„Ich bin einer von uns“ – Filmlegende Gojko Mitic zu Gast in Forst

Wer am Sonntagmorgen aufmerksam durch die Stadt ging, dürfte sich gewundert, wer da ebenfalls im Forster Stadtgebiet unterwegs ist. Das ist doch? Richtig, Gojko Mitic, einer der größten Filmstars der DDR und Publikumsliebling in Ost und West, machte gemeinsam mit Hans-Rainer Engwicht eine kleine Stadtrundfahrt durch Forst mit einem Abstecher in den Rosengarten.

Gojko MIticGojko Mitic war am Samstag und am Sonntag zu Gast beim „Talk im Pavillon“, der neuen Veranstaltungsreihe im „Pavillon Genuss und Kunst“ gegenüber der Post. Im Gespräch mit Talk-Gastgeber Lutz Hoff (moderierte im DDR-Fernsehen „Schätzen Sie mal“) bekannte Gojko Mitic, dass ihn Forst an seine serbische Heimatstadt Leskovac erinnert: „Leskovac hat auch eine lange Tuchmacher-Tradition, ähnlich wie Forst als deutsches Manchester.“

Vor vielen Jahren war Mitic schon einmal in Forst, kann sich aber nicht mehr genau daran erinnern, wann das war.

Lutz Hoff entlockte dem Schauspieler viele Anekdoten. Als Sportstudent wurde Gojko Mitic für den Film entdeckt. Drei Karl-May-Filme waren der Beginn einer langen und erfolgreichen Karriere. In „Unter Geiern“ hatte Mitic seine erste größere Rolle an der Seite von Götz George, Elke Sommer und Steward Granger. Schnell wurde auch die DEFA auf den sportlichen Mann aufmerksam und lockte ihn in die DDR. Hier hatte er vor 50 Jahren mit „Die Söhne der großen Bärin“ einen überraschenden wie durchschlagenden Erfolg. Selbst Walter Ulbricht wunderte sich über den enormen Zuspruch des Publikums für den Film, waren doch Indianerfilme so gar nicht im Interesse der Parteioberen. Aber im Gegensatz zu den westdeutschen Filmen standen bei der DEFA die Indianer und ihr Kampf für ihre Heimat und für Gerechtigkeit im Mittelpunkt.

Anhand von Filmausschnitten erklärte Gojko Mitic den Zuschauern einige Episoden von den Dreharbeiten, so unter anderem, wie es ihm gelang, wilde Pferde für den Filmdreh zu zähmen. Die Indianerfilme sorgten für einen Popularitätsschub, steckten Gojko Mitic aber auch in eine Schublade: „Einmal Indianer, immer Indianer“, kokettiert er mit seiner Rolle als „Chefindianer“ und „Winnetou des Ostens“, obwohl er beide Bezeichnungen nicht so mag. Den Sprung aus der Schublade schaffte er mit Rollen als Mafiosi, Marschall Sokolowski oder als Heiratsschwindler, wovon sich die Zuschauer ebenfalls per Einspieler überzeugen konnten.

Durch die Indianerfilme wurde Gojko Mitic mit der Kultur der amerikanischen Ureinwohner bekannt gemacht. Sein Interesse war geweckt, mehrmals bereiste er die USA und besuchte dort Indianerstämme. „Die Haltung der Indianer zur Natur, zu den endlichen Ressourcen, aber auch ihr Wunsch nach mehr Menschlichkeit begeistern mich“, gesteht Mitic. Er liest aus Briefen indianischer Stammeshäuptlinge an die Regierung in Washington. Diese Briefe seien heute noch genauso gültig wie damals.

Gojko Mitic nimmt Stellung. Die NATO-Osterweiterung und die Truppenverstärkung im Baltikum machen ihn heute genauso wütend wie damals, als das „Verteidigungsbündnis“ NATO ohne völkerrechtliches Mandat seine Heimat in Schutt und Asche bombte. Auch die Flüchtlingspolitik der aktuellen Regierung kann er überhaupt nicht nachvollziehen.

Zwar zählte Gojko Mitic in der DDR und auch heute noch zu den beliebtesten Künstlern, „aber als Star sehe ich mich nicht. Ich bin einer von uns!“. Man nimmt es ihm sofort ab. Er ist einer, der auf die Leute zugeht, mit ihnen diskutiert und lacht. Und Gojko weiß, bei wem er sich zu bedanken hat: „Ich habe in der DDR etwas bekommen, was man nicht mit Geld bezahlen kann und was mich hier gehalten hat – das waren die Menschen hier!“.

Mittlerweile hat er den Sprung vom Film auch auf die Theaterbühnen geschafft. Nach 1024 Vorstellungen als „Winnetou“ bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg sah man ihn auch am Schweriner Theater als Alexis Sorbas. Im nächsten Jahr spielt er an den Landesbühnen Sachsen und geht mit dem Stück „In Gottes eigenem Land“ auf Tournee. Die Geschichte handelt von Heinrich Melchior Mühlenberg, der das Luthertum in Amerika durchsetzte. Gojko spielt darin – na klar, einen Indianer.

Emotional wurde es im Pavillon, als Lutz Hoff Gojko Mitic auf dessen Gesangskarriere ansprach. „Löscht das Feuer“ war damals ein großer Hit und wurde natürlich auch in Forst gesungen. Aber Mitic kann noch mehr. Neben seiner Interpretation von Ute Freudenbergs „Jugendliebe“ präsentierte er ein neues Lied. „Die Erde lebt“ beschreibt die Schönheit und Zerbrechlichkeit unseres Heimatplaneten und ist ein Appell an alle Menschen, diese Erde auch den nachfolgenden Generationen zu erhalten. Für Gänsehaut sorgte Gojko Mitic, als er sich auf der Gitarre selbst begleitete und „Sag mir wo die Blumen sind“ anstimmte.Gojko MItic

Gojko Mitic hätte bestimmt noch viel zu sagen – aber jeder „Talk im Pavillon“ geht irgendwann zu Ende, nicht ohne noch reichlich Autogramme zu schreiben und für Fotos zur Verfügung zu stehen.Gojko MItic

Bereits am 16. Januar folgt die nächste Ausgabe, dann mit Regina Thoss als Prominente im Gespräch mit Lutz Hoff.

Pavillon-Inhaberin Diana Podlesch freut sich, dass das Konzept dieser Gesprächsreihe von den Forstern so gut angenommen wird. Schon jetzt laufen die Planungen für 2017, erste Namen stehen bereits fest und werden dann hoffentlich eine ebenso so schöne Zeit in Forst verbringen wie Gojko Mitic, der sich bei der Gastgeberin der beiden Nachmittage und ihrer Familie für dieses wunderbare Wochenende hier in Forst bedankte.Gojko MItic

„Illusion“ – Der neue Roland-Reber-Film

In Anwesenheit der beiden Hauptdarstellerinnen Carolina Hoffmann und Marina Anna Eich feierte am 13. März 2014 „Illusion“, der neue Film von Regisseur Roland Reber, seine Sachsen-Premiere in der altehrwürdigen Filmgalerie Großenhain.

Einen Bericht von der Premiere und ein Interview mit Hauptdarstellerin Carolina Hoffmann gibt es auf meinem Filmblog.

„Die Sensation ist, dass sich die Leute auf mich einlassen“

„Kesslers Expedition“ macht Station in ForstKesslers Expedition in Forst, 07.11.2013

Nicht schlecht gestaunt haben dürften einige Forster, als am Mittwochabend sowie am frühen Donnerstagvormittag ein ungewöhliches Gespann durch die Stadt fuhr. Der Schauspieler Michael Kessler war für den RBB wieder auf Expedition und machte diesmal auch in Forst Station. Die mittlerweile 9. Staffel von „Kesslers Expedition“ führt ihn im Sulky von Neuzelle über die Stationen Guben, Grießen, Jerischke, Muskau, Görlitz immer an der Neiße entlang bis nach Zittau. Begleitet wird Kessler von „Kassandra“.

Die Ponydame ist 13 Jahre alt und hat, wie Michael Kessler ausdrücklich betont, Spaß am Kutschenziehen. Sie könne ohne Probleme das Dreifache ihres eigenen Gewichtes wegziehen. Auch das bisher schlechte Wetter sei für das Duo kein Hindernis. Mit wasserdichter Kleidung schützt sich Michael Kessler vor der Nässe. Eine Betreuerin für Kassandra ist ständig bei den Dreharbeiten vor Ort. Ausruhen kann sich Kassandra in einem Pferdewagen, der ebenfalls von Ort zu Ort mitfährt. Dass die Dreharbeiten im trüben November stattfinden, liegt nur daran, daß kein anderer Termin frei war. „Auch der November hat seinen Reiz“, nimmt Kessler die Situation locker und freut sich dennoch auf die neue Herausforderung. „Der Oder-Neiße-Radweg ist sehr beliebt, deshalb haben wir ihn diesmal für unsere Tour ausgesucht. Ich persönlich kenne diese Gegend noch gar nicht und freue mich darauf, diese zu erkunden.“

Die Auswahl, wohin die Expeditionen führen, erfolgt nach Landschaften und Ortschaften, die etwas zu erzählen hätten. Lediglich der Streckenverlauf ist vorbereitet, dazu werden die Unterkünfte entlang der Strecke gebucht. Alles Weitere ist improvisiert. Nur für die Aufnahmen im Tagebau mußte diesmal vorab eine Drehgenehmigung eingeholt werden. Während der meist zweiwöchigen Dreharbeiten kommt Michael Kessler mit Einwohnern oder Touristen der jeweiligen Region ins Gespräch.

„Die Gespräche sind weder arrangiert noch abgesprochen, sondern entstehen spontan. 90% der angesprochenen Menschen unterhalten sich mit mir. Viele Leute kennen die Sendung. Manche grüßen mich sogar unterwegs aus dem Fenster heraus, so als wäre ich ihr Nachbar. Die Kamera wird dabei meist völlig ignoriert. Die eigentliche Sensation ist aber, dass sich die Menschen auf mich einlassen!“ freut und wundert sich gleichzeitig Michael Kessler über die Reaktion der Leute. Vorbereiten auf seine Reisen will er sich nicht, damit er sich völlig unbelastet auf die Menschen einlassen kann. Für die jetzige Staffel hat Michael Kessler allerdings sein deutsch-polnisches Geschichtswissen aufgefrischt und sich auch in die Tagebau-Problematik eingelesen. „Wir sind ja keine Sendung, in der historische Daten abgefragt werden. Uns interessieren die Menschen und deren Themen. Das sind völlig normale Gespräche, für die man allerdings auch neugierig sein muß.“, verrät Kessler sein Erfolgsrezept.

Der Übernachtungsort Forst wurde am Mittwochnachmittag erreicht. Vom Neißedamm kommend ging es an der Stadtkirche vorbei über die Cottbuser Straße bis zum „Hotel Haufe“. Michael Kessler schmunzelt, wenn er daran denkt. An der Stadtkirche entdeckte er zwei ältere Herren und fragte sie, was sie dort machen. „Wir debattieren!“ kam prompt als Antwort zurück. Es ging um den Abriß der Plattenbauten. Im Gespräch mit den beiden Männern erfuhr Michael Kessler, daß einer der Beiden jahrzehntelang Kinovorführer in Forst war. „Der Mann hatte soviel zu erzählen von seinem spannenden Beruf, ich finde das aufregend“, schwärmt der Fernsehstar von dieser Begegnung.

Die Frage, ob er nach Drehschluß noch spontan die Orte besichtigt, in denen er übernachtet, verneint Michael Kessler. Die Dreharbeiten seien so anstrengend, daß das gesamte Team froh ist, wenn man zeitig schlafen gehen kann.

Am frühen Donnerstag ging es für das gesamte Team weiter Richtung Jerischke. Unterwegs sollte noch der Rosengarten besucht werden. Auch ein Überraschungsbesuch war geplant, der erst am Vortag spontan ins Reiseprogramm aufgenommen wurde. Auslöser war ein Buch, welches in einer Gaststätte auslag. Michael Kessler blätterte darin, wurde neugierig und wollte unbedingt mehr darüber wissen. Ob es mit dem Besuch geklappt hat, wird an dieser Stelle noch nicht verraten. Zu sehen ist es ab 3. Januar 2014, wenn vier neue Folgen von „Kesslers Expeditionen“ im RBB ausgestrahlt werden. Da pro Folge etwa drei Drehtage gezeigt werden, dürften Kesslers Erlebnisse in Forst in Folge 2 zu sehen sein.

„Alleinflug“ – Film über Elly Beinhorn entsteht auf dem Finsterwalder Flugplatz

Auf dem Lausitzflugplatz Finsterwalde/Schacksdorf finden gegenwärtig Dreharbeiten für einen ZDF-Film unter dem Arbeitstitel „Alleinflug – Elly Beinhorn“ statt. Darin geht es um die berühmte Pilotin Elly Beinhorn (1907-2007), die in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts für Furore sorgte. So überflog sie innerhalb von 24 Stunden 3 Kontinente, umrundete als erste Frau die Welt im Flugzeug und stellte mehrere Langstreckenrekorde auf.

Durch ihre Heirat mit dem damals ebenso berühmten Rennfahrer Bernd Rosemeyer (1909-1938) erlangte das Paar einen Berühmtheitsstatus wie heutzutage die Brangelinas dieser Welt. Rosemeyer verunglückte zwei Jahre nach der Hochzeit tödlich bei einem Rennunfall, als eine Windböe das Rennauto bei einer Geschwindigkeit von über 400 km/h erfasste. Der Wagen überschlug sich mehrfach, Rosemeyer wurde dabei aus dem Auto geschleudert und war auf der Stelle tot. Die Fliegerei und der „Alleinflug“ waren für Elly Beinhorn Trost und blieb zeitlebens ihre Leidenschaft.

ZDF-Pressetermin am Set zu "Alleinflug", 07.10.2013

v.l.n.r. Max Riemelt, Vicky Krieps, Harald Krassnitzer, Christian Berkel

Unter der Regie von Christine Hartmann agieren u.a. die Luxemburgerin Vicky Krieps (Elly Beinhorn), Max Riemelt (Bernd Rosemeyer), Harald Krassnitzer, Christian Berkel und Ulrike Krumbiegel.

„Der Flugplatz Finsterwalde wird der Zeit gerecht, in der der Film spielt. Und es gibt hier eine Gras-Landebahn. Ellys erstes Flugzeug ist aus Holz gebaut und kann nur auf Gras starten und landen!“ begründet Regisseurin Christine Hartmann die Standortauswahl. Gedreht wird mit Originalflugzeugen aus der damaligen Zeit, die immer noch flugfähig sind.

ZDF-Pressetermin am Set zu "Alleinflug", 07.10.2013

Max Riemelt, Bernd Rosemeyer jun., Vicky Krieps

Bernd Rosemeyer junior, Sohn von Elly Beinhorn und Bernd Rosemeyer, freut sich, daß die Geschichte seiner Mutter verfilmt wird. „Es ist ein eigenartiges Gefühl, Teile meines Lebens wieder zu sehen. Die Persönlichkeiten meiner Eltern kommen gut rüber.“

Rosemeyer junior berichtet, daß er selbst 75 Jahre nach dem Tod seines Vaters immer noch auf den Namen angesprochen wird und ob er mit dem berühmten Rennfahrer verwandt sei. „Die Reaktionen sind durchweg positiv!“, versichert der Sohn, der eine Karriere als Chirurg einschlug und die Leidenschaften seiner Eltern weniger teilt. „Entweder ich wäre genauso begabt gewesen wie mein Vater, was unwahrscheinlich gewesen wäre, oder ich hätte mir den Hals gebrochen. Hinterherfahren hätte ich nicht können!“ verrät Bernd Rosemeyer junior.

Nach den Dreharbeiten auf dem Finsterwalder Flugplatz geht es im November für die Filmcrew nach Südafrika, wo weitere Szenen gedreht werden sollen.

ZDF-Pressetermin am Set zu "Alleinflug", 07.10.2013

Vicky Krieps als Elly Beinhorn

Vermutlich im Frühjahr 2014 wird der Film auf dem Sendeplatz des „ZDF-Herzkino“ am Sonntagabend um 20:15 Uhr ausgestrahlt.

„Begegnungen“ am Pfingstwochenende

Cover BegegnungenAm Pfingstwochenende 2013 fanden in der Cottbuser „Straße der Jugend“ Dreharbeiten für den neuen Film der Filmgruppe8 statt. Für den Kurzfilm „Begegnungen“ agierten Ensemblemitglieder der „BÜHNE acht“ vor der Kamera und sorgten bei Passanten für neugierige Blicke.

Gedreht wurde im „Cigar Malt 46“. Das Ambiente dieses urigen Whisky-Ladens bildete das perfekte Umfeld für die Komödie. Im Film begegnen sich hier skurrile Typen, die mit ihrer Sicht auf die Welt für Verwirrungen und Missverständnisse sorgen: die Frage nach der Uhrzeit versetzt eine junge Frau in Angst und Schrecken; ein freundliches „Guten Tag“ wird zur Belastungsprobe einer Freundschaft; eine Geschäftsfrau fühlt sich durch Blicke provoziert. Nur Ladeninhaber Martin scheint die Nerven zu behalten, scheitert aber selbst an der Frage, ob Elefanten, die man im Fernsehen sieht, echt sind oder nicht…

Martin Mendiburu (links) und Torsten Dubrow

Martin Mendiburu (links) und Torsten Dubrow

Fünf kurze Episoden reihen Drehbuchautor Torsten Dubrow und Regisseur Mathias Schulze aneinander. „Es gibt nur sehr wenige Episodenfilme, die meist auf Spielfilmlänge gebracht werden. Ein Episoden-Kurzfilm ist schon die Ausnahme und eine echte Herausforderung!“ versichert Mathias Schulze.

Dreharbeiten zu “Begegnungen”

Torsten Dubrow schrieb das Drehbuch ursprünglich als Theaterfassung und bediente sich dabei bei Fitzgerald Kusz, einem bayerischen Schriftsteller. Weil aber an der „BÜHNE acht“ niemand für das Stück Regie führen wollte, nahm sich Mathias Schulze des Drehbuches an und schrieb es für die Filmfassung um. Er konnte Dubrow als Co-Regisseur gewinnen und beide wagten das Experiment.

Noch während der Dreharbeiten entstanden weitere neue Ideen, die spontan in die Szenerie eingebaut wurden.

Kameramann Lukas Schuck und Regisseur Mathias Schulze

Kameramann Lukas Schuck und Regisseur Mathias Schulze

Auch der eigentliche Inhaber des Ladens, Thomas Grabitz, hatte seinen Spaß. „Ich finde es spannend, dabei zu sein und helfe gerne mit meinem Geschäft als Filmkulisse aus.“ Rührend kümmerte er sich um die Filmcrew und half, wo er konnte. Und nicht nur das: als für eine Szene kurzfristig ein Statist benötigt wurde, sprang Thomas Grabitz sofort ein und übernahm den Part.

Der Zuschauer wird einige Cottbuser Motive wiedererkennen, trotzdem ist es kein reiner Cottbus-Film. „Der Film könnte überall spielen!“, so Mathias Schulze. Aber „Begegnungen“ wird sicherlich auf andere Art für reichlich Diskussionsstoff sorgen: im Film wird nämlich viel geraucht. „Privat bin ich zwar Nichtraucher, aber als Filmemacher stört es mich, dass heutzutage kaum noch in den Filmen geraucht wird, was völlig unrealistisch ist!“, verteidigt Schulze sein Plädoyer für das Rauchen im Film.

Regisseur Mathias Schulze bespricht die nächste Szene

Regisseur Mathias Schulze bespricht die nächste Szene

Für die meisten Schauspieler ist „Begegnungen“ die erste Filmarbeit gewesen. Übereinstimmend fanden alle, dass sich Theaterrollen von Filmrollen stark unterscheiden. Für Martin Mendiburu, der den Ladeninhaber spielt, war jedoch als Nichtraucher das Rauchen die größte Herausforderung. Glücklicherweise hatte das Filmteam ein Einsehen mit ihm. Hochkonzentriert und gut vorbereitet waren die Darsteller und konnten die Dreharbeiten im geplanten Zeitrahmen absolvieren, was bei Filmdrehs nicht immer selbstverständlich ist. Selbst die beliebten, aber auch gefürchteten Outtakes (Versprecher und Patzer) blieben aus und ersparten es Martin Mendiburu, sich länger als unbedingt  notwendig mit den Zigaretten herum zu quälen.

Das Filmteam von “Begegnungen”

Das Filmteam von “Begegnungen”

Premiere hatte „Begegnungen“ am 29. Juni 2013 in der „BÜHNE acht“. Im Rahmen der „Langen Nacht der kurzen Stücke“ stimmte der Film auf die nachfolgenden Programmpunkte ein. Auch die Theaterfassung war zu sehen. Torsten Dubrow brachte mit dem gleichen Darstellerensemble wie im Film, nur mit veränderten Rollen, seine „Begegnungen“ auf die Bühne.

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Prominenter Besuch in Pusack

Prominenten Besuch durften Andrea Roß und Klaus-Bernd Günther am 17. April 2013 auf ihrem Ziegenhof „Zur Wolfsschlucht“ in Pusack begrüßen: Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) hatte sich zu Dreharbeiten für die Frühlingsausgabe der Unterhaltungsshow „Musik für Sie“ angekündigt.

„Das Thema der Sendung dreht sich um Frühlingsgefühle, alles rund um die Liebe und passend zur Region natürlich auch um Graf Pückler mit seinen Liebesgeschichten!“ gibt Moderatorin und Sängerin Uta Bresan einen Ausblick auf die Sendung.

Passende Motive suchte und fand man nicht nur im eigenen Sendegebiet des MDR, sondern auch im südbrandenburgischen Teil der Lausitz. „Wir nehmen die Lausitz als ganze Region wahr und stoppen nicht an der Ländergrenze.“ erklärt die zuständige Redakteurin Katerina Hagen. So wurde eben nicht nur im Muskauer Park und im Rhododendronpark Kromlau gedreht, sondern auch in der Schokoladenfabrik in Hornow und in Pusack. Den Tip, nach Pusack zu fahren, bekam Drehbuchautor Camilo Rodriguez in einem Hotel in Bad Muskau.

Was sich bei einer Vor-Ort-Besichtigung schon andeutete, erweist sich als Glücksgriff und idealer Drehort. Frühlingshafte Temperaturen bei strahlendem Sonnenschein, dazu die Ruhe inmitten dieser kleinen Naturoase. Keine störenden Auto-oder Zuggeräusche, keine Touristenströme, die durchs Bild laufen, keine lärmenden Schulklassen. Nur das Zwitschern der Vögel sorgt für die passende Hintergrundmusik. „Das ist Bio-Lärm“, findet Katerina Hagen und sorgt mit diesem Vergleich für Erheiterung. Die Filmcrew genießt sichtbar die Dreharbeiten in der Natur. Selbst die Ziegen-Herde auf der Weide interessiert sich nur kurz für den Mann mit der Kamera, um sich dann wieder solch wichtigen Dingen wie der Futtersuche zu widmen.

AIMG_1963ndrea Roß hat inzwischen die eigentlichen „Stars“ aus dem Stall geholt: zwei kleine Lämmchen, gerade mal 3 Tage alt, erobern sofort die Herzen der Filmemacher. Jeder möchte mal eins der Tiere streicheln. Uta Bresan ist emotional so angetan von den kleinen Vierbeinern, daß sie spontan beschließt, die nächste Einstellung mit einem der beiden Lämmchen auf ihrem Arm zu drehen – Widerspruch des Regisseurs zwecklos!

Im anschließenden Gespräch erzählt ihr Klaus-Bernd Günther von den Anfängen und der Entwicklung des Ziegenhofes. Direkt am Oder-Neiße-Radweg gelegen, hat man sich hier eine neue Existenz aufgebaut. Kleinere Reisegruppen und Einzelbesucher machen hier Station und lassen sich von den angebotenen Käsesorten immer wieder aufs Neue überraschen. Auch Uta Bresan läßt es sich schmecken. Andrea Roß hat dazu auf einem Teller mehrere Sorten Käse vorbereitet, deren Herstellung und Zusammensetzung Klaus-Bernd Günther der Moderatorin erklärt.

Vor der Kamera wird nur kurz probiert, als jedoch später die Kameras aus sind, gibt es für die Crew kein Halten mehr. Jeder will mal kosten und lobt anschließend den exquisiten Geschmack des Ziegenkäses. Schnell ist der Teller geleert. Erste Bestellungen gehen bei Klaus-Bernd Günther ein. Jeder möchte nach Abschluß der Dreharbeiten ein Paket mit Käsespezialitäten vom Ziegenhof „Zur Wolfsschlucht“ aus Pusack mit nach Hause nehmen. Klaus-Bernd Günthers anfängliche Nervosität ist längst verflogen, auch weil ihm das gesamte Drehteam spüren läßt, für die angebotene Gastfreundschaft etwas zurückgeben zu wollen.

Nach gut zwei Stunden Drehzeit liegt man immer noch gut im Zeitplan. Regisseur und Autor beschließen spontan, eine weitere Sequenz, die eigentlich an einem anderen Ort gedreht werden sollte, gleich hier aufzunehmen. Uta Bresan beeilt sich, die Szene schnell abzudrehen. Sie möchte unbedingt noch ein Erinnerungsfoto mit einem der beiden Lämmchen machen, bevor der Troß wieder die Idylle verläßt und zurück ins Hotel fährt.

„Musik für Sie“ wird am 26. April 2013 um 20:15 Uhr im MDR ausgestrahlt. Musikalische Gäste werden u.a. Edward Simoni, Kathrin &Peter, Semino Rossi und Laura Wilde sein. Und zwei kleine Lämmchen aus Pusack haben ihren ersten großen Fernsehauftritt.

Vorpremiere “In aller Freundschaft” – Folge 500: Vier in einem Boot

Das ARD-Hauptstadtstudio lud wieder einmal die Fans von “In aller Freundschaft” nach Berlin ein. Im ARD-Infocenter wurde am 13. Dezember 2010 ein Serien-Special anlässlich der 500. Folge “Vier in einem Boot” präsentiert (Ausstrahlung der Folge am 14.12.2010 um 21:05 Uhr, ARD).

In aller FreundschaftSeitens des MDR waren Jana Brandt (Programmbereichsleiterin Fernsehfilm) und der verantwortliche Redakteur Rainer Männel sowie Hans-Werner Honert als Geschäftsführer der Saxonia Media GmbH und Producer Jochen Karl Franke anwesend.

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Thomas Rühmann, Dieter Bellmann, Moderator Sven Kochale, Alexa Maria Surholt, Bernhard Bettermann und Andrea Kathrin Loewig (v.l.n.r.)

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Dieter Bellmann alias Prof. Simoni

Die gut 200 Gäste freuten sich aber vor allem auf die Anwesenheit ihrer Serien-Lieblinge. Thomas Rühmann (Dr. Heilmann), Bernhard Bettermann (Dr. Stein), Dieter Bellmann (Prof. Simoni), Andrea-Kathrin Loewig (Dr. Globisch) und Alexa Maria Surholt (Verwaltungschefin Marquardt) fanden den Weg nach Berlin und standen den Zuschauern Rede und Antwort. So berichteten Rühmann und Bellmann von den gemeinsamen Drehtagen mit Johannes Heesters. Alexa Maria Surholt plauderte lustige Episoden von den Dreharbeiten der aktuellen, 500. Folge aus. Die Gäste erfuhren nebenbei viel Hintergrundwissen von “In aller Freundschaft, z.B daß im Studio-OP-Saal durchaus auch reale Operationen durchgeführt werden könnten.

Mit Spannung wurde dann die Aufführung der Jubiläumsfolge erwartet. An den Reaktionen im Saal konnte man ablesen, wie gelungen diese Folge war. Auch die Schauspieler amüsierten sich prächtig über die Verwicklungen…

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch ein Quiz, bei dem die Zuschauer wertvolle Preise gewinnen konnten. Selbstverständlich standen die anwesenden Künstler auch für Autogrammwünsche zur Verfügung.

Es ist eben gut, wenn man hin und wieder Freundschaften pflegt…

Ein Lied für Susan

1981

Während der „Sommerfilmtage“ in der DDR strömen Zehntausende in die Kinos der Republik. Doch diesmal lockt nicht der sonst übliche neueste DEFA-Indianerfilm mit Publikumsliebling Gojko Mitic die Besucher. Und auch der zwölfte Versuch der „Olsenbande“, einen „Franz Jäger, Berlin“- Tresor zu knacken, interessiert kaum jemanden.

Das Publikum ist neugierig auf die groß angekündigte Westernparodie „Sing, Cowboy, Sing“ mit dem in der DDR lebenden US-Amerikaner Dean Reed und Schlagerstar Vaclav Neckar aus der CSSR in den Hauptrollen. Beide haben, jeder für sich, mehr oder weniger große Erfolge zu verzeichnen und treten nun erstmals gemeinsam vor die Kamera. Auch der beliebte Blues-Musiker Stefan Distelmann gehört zu den Mitwirkenden, ebenso wie die rumänischen Superstars Violeta Andrei und Jurie Darie. Ein Jahr später durchbricht der Film die magische Grenze von 1 Millionen Zuschauern.

Dean Reed persönlich interpretiert den Titelsong des Filmes. „Susan“ entwickelt sich schnell zum Ohrwurm und wird im Radio und im Fernsehen rauf- und runtergedudelt. Im Film ist Susan ein kleines Mädchen, das von zu Hause ausbüxt und das Leben der beiden Filmhelden mächtig durcheinander bringt. Eine bis dahin unbekannte Berliner Schülerin namens Kerstin Beyer erobert als Susan nicht nur das Herz ihres „Papa Joe“ (Dean Reed), sondern auch die Herzen der Zuschauer.

Dean Reed beschert der Titel einen weiteren Popularitätsschub. Eine englische Fassung des Liedes erscheint auf LP bei Amiga. Susan und ihr „Papa Joe“ treten gemeinsam im Schlagerstudio und bei öffentlichen Veranstaltungen auf. Und bald kann jeder den Refrain mitsingen: „Susan, Susan“…

September 2008

In einem kleinen Club irgendwo in Berlin-Mitte treffen sich Freunde, Kollegen, ehemalige Nachbarn, vor allem aber viele Fans von Dean Reed, und feiern seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar allerdings fehlt. Dean Reed starb 1986 unter tragischen Umständen. Jeder der Anwesenden hat seine eigene Erinnerung an ihn und verehrt Dean Reed auf seine Weise. Man tauscht sich aus, zeigt Fotos und hört seine Lieder.

Und plötzlich ist sie da. Sie wurde eingeladen, aber niemand wußte, ob sie auch wirklich kommen würde. Aber sie kam. Wie sang „Papa Joe“ damals? „Heut kam ich zu euch und bleibe da, Susan…“

Aus der kleinen Susan von damals ist längst eine erwachsene Frau geworden. Ihre Fröhlichkeit und ihr Lachen haben sich nicht verändert. Wer sie so sieht, erkennt sofort jene Susan wieder. Da der Film „Sing, Cowboy, Sing“ mittlerweile auf DVD erschienen ist, muß man sich nicht mal 25 Jahre zurückerinnern.

Sofort ist „Susan“, bürgerlich Kerstin, umringt und beantwortet geduldig die Fragen der Anwesenden zu den Dreharbeiten, zu ihrem Verhältnis zu Dean Reed und wie es damals mit der Schule funktionierte. Kein „Ich-war-mal-berühmt“-Gehabe, keine Berührungsängste, aber auch kein mitleidsuchendes Bedauern, daß es mit der ganz großen Film-Karriere nicht geklappt hat.

Das mit dem Ruhm war ohnehin nur von kurzer Dauer, lediglich eine weitere Rolle in der beliebten Fernseh-Serie „Das unsichtbare Visier“ folgte noch. So blieb dem Duo Reed/Beyer auch erspart, als ostdeutsche Roy-Black-und-Anita-Version in den Medien verheizt zu werden.

Die Film-„Susan“ gerät ins Schwärmen, als sie von den Dreharbeiten berichtet. Sie zeigt stolz Fotoalben herum mit seltenen Aufnahmen, entstanden hinter den Kulissen und während der Drehpausen. Auch ein Original-Drehbuch erweckt die Aufmerksamkeit der Leute, die da gespannt lauschen. Dean Reed war nicht nur Schauspiel-Kollege, sondern ihr Ersatz-Papa während der Dreharbeiten. Und so verwundert es auch nicht, daß Susan ihren „Papa Joe“ als den Menschen bezeichnet, der sie nach ihren Eltern am meisten geprägt hat.

Ein Handy klingelt. Nein, es klingelt nicht, es furzt nicht, keine besoffenen Elche, keine dumme Sprüche. Stattdessen eine vertraute Stimme. „Tomorrow I shall come to you and stay, Susan…“ singt Dean aus dem Handy. Echte Fans haben eben besondere Einfälle, ihrem Idol zu huldigen. Und so bekommt der Abend ganz plötzlich etwas Mystisches. Die Original-Susan aus dem Film und der dazugehörende Song, beide wieder vereint. „Mein absolutes Lieblingslied!“ erklärt Susan, nachdem sich die erste Überraschung gelegt hat. Sofort macht sich bei ihr Begeisterung breit. „Das muß ich unbedingt auch haben!“ Schnell ist man sich einig und klärt die technischen Details des Datenaustausches…

Es gibt unzählige Lieder auf dieser Welt, es gibt wenige Lieder, die man einem Menschen zuordnet. Elton Johns „Candle in the Wind“ und Prinzessin Diana gehören zusammen, „Time to say goodbye“ wird immer mit Henry Maske in Verbindung gebracht werden. Und es gibt Lieder, die gehören einem Menschen ganz alleine! Egal, wieviele Menschen dieses Lied auch hören, nur für diese eine Person, die dieses eine Lied „besitzt“, hat ein Musikstück den gleichen unbezahlbaren Wert wie Gold und Diamanten oder teure Gemälde für Andere.

Susan darf sich glücklich schätzen, so ein Lied zu besitzen.

Nur um sicher zu gehen hat der Verfasser dieser Zeilen ein paar Tage nach dem Treffen noch einmal bei Susan nachgefragt. „Es bedeutet mir doch sehr viel, das habe ich am Samstag gemerkt. Das Lied wurde erst komponiert, als Dean mich schon kannte und daher würde ich schon sagen, es ist nur für mich entstanden.“ bestätigt Susan. Ob Komponist Karel Svoboda und Interpret Dean Reed damals wußten, welche Langzeitwirkung so ein Lied auf ein kleines elfjähriges Mädchen haben könnte?

Es wird Nacht in Berlin, die Feier neigt sich ihrem Ende entgegen. Susan verabschiedet sich, nicht ohne sich noch einmal für die Einladung zu bedanken. Als sie in die Nacht heraus tritt, wird aus Susan wieder Kerstin mit einem bürgerlichen Leben, mit eigener Familie. Susan bleibt als Erinnerung in der Vergangenheit zurück.
Drinnen im Club lauscht man den Hits von Dean Reed, macht Pläne fürs nächste Treffen.

Wer weiß, vielleicht gibt es ein Wiedersehen mit Susan. Wie heißt es doch im Lied?
„…Träum davon, was man erleben kann, Susan.
Morgen fangen wir schon damit an, Susan.
Uns soll nie ein Spaß entgehen, alles wollen wir sehn…“

ICESTORM veröffentlichte eine DVD-Box mit 4 Filmen, in denen Dean Reed mitspielt. Der Film “Sing, Cowboy, Sing” befindet sich auf der vierten DVD dieser Box.

Der Artikel erschien in der Onlinezeitung „American Rebel“ am 11. Oktober 2008