon wurden auch veröffentlicht!“, verrät er stolz.

Sein allererstes Gedicht überhaupt schrieb er 1981 in der Schule in Form einer Büttenrede. Danach folgte eine jahrelange Kreativpause. 2004 entstand das erste weihnachtliche Gedicht. „Mir kam damals die Idee, auf die Melodie von ‚Oh Tannenbaum‘ einen neuen Text zu schreiben“, erinnert sich Bernd Uduc. Mittlerweile zählt er 30 Gedichte zu seinem künstlerischen Schaffen. Neben Gedichten für private familiäre Festlichkeiten wie Jugendweihen, Goldene oder Silberne Hochzeiten entstehen auch regelmäßig kleine Kunstwerke zu Fußball-Welt- und Europameisterschaften. Meist nimmt er darin die teilnehmenden Mannschaften aufs Korn.

Ein passendes Thema zu finden wird von Jahr zu Jahr schwieriger. Neben lustigen Elementen folgt auch immer ein Teil, der dazu anregen soll, gerade zu Weihnachten mal über bestimmte Dinge nachzudenken: „2016 ließ ich den Weihnachtsmann in einer überfüllten Physiotherapie-Praxis leiden, das Jahr davor setzte sich Knecht Ruprecht mit dem Klimawandel auseinander.“, sagt Bernd Uduc.

Vielen Forstern ist der ausgebildete Masseur und medizinische Bademeister von der Physiotherapie-Praxis seiner Frau Katrin bekannt, wo der in Kamp-Lintfort geborene Bernd Uduc angestellt ist. 1994 zog es ihn aus familiären Gründen vom Niederrhein nach Forst, inzwischen ist der zu 100% sehbehinderte Uduc längst in der Lausitz heimisch geworden. Als „berühmtester unbekannter Heimatdichter der Niederlausitz und des Muskauer Faltenbogens“ bezeichnet er sich scherzhaft.

Dass Bernd Uduc nicht alles so bierernst nimmt, spiegelt sich auch in seinen Gedichten wieder. „Ich mag die Wortspiele von Willy Astor und den feinen hintersinnigen Humor von Heinz Erhardt“, erklärt Bernd Uduc, woher er seine Inspiration nimmt.

Auch wenn das Gedichteschreiben nur ein gelegentliches Hobby ist, hat sich Bernd Uduc ein effizientes System für das Schreiben der Texte ausgedacht. So wird für jedes neue Gedicht zunächst im Computer ein Ordner angelegt. „Manchmal schreibe ich bloß zwei Zeilen, die speichere ich dort ab. Nach ein paar Tagen ohne Idee folgen vielleicht zwei oder vier weitere Zeilen. Wenn dann ungefähr zehn Zeilen vorhanden sind, geht es komischerweise fließend weiter. Schwierig ist es immer, den Einstieg zu finden“, verrät Bernd Uduc seine Arbeitsweise. Sein kürzestes Gedicht umfasste gerade mal 14 Zeilen, das längste war mit 62 Zeilen schon ziemlich umfangreich.

Natürlich ist Bernd Uduc auch auf die Reaktionen der Leser gespannt. „Ein guter Freund bekommt die Gedichte immer zuerst zu lesen, anschließend schicke ich sie auch an Freunde und Bekannte, erst danach an die Zeitungen. Von meinen Patienten in der Praxis werde ich hin und wieder auf die veröffentlichten Gedichte angesprochen.. Viele finden die Themen treffend. So richtig schlechte Kritiken habe ich bisher noch nicht bekommen!“

Eine Veröffentlichung seiner gesammelten Werke ist nicht wirklich geplant. „Wenn jedoch jemand Zugang zu einem Verlag hat, könnte man über ein ‚Best of Weihnachten‘ nachdenken. 20 Gedichte wären bestimmt druckreif.“, verkündet Bernd Uduc selbstbewußt.

Doch bevor es soweit ist, hofft Bernd Uduc auf die Veröffentlichung seines diesjährigen Weihnachtsgedichtes. Und exklusiv für die Leser der Forster Lokalausgabe hat sich Bernd Uduc so seine Gedanken zum Jahreswechsel gemacht.

Neues Jahr, neues Glück?

Das Weihnachtsfest ist kaum zu Ende

Da feiern wir die Jahreswende

War Weihnachten die stille Nacht

Silvester wird eins drauf gemacht

Das Jahr endet auf jeden Fall

Mit viel Radau und lautem Knall

Raketen steigen in die Luft

Und alles riecht nach Schwefelduft

Wir feiern heute bis zum Schluss

Weil morgen sich was ändern muß

Zuerst denkt man an die Figur

Und treibt gleich Sport, rund um die Uhr

Doch es geschieht wie jedes Jahr

Der Vorsatz hält bis Februar

Dann folgt die schöne Faschingszeit

Und schnell werden die Hüften breit

Gerad‘ ist ein Vorsatz ausgesprochen

Da wird auch schon mit ihm gebrochen

Ein Wort, das man gegeben hat

Zählt nicht mehr viel in diesem Staat

Politiker zeigen es immer

Und das ist sicher noch viel schlimmer

Ihr Wort, das hat nicht viel Gewicht

Und darum halten sie es nicht

Treten sie ihren Posten an

So zeigen sie ein jedermann

Dass wenn man einmal oben steht

Dem Volk schnell seinen A… zu dreht

Und darum wird das neue Jahr

Genau so, wie das Alte war

Von Bernd Uduc

(der berühmteste, unbekannte Heimatdichter der gesamten Niederlausitz und des Muskauer Faltenbogens)

Eine „Liebes-Geschichts-Stunde“ beim 48. Forster Geschichtsstammtisch

Im Mittelpunkt des 48. Geschichtsstammtisches des Museumsvereins Forst stand „Das Versprechen am Weberbrunnen“. Im Pavillon „Genuss und Kunst“ versammelten sich am vergangenen Donnerstag wieder Geschichtsinteressierte, um zu erfahren, was sich hinter diesem Versprechen verbirgt.

Lena Paul vom „Forster Wochenblatt“führte durch den Abend und erläuterte zunächst die Vorgeschichte. Der Forster Wolfgang Schenk, selbst Stammgast der Geschichtsstammtische, übergab vor einiger Zeit dem damaligen Herausgeber des „FoWo“ seine handschriftlichen Notizen. Diese sollten in loser Folge als Artikelserie in der Lokalzeitung erscheinen.

Als diese Notizen abgeschrieben und digitalisiert werden sollten, erkannte Lena Paul das Potenzial, dass diese Notizen enthielt. Sie konnte Wolfgang Schenk schließlich überzeugen, statt einer Artikelserie seine Notizen in Buchform zu präsentieren. „Die Veröffentlichung des Buches benötigt einen perfekten Rahmen, und was wäre als Rahmen besser geeignet als diese Veranstaltung?“, so Lena Paul in ihrer Anmoderation auf die nachfolgende Lesung von Textauszügen. „Es ist außerdem Zeugnis einer Zeit, die man nicht vergessen sollte!“

„Das Versprechen am Weberbrunnen“ ist Wolfgang Schenks autobiografische Liebesgeschichte. Sie beginnt 1943 im ehemaligen Forster Stadtteil Berge. Wolfgang Schenk lernt als achtjähriger Knirps eine Spielgefährtin namens Ingrid kennen. Am Weberbrunnen geben sich die beiden das Ehrenversprechen, immer für einander dazu sein.

Doch das Schicksal hat andere Pläne. Das Kriegsgeschehen rückt immer näher an die Neiße heran. Ingrid folgt ihrem Vater, der als Soldat versetzt wird. Wolfgang, seine Mutter und seine Oma, verbergen sich in Berge im Keller der Familie Schmolke vor den Bombardierungen. Im März 1945 flüchtet die Familie über die Neiße nach Forst, nur Wolfgangs Opa bleibt in Berge.

Später soll die Flucht weiter nach Friesland gehen. Stattdessen endet sie im thüringischen Steinbach-Hallenberg, wo die Familie eine zeitlang lebt und auch Arbeit findet.

Durch das Potsdamer Abkommen im August 1945 wird der Forster Stadtteil Berge plötzlich polnisches Gebiet. Als auch keine Nachricht mehr vom Opa kommt, macht sich die Familie Schenk 1946 auf nach Forst, kommt aber nur bis in die Nähe von Leipzig. Auch hier lebt Wolfgang mit seiner Familie einige Zeit, ehe im Sommer 1947 endlich die Rückkehr nach Forst erfolgt. In der Fruchtstraße bezieht Familie Schenk eine Wohnung. Von Ingrid hat Wolfgang allerdings nichts mehr gehört.

1959 bittet ein Freund Wolfgang, ihn zum Tanz in den Rosengarten zu begleiten und dort auf seine beiden Freundinnen aufzupassen. Bei der Vorstellung der beiden Frauen glaubt Wolfgang, seinen Augen nicht zu trauen, den eine der beiden ist Ingrid.

An dieser Stelle unterbrechen Lena Paul und Jens Dräger die Lesung, um nicht zu verraten, wie die Geschichte von Wolfgang und Ingrid weiter geht und ob das „Versprechen vom Weberbrunnen“ eingelöst wurde. Wer die Auflösung wissen möchte, findet diese im gleichnamigen Buch, erschienen im JSD Verlag & Druck. Wie Lena Paul mitteilte, ist die erste Auflage fast ausverkauft, eine zweite ist bereits in Planung.

Auch nach der Lesung gingen viele Exemplare über den improvisierten Ladentisch im Pavillon „Genuss & Kunst“. Wolfgang Schenk, der Autor des Buches, signierte bereitwillig die Bücher, nicht ohne vorher noch einmal darauf hinzuweisen, dass alle im Buch genannten Daten authentisch sind. „Ich berufe mich da auf die Buchführung meiner Oma, die damals alles aufgezeichnet hatte.“, so Wolfgang Schenk.

Die schönsten Kaninchen des Landkreises gab es in Horno zu sehen

Er nahm es mit Humor: „Es ist eines der längsten Worte, die ich kenne. Die Rassekaninchenkreisjungtierschau ist hiermit eröffnet!“. Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke gab sich zur offiziellen Ausstellungseröffnung größte Mühe, um nicht an diesem Wortungetüm zu scheitern.

Uwe Krenz, Ausstellungsleiter und Vorsitzender des Rassekaninchenzuchtvereins D97 Forst/Lausitz e.V. , kommt das Wort leichter über die Lippen. Zum zweiten Mal richtet der Forster Verein die Kreisjungtierschau des Spree-Neiße-Kreises aus, zum ersten Mal im „Hornoer Krug“ im Forster Ortsteil Horno. „Leider gibt es unser Objekt in der Kirchstraße aus baulichen Gründen nicht mehr her, dort die Ausstellung durchzuführen. Umso dankbarer sind wir, mit Unterstützung der Hornoer Stiftung und des Ortsvorstandes einen neuen Ausstellungsort gefunden zu haben.“ Neben dem Ministerpräsidenten konnte er u.a. den amtierenden Forster Bürgermeister Jens Handreck, den Bundestagsabgeordneten Dr. Klaus-Peter Schulze (CDU) und die Bundestags-Direktkandidatin Birgit Kaufhold (Partei Die Linke) als Ehrengäste begrüßen.

Züchter aus dem gesamten Spree-Neiße-Kreis sowie befreundeter Vereine aus Weißwasser, Krauschwitz und Breslack präsentierten mehr als 350 Tiere den Preisrichtern. Dr. Dietmar Woidke weiß das in seiner kurzen Eröffnungsrede zu würdigen: „Es ist schön zu sehen, welch‘ ehrenamtliches Engagement es gibt und dass sich auch junge Menschen für die Kaninchenzucht interessieren. Die zweitägige Ausstellung hier in Horno ist deshalb nicht nur Werbung für die Rassekaninchenzucht, sondern auch Werbung für das Ehrenamt in der Region.“

Für den amtierenden Forster Bürgermeister Jens Handreck ist es als Hornoer Einwohner ein Heimspiel. „Ich habe gesehen, dass unter den Ausstellern auch einige Hornoer zu finden sind. Wir können also nicht nur singen, wir können nicht nur Spielmannszug, wir können nicht nur Feuerwehr, sondern wir 210 Einwohner können auch Kaninchen!“ Als Dank für das gesellschaftliche Engagement überreichte Jens Handreck einen Scheck der Stadt Forst (L.) an den Vereinsvorsitzenden und machte die Zusage, bei der Suche nach einem neuen Objekt für den Verein zu helfen.

Anders als z.B. im Sport folgte im Anschluss an die Grußworte der Ehrengäste bereits die Ehrung der Sieger. Sechs Preisrichter bewerteten zuvor die ausgestellten Tiere. Kriterium für die Auswahl sind Körperbau und -form des Tieres, das Fell, die Gleichmäßigkeit und Sauberkeit der Färbung, die Unterfarbe bei bestimmten Rassen sowie die Ausbildung von Kopf und Ohr der Kaninchen. Den Pokal des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg gewann Uwe Krenz für seine Sammlung (4 Tiere) der Rasse „Satin Elfenbein RA“. Auch die anderen Ehrengäste stifteten jeweils einen Pokal.

Den Jugendpokal als beste Nachwuchszüchterin konnte die Forsterin Chiara Nehrmann in Empfang nehmen. Für sie ist es der größte Erfolg in ihrer noch jungen Karriere. Vergleichbar ist der Titel etwa mit dem eines Kreismeisters im Sport. Seit zwei Jahren betreibt Chiara die Rassekaninchenzucht, verrät ihr Vater Dirk, der ebenfalls einen Pokal gewann. „Chiara züchtet Schwarzgrannen. Das sind Tiere mit weißer Grundfarbe, die schwarze Grannen (Strichhaar im Oberfell) haben. Dadurch schimmert das Fell ein wenig grau-silbrig.“ Circa 30 Tiere besitzt Chiara mittlerweile, mit den 70 Tieren ihres Vaters kommt die Familie auf etwa 100 Kaninchen. „Es ist ein sehr zeit- und kostenaufwendiges Hobby.“, erklärt Dirk Nehrmann.

Wohl auch deshalb bieten einige Züchter ihre Tiere zum Verkauf an. Zwischen 20,- und 50,- Euro kostet eines der hier ausgestellten Kaninchen. 80% der angebotenen Tiere wechseln im Verlauf der Ausstellung ihren Besitzer.

16 Kaninchen wurden als Preise für die große Tombola gestiftet. 400 Preise insgesamt gibt es zu gewinnen. „Die Tiere haben eine tierärztliche Bescheinigung. Natürlich geben wir die Tiere nur ab, wenn z.B. bei Kindern die Eltern damit einverstanden sind und sichergestellt ist, dass die Tiere ordnungsgemäß gehalten werden können.“, sagt Uwe Krenz.

In den Gängen der Ausstellungshalle herrscht derweil dichtes Gedränge. Nicht nur die Züchter schauen sich die Tiere der anderen Aussteller an, auch viele Familien mit Kindern nehmen die kuscheligen Vierbeiner genauestens unter die Lupe. Mit etwa 750 Besuchern rechnen die Veranstalter an den beiden Ausstellungstagen, das sind mehr als die 500 Besucher, die in den Vorjahren bei den Jungtierschauen gezählt wurden.

Dr. Dietmar Woidke ist selbst mit Kaninchen groß geworden: „Auf unserem Bauernhof in Naundorf hatten wir 30-40 Kaninchen, allerdings keine Rassekaninchen. Unsere dienten eher als Nahrungsgrundlage, das Fell wurde verkauft. Es ist und bleibt trotzdem ein schönes Hobby, wie man hier sehen kann.“

Für die Pfanne zu schade sind auf jeden Fall die in Horno zur Schau gestellten Rasse-Kaninchen. Ungeachtet der Menschentraube, die sich an ihren Boxen vorbeischiebt, dösen manche lieber im Käfig. Andere wiederum hoppeln emsig hin und her und strecken ihr Näschen durch die Gitter in der Hoffnung auf ein paar Streicheleinheiten, die es dann auch prompt vom Ministerpräsidenten Brandenburgs beim Rundgang durch die Ausstellung gab. Zu seiner Erleichterung musste er das lange Wort mit dem „R“ kein zweites Mal erwähnen….

Wehrführer der Forster Feuerwehr verabschiedet

Mit Sirenengeheul und einer großen Gästeschar wurde der bisherige Stadtwehrführer Bernd Frommelt am Sonnabend im Gerätehaus Mitte aus dem aktiven Dienst verabschiedet und in die Alters- und Ehrenabteilung der Forster Freiwilligen Feuerwehr versetzt.

Abordnungen von Feuerwehren aus den umliegenden Städten und Gemeinden, der Berufsfeuerwehr Cottbus, der LEAG-Werksfeuerwehr, dem THW Ortsverband Forst sowie der Partnerwehren aus Stadt Wehlen (Sachsen) und Oberursel (Hessel) waren gekommen, um sich für die jahrelange gute Zusammenarbeit zu bedanken. Auch Vertreter aus Politik und Wirtschaft reihten sich in die Schlange der Gratulanten ein.

In seiner kurzen und emotionalen Abschiedsrede mit einigen unterhaltsamen Anekdoten aus seiner Dienstzeit als Wehrführer erinnerte sich Bernd Frommelt noch einmal an die besonderen und neuen Herausforderungen, die mit der politischen Wende in der DDR und der darauf folgenden deutschen Wiedervereinigung auf ihn und die Forster Feuerwehr warteten. Als „meine Feuerwehr“ bezeichnet Bernd Frommelt stolz seine zweite große Liebe, der er nun schon über 50 Jahre die Treue hält, und bedankte sich bei den vielen Mitstreitern und Kameraden. „Die Zusammenarbeit unserer Freiwilligen Feuerwehren mit der Cottbuser Berufsfeuerwehr sowie der LEAG-Werksfeuerwehr ist beispielgebend für Brandenburg!“, resümierte Frommelt. Gleichzeitig nutzte er diesen Anlaß, um sich für Fehler aus der Vergangenheit bei den Kameraden der Forster Wehr zu entschuldigen: „Hätte ich damals vorausgeahnt, welche Konsequenzen mein Handeln für den Einzelnen hat, hätte ich ganz bestimmt anders gehandelt!“. Eine große Geste, die von den anwesenden Kameraden und Gästen mit viel Applaus honoriert wurde.

„Ein besonderer Dank geht an die Stadt Forst, die immer ein Interesse an ihrer Freiwilligen Feuerwehr gezeigt hat“, so Frommelt. Jens Handreck, stellvertretender Bürgermeister, gibt diesen Dank zurück: „Bernd war und ist immer mit Feuereifer dabei gewesen!“. Als Dankeschön seitens der Stadt überreichte er Bernd Frommelt einen Laptop „als Starthilfe, mit der Du Deine neue Aufgabe, die Aufarbeitung der Geschichte der Ortswehren, in Angriff nehmen kannst.“

Als letzte Amtshandlung und symbolischen Staffelstab übergab Bernd Frommelt im Anschluß an die Grußworte eine goldene Löschspritze an seinen Nachfolger Andreas Britze.

Mit den richtigen Ergo-Möbeln entspannter arbeiten

Viele Menschen klagen heutzutage über beruflich bedingte Rückenschmerzen. Durch falsche Sitzhaltung, schlecht angepasste Bürostühle oder langes Stehen und der damit oft verbundenen eintönigen Körperhaltung werden Skelett und Muskulatur stark belastet. Besonders häufig treten diese Beschwerden bei Verkäufer/innen, Frisöre, Erzieher/innen oder an Bildschirmarbeitsplätzen auf.

Abhilfe schaffen können spezielle arbeitsplatzgerechte Möbel, die auf die besonderen Anforderungen des jeweiligen Berufsbildes angepasst sind. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass beim Einsatz von dynamischen Bürodrehstühlen die Rückenmuskulatur gestärkt und zudem Impulse ins Gehirn abgegeben werden, die die Konzentration stärken.

Katrin Habermann hat sich auf den Vertrieb dieser sogenannten Ergo-Möbel spezialisiert. In ihrem Cottbuser Ladengeschäft „ergoretail“ gibt es eine große Auswahl an Bürostühlen, höhenverstellbaren Stehtischen sowie Stehpulten und -hilfen. Auch Zubehör wie ergonomische PC-Mäuse, mausfreie Eingabegeräte, Schwenkarme für Monitore, Tischpulte (Dokumentenhalter) findet sich im Angebot.

Neben dem Verkauf von Ergo-Möbeln bietet Katrin Habermann eine individuelle Beratung an. Dabei können die Möbel entsprechend der Körpermaße oder des Krankheitsbildes angepasst werden. Die Beratung erfolgt zunächst im Geschäft, später erfolgt eine ergonomische Arbeitsplatzberatung direkt vor Ort, für die man etwa 30- 45 Minuten einplanen sollte. Dabei müssen viele Komponenten wie die richtige Einstellung der Stühle und Tische, die Arbeitsplatz-Beleuchtung sowie die Geräte- und Monitoranordnung beachtet werden, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

Geeignet sind Ergo-Möbel für Patienten mit Verletzungen an der Hüfte, im Rückenbereich sowie an den Bandscheiben. Auch für Personen mit Schäden am Sprung- oder Schultergelenk sowie mit RSI-Syndrom gelingt Dank „ergoretail“ die Wiedereingliederung ins Berufsleben nach Operationen und der anschließenden Reha viel leichter. Eine Zusammenarbeit gibt es auch mit Physiotherapien und Reha-Einrichtungen sowie Arbeitsmedizinern. Bei speziellen Krankheitsbildern kann der Kontakt zu spezialisierten Ärzten hergestellt werden.

Viele Unternehmen setzen bereits präventiv darauf, für ihre Mitarbeiter alte Büromöbel gegen moderne, nach ergonomischen Gesichtspunkten konzipierte Möbel auszutauschen. So sind bereits die Stadtverwaltung Cottbus, die Knappschaft, das Arvato-Callcenter sowie mehrere Ingenieurbüros zufriedene „ergoretail“-Kunden. Auch für den Privatbereich hält Katrin Habermann spezielle Stühle bereit, die darüber hinaus mit verschiedenen Textilien individuell gestaltet werden können.

Um dem Kunden ein bestmögliches Angebot zu bieten, arbeitet Katrin Habermann mit mehreren in- und ausländischen Herstellern zusammen. Durch regelmäßige Schulungen seitens der Hersteller verfügt Katrin Habermann über die notwendigen Kenntnisse, um den Kunden bestmöglich und individuell beraten zu können.

Das Angebot von „ergoretail“ wird regelmäßig erweitert. Mit dem Einsatz einer Rücken-Scan-Maus wird es demnächst möglich sein, den Rücken strahlungsfrei zu vermessen, was bei der Auswahl der richtigen Ergo-Möbel an Bedeutung gewinnen wird.

Zu finden ist „ergoretail“ in der Kolkwitzer Straße 43 in 03046 Cottbus. Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Donnerstag von 10:00 Uhr – 18.00 Uhr sowie am Freitag von 10.00 Uhr – 15:00 Uhr. Ausreichend Parkplätze befinden sich in der Nähe.

Amüsante Episoden aus dem alten Forst

Auf eine Reise in die Forster Vergangenheit nahmen Manfred Geisler und Wolfgang Dannat die Besucher des 41. Geschichtsstammtisches mit. Hinter den „Erinnerungen ans alte Forst“ – so der Titel der Veranstaltung – verbergen sich Aufzeichnungen von Dr. Ulrich Hammer, die er 1955 in Cottbus zu Papier brachte und die Manfred Geisler bei seinen Forschungen zu Forster Ehrenbürgern entdeckte.
In der proppenvollen Gaststube des Hotels Haufe verfolgten zahlreiche Interessierte den Anekdoten und Beschreibungen des Forster Alltags zur Zeit des Übergangs vom 19. ins 20. Jahrhundert.

Ulrich Hammer wurde am 4. Mai 1888 als Sohn von Arno Hammer und seiner Frau Meta (geb. Rüdiger) geboren und entstammt somit der Unternehmerdynastie Hammer/Rüdiger/Noack. Als Augenarzt schlug Ulrich Hammer einen anderen Weg ein als viele seiner Vorfahren und wurde nicht Textilunternehmer. Manfred Geisler bezeichnete ihn als typischen Bildungsbürger, der sich durch einen reichen Fremdwörterschatz und gepflegter Sprache auszeichnete.

Seine Großeltern Auguste Caroline Hammer und Friedrich Reinhold Hammer nannte der kleine Ulrich gerne „Mutterchen und Vaterchen“. Immer wieder tauchen Beide in den Erinnerungen auf und sind die eigentlichen „Stars“ der Erzählungen.

Forst war um die Jahrhundertwende eine Stadt mit 25000 Einwohnern und „ohne historische Bedeutung“. Es gab keine Berühmtheiten, „keinen Dichter, der dichtete und keinen Denker, der dachte!“. Nicht mal Garnisonsstadt war Forst, wo doch die jungen Männer in ihren schicken Uniformen bestimmt den Forster Mädels den Kopf verdreht hätten und gute Tänzer gewesen wären.

Der typische Wochentag begann in Forst um 6 Uhr mit dem Gesang der vielen Fabriksirenen, die die Arbeiter an ihre Maschinen riefen. Das Stampfen der Kolben in den Fabriken mischte sich mit dem Zischen des Dampfes und dem lärmenden Geräusch der Webstühle. „Pneumatik-bereifte Fahrräder“ waren damals noch Mangelware, eine Stadtbahn gab es noch nicht, stattdessen prägten Pferdefuhrwerke das Stadtbild. In Dr. Hammers Erinnerungen waren die Fleischerwagen die schnellsten, aber auch die rücksichtslosesten Fuhrwerke. Als Kind wunderte er sich auch über „Tonnenwagen, die eine schaumartige Masse abpumpten“. Eine Kanalisation, wie wir sie heute kennen, gab es damals noch nicht. Oft wurden Abwässer auch einfach nur in den Mühlgraben eingeleitet, der dann später periodisch gereinigt wurde, wenn er mal wieder abgelassen war.

Auf der Straße zwischen Forst und Pförten gab es auf halber Strecke „einen Chaussee-Einnehmer“. Um ins jeweilige andere Städtchen zu gelangen, mussten die Kutscher einen Obolus entrichten. Dann öffnete sich die Schranke und der Weg wurde wieder freigegeben.

Ulrich Hammer bediente sich einer sehr bildhaften Sprache. So schilderte er sehr detailliert, wie „Vaterchen“ versuchte, der Katzenplage in seinem Garten Herr zu werden, um die Singvögel zu schützen. Dazu baute er sich mit einem Bekannten eine Katzenfalle und lockte mit Baldrian die Katzen an. Sobald eine Katze in die Falle ging, wurde „die Katze in einen Sack gesteckt und ordentlich verhauen. Danach wurde der Sack mehrmals in einen Wasserkübel getaucht.“ Der Erfolg der Aktion war überschaubar, oft saßen die ohnehin schon geschundenen Katzen am nächsten Tag wieder in der Falle. Erst als sich eines von „Mutterchens“ Miezen in die Falle verirrte, sprach die Großmutter ein Machtwort und nahm sich ihren Gatten mal so richtig ordentlich zur Brust.

Überhaupt schien „Mutterchen“ im Hause Hammer das Sagen zu haben. Statt sich während des Hochwassers 1897 vom Forster Unikum, dem Lohndiener Schwärzel, retten und nach Hause tragen zu lassen, stapfte die gute Frau lieber „mit entblößten unteren Extremitäten“ heim. Für die damalige Zeit fast schon ein kleiner Skandal in Forst“.
Und so reihte sich eine amüsante Episode an die nächste. Die Zuhörer lauschten gespannt und erfuhren u.a. auch so nebenbei, was im Forst der damaligen Zeit auf der Speisekarte stand und mit welchen Zutaten „Vaterchen“ seinen Heringssalat immer zubereite.

Den großen Schnitt für die Hammers gab es nach 1945. Nach Ende des 2. Weltkrieges und mit Gründung der DDR verschwand der Name der bis dahin bekannten Unternehmer-Familie fast komplett aus dem Forster Stadtbild. Die zu Ehren von Max Fritz Hammer benannte Straße im Stadtzentrum bekam einen neuen Namen, ebenso der Hammer-Platz in der Wehrinselstraße. Bis auf eine Enkelin haben alle Hammers die Stadt Forst verlassen und sich in der Ferne ein neues Leben aufgebaut.

Manfred Geisler (links) und Wolfgang Dannat

Inzwischen wird in Forst das Schaffen der Familie Hammer wieder gewürdigt, Straße und Sportplatz bekamen den alten Namen zurück. Und Veranstaltungen wie der monatliche Geschichtsstammtisch des Museumsvereins sorgen dafür, dass die Erinnerung an besondere Personen oder Ereignisse der Stadtgeschichte wach gehalten werden.

Der nächste Geschichtsstammtisch führt am 18. Mai aus Forst heraus. Unter dem Motto „Einmal im Jahr nach Pusack“, übrigens ein Ausspruch des ehemaligen Forster Denkmalpflegers Max Balde, führt Kristian Schmidt vom Museumsverein die Besucher auf einer gut zweistündigen Wanderung zur Grenzerquelle, in die Wolfsschlucht sowie in den „Märchenwald“, einem Teilstück der „Schwarzen Grube“.
Treffpunkt ist auf dem Parkplatz an der Pusacker Neißebrücke.