Exoten im Netz und Fressfeinde auf der Lauer

Trotz ungemütlichem, nasskaltem Wetter versammelten sich am Reformationstag viele Forster sowie Besucher aus den umliegenden Städten und Gemeinden, um das Abfischen des Schützenteiches in Klein Jamno zu verfolgen und anschließend fangfrische Ware gleich mit nach Hause zu nehmen.

Seit 1992 lockt der Fischereibetrieb Christoph Junghanns immer Ende Oktober seine Stammkunden sowie Interessierte an die Teiche zwischen Forst und Klein Jamno. An den Zufahrtswegen stehen die Fahrzeuge der Besucher dicht an dicht, an den drei Verkaufsständen bilden sich lange Warteschlangen. Schon weit vor dem offiziellen Beginn des Abfischens waren die ersten Gäste da, statt um 10.00 Uhr wurden die ersten Netze bereits kurz nach 9:00 Uhr gezogen.
Dabei wäre in diesem Jahr die Veranstaltung beinahe ausgefallen: ein Biber hatte innerhalb einer Nacht den Zugang zum Teich verbaut, so dass kein Frischwasser mehr in den Schützenteich fließen konnte. Christoph Junghanns entdeckte noch rechtzeitig das gefährliche Wasserbauwerk und beseitigte es.
Auch die Herbststürme der vergangenen Wochen taten ihr Übriges. Durch Windbruch waren viele Zufahrtswege unpassierbar geworden, nur mit schwerer Technik war es möglich, die Wege wieder frei zu machen. 3 Tage lang waren die Männer nur mit Holzsägen beschäftigt.

3-4 Tage dauerte die Vorbereitung, um den erwarteten Besucheransturm zu bewältigen. Neben dem Aufbau der Imbiss- und Verkaufsstände musste u.a auch die Sauerstoffzufuhr für die riesigen Wannen, in denen sich die Fische bis zur Weiterverarbeitung tummeln, installiert werden.

Unterstützung erhält der Fischer von seiner Familie: „Wir sind froh und dankbar, dass uns neben den drei festangestellten Mitarbeitern auch unsere Geschwister und unsere Kinder sowie deren Partner unterstützen!“, verrät des Fischers Frau Vera Junghanns, die sich um den Verkauf der Fische kümmert. Neben dem Hauptprodukt, dem Karpfen, gingen auch Hecht, Schleiche und Zander über den Ladentisch. „Jetzt ist Karpfenzeit. Klar, dass die Leute Appetit auf diesen Fisch haben, zumal er auch noch gesund ist, weil er wichtige Mineralstoffe wie Phosphor, Eisen und Vitamine A und B liefert“.

24 Teiche mit 250 Hektar Wasserfläche bewirtschaftet Christoph Junghanns. Neben den Teichen in Klein Jamno werden auch in Eulo, Mulknitz und Groß Jamno sowie in Maiberg bei Dissen Teiche zur Aufzucht genutzt. Verkauft werden die Fische im eigenen Ladengeschäft sowie auf Märkten in Berlin und Potsdam. Selbst nach Thüringen werden Karpfen aus den Junghanns’schen Gewässern geliefert.

Mit der Besucher-Resonanz zeigen sich Vera und Christoph Junghanns sehr zufrieden, mit dem abgefischten Ergebnis nicht ganz. „Erwarten konnten wir rund 2900 kg Fisch, in den Netzen waren allerdings nur etwa 950 kg.“, resümiert Christoph Junghanns. Die Verluste gehen zum großen Teil auf das Konto der Kormorane. Von 20.000 eingesetzten Fischen wurden nur etwa 4000 wieder gefangen. Der Kormoran entwickelt sich schon seit Jahren für die Fischereibetriebe der Region zu einer existenzbedrohenden Plage. Selbst Knall-Apparate, wie man sie während des Abfischens ab und zu hörte und die die Kormorane eigentlich verschrecken sollen, wirken nicht auf Dauer, da der Kormoran lernfähig ist und sich schnell an das für ihn eher ungefährliche Geräusch gewöhnt. Bis zu 500 Gramm Fisch frisst ein Kormoran täglich – und da die Vögel meist in Kolonien auftreten, erklären sich selbst für den Laien die enormen Verluste.

Überhaupt war es kein gutes Fischjahr. Das Frühjahr war zu trocken, das ist allerdings nicht der alleinige Grund. Ob generell meteorologische Kapriolen dafür verantwortlich sind, dass die Fische nicht so gewachsen sind wie gewünscht, sind sich die Fischer nicht sicher.

Mitunter finden sich bei so einem Fischzug in den Netzen auch Überraschungen. „Manchmal verirrt sich auch ein ‚Exot“ in die Netze. Heute hatten wir eine Barbe gefangen, die eigentlich ein Flussfisch und hier weniger heimisch ist. Keine Ahnung, wie die in den Teich gekommen ist“, rätselt Peter Genzmann, der mit seinen Kollegen immer wieder die Fische aus den Netzen in die bereitstehenden Wannen schüttet.

Auch solche Anekdoten gehören zum Abfischen dazu genau wie die Kinder, die sich aus den Netzen gefallene kleine Setzlinge schnappen und in mitgebrachten Eimern als Köderfische für den nächsten Angelausflug mit nach Hause nehmen. Oder die ihre Väter fragen, wo denn das Wasser aus dem Teich eigentlich hin ist. Vera Junghanns kennt die Antwort: „Wir haben vor 5 Tagen damit begonnen, den Teich langsam abzulassen. Das Wasser wurde über einen unterirdischen Kanal und daran anschließend einen Graben in die Malxe geleitet. Erst im Frühjahr wird der Teich wieder gefüllt. Bis dahin desinfiziert er sich quasi selbst!“

Die Fische, die noch nicht verkauft wurden, kommen in Hälterteiche und warten dort auf ihre eigentliche Bestimmung: ab 15. Dezember werden aus gewöhnlichen Karpfen die begehrten Weihnachts- und Silvesterkarpfen. Schon mal Appetit holen konnte man sich am Klein Jamnoer Schützenteich….

„In aller Freundschaft“ mit einem Fernsehliebling

Zur neunten Ausgabe des „Talks im Pavillon“ durften die Zuschauer einen echten Fernsehliebling begrüßen: Uta Schorn, bekannt aus Serien wie „Bereitschaft Dr. Federau“ oder „In aller Freundschaft“, plauderte gutgelaunt mit Moderator Lutz Hoff („Schätzen Sie mal“) und gab Einblicke in ihr vielseitiges künstlerisches Schaffen.

Dabei hatte Pavillon-Inhaberin Diana Podlesch zunächst angesichts der Wetterlage Sorge, dass die Veranstaltung ausfallen könnte: „Nach der Sturmnacht war ich darauf vorbereitet, dass Frau Schorn anruft und absagt. Das hätte mir einen Telefon-Sonntag eingebracht, bei dem ich allen Gästen die schlechte Nachricht hätte mitteilen müssen.. Es kam dann tatsächlich auch ein Anruf: ‚Ich bin schon da!‘, meldete sich Frau Schorn.“, erzählte eine erleichterte Diana Podlesch zur Begrüßung.

Derzeit spielt Uta Schorn an der Comödie Dresden neben Renate Blume, Ursula Karusseit, Angelika Mann, Walfriede Schmidt und Viktoria Brams in „Kalendergirls“ nach dem gleichnamigen Film. Einem gesamtdeutschen Publikum wurde sie bekannt durch ihre Rolle der Chefsekretärin Barbara Grigoleit in der ARD-Serie „In aller Freundschaft“. „Meine Agentin hat den MDR so lange genervt, bis man mir eine Rolle schrieb“, schilderte Uta Schorn schmunzelnd, wie sie an die Rolle kam.

Nach 15 Jahren wurde ihre Figur aus der Serie geschrieben. Die Kollegen der „Sachsenklinik“ erstellten für Uta Schorn als Abschiedsgeschenk einen Film mit den schönsten Szenen.

Amüsiert und in Erinnerung schwelgend verfolgten die Zuschauer im „Pavillon“ noch einmal witzige und traurige Momente von und mit Barbara Grigoleit. Besonders die Szene der laut schnarchenden Barbara sorgte für Erheiterung. „Die Szene musste ich mehrmals drehen und dabei immer laut schnarchen. Am nächsten Tag hatte ich Halsschmerzen, so anstrengend war der Dreh“, verriet Uta Schorn.

Auch nach dem Ausstieg bei „In aller Freundschaft“ war die Berlinerin gut im Geschäft. „Ich habe es nicht geschafft, mal kürzer zu treten.“, erzählt Uta Schorn rückblickend.

Gekonnt leitete Lutz Hoff zu den Anfängen ihrer Karriere über. 1947 wurde die Tochter des Schauspielers Joe Schorn in Augsburg geboren. Über die Station Bremen zogen ihre Eltern mit der kleinen Uta nach Berlin. Nach dem Studium an der Staatlichen Schauspielschule Berlin folgte ein Engagement am Maxim-Gorki-Theater, wo sie auch ihren ersten Mann Tim Hoffmann kennen- und lieben lernte. Beider Tochter Danne ist ebenfalls Schauspielerin geworden. „Uta Schorn hat sogar einen Oskar!“, ruft Lutz Hoff in die Runde. „Das stimmt, mein Enkel heißt Oskar!“, pariert Uta Schorn.

Nach ersten kleineren Fernsehrollen kam 1973 der endgültige Durchbruch. An der Seite von Gerd E. Schäfer durfte Uta Schorn am Sonntagnachmittag den „Wunschbriefkasten“ leeren. Vorher kaum als Künstlerin wahrgenommen, war sie nach der dritten Ausgabe plötzlich ein Star in der DDR, was nicht nur bei der Fleischerei Scheitza in Berlin-Friedrichshain Vorteile brachte. „Der Fleischerei-Chef meinte am nächsten Tag, ich bräuchte mich nicht mehr anstellen, solle nur klingeln, wenn ich was benötige“, schmunzelt Uta Schorn beim Erzählen dieser und anderer Erinnerungen an den „Wunschbriefkasten“.

1988 folgte im DDR-Fernsehen die Serie „Bereitschaft Dr. Federau“ – ein Straßenfeger, wie man heute sagen würde. Die Serie um eine Bereitschaftsärztin war so beliebt, dass die Zuschauer die Verantwortlichen bei der Wahl zum „Fernsehliebling des Jahres“ mit Briefen überhäuften. Lutz Hoff, damals selbst in Diensten des DDR-Fernsehens, stellte fest: „Du warst ein richtiger Fernsehliebling, im Gegensatz zu den Nachrichtensprechern, bei denen vorher schon feststand, dass die gewinnen.“

Nach der Wende in der DDR ging Uta Schorn mit Talentevater, Entertainer und Show-Gigant Heinz Quermann mit der Reihe „Zwischen Frühstück und Gänsebraten“ auf Tournee. Amüsante Episoden kamen dabei zu Gehör. So erfuhren die Gäste, warum Quermann einmal in Eisenhüttenstadt in Hauslatschen und Schlabberhosen moderierte und warum sich Uta Schorn in einem Hotel Sorgen um Quermann machte, weil der auf ihr Klopfen an der Hotelzimmertür nicht reagierte.

Überliefert ist auch die Episode, dass Quermann einmal sagte, Uta Schorn sei die einzige Künstlerin, die er nicht entdeckte.

Und so reihten sich an diesem Nachmittag Anekdote an Anekdote. Viel Wissenswertes, was über die sympathische Künstlerin so noch nicht bekannt war, entlockte Lutz Hoff seinem Gesprächsgast Uta Schorn, die immer auch den Kontakt zum Publikum suchte und sich dabei sogar um die Gesundheit eines Gastes sorgte, der so eingeklemmt in der Tischreihe saß, dass er immer nur den Kopf wenden konnte, um das Geschehen auf dem Podium verfolgen zu können.

Im Anschluss unterschrieb Uta Schorn fleißig Autogramme und plauderte nebenbei mit ihren Fans.

Juchu – meine erste Trophäe

Da hat sich doch die jahrelange Arbeit für etwas mehr Kunst & Kultur in Forst gelohnt – bei der Preisverleihungsshow zum GOLDENEN KUCKUCK 2017 gab es völlig überraschend auch einen „EhrenKuckuck für besonderes Kuckucks-Kultur-Engagement“ für mich.

„Für seine Kreativität und Ideen, die uns als Veranstalter bei der Programmgestaltung geholfen haben sowie für die Vermittlung neuer, unverbrauchter Künstler.“ hieß es u.a. in der Begründung.

Danke an den Freundeskreis „Kuckuck“ für die Ehrung – ich fühle mich ganz ausgezeichnet…

 

Ein neues Nest für den GOLDENEN KUCKUCK

Im seit Wochen restlos ausverkauften Gasthaus „Zum Kuckuck“wurde am vergangenen Freitag Brandenburgs einziger Kabarettpreis, der GOLDENE KUCKUCK 2017, vergeben. Mehr als 20 Kabarettisten, Duos oder Ensembles stellten sich im vergangenen Jahr dem Urteil des mitunter kritischen Publikums. Bereits zum dritten Mal fand im Rahmen einer bunten Unterhaltungsshow die Ehrung des beliebtesten Künstlers statt.

Viele Überraschungen kündigte Veranstaltungschefin Birgit Hendrischke in ihrer kurzen Begrüßungsrede für den Abend an. Eine schrullige, immer noch rüstige Rentnerin namens Elfriede, die bereits vor der Show für Aufsehen sorgte, bot sich sogleich an, die Co-Moderation für den Abend zu übernehmen. Hinter der Großpuppe verbarg sich Kora Tscherning, Ensemblemitglied der Landesbühnen Sachsen und ausgebildete Puppenspielerin. Für sie war es der erste Soloauftritt mit ihrer Puppe und extra für diesen Abend engagiert. Immer mit einem flotten Spruch auf den Lippen („meinen Nachnamen und meinen BH hat mein Tölpel von Exmann mitgenommen, merke: ohne Textil wirst Du nicht senil“) führte Elfriede alias Kora Tscherning gemeinsam mit Birgit Hendrischke durch den Abend.

Erster Künstler auf der Bühne war Götz Frittrang (Bamberg), der sich umsonst freute, weil er dachte, er sei der Gewinner sei, dann aber doch nur als Begleitprogramm gebucht wurde, wie er später zugab. Er mache ja Kabarett nicht wegen der Preise, sondern wegen des guten Essens in den Veranstaltungshäusern. Frittrang zeigte Ausschnitte seines aktuellen Programms „Götzseidank“. Bei seinem letzten Gastspiel im „Kuckuck“ Anfang 2016 war dieses Programm gerade noch in der Entstehungsphase, viele Gags zündeten damals noch nicht. Doch Götz Frittrang schien den Lauf der Geschichte vorauszuahnen, seine damalige AfD-Kritik blieb vielen Gästen im Gedächtnis. Grund genug für die Veranstalter vom Freundeskreis „Kuckuck“, Götz Frittrang mit einem „Spezial-Kuckuck“ für seine politische Weitsicht zu überraschen. „Eine große Ehre für mich, mit der ich jetzt bestimmt den großen Durchbruch schaffe!“, scherzte der völlig perplexe Künstler in seiner Dankesrede.

Nach einer kurzen Pause, in der die „Kuckucks“-Küche ein süßes Dessert präsentierte, kam der eigentliche Höhepunkt des Abends, die Preisverleihung des mit 1000 Euro dotierten und vom Autohaus Cottbus gesponserten GOLDENEN KUCKUCKSS 2017 an den Kölner Kabarettisten Peter Vollmer.
Laudatorin Elfriede würdigte das künstlerische Schaffen Vollmers, der von der Fachpresse schon mal als „Kabarett-Halbgott“ oder „Größe des gehobenen kritischen Kabaretts“ gefeiert. „Intelligent und gut unterhalten“ fühlten sich die Besucher seines Programms, das angesagte Themen brisant umsetzt. „Die Lachmuskeln mußten arbeiten“ schrieb eine Zuschauerin auf den Stimmzettel für die Wahl zum GOLDENEN KUCKUCK. Peter Vollmers feines Gespür für die großen und kleinen Macken seiner Mitmenschen gaben schließlich den Ausschlag, um sich mit 0,01 Punkten Vorsprung vor den Zweitplatzierten „Ranz & May“ durchzusetzen.

Bevor auch Peter Vollmer Ausschnittes seines aktuellen Programms zeigte, bedankte er sich beim Publikum für die Auszeichnung: „Wenn mir zu Beginn meiner Karriere jemand gesagt hätte, daß ich mal hier, irgendwo hinter Cottbus, einen Preis gewinne, hätte ich ihm gesagt: Du hast ja schon jetzt einen Vogel!“.

Seine Programmausschnitte wurden anschließend zu einem Gag-Feuerwerk. Egal, ob er sich über die im Alter nachlassende Paarungsbereitschaft („Es lockt das Weib, es bockt der Leib“) oder über seine Erfahrungen mit Brasilian Waxing lustig machte – Peter Vollmer hatte die Lacher auf seiner Seite. Auch die Rentenpolitik der jeweiligen Regierungen bekam ihr Fett weg. So ging der heute in Düsseldorf noch lebende älteste Rentner in Deutschland bereits 1972 in Rente. „Das bedeutet, daß die Sozialgemeinschaft 45 Jahre lang einen Düsseldorfer durchgefüttert hat. Sie können sich vorstellen, wie ich mich da als Kölner fühle.“, spielte Vollmers auf die uralte Rivalität beider Städte an.

In einer anschließenden Gesprächsrunde entlockten Birgit Hendrischke und Elfriede dem Sieger ein paar bislang gut gehütete Geheimnisse. Sein größter Luxus sei es, sich Zeit für sich zu nehmen. Und auf die Frage. Was er auf keinen Fall mit auf eine einsame Insel nehmen würde, mußte er lange überlegen. Am Ende entschied er sich für eine Heino-Schallplattte. Eines seiner größte Ziele sei es, mal einen Ironman zu absolvieren.

In einem zweiten Auftrittsblock machte sich Götz Frittrang dermaßen über die Seitenbacher-Werbung lustig, daß die Gäste wohl zukünftig die Werbung unter ganz anderen Gesichtspunkten wahrnehmen werden.

Der Abschluss des gut dreistündigen Abends war dem Gewinner des GOLDENEN KUCKUCKS vorbehalten. Peter Vollmer, der den „Trottel-Triathlon, bestehend aus Ausdauer-Kuscheln, Extrem-Schmusen und Langstrecken-Streicheln“ beherrscht, brachte ein Medley bekannter Titel mit neuen Texten zu Gehör. Da die Melodien bekannt waren, sang das Publikum bei Titeln wie „Sag mir, wo die Zähne sind“, „Mit 67 Jahren, da fängt die Rente an“, „Nur mit 7 Krücken kannst Du gehen“ oder „Pumpt denn der alte Herzmuskel noch“ lautstark mit.

Wer den diesjährigen Gewinner des GOLDENEN KUCKUCKS live erleben möchte, hat am 19. und 20. Dezember die Möglichkeit. Jeweils um 20 Uhr präsentiert Peter Vollmer im „Kuckuck“ in Groß Jamno sein Programm „ER hat die Hosen an – SIE sagt ihm, welche“.

Berliner Luft im „Kuckuck“

Ein ganz spezielles Programmangebot präsentierte die Kleinkunstbühne im Restaurant „Zum Kuckuck“ in Groß Jamno ihren Besuchern am vergangenen Sonntag: wo sonst Kabarett, Comedy und Magie dominieren, gab es diesmal einen bunten Mix Alt-Berliner Melodien, „ollen Jeschichten“ und Amüsantem aus den Anfangsjahren des vergangenen Jahrhunderts.

Albrecht Hoffmann betreibt in Berlin „Zille“s Stuben-Theater“. Auf Empfehlung des Publikums engagierte Veranstaltungschefin Birgit Hendrischke den Zille-Darsteller für eine vergnügliche Zeitreise ins Berliner „Milljöh“. Und während die Gäste bei Kaffee und Kuchen genüsslich lauschten, gab Vater Zille einige Anekdoten aus seiner Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts zum Besten. So schwärmte er von seiner Gattin Hulda und amüsierte sich gleichzeitig über seine Nachbarin Mieze, „die mit dem Doppel-Ar…“. Vom Leben in den Hinterhöfen erzählte Zille und dass „U-Bahn-Fahren wie Kabarett“ sei. Sein Nachbar von Gegenüber sei gerade „zur Kur in Bad Plötzensee, was soviel bedeutet, als dass er im Knast einsitzt.“
Selbst aktuelle Bezüge zur heutigen Zeit wurden hergestellt. So stellte Zille fest, „dass der Prenzlauer Berg inzwischen wieder eine SBZ ist. Nur steht diesmal SBZ für Schwäbisch Besetzte Zone!“. Auch über Facebook machte sich der Zille-Darsteller lustig: „Heute ham‘ wa Internet, früher hatt’n wa Fensterbrett!“

Doch es wurde nicht nur geplaudert und der eine oder andere schlüpfrige Witz erzählt, sondern auch gesungen. Bei altbekannten Gassenhauern wie „In Rixdorf ist Musike“, „Untern Linden“ oder „Im Grunewald ist Holzauktion“ dauerte es nur wenige Takte, bis das Publikum im „Kuckuck“ eifrig mit einstimmte.

Lehrreich wurde es, als Pinselheinrich Zille einige Gegenstände aus seinem großen Koffer kramte. So kam die „kleinste Küchenharfe“ zum Vorschein, was bei genauerem Betrachten ein Eierschneider war. Auch eine uralte originale Wärmflasche „für vorne und für hinten“ gehörte zum Inventar seines Koffers. Zu jedem gezeigten Gegenstand oder Bild erfuhren die Besucher Wissenswertes, so u.a. auch, dass die „Berliner Weiße“ eigentlich aus Hamburg stammt, die Berliner nur cleverer waren und sich die Rezeptur als erste schützen ließen.

Albrecht Hoffmann erinnerte in seiner Rolle als Heinrich Zille auch an bekannte Zeitgenossen, so an die Sängerin Claire Waldoff, den Erfinder Willy Abel, den Arzt Ferdinand Sauerbruch oder den Maler Max Liebermann. Und selbstverständlich durfte auch Otto Reuter nicht fehlen. Mit einigen Couplets würdigte Hoffmann das Schaffen Otto Reuters.

„Das ist die Berliner Luft“ schallte es noch einmal durch den „Kuckuck“, bevor es „eine Hingabe statt einer Zugabe“ gab. Hier philosophierte Zille über Gott und die Frauen. Zwar erschuf der liebe Gott das weibliche Wesen, welches seitdem die Männer betört. Nur für sich selber schuf der Herrgott keine Partnerin. Er wusste wohl schon, wer dann das Regiment führen würde. Ein Wink mit dem Zaunfall – oder warum formte Zille plötzlich die berühmte Merkel-Raute…

Rundum zufrieden waren nicht nur die Besucher und der Künstler mit dem Verlauf der Veranstaltung, sondern auch Organisatorin Birgit Hendrischke freute sich, dass das Experiment gelang und der „Kaffeeklatsch mit Zille“ beim ansonsten kabarett-verwöhnten „Kuckucks“-Publikum so gut ankam.

Die schönsten Kaninchen des Landkreises gab es in Horno zu sehen

Er nahm es mit Humor: „Es ist eines der längsten Worte, die ich kenne. Die Rassekaninchenkreisjungtierschau ist hiermit eröffnet!“. Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke gab sich zur offiziellen Ausstellungseröffnung größte Mühe, um nicht an diesem Wortungetüm zu scheitern.

Uwe Krenz, Ausstellungsleiter und Vorsitzender des Rassekaninchenzuchtvereins D97 Forst/Lausitz e.V. , kommt das Wort leichter über die Lippen. Zum zweiten Mal richtet der Forster Verein die Kreisjungtierschau des Spree-Neiße-Kreises aus, zum ersten Mal im „Hornoer Krug“ im Forster Ortsteil Horno. „Leider gibt es unser Objekt in der Kirchstraße aus baulichen Gründen nicht mehr her, dort die Ausstellung durchzuführen. Umso dankbarer sind wir, mit Unterstützung der Hornoer Stiftung und des Ortsvorstandes einen neuen Ausstellungsort gefunden zu haben.“ Neben dem Ministerpräsidenten konnte er u.a. den amtierenden Forster Bürgermeister Jens Handreck, den Bundestagsabgeordneten Dr. Klaus-Peter Schulze (CDU) und die Bundestags-Direktkandidatin Birgit Kaufhold (Partei Die Linke) als Ehrengäste begrüßen.

Züchter aus dem gesamten Spree-Neiße-Kreis sowie befreundeter Vereine aus Weißwasser, Krauschwitz und Breslack präsentierten mehr als 350 Tiere den Preisrichtern. Dr. Dietmar Woidke weiß das in seiner kurzen Eröffnungsrede zu würdigen: „Es ist schön zu sehen, welch‘ ehrenamtliches Engagement es gibt und dass sich auch junge Menschen für die Kaninchenzucht interessieren. Die zweitägige Ausstellung hier in Horno ist deshalb nicht nur Werbung für die Rassekaninchenzucht, sondern auch Werbung für das Ehrenamt in der Region.“

Für den amtierenden Forster Bürgermeister Jens Handreck ist es als Hornoer Einwohner ein Heimspiel. „Ich habe gesehen, dass unter den Ausstellern auch einige Hornoer zu finden sind. Wir können also nicht nur singen, wir können nicht nur Spielmannszug, wir können nicht nur Feuerwehr, sondern wir 210 Einwohner können auch Kaninchen!“ Als Dank für das gesellschaftliche Engagement überreichte Jens Handreck einen Scheck der Stadt Forst (L.) an den Vereinsvorsitzenden und machte die Zusage, bei der Suche nach einem neuen Objekt für den Verein zu helfen.

Anders als z.B. im Sport folgte im Anschluss an die Grußworte der Ehrengäste bereits die Ehrung der Sieger. Sechs Preisrichter bewerteten zuvor die ausgestellten Tiere. Kriterium für die Auswahl sind Körperbau und -form des Tieres, das Fell, die Gleichmäßigkeit und Sauberkeit der Färbung, die Unterfarbe bei bestimmten Rassen sowie die Ausbildung von Kopf und Ohr der Kaninchen. Den Pokal des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg gewann Uwe Krenz für seine Sammlung (4 Tiere) der Rasse „Satin Elfenbein RA“. Auch die anderen Ehrengäste stifteten jeweils einen Pokal.

Den Jugendpokal als beste Nachwuchszüchterin konnte die Forsterin Chiara Nehrmann in Empfang nehmen. Für sie ist es der größte Erfolg in ihrer noch jungen Karriere. Vergleichbar ist der Titel etwa mit dem eines Kreismeisters im Sport. Seit zwei Jahren betreibt Chiara die Rassekaninchenzucht, verrät ihr Vater Dirk, der ebenfalls einen Pokal gewann. „Chiara züchtet Schwarzgrannen. Das sind Tiere mit weißer Grundfarbe, die schwarze Grannen (Strichhaar im Oberfell) haben. Dadurch schimmert das Fell ein wenig grau-silbrig.“ Circa 30 Tiere besitzt Chiara mittlerweile, mit den 70 Tieren ihres Vaters kommt die Familie auf etwa 100 Kaninchen. „Es ist ein sehr zeit- und kostenaufwendiges Hobby.“, erklärt Dirk Nehrmann.

Wohl auch deshalb bieten einige Züchter ihre Tiere zum Verkauf an. Zwischen 20,- und 50,- Euro kostet eines der hier ausgestellten Kaninchen. 80% der angebotenen Tiere wechseln im Verlauf der Ausstellung ihren Besitzer.

16 Kaninchen wurden als Preise für die große Tombola gestiftet. 400 Preise insgesamt gibt es zu gewinnen. „Die Tiere haben eine tierärztliche Bescheinigung. Natürlich geben wir die Tiere nur ab, wenn z.B. bei Kindern die Eltern damit einverstanden sind und sichergestellt ist, dass die Tiere ordnungsgemäß gehalten werden können.“, sagt Uwe Krenz.

In den Gängen der Ausstellungshalle herrscht derweil dichtes Gedränge. Nicht nur die Züchter schauen sich die Tiere der anderen Aussteller an, auch viele Familien mit Kindern nehmen die kuscheligen Vierbeiner genauestens unter die Lupe. Mit etwa 750 Besuchern rechnen die Veranstalter an den beiden Ausstellungstagen, das sind mehr als die 500 Besucher, die in den Vorjahren bei den Jungtierschauen gezählt wurden.

Dr. Dietmar Woidke ist selbst mit Kaninchen groß geworden: „Auf unserem Bauernhof in Naundorf hatten wir 30-40 Kaninchen, allerdings keine Rassekaninchen. Unsere dienten eher als Nahrungsgrundlage, das Fell wurde verkauft. Es ist und bleibt trotzdem ein schönes Hobby, wie man hier sehen kann.“

Für die Pfanne zu schade sind auf jeden Fall die in Horno zur Schau gestellten Rasse-Kaninchen. Ungeachtet der Menschentraube, die sich an ihren Boxen vorbeischiebt, dösen manche lieber im Käfig. Andere wiederum hoppeln emsig hin und her und strecken ihr Näschen durch die Gitter in der Hoffnung auf ein paar Streicheleinheiten, die es dann auch prompt vom Ministerpräsidenten Brandenburgs beim Rundgang durch die Ausstellung gab. Zu seiner Erleichterung musste er das lange Wort mit dem „R“ kein zweites Mal erwähnen….

Mit Vollgas übers Wasser

Marie Luies Schilling hat Rennfahrerblut in ihren Adern

Beim 24. Internationalen ADAC Motorbootrennen in Berlin-Grünau (26./27. August 2017) gingen auch vier Renn-Amazonen an den Start. Das ist soweit nichts Ungewöhnliches, steigen doch immer wieder mal junge Mädchen in ein Rennboot, um sich mit ihren männlichen Konkurrenten zu messen. So starteten in Berlin-Grünau zwei Mädels im ADAC Motorboot Cup, einer Nachwuchsklasse. Die Lettin Ieva Millere kämpfte sogar in der Formula R 1000 bis zum Schluß um den Europameistertitel und wurde schließlich Dritte.

Interessant ist jedoch die vierte Starterin, die gleichzeitig in Berlin-Grünau ihr Renndebüt erlebte: Marie Luies Schilling aus Vechelde (Niedersachsen) pilotierte im Rahmenprogramm ein historisches Rennboot der Klasse R 1000 um den Kurs auf dem Langen See. „Ich bin das erste Mal bei so einer Veranstaltung dabei, habe bisher immer nur getestet.“, verrät die (noch) 16jährige Schülerin.

Rennsport-Luft hat Marie Luies schon immer geschnuppert. Schon als Vierjährige begleitete sie ihren Vater, der Mechaniker im Team von Andreas Schulze (Formula R 1000) ist, zu den Rennen. 2010 wurde sie selbst aktiv und stieg in den Kartsport ein. Doch die Liebe zum Motorbootrennsport war stärker. Kein Wunder, wenn man ständig von Rennsport-Legenden umgeben ist. Andreas Schulze wurde 1997 Europameister in der Klasse HR-1000. Sein Bruder Frank wurde 1999 Weltmeister in der „Königsklasse“ O-500. Beider Vater Manfred Schulze, inzwischen 74 Jahre alt, war mehrfacher DDR-Meister.

Marie Luies Schilling hat ihren (Boots-)Platz bei den Schulzes, die alle aus der Motorbootrennsport-Hochburg Dessau stammen, gefunden. Sogar in der offiziellen Startliste wird sie als Dessauerin geführt.

Geplant war für Marie Luies eigentlich der „normale“ Weg. „Es stimmt, normalerweise steigt man im ADAC Motorboot Cup in den Rennsport ein. Bei mir hat das aber nicht geklappt.“, erzählt Marie Luies. So richtig traurig ist sie darüber nicht. Wenn alles nach Plan läuft, bekommt sie 2018 ein eigenes Cockpit in der Klasse R 1000. „Die Geschwindigkeit in einem R 1000-Boot ist einfach viel höher“, schwärmt Marie Luies. Wer dabei in ihre Augen sieht, erkennt ein Leuchten, so sehr fasziniert sie der Geschwindigkeitsrausch. Und wohin soll es in der Zukunft gehen? „Natürlich will jeder mal ein Formel-1 Boot steuern, aber ich denke, die Klasse R 1000 ist das Machbare“, gibt sich Marie Luies realistisch.

Ihre Schulfreundinnen finden Marie Luies‘ Hobby cool. Manchmal dürfen sie dabei sein, wenn Marie Luies in „ihr“ Boot steigt und ein paar Testrunden dreht. Trainiert wird meist am Wochenende, so läßt sich auch das Hobby gut mit dem Schulunterricht vereinbaren.

Jenes historisches Rennboot, mit dem Marie Luies in Berlin-Grünau unterwegs war, gehört Manfred Schulze. „Das Boot hat 112 PS. Hier in Grünau war ich mit etwa 150 km/h auf dem Wasser unterwegs!“
Wer solche Flitzer auf dem Wasser hält, muß gut trainiert sein. Vor allem die Nackenmuskeln werden in den Kurven stark beansprucht. Auch Kraft in den Armen sollte man haben. Das ist besonders wichtig, wenn der Motor plötzlich seinen Geist aufgibt und man möglichst schnell an Land paddeln muß, um aus der Fahrrinne zu gelangen. Marie Luies ereilte dieses Schicksal im zweiten Lauf. „Das Ruderblatt hatte sich verdreht, ich konnte plötzlich nicht mehr lenken.“, schildert sie das Malheur. Statt mit Motorenkraft ging es mit Muskelkraft zurück ans Ufer. Dank ihres Teams konnte der Schaden bis zum dritten Lauf wieder behoben werden.

An Vorbildern mangelt es Marie Luies nicht: „Manfred Schulze ist ein Vorbild, auch weil er noch immer bei den Classic Booten aktiv mitfährt. Dann René Behnke (mehrfacher Weltmeister im Motorbootrennsport) und natürlich Ieva Millere.“ Der Zufall wollte es, dass im Fahrerlager gegenüber der Schulze-Boxen das Team von Millere seine Zelte aufgeschlagen hat.

In diesem Jahr noch Nachbarn im Fahrerlager – im nächsten Jahr vielleicht schon Konkurrentinnen auf dem Wasser. Von der männlichen Konkurrenz gibt es schon mal Komplimente: „Du bist gut gefahren!“, gratuliert Richard Güll, mit 16 Jahren wie Marie Luies ebenfalls ein Jungspund inmitten der erfahrenen „Alten Hasen“.

Marie Luies hat viel Mut und noch mehr Rennfahrerblut in sich. Ihre Taufe hat sie in Berlin-Grünau nicht nur als Fahrerin bestanden – ihr allererstes Rennwochenende als aktive Pilotin endete nämlich damit, dass sie von ihrem Team ins Wasser geschubst wurde….

Geschwister Hofmann im „Hautkontakt“ mit ihrem Publikum

Im Rahmen ihrer Promotiontour für ihr neues Album „Hautkontakt“ traten Anita und Alexandra, besser bekannt als Geschwister Hofmann, im Kaufland Hoyerswerda auf und sorgten – wie der Name ihres Albums verspricht – auch tatsächlich für Hautkontakt mit den Zuschauern ihrer Mini-Konzerts.

Im Anschluß nahmen sich die sympathischen Schwestern Zeit für ein Schwätzchen mit ihren Fans, gaben Autogramme und standen für gemeinsame Fotos zur Verfügung. 

Das aktuelle Album „Hautkontakt“ mit dem Hit „Keine Liebeslieder!“ ist ab sofort im Handel erhältlich.